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Rote Bete anpflanzen: So einfach geht's

25.11.2020 . Lesezeit: 14 Minuten

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Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Sie ist so vielseitig und gehört gleichzeitig zu den gesündesten Gemüsearten überhaupt: Die Rote Bete. Durch ihr zügiges Wachstum und die unkomplizierte Pflege eignet sie sich auch für Neulinge im Hobbygarten. In der Küche bereichert sie deinen Speiseplan bis spät in den Herbst hinein. Wie du Rote Bete ganz einfach selbst anbauen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

  • Lichtbedarf sonnig bis halbschattig
  • Nährstoffbedarf mittel
  • Wasserbedarf hoch
  • Boden locker, tiefgründig und leicht humos
  • Keimtemperatur 8 - 20 °C
  • Pflanztiefe 2 - 3 cm
  • Pflanzabstand 10 cm
  • Reihenabstand 25 cm

Pflanzenkunde

Die Rote Bete (Beta vulgaris) ist auch als Rote Rübe oder Rande bekannt. Sie gehört zur Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) und ist somit eng mit Spinat und Mangold verwandt. Alle drei stammen von der wilden Rübe ab, jedoch wurden sie als Kulturpflanzen auf unterschiedliche Merkmale gezüchtet. Während die Züchtungen bei Mangold und Spinat auf üppiges Blattwachstum abzielen, soll die Rote Rübe eine dicke Knolle ausbilden. Die wilde Rübe war ursprünglich blasser gefärbt. Die typische Farbe der modernen Roten Bete kommt von dem natürlichen Farbstoff Betanin. Dieser wurde im vergangenen Jahrhundert von Züchter*innen bewusst selektiert.

Rote Bete ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette mit lang gestielten Blättern und die kugelförmige Rübe aus. Die Rübe entsteht durch die Verdickung des Hypokotyls, dem untersten Teil des Sprosses zwischen Wurzeln und Keimblättern. Deshalb ragt während des Wachstums ein großer Teil der Rübe aus dem Boden. Im zweiten Jahr geht die Rote Bete in die generative Phase, sie entwickelt Samen. Aus der Rübe wächst dabei ein bis zu 1,5 m langer Stängel mit Blütenstand, aus dem dann die runzligen Samen hervorgehen. In unseren Klimaten muss die Rote Bete jedoch zur Samengewinnung über den Winter eingelagert und im Frühjahr wieder ausgepflanzt werden. Sie ist nur in mediterranen Gebieten winterhart. Wie du eigene Samen gewinnen kannst, erfährst du weiter unten.

In ihrem Speicherorgan, der Rübe, konzentriert die Pflanze alle wichtigen Mineralien und Inhaltsstoffe. Rote Bete ist deshalb sehr reich an Vitamin B, Kalium, Folsäure und Eisen. Außerdem soll sie blutbildend wirken.

Rote Bete und Mangold stammen aus derselben Pflanzenfamilie.

Sorten

Die Rote Bete stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, mittlerweile ist sie jedoch als beliebte Kulturpflanze weit verbreitet. Neben der klassischen purpurroten Farbe gibt es auch Züchtungen, die weißes, gelbes oder rot-weiß geringeltes Fruchtfleisch haben. Generell sind dunkle Sorten erdiger im Geschmack.

  • "Rote Kugel" ist eine wüchsige Sorte mit kräftigem Laub. Die Rüben sind rund und glattschalig mit gut durchgefärbtem, dunkelrotem Fleisch. Sie ist besonders lagerfähig.
  • "Tondo di Chioggia" ist eine italienische Spezialität mit langer Tradition. Eine raschwüchsige, ertragreiche Sorte, die sich gut lagern lässt. Charakteristisch ist die leuchtend hellrote Farbe mit weißen Ringen im Inneren. Sie ist besonders zart und hat einen süßen, weniger erdigen Geschmack als normale Rote Bete.
  • "Boldor" ist eine Sorte mit orange-gelbem Fruchtfleisch. Sie schmeckt deutlich milder und süßer als die rotfleischigen Sorten. Die gelben Rüben "bluten" nicht, das erleichtert die Zubereitung.

Die Sorte "Tondo di Chioggia" ist im Inneren rot-weiß geringelt.

