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Salbei vermehren und pflegen: Vom Ableger bis zur Ernte

30.07.2020 . Lesezeit: 10 Minuten

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Jonas

Jonas (22) hat Agrarbiologie studiert. Seine Leidenschaft für Pflanzen und das Gärtnern entdeckte er durch ein Praktikum bei einer Permakultur NGO. Seitdem gärtnert er auf seinem Balkon und in Gemeinschaftsgärten.

Salbei schmeckt nicht nur ausgesprochen lecker als Tee oder Gewürz, sondern hilft außerdem bei Halsschmerzen und Atemwegserkrankungen. Das meist mehrjährig kultivierbare Kraut ist recht pflegeleicht und lässt sich einfach durch Stecklinge vermehren. Wie genau die Salbei vermehrst und worauf du bei Anbau von Salbei sonst noch so achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

Standort: Eher karger, lockerer Boden, keine Staunässe, volle Sonne

Mischkultur: Salbei verträgt sich mit vielen Pflanzen sehr gut, außer Basilikum, Dill Liebstöckel und Gurke

Vermehrung: Am Besten über Stecklinge, genaue Anleitung siehe unten

Pflege: Im Frühjahr zurückschneiden und danach leicht düngen; ansonsten nicht düngen und wenig gießen

Krankheiten: Gelegentlich Mehltau oder Spinnmilben, Salbei ist jedoch sehr resistent

Ernte: Am Vormittag ganze Triebspitzen ernten, zum Lagern trocknen oder einfrieren (s.u.)

Allgemeines über den Salbei

Der Salbei stammt, wie viele andere Gewürz- und Heilpflanzen, aus der Familie der Lippenblüter. Die Gattung Salvia, die namensgebend für den Salbei ist, ist mit rund 900 Arten eine der artenreichsten Gattungen der Pflanzenwelt. Ursprünglich stammt das heilsame Kraut aus dem Mittelmeerraum, wo schon die Römer um die heilende Wirkung des Salbeis wussten. Daher kommt übrigens auch der Name des Krautes: salvare ist lateinisch und bedeutet so viel wie retten oder heilen. Über einige sprachliche Umwege wurde aus Salvia mit der Zeit das deutsche Wort Salbei.

Bekanntermaßen hilft Salbei gegen die meisten Erkältungssymptome wie Husten und Halsschmerzen. Aufgrund seiner krampflösenden und entspannenden Wirkung kann er auch bei Magenkrämpfen oder Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden.

Neben dem am weitesten verbreiteten Echten Salbei (Salvia officinalis L.) gibt es noch etliche weitere Arten der Gattung Salvia, die in der Küche und Kräuterheilkunde Verwendung finden. Außerdem gibt es einige gezüchtete Sorten innerhalb der Art officinalis.

In jedem Garten ein prächtiger Anblick: Der echte Salbei.

Ist Salbei winterhart?

Da der Salbei ursprünglich aus dem deutlich wärmeren Mittelmeerraum stammt, sind nicht alle Arten und Sorten winterhart. Doch einige vertragen leichte Fröste und können mit entsprechender Pflege auch in unseren Breiten mehrjährig angebaut werden.

Folgende Sorten eignen sich zum Beispiel für den mehrjährigen Anbau im Beet:

  • Echter Salbei (Salvia officinalis L.)
  • Zwerg Salbei (Salvia officinalis 'Nana')
  • Gelber Salbei (Salvia glutinosa L.)
  • Wiesen Salbei (Salvia pratensis L.)
  • Silberblatt Salbei (Salvia argentea L.)

