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Annabell

Annabell (23) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Rucola gehört zu den einfachsten Kulturpflanzen überhaupt. Egal ob im Garten oder auf dem Balkon, die anspruchslose Rauke fühlt sich fast überall wohl. Mit ihrem nussig-scharfen Aroma bereichert die Salat- und Würzpflanze viele mediterrane Gerichte. Wie du die Salatrauke und ihre wilde Verwandte selbst anbauen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

  • Licht: sonnig bis halbschattig
  • Wasser: gleichmäßige Bodenfeuchte
  • Nährstoffbedarf: niedrig
  • Boden: locker und humos
  • Keimtemperatur: Salatrauke 10 - 20 °C, Wilde Rauke 14 - 20 °C
  • Saattiefe: 1 cm
  • Reihenabstand: 15 - 20 cm
  • Pflanzabstand: 10 cm (nur bei mehrjähriger Wilder Rauke)
  • Gute Nachbarn: Erdbeeren, Möhren, Salat, Sellerie, Zwiebeln und Ringelblumen
  • Schlechte Nachbarn: verwandte Arten wie Kohl, Radieschen, Rettich oder Senf

Allgemeines über Rucola

Rucola (Eruca sativa) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist ebenfalls unter den Namen Salatrauke oder Garten-Senfrauke bekannt. Im Gegensatz zu der verwandten Wilden Rauke ist die Salatrauke einjährig und muss stets neu ausgesät werden. Das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Kraut war schon bei den Römern als Salat- und Würzpflanze beliebt. Ihren charakteristischen, leicht scharfen Geschmack verdankt Rucola den enthaltenen Senföl-Glykosiden. Sie machen die Blätter scharf, stärken unser Immunsystem und wirken antibakteriell. Außerdem enthält Rucola reichlich Folsäure, Vitamin C und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Kalzium. Mit der Rauke bringst du also nicht nur Geschmack, sondern auch wichtige Nährstoffe in deine Salatmischung.

Was ist der Unterschied zwischen Rauke und Rucola?

Oft wird die Salatrauke (Eruca sativa) mit der Wilden Rauke (Diplotaxis tenuifolia) verwechselt. Beide stammen aus dem Mittelmeerraum und werden im Handel als Rucola angeboten. Es handelt sich hierbei jedoch um zwei verschiedene Arten: Die herkömmliche Salatrauke ist einjährig und deutlich milder im Geschmack als ihre wilde Verwandte. Die Wilde Rauke gehört ebenfalls zur Familie der Kreuzblütler, wächst jedoch mehrjährig und wird oft auch unter der Bezeichnung Stauden-Rucola angeboten. Sie findet deshalb gerne in Staudenbeeten ihren Platz. Die Wildform hat kleinere, stärker gezahnte Blätter. Außerdem bildet sie gelbe statt weiße Blüten aus. Sie ist inzwischen fast weltweit verbreitet und besiedelt als Pionierpflanze oft Wegränder. In der Pflege und den Standortansprüchen unterscheiden die beiden Arten sich kaum, im Folgenden wird deshalb oft der allgemeine Begriff 'Rucola' verwendet!

Die Wilde Rauke bildet kleinere Blattflächen und gelbe Blüten aus.

Rucola-Sorten

Salatrauke

Die Sorten der Salatrauke unterscheiden sich kaum. Bekannt ist z.B. 'Ruca', eine schnellwachsende Sorte mit nussigem Geschmack. Es gibt sie in einer spitzblättrigen und breitblättrigen Variation, je nach Vorliebe. Bei der Sorte 'Bologna' handelt es sich um eine Kreuzung zwischen Salat- und Wildrauke. Sie ist schnellwüchsig und überzeugt mit einem ausgewogenen, nussig-scharfen Aroma. 'Coltivata' ist eine breitblättrige und robuste Sorte, die wegen ihres guten Aromas in Italien sehr populär ist.

Wilde Rauke

Auch die kräftige Wilde Rauke hat mittlerweile ein paar Züchtungen zu bieten. 'Dragons Tongue' ist eine robuste Sorte aus England, bei der sich die Blattadern leicht rötlich verfärben. 'Venicia' ist eine schnellwachsende Sorte mit spätem Blütezeitpunkt. Sie kann besonders lange geerntet werden und liefert gute Erträge. Die Sorte 'Napoli' wächst schnell und bildet besonders breite Blätter aus, sie ist vermutlich eine Hybride aus Salat- und Wildrauke.