Standort

  • Lichtbedarf sonnig bis halbschattig
  • Nährstoffbedarf mittel
  • Wasserbedarf hoch
  • Boden locker, tiefgründig und leicht humos
  • Keimtemperatur 8 - 20 °C
  • Pflanztiefe 2 - 3 cm
  • Pflanzabstand 10 cm
  • Reihenabstand 25 cm

Mischkultur & Fruchtfolge

Gute Nachbarn

Rote Bete eignet sich im Gemüsegarten sehr gut als Mischkulturpartner. Die Liste der guten Pflanznachbarn ist lang. Allgemein verträgt sich die Rote Rübe gut mit allen Kohlsorten, z.B. Grünkohl, Kohlrabi oder Brokkoli. Außerdem wächst sie gut in Kombination mit Bohnen, Salat und Kürbisgewächsen (z.B. Gurke, Zucchini). Weitere gute Pflanznachbarn sind: Pastinake, Zwiebeln, Knoblauch, Frühlingszwiebel, Pak Choi, Wurzelpetersilie, Bohnenkraut, Ringelblume, Dill, Kümmel, Oregano und Sonnenblumen.

Schlechte Nachbarn

Aufpassen solltest du allerdings bei der Mischkultur mit anderen Gänsefußgewächsen! Kombiniere Rote Bete nie mit Spinat oder Mangold, sie sind zu nah verwandt. Weitere schlechte Nachbarn sind: Möhren, Lauch, Kartoffel, Aubergine, Mais, Liebstöckel, Petersilie, Schnittlauch und Süßkartoffeln.

Fruchtwechsel

Achte bei der Planung deines Fruchtwechsels unbedingt darauf, dass du eine Anbaupause von 4 Jahren zu anderen Gänsefußgewächsen einhältst. Baust du mehrere Jahre in Folge Gemüse derselben Familie am selben Platz an, können sich spezifische Erreger einnisten. Ein abwechslungsreicher Fruchtwechsel hält deinen Garten hingegen gesund. Wie du diesen erfolgreich planen kannst, erfährst du in unserem Artikel zum Thema Fruchtfolge und Fruchtwechsel.

Die Rote Rübe wächst im Beet gut neben allerlei Kohlsorten.

Aussaat

Vorziehen

Rote Bete ist einfach zu ziehen. Du kannst sie entweder in Töpfen oder direkt ins Freiland aussäen. Mit der Anzucht im Haus kannst du bereits im März beginnen. Die Setzlinge werden dann ab April ins Beet gepflanzt. Wenn noch starke Fröste drohen, solltest du die kleinen Pflanzen zusätzlich mit Vlies schützen. Durch das Vorziehen kannst du bereits früher mit der Ernte beginnen.

Rote Bete wächst am kräftigsten, wenn sie nicht verpflanzt wird, da sie relativ empfindliche Wurzeln hat. Ein Umzug schwächt die Pflanzen meist sehr und kostet einige das Leben. Falls du sie doch verpflanzen willst, wähle dafür einen möglichst feuchten, bedeckten Tag aus. Um dir die Entscheidung etwas zu erleichtern, haben wir hier die Vor- und Nachteile von Vorkultur und Direktsaat für dich zusammengetragen.

Direktsaat

Von April bis Juni kannst du Rote Bete direkt ins Beet säen. Die Keimdauer beträgt ca. 2 Wochen. Die Direktsaat ist sehr unkompliziert, da sich die großen Samenkörner gut dosieren lassen. Lege dafür in einer Reihe alle 10 cm jeweils zwei Samen und lasse später nur die stärkere Pflanze wachsen. So musst du die Jungpflanzen nicht vereinzeln. Achte außerdem auf einen Reihenabstand von 25 cm. Bei zu dichter Aussaat kannst du nach und nach einzelne Rüben herausziehen und verwerten. Die übrigen Pflanzen können sich so besser ausbreiten und große Kugeln bilden. Späte Aussaaten von Mai bis Juni bringen besonders feine Rüben und Vorräte für den Winter.

Pflegen & Düngen

Generell ist Rote Bete relativ anspruchslos und leicht zu pflegen. Am Anfang solltest du hin und wieder jäten, damit die zarten Jungpflanzen nicht von Wildkräutern verdrängt werden. Mit der Zeit bildet die Rote Bete jedoch eine üppige Blattrosette, die den Boden beschattet und ihn so weitestgehend unkrautfrei hält. Um schöne große Kugeln auszubilden, braucht sie stets genügend Feuchtigkeit. Bei Wassermangel stellt sie ihr Wachstum sonst weitestgehend ein. Achte also darauf, dass der Boden nie austrocknet. Mulchen hilft dabei die Bodenfeuchte zu erhalten, die die Rüben benötigen. Damit keine Staunässe entsteht sollte der Boden außerdem gut gelockert sein. Staunässe kann sonst dazu führen, dass die Wurzeln "ersticken" und zu faulen beginnen. Dieses Phänomen tritt vor allem bei schweren Böden auf. Um herauszufinden was für einen Boden du hast, mache diesen einfachen Bodentest.