Diese Salbeisorten sind zwar im Prinzip resistent gegen Kälte, doch besonders wenn du deinen Salbei im Topf gepflanzt hast, solltest du ihn im Herbst auf jeden Fall vor Frost schützen. Im Gegensatz zum Boden frieren Pflanzkübel viel leichter durch, was dann auch dem widerstandsfähigsten Salbei den Garaus machen. Am Besten stellst du deinen Topfsalbei also nach drinnen. Entweder an einen warmen hellen Ort - z.B. neben die Balkontür oder in den Wintergarten - oder an einen kühlen dunklen - z.B. in ein unbeheiztes Treppenhaus oder in einen Windfang neben der Eingangstür. Wenn du keinen solchen Ort zur Verfügung hast, kannst du auch versuchen den Salbei draußen zu überwintern. Dazu solltest du ihm allerdings ein warmes Winterkleid verpassen. Die Erde im Topf kannst du mit Laub oder Reisig bedecken um die Wurzeln ein Wenig zu schützen. Den Spross wickelst du am Besten in ein Gartenvlies ein, sodass er nicht direkt der eisigen Luft ausgesetzt ist. Stelle den Topf außerdem so nah wie möglich ans Haus oder in eine geschützte Ecke. Auch wenn du deinen Salbei im Beet belässt, solltest du ihm etwas zusätzlichen Schutz bieten. Gehe dazu genauso vor wie beim Topfsalbei: Viel Mulch für die Wurzeln und Vlies für den Spross.

Solche Bedingungen hält dein Salbei nur für kurze Zeit aus. Du solltest die Triebe im Winter mit Vlies vor Frost und Raureif schützen.

Salbei pflanzen: Standort

Die meisten Salbeisorten mögen es warm, sonnig und eher trocken. Wenn du das mediterrane Kraut in deine Kräuterspirale pflanzt freut es sich über einen Platz auf der Südseite und recht weit oben in der Spirale. Der Boden sollte locker und durchlässig sein. Er darf für den Salbei auch ruhig etwas sandiger und karger sein, da das Kraut sehr stickstoffhaltige Böden lieber meidet.

Am liebsten mag es der Salbei sonnig, trocken und nährstoffarm.

Mischkultur mit Salbei

Nicht nur beim Menschen hat Salbei eine heilende Wirkung. Auch vielen anderen Pflanzen verleiht er Widerstandskraft und ein stärkeres Aroma. Durch seine ätherischen Öle und ihren starken Duft, schreckt seine Nähe erfolgreich Schädlinge ab.

Gute Nachbarn

  • Salat
  • Möhren
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Kohlrabi
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Fenchel
  • Bohnenkraut

Schlechte Nachbarn

  • Basilikum
  • Gurken
  • Dill
  • Liebstöckel (Maggikraut)

Salbei vermehren

Stecklinge machen

Um Salbei zu vermehren, ist die einfachste Methode die Stecklingsvermehrung. Dazu suchst du dir einfach einen jungen Trieb, der gesund aussieht und noch nicht verholzt ist heraus und schneidest die Triebspitze auf eine Länge von ca. 6-10 cm ab. Die unteren Blattpaare entfernst du nun, sodass der Stängel ganz frei ist. Zwei oder drei Blattpaare solltest du am oberen Ende stehen lassen. Nun schneidest du den Stängel unter einem Knotenpunkt (Nodie), an dem gerade noch die Blätter angesetzt haben, mit einem scharfen Messer ab. Am Besten wählst du hierfür den tiefsten Knotenpunkt, sodass der Stängel so lang wie möglich bleibt. Auch die Blätter kannst du mit einer scharfen Schere um ca. die Hälfte kürzen. Blattmasse braucht Energie, die der Steckling jetzt erstmal in die Bildung von Wurzeln investieren soll. Außerdem verliert das Pflänzchen bei geringerer Blattoberfläche weniger Wasser durch Verdunstung.

Ein solcher Trieb eignet sich bestens um einen Steckling daraus zu machen.

So vorbereitet ist der Salbei bereit eingepflanzt zu werden. Du kannst ihn einfach in einen Topf mit Anzuchterde stecken, sodass mindestens 2-3 Nodien in der Erde sind. Die Blätter sollten jedoch nicht unter dem Erdniveau sein. Jetzt nur noch mit einer Sprühflasche ausgiebig wässern - und fertig. Wenn du deine Erfolgschancen maximieren willst, kannst du dem Steckling noch ein kleines Mini-Gewächshaus aus einem durchsichtigen Gefrierbeutel oder einer halbierten PET Flasche basteln. Bei hoher Luftfeuchtigkeit stehen die Chancen deutlich besser, dass er anwurzelt und zu einem neuen Salbei-Strauch wird. Die Abdeckung solltest du einmal am Tag lüften, wenn sie von innen beschlägt. Ansonsten solltest du die Erde immer schön feucht halten. Dann heißt es nur noch warten. Nach spätestens 4 Wochen hat dein Salbei-Steckling neue Wurzeln geschlagen und du kannst ihn nach draußen pflanzen.

