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Annabell

Annabell (23) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Süßkartoffeln gelten in vielen tropischen Ländern als Grundnahrungsmittel. Aufgrund ihres einzigartigen Geschmacks und ihrer nährstoffreichen Inhaltsstoffe werden sie mittlerweile weltweit kultiviert. Erfahre jetzt, was es bei der Pflanzung, Pflege und Ernte von Süßkartoffeln im eigenen Garten zu beachten gibt.

Auf einen Blick:

Lichtbedarf: sonnig

Nährstoffbedarf: hoch

Wasserbedarf: hoch, keine Staunässe

Boden: locker, sandig und humusreich

Vorkultur: ab Januar

Auspflanzen: nach den Eisheiligen im Mai, im Gewächshaus früher

Pflanztiefe: 10 cm lange Stecklinge zu zwei Drittel, ganze Knollen etwa zur Hälfte in Erde pflanzen

Pflanzabstand: 40 cm innerhalb, 30 - 50 cm zwischen den Reihen

Die Süßkartoffelpflanze

Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas), auch Batate genannt, ist entgegen ihrem Namen nur entfernt mit der herkömmlichen Kartoffel verwandt. Ebenso wie der Wasserspinat (Ipomoea aquatica) gehört sie nämlich zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Im Gemüsegarten können die Windengewächse nicht besonders viele Vertreter vorweisen, es gibt jedoch einige dekorative Winden, die gerne in Ziergärten angepflanzt werden. Süßkartoffeln sind Speicherwurzeln, sie dienen der Überdauerung ungünstiger Klimabedingungen. Aus den Knollen treiben dann unter guten Wachstumsbedingungen lange Sprosse mit herzförmig-gestielten Blättern aus. Das üppige Blattwerk kann daraufhin Sonnenenerige in Zucker umwandeln, welcher widerum in den Speicherwurzeln eingelagert wird. In den Tropen können Süßkartoffeln bis zu 30 cm lang und mehrere Kilogramm schwer werden. Süßkartoffeln sättigen schneller als Kartoffeln, da sie eine höhere Nährstoffdichte haben. Außerdem enthalten sie viele wichtige Mineralien wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. Besonders in ärmeren Regionen Afrikas und Südamerikas werden die nährstoffreichen Knollen als Nahrungsgrundlage angebaut.

Süßkartoffeln haben schöne, trichterförmige Blüten. Foto: Earth100, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Süßkartoffelsorten

Süßkartoffeln können je nach Sorte unterschiedlich gefärbt sein. Es gibt sie in weiß, gelb, orange, rosa oder violett. 'Beauregard' ist die wohl bekannteste Süßkartoffelsorte in Europa. Sie stammt urprünglich aus Südamerika und bildet sehr lange Triebe aus. Die rötliche Schale und das orangefarbene Fruchtfleisch kennst du bestimmt aus dem Supermarkt. Ihr süßer Geschmackt erinnert an Karotten und sie enthält ebenfalls viel Beta-Carotin. Eine weitere beliebte Süßkartoffelsorte ist 'Bonita'. Sie hat eine weiße bis zartrosa Schale und weißes Fruchtfleisch. 'Bonita' bildet etwas kleinere Knollen aus, die sich sehr gut als Backkartoffeln eignen. Die Sorte 'Evangeline' eignet sich durch ihre weinroten Blätter nicht nur als Gemüse-, sondern auch als Zierpflanze im Garten. Sie entwickelt rotschalige Knollen mit kräftig-orangenem Fruchtfleisch. Der hohe Zuckergehalt gibt ihr einen besonders süßen Geschmack, sie kann deshalb auch für Süßspeisen verwendet werden. Zudem interessant ist die Sorte 'Murasaki' aus Japan. Die rosafarbene Schale ergibt einen schönen Kontrast zum weißen Fruchtfleisch. Sie wird sehr gerne zu Püree oder Chips verarbeitet und erinnert geschmacklich an Maronen. Die Knollen der Sorte 'Sakura' sind durch und durch purpurfarben. Durch die farbgebenden Anthocyane sind sie besonders reich an Antioxidantien. In Japan gelten die gedünsteten Blätter mit Reis gemischt als wahrer Leckerbissen. Die intensive Farbe der Knollen bleibt beim Kochen erhalten.

