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Urban Gardening 101: Welche Pflanzen kann ich in der Stadt anbauen?

27.08.2019 . Lesezeit: 4 Minuten

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Jonas

Jonas (22) hat Agrarbiologie studiert. Seine Leidenschaft für Pflanzen und das Gärtnern entdeckte er durch ein Praktikum bei einer Permakultur NGO. Seitdem gärtnert er auf seinem Balkon und in Gemeinschaftsgärten.

In der Stadt zu gärtnern kommt mit einer ganz eigenen Stange an Herausforderungen. Mit den teilweise schwierigen Umweltbedingungen kommen nicht alle Pflanzen gut klar. Wenig Licht, wenig Wasser, große Hitze oder wenig Platz erfordern eine sorgfältige Auswahl deiner Kulturpflanzen. In diesem Artikel wollen wir dir einen Überblick über ein paar Kandidaten geben, die (fast) allen Widrigkeiten trotzen.

Im letzten Artikel aus der Serie “Urban Gardening 101” haben wir einige Formen des Urban Gardenings vorgestellt. Diesmal soll es um die Kulturpflanzen gehen, die gut zu den verschiedenen Formen passen. Denn was im Beet im Gemeinschaftsgarten gut gedeiht, fühlt sich möglicherweise auf deinem Balkon gar nicht so wohl. Let’s go:

Der Balkongarten: zwischen Sonne und Schatten

Balkone und - in noch stärkerem Ausmaß - Dachterrassen, sind mitunter die extremsten Standorte für Pflanzen. Auf Südbalkonen wird es im Sommer oft tropisch heiß und somit auch sehr trocken. Auf meinem Balkon hatte es diesen Sommer zum Beispiel regelmäßig über 40°. Topfpflanzen trocknen besonders schnell aus, weil sie sich nicht an den Wasserreserven im Boden bedienen können. Zeigt ein Balkon Richtung Norden oder liegt er in einem Innenhof kann es schnell sehr düster werden und viele Pflanzen haben nicht mehr genügend Licht um zu wachsen.
Für Südbalkone empfehlen sich - logischerweise - Sonne liebende Pflanzen. Alle Nachtschattengewächse (Tomate, Paprika, Chili, Aubergine usw.) gedeihen hier gut. Auch Gurken und Bohnen fühlen sich wohl in der Wärme und bieten einen angenehmen Nebeneffekt: Wenn du sie an Schnüren oder Stäben hoch leitest, bieten sie dir sowohl Sicht- als auch Sonnenschutz. Um deinen Pflanzen einen kleinen Puffer zu verschaffen, solltest du ihnen möglichst große Töpfe spendieren und ein Substrat mit Blähton oder Perlit Zusatz verwenden. Diese Materialien besitzen eine hohe Wasserhaltekapazität und speichern außerdem Nährstoffe.

Ist dein Balkon eher schattig kannst du dort vor allem Salate, Spinat oder Mangold anbauen. Aber auch Radieschen und Möhren gedeihen im Schatten. Bei Mangold, Radieschen und Möhren solltest du darauf achten, dass der Topf tief genug ist - mindestens 30 cm. Um deine Gewürzpalette etwas aufzupolieren, kannst du auf einem schattigen Balkon außerdem noch Kräuter anbauen. Die meisten Kräuter sind recht anspruchslos was den Standort angeht, Basilikum, Petersilie, Schnittlauch und Co. gedeihen also auch im Schatten noch relativ gut.

Der Fensterbankgarten: wenig Platz, wenig Licht

Auf deiner Fensterbank bist du vor allem durch den Platz limitiert. Große Töpfe passen hier meist nicht hin und auch die Pflanzen an sich sollten nicht allzu ausladend sein. Salate, Kräuter oder Microgreens sind hier die naheliegende Wahl. Aber auch kleine Chili Sträucher gedeihen auf der Fensterbank, wenn sie genügend Licht bekommen. Eine weitere Möglichkeit deine Fensterbank zu begrünen, ist das sogenannte “regrowing” von Gemüseabfällen. Dabei werden die “Abfälle” von Gemüse, die in der Lage sind wieder auszutreiben, eingepflanzt und können so noch öfter beerntet werden. Dafür eignen sich zum Beispiel Frühlingszwiebeln aber auch einige Salate sehr gut. Wie du Frühlingszwiebeln nachwachsen lassen kannst findest du hier heraus.

Gemeinschafts- und Schrebergärten: Unbegrenzte Möglichkeiten

Wenn du in der glücklichen Lage bist in der Stadt ein Stück Land zur Verfügung zu haben, auf dem du gärtnern kannst, bist du quasi nicht eingeschränkt, was die Kulturwahl betrifft. Zumindest nicht prinzipiell. Natürlich musst du auch in einem “echten” Garten auf die Gegebenheiten des Standorts achten und dementsprechend Kulturen mit den passenden Ansprüchen auswählen. Doch die Möglichkeiten sind in einem echten Beet von vornherein vielfältiger, da viele Limitationen, die dich auf dem Balkon oder der Fensterbank einschränken, wegfallen. Über das Thema Beetanlage und Kulturplanung kannst du hier mehr erfahren.

Ich hoffe ich konnte dir die wichtigsten Kriterien für die Kulturwahl für deinen urbanen Garten etwas näher bringen und du hast eine Idee bekommen welche Pflanzen du bei dir zuhause anbauen könntest. Um noch mehr Tipps für deinen Urban Garden zu erhalten, probier doch mal die alphabeet Beetplaner-App aus - funktioniert auch für Balkongärten!

Das war der zweite Artikel aus unserer Reihe Urban Gardening 101. Dabei behandeln wir eine Vielzahl verschiedener Themen: Von der Frage welcher Topf für welche Pflanze passt, bis hin zu Kulturempfehlungen für schattige Ecken.
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