Der richtige Zeitpunkt

Salbei kannst du im Prinzip den ganzen Sommer über vermehren. Von April bis September suchst du dir einfach unverholzte Triebe heraus, aus denen du Stecklinge machen willst. Wichtig ist auch, dass der Trieb den du verwendest gerade nicht blüht. Die Chancen nicht blühende Triebe zu finden stehen im Frühjahr von April bis Ende Mai am Besten.

Wenn deine Salbeipflanze gerade blüht, so wie dieser Wiesen-Salbei, ist nicht der richtige Zeitpunkt um Stecklinge zu nehmen. Das solltest du nur mit nicht blühenden Trieben machen.

Die richtige Pflege von Salbei

Im Frühjahr solltest du deinen Salbei zurückschneiden. Entferne dabei alle nicht verholzten Triebe und tote oder krank aussehende Zweige. So treibt dein Salbei bald wieder mit voller Kraft aus und kann vital und buschig wachsen. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist der März, wenn die schlimmsten Fröste vorbei sind. Da der Salbei eher kargen und sandigen Boden mag, musst du ihn eigentlich nicht düngen. Allerdings freut er sich nach dem Rückschnitt im Frühjahr über eine kleine Portion Brennesseljauche oder Komposttee, um seine Stickstoffvorräte wieder aufzufüllen. Außerdem mag das mediterrane Kraut keine feuchten Füße. Im Zweifel solltest du es lieber etwas zu wenig als zu viel gießen.

Salbei Krankheiten

Da Salbei viele ätherische Öle enthält ist er gegen die meisten Krankheiten sehr widerstandsfähig. Gelegentlich kann der Echte Mehltau ihn befallen. Sollte das passieren entfernst du am Besten alle befallenen Blätter und besprühst den Rest der Pflanze vorsorglich mit 1:8 verdünnter Milch.

Auch Spinnmilben können dem Salbei ab und an zum Verhängnis werden. Solltest du diese an deiner Salbeipflanze entdecken, kannst du sie mit Knoblauchtee einsprühen. Um Knoblauchtee herzustellen übergieße einfach kleingehackten Knoblauch mit kochendem Wasser und lasse das Ganze abkühlen.

Besonders in mediterranen Nudelgerichten machen sich frische oder eingefrorene Salbeiblätter sehr gut.

Salbei Ernten und Lagern

Salbei erntest du am besten am Vormittag, da dann die Konzentration an ätherischen Ölen in den Blättern am höchsten ist. Ernte am Besten ganze Triebspitzen. So förderst du ein buschigeres Wachstum und kannst bald wieder junge Blätter ernten.

Um den Salbei haltbar zu machen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist wohl den Salbei zu trocknen. Ohne Dörrautomat geht dabei jedoch sehr viel Aroma verloren und auch mit Dörrautomat schmecken die trockenen Blätter weit aus weniger intensiv. Wenn du das volle Aroma erhalten willst, lohnt es sich, den Salbei direkt nach der Ernte einzufrieren. Hierzu breitest du die Blätter zunächst auf einem Tablett aus, das du für ein paar Stunden in die Gefriertruhe stellst. So gefrieren die Blätter einzeln und werden nicht zu einem großen Klumpen. Wenn dann alle Blätter schön durchgefroren sind kannst du sie in einen Gefrierbeutel packen und für einige Wochen in der Gefriertruhe oder im Gefrierfach aufbewahren. Beim Kochen kannst du je nach Bedarf einzelne gefrorene Blätter direkt in den Topf geben.

Wir hoffen dir hat dieser Artikel gefallen und alle deine Fragen über Salbei wurden beantwortet. Solltest du doch noch welche haben, schreibe uns doch einfach eine E-Mail an magazin@alphabeet.org. Auch über Anregungen und Kritik freuen wir uns immer. Um keinen Artikel mehr zu verpassen, folge uns auf Instagram und Facebook oder melde dich direkt zu unserem Newsletter an.

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