Der richtige Standort

Die Süßkartoffel gehört zu den Starkzehrern. Zu schwere Böden und Staunässe mag sie jedoch nicht. Am besten wächst die Pflanze auf einem lockerern, sandigen und humusreichen Boden. Bei Bedarf kannst du deinen Boden schonend mit einer Grabgabel lockern, ohne ihn zu wenden. Weitere Tipps zur Bodenlockerung findest du in unserem Artikel zum Thema. Auch eine ordentliche Portion Nährstoffe kann die Batate gut vertragen, mehr Infos gibt es unter "Süßkartoffeln pflegen & düngen". In unseren Breiten ist die Süßkartoffel einjährig, da sie nicht winterhart ist. Reserviere ihr einen sonnigen und windgeschützten Platz, z.B. auf dem Balkon, im Hochbeet oder im Gewächshaus. Achte bei der Topfkultur unbeding auf ein ausreichendes Bodenvolumen, damit die Tochterknollen sich ungestört entwickeln können. Wähle einen Kübel mit einem Fassungsvermögen von mindestens 30 Litern. In eher milden Gegenden kann der Anbau auch im Freiland gelingen.

Die Farbvariation von Süßkartoffeln reicht von weiß bis purpur. Foto: outsideclick auf pixabay

Süßkartoffeln pflanzen

Süßkartoffeln werden ausschließlich vegetativ vermehrt, da die Samen nur sehr schlecht keimen. In der Regel werden einzelne Knollen zum Keimen gebracht und dann später selbst oder als Stecklinge verpflanzt. Da Süßkartoffeln sehr kälteempfindlich sind, sollten sie ins Freiland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ausgepflanzt werden. Ins Gewächshaus können sie unter günstigen Bedingungen schon ab April wandern. Damit die Knollen vor dem Pflanzen ausreichend Blattgrün entwickeln können, kannst du bereits ab Januar mit der Vorkultur beginnen. Lege die Süßkartoffeln dafür einfach in einen Kübel oder eine Kiste mit lockerer Erde und stelle sie an einen hellen Ort. Bei gleichmäßiger Bodenfeuchte sprießen die ersten Triebe bereits nach wenigen Wochen. Alternativ dazu kannst du die Knollen auch etwa zur Hälfte in Wasser stellen, auch so bilden sie zuverlässig Wurzeln und Blätter.

Sind die Triebe etwa 20 - 30 cm lang, ist es Zeit für die Pflanzung. Nun kannst du entweder die ganze Knolle oder abgeschnittene Triebstecklinge auspflanzen. Entferne bei den etwa 10 cm langen Stecklingen die unteren Blätter, sodass zwei Drittel in die Erde ragen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du die Triebe erstmal in Wasser stellen und auspflanzen, sobald sie Wurzeln gebildet habem. Beim Pflanzen der ganzen Knolle sollte diese etwa zur Hälfte aus der Erde schauen. Achte im Beet auf einen Pflanzabstand von 40 cm innerhalb und 30 - 50 cm zwischen den Reihen. Eine kleine Handvoll Hornspäne pro Pflanze sorgt für eine gute Langzeitdüngung.

Mischkultur & Fruchtwechsel

Als Starkzehrer solltest du bei der Süßkartoffel unbedingt auf eine Anbaupause von drei Jahren achten. So kann sich der Boden regenerieren und wird nicht einseitig ausgelaugt. Da es innerhalb der Windengewächse kaum andere Gemüsearten gibt, musst du dir um die Rotation der Pflanzenfamilien hier weniger Gedanken machen. Vermeide lediglich den nahe verwandten Wasserspinat.

Gute Nachbarn: Sommerblumen, Tagetes, Dicke Bohnen, Möhren, Kamille, Kapuzinerkresse, Kümmel, Minze, Mangold, Meerrettich, Kohlrabi, Radieschen, Spinat und Salat

Schlechte Nachbarn: Rote Bete, Sellerie, Kürbis, Kartoffeln, Physalis, Tomaten, Auberginen, Paprika, Topinambur und Sonnenblumen

Bataten lassen sich leicht über Stecklinge vermehren. Foto: GeorgeB2 auf pixabay

Süßkartoffeln pflegen & düngen

Süßkartoffeln benötigen einen gleichmäßig feuchten Boden, um zuverlässig zu wachsen. Achte bei längeren Trockenperioden also auf eine regelmäßige Bewässerung. Besonders beim Anbau im Topf ist die Bodenfeuchte ausschlaggebend für die Entwicklung der Pflanzen. Eine ordentliche Mulchschicht kann helfen, die Bodenverdunstung zu verringern und die Wurzeln schön feucht zu halten. Darüber hinaus solltest du auf eine ausreichende Nährstoffversorgung achten. Die starkzehrenden Bataten freuen sich hier über eine Beetvorbereitung mit reifem Kompost oder Mist. Bei Mist empfiehlt es sich meist, diesen bereits im Herbst in das Beet fürs nächste Jahr einzuarbeiten, damit er im Frühjahr stark genug verrottet ist. Hast du bereits verrotteten Mist, kannst du diesen auch später hinzugeben. Streue bei der Pflanzung eine kleine Handvoll Hornspäne ins Pflanzloch, das sorgt für eine gute Langzeitdüngung.