Die Rote Rübe ist ein Mittelzehrer. In einem einigermaßen nährstoffreichen Boden ist eine zusätzliche Düngung nicht nötig. Wer will, kann das Beet im Herbst mit Kompost und Mulchabdeckung versorgen. Alternativ sorgt eine Gründüngung im Vorherbst für eine gute Bodenstruktur und genügend Nährstoffe für das Wachstum der Roten Rübe. Bei sehr nährstoffarmen Böden kann im Laufe der Vegetationsperiode einmalig mit Pflanzenjauche nachgedüngt werden. Hier solltest du keinen zu stickstoffhaltigen Dünger verwenden, da es sonst zu übermäßigen Nitrateinlagerungen in der Rübe kommen kann. Rote Bete solltest du eher kaliumbetont düngen, das unterstützt ein gesundes Wurzelwachstum. Beinwell eignet sich beispielsweise sehr gut zur Herstellung einer kaliumhaltigen Pflanzenjauche. Hier erfährst du, wie du Pflanzenjauche selbst herstellen kannst. Ersetze in der Anleitung einfach Brennnesseln durch Beinwellblätter.

Aus Beinwell kannst du kaliumhaltige Pflanzenjauche zum Düngen herstellen.

Krankheiten & Schädlinge

Eckige Blattfleckenkrankheit: Zunächst sind auf den Blättern glasige, eckige Flecken erkennbar. Mit der Zeit verfärben sie sich braun, der Rand wird hell.

Rotfleckenkrankheit: Mehrere rötliche Flecken breiten sich auf den Blättern aus, meist sind oder werden die befallenen Blatteile gelb.

Schwarzfleckenkrankheit: Kleine schwarz-braune Flecken breiten sich sternförmig auf den Blättern aus, die Blätter verfärben sich gelblich und fallen ab.

Rote Bete ist relativ robust. Meist sind die Flecken auf den Blättern unbedenklich und können durchaus toleriert werden. Bei starken Verfärbungen solltest du die kranken Pflanzenteile jedoch entfernen. Helfen kann außerdem das Sprühen von Schachtelhalmtee an mehreren aufeinander folgenden Tagen.

Falscher Mehltau: Falscher Mehltau verbreitet sich bei feucht-kalter Witterung. Auf der Blattoberseite sind gelblich-braune Flecken sichtbar, auf der Blattunterseite weißliches Pilzmyzel. Auch hier solltest du befallene Pflanzenteile entfernen. Helfen kann das Sprühen mit Knoblauch-, Zwiebel- und Schachtelhalmtee. Alternativ kannst du auch verdünnte Milch, verdünnten Essig oder Niemöl (ein biologisches Pflanzenschutzmittel, das aus dem Niembaum gewonnen wird) verwenden. Das Stäuben von Gesteinsmehl soll ebenfalls helfen.

Rübenfliege: Ab Ende April, sowie im Juli/August finden sich Eier auf der Unterseite von meist voll entwickelten Blättern. Nach dem Schlüpfen der Larven werden ihre Fraßgänge auf den Blättern sichtbar. Die Fräßgänge können mit der Zeit aufplatzen und beschädigen die Blätter zusätzlich. Nach 2-3 Wochen verpuppen sich die Larven im Boden. Hier kann das Sprühen mit Niemöl ebenfalls helfen.

Spinat und Rote Bete sind eng verwandt, sie sollten im Beet nicht nebeneinander wachsen.

Ernten & Lagern

Die Erntezeit von Rote Bete erstreckt sich von Juli bis kurz vor den ersten Frösten im Oktober/November. Nach 3-4 Monaten sind die ersten Rüben erntereif, sie können aber auch länger im Boden bleiben. Kleinere Rüben schmecken feiner, du kannst sie also nach Bedarf auch schon früher ernten. Es bietet sich hier an, im Laufe des Sommers immer wieder einzelne Pflanzen zu ernten und ein paar bis zu den ersten Frösten wachsen zu lassen. Diese kannst du dann einlagern und über den Winter verbrauchen. Entferne bei der Ernte die Blätter mit einer leichten Drehbewegung. Sie lassen sich leicht ablösen und das Herz der Rübe bleibt unbeschadet. Wird die Rübe hingegen verletzt, tritt der tiefrote Saft aus, sie "verblutet". Nur unverletzte Rote Bete sollte eingelagert werden. Durch offene Stellen können sonst Krankheitserreger in die Rübe eindringen, die zu Fäulnis führen. Die Wintervorräte werden dann in einer Holzkiste in feuchten Sand geschichtet, so bleiben die Rüben schön frisch. Die Kiste solltest du dann an einen kühlen, nicht zu trockenen Ort stellen. Ein unbeheizter Keller eignet sich dafür sehr gut.