Standort und Boden

Rucola ist als Schwachzehrer relativ anspruchslos und wächst an sonnigen oder halbschattigen Plätzen im Beet oder auf dem Balkon. Am liebsten mag sie einen humusreichen Boden, der sandig oder lehmig sein darf. Falls du es nicht bereits weißt, findest du mit unserem einfachen Bodentest schnell heraus, was für einen Boden du im Garten hast. Rucola hat keine besonderen Nährstoffansprüche und gleicht daher eher den verwandten Radieschen, als den starkzehrenden Kohlgewächsen. Da die Salatrauke relativ flache Wurzeln ausbildet, ist genügend Feuchtigkeit jedoch unentbehrlich. Das Einarbeiten von Kompost vor der Aussaat erhöht die Wasserspeicherung des Bodens und sorgt gleichzeitig für ausreichend Nährstoffe während des gesamten Wachstums. Die Wilde Rauke ist durch ihre tiefe Pfahlwurzel weniger empfindlich gegenüber Trockenheit.

Die Keimblätter von Rucola sind charakteristisch für die Familie der Kreuzblütler. Bild von Karolina Grabowska auf Pixabay 

Rucola säen und pflanzen

Im Freiland kann Salatrauke von April bis September in Reihen mit 15 - 20 cm Abstand gesät werden. Das gleiche gilt für die Wilde Rauke, allerdings sollte hier spätestens im August gesät werden. Beim Pflanzen von Setzlingen sollte ein Abstand von 10 cm zwischen den Stauden eingehalten werden. Lockere den Boden vor der Aussaat ordentlich auf und arbeite etwas reifen Kompost oberflächlich in den Boden ein. Ziehe anschließend rund einen Zentimeter tiefe Furchen und verteile die Samen innerhalb der Reihe. Schließe die Reihen, klopfe die Erde leicht fest und gieße die Aussaat gleichmäßig an. Frühe Aussaaten im April sollten mit einem Vlies bedeckt werden, da Rucola erst ab einer Bodentemperatur von 10 °C (Salatrauke) bzw. 14 °C (Wilde Rauke) zuverlässig keimt. Bei einer optimalen Temperatur von 20 °C wachsen die Keimlinge zügig heran, sodass bereits nach sechs Wochen geerntet werden kann. Wer ein Gewächshaus oder Frühbeet zur Verfügung hat, kann bereits im März mit dem Säen beginnen. Alternativ dazu kannst du die ersten Samen auch in Töpfen auf der Fensterbank ausbringen. Da die Salatrauke relativ flache Wurzeln ausbildet, eignet sie sich super für den Anbau in Balkonkästen. Trotz der Pfahlwurzel lässt sich auch die Wilde Rauke sehr gut in Töpfen kultivieren.

Mischkultur und Fruchtfolge mit Rucola

Als Vertreter der Kreuzblütengewächse sollte Rucola nicht neben verwandte Arten wie Kohl, Radieschen, Rettich oder Senf gepflanzt werden. Säe und pflanze Rucola nur dort, wo zuvor keine anderen Kreuzblütler gewachsen sind. Bei Kreuzblütlern wird in der Regel eine Anbaupause von drei bis vier Jahren empfohlen. Die einjährige Salatrauke eignet sich durch ihre kurze Kulturdauer und den geringen Platzbedarf hervorragend als Lückenfüller. Gute Nachbarn sind beispielsweise Erdbeeren, Möhren, Salat, Sellerie, Zwiebeln und Ringelblumen.

Ringelblumen eignen sich gut als Pflanznachbarn für Rucola. Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay 

Rucola pflegen

Rucola gehört zu den pflegeleichten Kulturpflanzen im Garten. Achte vor allem auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte, da die Blätter bei anhaltender Trockenheit schnell zu scharf werden können. Durch regelmäßiges Hacken oder Mulchen hältst du dein Beet frei von unerwünschten Beikräutern. Zu dicht gesäte Reihen solltest du auf zwei bis drei Zentimeter Abstand zwischen den Keimlingen ausdünnen. Da die Salatrauke ein Schwachzehrer ist, musst du dich nicht um eine zusätzliche Düngung kümmern. Eine Kompostgabe bei der Beetvorbereitung reicht hier völlig aus. Bei der mehrjährigen Wilden Rauke genügt eine Kompostgabe im Frühjahr. Die Wilde Rauke ist sehr blühfreudig und treibt in diesem Zustand kaum neue Blätter. Durch das Abschneiden der Blütenstände kann die Pflanze jedoch bald wieder Blätter entwickeln. Bei der einjährigen Salatrauke lässt sich dieser Vorgang hingegen kaum aufhalten, da sie durch das Blühen ihren Entwicklungszyklus für dieses Jahr abschließt.