Schädlinge bei Süßkartoffeln

Süßkartoffeln sind nicht besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gelegentlich können sich Schnecken über das zarte Blattgrün hermachen. Überprüfe die Pflanzen regelmäßig auf Befall und sammle die Tiere ein. Spezielle Schneckenzäune oder Schneckenkragen können helfen, die Schnecken vom Inneren des Beetes fernzuhalten. Wer viele Wühlmäuse im Garten hat, sollte Süßkartoffeln eher in einem Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon anbauen. Achte hierbei auf ein ausreichendes Topfvolumen und eine regelmäßige Bewässerung.

Süßkartoffeln ernten & lagern

Von Oktober bis September kannst du deine Süßkartoffeln ernten. Sobald die Knollen reif sind, verfärben sich die Blätter gelblich und zeigen so das Ende ihrer Entwicklung an. Wer die Vegetationsperiode optimal nutzen will, kann mit der Ernte bis Oktober warten. Da die wärmeliebenden Pflanzen bei Temperaturen unter 10 °C absterben, solltest du mit der Ernte jedoch nicht zu lange warten. Eine dicke Mulchschicht kann die Erntezeit etwas verlängern. Lasse die ausgegrabenen Knollen etwa zwei Tage an der Luft trockenen, bevor du sie verzehrst. In einem kühlen und trockenen Raum können die Knollen anschließend kurzzeitig gelagert werden. Verbrauche sie jedoch möglichst bald, da mit der Zeit die Fäulnisgefahr steigt. Süßkartoffeln sind im Gegensatz zu Kartoffeln nur bedingt zum Lagern geeignet.

Süßkartoffelpommes sind eine leckere Alternative für Pommesliebhaber:innen. Foto: Rajesh Kavasseri auf Unsplash

Süßkartoffeln zubereiten

Süßkartoffeln lassen sich in der Küche vielseitig verwenden. Du kannst sie z.B. als Ofengemüse oder Pommes backen. Die Süßkartoffeln dafür einfach schälen und in dicke Streifen schneiden. Auf ein Backblech geben, mit Olivenöl, Salz und beliebigen Gewürzen vermengen. Anschließend bei 180 °C ca. 25 Minuten im Ofen garen. Nun nochmals 5 min bei 220 °C (Grillstufe) knusprig backen. Die Pommes währenddessen einmal wenden, damit sie von beiden Seiten knusprig werden. Alternativ dazu kannst du Süßkartoffeln auch im Topf kochen und dann beispielsweise zu Püree verarbeiten. Sehr beliebt sind auch leckere Süßkartoffelchips.

Schon gewusst? Süßkartoffelblätter sind ebenfalls essbar und lassen sich wie Spinat zubereiten.

Süßkartoffeln vermehren

Süßkartoffeln werden ausschließlich vegetativ vermehrt, da die Samen nur sehr schlecht keimen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, alle beginnen jedoch mit einer Süßkartoffelknolle. Diese kann man entweder als Ganze oder halbiert zum Keimen bringen. Du kannst außerdem entscheiden, ob du sie in Wasser oder in Erde vorziehen willst. Die Knolle sollte jeweils zur Hälfte bedeckt sein. Im Wasserglas können Zahnstocher helfen, die Süßkartoffel ähnlich wie Avocadokerne ins Wasser zu hängen. Falls du sie in der Mitte durchschneidest, lasse die Schnittstelle erst etwas antrocknen, bevor du fortfährst. Stelle sie anschließend an einen hellen Ort mit Temperaturen um die 20 °C. Nach ein paar Wochen treibt die Knolle aus und du kannst sie entweder so einpflanzen oder Stecklinge davon schneiden. Schneide dafür etwa zehn Zentimeter lange Triebe zurecht und entferne die Blätter im unteren Drittel. Die Stecklinge kannst du nun ebenfalls in Wasser stellen oder sie direkt in Töpfe pflanzen. Wer seine eigenen Süßkartoffeln vermehren will, kann einige geerntete Knollen wie oben beschrieben einpflanzen und im Haus überwintern. Alternativ dazu lassen sich im Spätsommer Stecklinge von den Pflanzen schneiden, die dann ebenfalls in Töpfen überwintern. Die Pflanzen sollten an einem hellen, warmen Ort überwintern und regelmäßig gegossen werden.

Unter günstigen Bedingungen treiben Süßkartoffelknollen leicht aus. Foto: annolyn auf pixabay

Ich hoffe du hast nun richtig Lust bekommen, deine eigenen Süßkartoffeln anzubauen! Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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Titelbild: gartengemuesekiosk auf pixabay

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