Verarbeiten

Rote Bete lässt sich vielfältig verwerten. Als Rohkostsalat wird sie gerne mit Apfel kombiniert. Aber auch in einer Tomatensuppe macht sich die Rote Rübe sehr gut! Der erdige Geschmack ergänzt sich super mit der frischen Süße der Tomate. Dunkelrote Sorten verleihen der Suppe außerdem eine unvergleichlich kräftige Farbe. Mit Meerrettich ergibt die Rote Bete einen herrlich würzigen Brotaufstrich. Bei der Verarbeitung von Roter Bete kannst du mit verschiedenen Geschmäckern experimentieren. Dadurch entstehen immer wieder unerwartete Kombinationen, die in jedem Fall super lecker und gesund sind!

Tipp: Ein Hauch von Essig oder Zitronensaft im Kochwasser intensiviert das Aroma. Das Abschrecken mit kaltem Wasser direkt nach dem Kochen erleichtert außerdem das Schälen.

Was viele nicht wissen: Die Blätter sind ebenfalls essbar. Du kannst sie ähnlich wie Spinat kochen oder die jungen Blätter als Babyleaf-Salat verwenden. Sie schmecken mild-nussig und sind schön knackig. Wenn du große Mengen davon hast, kannst du sie auch zu Pesto verarbeiten. Mische dafür einfach die zerkleinerten Blätter mit gerösteten Pinienkernen, Parmesan, Knoblauch, Olivenöl und ein wenig Zitronensaft. Pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken, fertig!

Du kannst die kompakten Rüben aber auch durch Fermentation oder andere Methoden haltbar machen. Rote Bete lässt sich beispielsweise sehr gut in Essig einlegen. Klein geschnitten und gekocht kannst du sie auch portionsweise einfrieren.

Die Blätter von Roter Bete schmecken mild-nussig.

Samen gewinnen

Rote Bete kann sich nicht selbst befruchten, sie wird hauptsächlich durch den Wind bestäubt. Bei gleichzeitiger Blüte können sich also verschiedene Vertreter der Chenopodiaceae untereinander kreuzen. Wer Saatgut von einer bestimmten Sorte gewinnen will, sollte ausschließlich diese Sorte zum Blühen bringen. Die anderen Blütenstände kannst du dann entweder abschneiden oder durch den Anbau unter Vlies die Windbestäubung verhindern.

Und so geht's: Im Herbst vor den ersten Frösten wählst du die kräftigsten und gesündesten Pflanzen aus. Entferne die Blätter 2-3 cm über der Rübe. Pflanze die Samenträger in Holzkisten mit einer Mischung aus Erde und Hobelspänen. Halte die Kisten über den Winter feucht, aber nicht zu nass und lagere sie in einem frostfreien Keller. Bei Temperaturen unter -5 °C bekämen die Rüben sonst feine Risse, die sie anfällig für Fäulnis machen.

Ab Mitte März kannst du die überwinterten Rüben dann mit einem Abstand von 50x50 cm auspflanzen. Dabei wird die Rübe vollständig mit Erde bedeckt und gut angegossen. Es kann sinnvoll sein die Blütenstände mit einem Bambusstab o.ä. zu stützen, denn sie werden bis zu 1,5 m hoch. Die Blüten verströmen einen herrlich süßlichen Duft. Mit der Samenernte kannst du meist ab Ende August beginnen, sobald etwa 2/3 der Samen braun gefärbt sind. Streife die Samen dabei einfach vorsichtig mit den Fingern ab und fange sie mit einer Schüssel auf. In den nächsten vier Wochen kannst du diesen Vorgang wiederholen, bis alle Samen reif sind. Die Samen nach der Ernte nochmals trocknen, in eine Papiertüte füllen und mit Sorte und Jahr beschriften. Bei kühler, trockener Lagerung ist das Saatgut mindestens vier Jahre haltbar.

Große Rüben haben einen größeren Nährstoffspeicher und eignen sich deshalb besser als Samenträger.

Die Rote Bete ist ein echter Gesundmacher und sollte in keinem Gemüsegarten fehlen. Ich hoffe du hast nun alles was du brauchst, um sie selbst anzubauen. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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