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Winterplanung leicht gemacht

12.08.2019 . Lesezeit: 4 Minuten

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Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Überall im Garten summt es, die Kräuter wachsen üppig und auch die Gemüsepflanzen schenken reichlich Früchte. Im Sommer hält der Garten seinen Besitzer auf Trab: Gießen, Ernten, Nachsäen, etc. Da haben wir als Hobbygärtner und Hobbygärtnerinnen alle Hände voll zu tun. Doch schon bald naht der Herbst. Für viele das Ende der Vegetationsperiode, für einige Kulturen jedoch erst die Geburtsstunde: Wintersalate, Rettich, Mangold, etc. bereichern auch im Winter deinen Speiseplan mit wertvollen Nährstoffen und purer Frische. Bevor du jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägst: Winterplanung muss nicht kompliziert sein!

In diesem Artikel findest du:

  1. Starkzehrer
  2. Mittel- und Schwachzehrer

Im Prinzip ist es ganz einfach:

  • Die Bereiche, auf denen aktuell Starkzehrer stehen, dürfen über den Winter unter einer Mulchauflage ruhen und sich erholen.
  • Die Bereiche auf denen bislang Mittel- und Schwachzehrer gewachsen sind, können mit einem beliebigen Wintergemüse bepflanzt werden.
eine Reihe Mangold
Mangold ist ein beliebtes Wintergemüse, die Pflanzen gedeihen auch bei kühlere Temperaturen.

Die Basis deiner Planung sind die aktuell wachsenden Kulturen. Wichtig ist hierbei, ob sie Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer sind. Tipp: Fertige eine einfache Skizze deiner Beete an und verwende dabei verschiedene Farben (z.B. Rot: Starkzehrer, Gelb: Mittelzehrer, Grün: Schwachzehrer). Du musst dich hierbei nicht verkünsteln, es geht lediglich um einen groben Überblick.

Starkzehrer

Die Beete der Starkzehrer sollten sich über den Winter erholen können. Sie werden mit Mist, Kompost, Hornspänen oder einer anderen Form der organischen Düngung angereichert und dann sich selbst überlassen. Wichtig ist hierbei eine ordentliche Mulchauflage, um das Bodenleben vor tödlichem Frost zu schützen. Der Mulch dient nicht nur als Schutz vor Frost, Erosion und sengender Hitze, er wird außerdem ständig von Mikroorganismen zu Dünger verarbeitet. Du solltest die verwesende Schicht also nach Bedarf auffüllen. Die nährstoffreiche organische Substanz im und auf dem Boden wird bis zum nächsten Frühling zersetzt und so für die Pflanzen verfügbar gemacht. Alternativ zum Mulchen kannst du auch eine Gründüngung zum Schutz aussäen (z.B. Senf, Phazelia, Kleegras, Spinat). Die Pflanzen werden nach ein paar Wochen geschnitten und können dann als Mulchmaterial verwendet werden. Weitere Infos zum Thema Mulchen findet ihr in diesem Artikel.

ein Kohlkopf
Die verschiedensten Kohlarten beanspruchen den Boden sehr stark. Damit dein Boden sich regenerieren kann, solltest du ihm immer wieder eine kleine Verschnaufpause gönnen.

Mittel- und Schwachzehrer

Die weniger stark beanspruchten Beete kannst du ohne Bedenken mit deinem liebsten Wintergemüse bepflanzen. Wenn du jedoch nicht alle Beete über den Winter bepflanzen willst, kannst du sie ebenfalls unter einer Mulchauflage ruhen lassen oder zum Schutz eine Pflanzendecke aussäen (siehe: Gründüngung bei Starkzehrern). Die Beete der Mittel- und Schwachzehrer müssen über den Winter nicht extra mit organischer Düngung angereichert werden, da der Boden nicht so stark beansprucht wurde.
Es gibt nicht die eine Musterlösung wie dein Garten im Winter auszusehen hat. Jeder Standort, jeder Boden und jede Pflanze ist anders und macht deinen Garten individuell! Wenn du aber ein paar einfache Grundregeln befolgst, werden deine Beete auch im Winter prächtig gedeihen. Ich will hier beispielhaft von meiner eigenen kleinen Insekteninsel berichten:

Gemüsegarten mit Tomaten, Zucchini, etc.

Zu den Starkzehrern in meinem Garten gehören Tomaten, Zucchini, Gurken, Kürbisse und Rhababer. Damit die Erde nicht müde wird, lasse ich sie bis zum Frühjahr ruhen und pflanze dann weniger stark zehrende Kulturen aus einer anderen Pflanzenfamilie.
Zum Mulchen verwende ich jegliches Pflanzenmaterial, das in meinem Garten anfällt: Gerupftes Beikraut (Vorsicht wenn bereits Samen gebildet wurden!), geschnittene Sträucher, Grasschnitt, Gründüngung etc. Du musst also nicht unbedingt Mulchmaterial im Baumarkt besorgen, sondern kannst verwenden was dir dein Garten bietet. Tomaten und Rhababer zählen zu den Ausnahmen unter den Starkzehrern, sie bevorzugen es jedes Jahr am selben Platz zu wachsen.
Auf den weniger beanspruchten Beeten kann schon bald das erste Wintergemüse gesät werden. Da ich dieses Jahr mein erstes Wintergemüse anbaue, will ich die unterschiedlichsten Kulturen einmal ausprobieren: Eiszapfen (eine Radieschensorte), Spinat, Feldsalat, Mangold, Kohl und Lauch.
Hast du den optimalen Saatzeitpunkt verpasst? Gar kein Problem! In der Gärtnerei deines Vertrauens bekommst du bereits vorgezogene Jungpflanzen von Kohl, Lauch, etc. und kannst diese in deinem Garten verpflanzen.

Screenshot Beetplan
Mit alphabeet kannst du ganz einfach deinen eigenen Beetplan erstellen.

Ziel der Gartenplanung ist immer, dass die Kulturen sich möglichst gut ergänzen. Denn auch im Pflanzenreich mag nicht jeder seinen Nachbarn. Wählt man jedoch stets gute Nachbarn, können sich die Pflanzen gegenseitig unterstützen und sogar vor Schädlingen schützen. In unserem Gartenplaner könnt ihr direkt sehen, welche Pflanzen gerne nebeneinander wachsen und welche nicht. Wähle also einfach dein liebstes Wintergemüse aus und lasse alphabeet den Rest erledigen!

Wenn du wissen willst, wie du deinen Garten auf den Winter vorbereitest, interessiert dich vielleicht dieser Artikel über alles, was im Oktober im Garten zu tun ist.

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