Krankheiten bei Rucola

Rucola ist relativ robust gegenüber Schädlingen und stellt meist keine größere Herausforderung dar. In trockenen Jahren können sich Erdflöhe an den Pflanzen zu schaffen machen. Sie knabbern an den Blättern und hinterlassen kleine, runde Löcher. Achte darauf, dass der Boden nicht austrocknet und wässere die Pflanzen von Zeit zu Zeit reichlich. Vermeide außerdem andere Kreuzblütler wie Kohlrabi, Kohl, Rettich oder Radieschen als direkte Nachbarpflanzen. Beim Anbau im Hochbeet sollte deine Rauke relativ sicher vor den Schädlingen sein. Im Gewächshaus kann es manchmal zu einem Befall mit dem Falschen Mehltau kommen. Achte deshalb darauf, vor allem im Sommer regelmäßig zu lüften.

Vermeide andere Kreuzblütler wie Rettich als Nachbarpflanzen, um Krankheiten vorzubeugen. Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Rucola ernten und verarbeiten

Die einjährigen Rucolapflanzen wachsen rasch heran und können bereits vier bis sechs Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Beginne mit der Ernte, wenn die Blätter ungefähr zehn Zentimeter lang sind. Für Salat werden in erster Linie die jungen Blätter geerntet. Mit der Zeit lagern die Blätter immer mehr Senföl-Glycoside ein, sie werden deutlich schärfer und sollten nur noch sparsam eingesetzt werden. Schneide deine Salatrauke etwa drei Zentimeter über dem Boden ab, so treibt die Pflanze bis zu drei Mal erneut aus. Sobald Rucola in die Blüte geht, werden die Blätter sehr scharf und eignen sich kaum mehr als Salatzutat. Du kannst sie allerdings trocknen, zerkleinern und für deine mediterrane Gewürzsammlung verwenden. Das Aroma harmoniert gut mit Pizza-, Pasta- oder Fleischgerichten. Am feinsten schmeckt Rucola natürlich frisch, in ein feuchtes Tuch geschlagen halten sich die Blätter jedoch zwei bis drei Tage im Kühlschrank. Frischer Rucola sollte nicht zu lange erhitzt werden, da sich so die aromatischen ätherischen Öle verflüchtigen. Garniere Pizza, Pasta und Fladenbrote deshalb erst nach dem Backen mit dem würzigen Grün. Wenn du einmal mehr erntest, als du verbrauchen kannst, bietet sich ein leckeres Rucola-Pesto an. Püriere dafür einfach die Blätter mit reichlich Olivenöl, Salz, Knoblauch, Pinien- oder Sonnenblumenkernen und Parmesan/Pecorino - je nach Geschmack. Rucola lässt sich auch einfrieren, allerdings leidet die Konsistenz darunter. Friere die Blätter also nur ein, wenn du sie später für Suppen, Smoothies oder Brotaufstriche pürieren willst.

Rucola eignet sich hervorragend zum Garnieren von Pizza und Pasta. Photo by David Nuescheler on Unsplash

Überwinterung und Vermehrung

Die Salatrauke lässt sich leicht über Samen vermehren. Die Pflanze wächst rasch zu buschigen Rosetten heran, bildet Blüten und schließlich Samen aus. Rucola kann sich sehr leicht selbst versamen. Das bedeutet, er sät sich von alleine wieder im Beet aus. Wenn dich das nicht stört, kannst du dir die Samengewinnung sparen und die Aussaat von der Pflanze erledigen lassen. Eigene Samen lassen sich hingegen auch sehr einfach gewinnen: Schneide dafür die vollständig ausgereiften, braunen Samenstände ab und trockne sie nochmals nach. Anschließend kannst du sie ausdreschen und die Samen bis zur Aussaat in der nächsten Saison dunkel, kühl und trocken lagern. Die mehrjährige Wilde Rauke kann über den Winter im Beet bleiben, sie ist winterhart. Im zeitigen Frühjahr werden die alten Blütenstände abgeschnitten. Die Stauden treiben bei günstigen Temperaturen schon früh im Jahr aus, sodass schon geerntet werden kann, bevor die ersten ausgesäten Keimlinge erntereif sind. Auch sie samt sich leicht im Beet aus, die Keimlinge können im frühen Stadium verpflanzt werden. Die Samengewinnung funktioniert ebenso wie bei der Salatrauke.


Ich hoffe, du hast nun richtig Lust bekommen, selbst Rucola anzubauen. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org. Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die alphabeet-App für Android oder iOS herunter.

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Titelbild von Filmbetrachter auf Pixabay 

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