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Isabell

Isabell (24) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Rhabarber ist eine mehrjährige Staude, die im Frühling geerntet wird und bei vielen sehr beliebt ist. Vor allem in Kuchen oder Kompott findet seine fruchtige Säure reichlich Anklang. Wie du deine Rhabarber-Pflanze glücklich machst und mit einer reichen Ernte beschenkt wirst, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

  • Lichtbedarf: mittel bis hoch
  • Nährstoffbedarf: hoch
  • Wasserbedarf: gleichmäßig feucht
  • Boden: nährstoff- und humusreich
  • Keimtemperatur: 12 - 15 °C
  • Pflanzzeit: Herbst (September/Oktober) oder Frühjahr (März)
  • Aussaat: Ende Februar bis Anfang April auf der Fensterbank/im Gewächshaus
  • Pflanztiefe: 1 cm
  • Vermehrung: normalerweise durch Teilen im Oktober

Herkunft der Rhabarber-Pflanze

Rhabarber (Rheum barbarum) stammt ursprünglich aus Asien, von wo er über den Kaukasus bis nach Europa gelangte. Den Namen erhielt das Knöterichgewächs von den Römern, welche den Rhabarber vor allen in Russland, welches sie als Land der Barbaren bezeichneten, vorfanden. Für sie hatten die großen, sauren Stängel der Staude keinen Nutzen, weshalb sie die Pflanze verächtlich "Barbarenwurzel" nannten. Später erkannten jedoch auch die Römer, dass sich Rhabarber mit Zucker gekocht, hervorragend für Süßspeisen oder Nachtische eignet. Roh sollte er aufgrund des relativ hohen Oxalsäuregehalts nicht verspeist werden, da es sonst zu Nierenschädigungen kommen kann.

Rhabarber Standort

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dem Rhabarber um eine mehrjährige Pflanze. Einmal eingepflanzt kann der Stock ungefähr 10 Jahre an einem Ort bleiben. Dort wächst die Pflanze von Jahr zu Jahr und liefert, wenn es ihr gut gefällt, jährlich steigende Ernten. Die Urpflanze des Rhabarbers kam natürlicherweise in feuchten und nährstoffreichen Auenböden vor. Daher sollte die Staude im Garten einen möglichst humusreichen und gut gedüngten Platz erhalten. Auch gleichbleibende Feuchtigkeit ist für den Rhabarber wichtig. Allerdings gedeiht er auch auf leicht austrocknenden Sandböden sehr gut. Sowohl mit der vollen Sonne, als auch mit Halbschatten kommt die Pflanze gut zurecht. Jedoch sollten zu schattige Standorte vermieden werden, da die Stiele hier nur sehr dünn werden.

Rhabarber säen oder pflanzen?

Du kannst Rhabarber aussäen oder direkt eine kleine Rhabarberstaude pflanzen. Normalerweise wird vor allem letzteres gemacht. Diese kleine Staude entsteht durch Teilung einer großen Pflanze, worüber du unter dem Punkt "Vermehrung" noch mehr erfährst. Pflanze die Staude am besten entweder im Herbst (September/Oktober) oder zeitigen Frühjahr (März) aus. Mindestens einen Quadratmeter solltest du für die spätere Staude einplanen. Grabe den Boden tiefgründig um und arbeite, falls du einen sandigen Boden besitzt, etwas Humus ein, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Weiterhin solltest du noch organisch Düngen, zum Beispiel indem du reifen Kompost oder Hornspäne (max. 3 Handvoll) ins Pflanzloch gibst. Drücke die Pflanze zum Schluss etwas an und verteile etwas (Rinden-)Mulch um die junge Pflanze.

Für die Aussaat solltest du einen geschützten Ort wie ein Gewächshaus oder die Fensterbank wählen, denn bei Schnecken sind die jungen Pflänzchen sehr beliebt. Zwischen Ende Februar und Anfang April kann der Rhabarber ausgesät werden. Um die Keimfähigkeit zu erhöhen kannst du die Samen vorsichtig mit Schmirgelpapier anrauen und 6 bis 12 Stunden in lauwarmen Wasser oder Kamillentee einweichen lassen. Wähle keine zu kleinen Anzuchttöpfe, denn die Jungpflanzen wollen relativ früh kräftige Wurzeln ausbilden. Damit die Samen keimen, sind Temperaturen zwischen 12 °C und 15 °C nötig. Nach 6 bis 10 Tagen sollte die Keimung erfolgen. Sobald der Platz im Topf zu knapp wird, solltest du die Jungpflanzen auspflanzen.

Im Frühjahr beginnt der junge Rhabarber wieder auszutreiben. Bild von Myshanah auf Pixabay .

Rhabarber pflegen und düngen

Oft vergisst man es, doch auch Rhabarber benötigt viele Nährstoffe für seine Hauptwachstums- und Erntephase von Mai bis Juni. Dünge die Pflanze daher am besten jedes Jahr bereits im März, indem du Hornspäne oder reifen Kompost in die oberen Bodenschichten um die Pflanze einarbeitest. Auch nach der Ernte im Juni hast du die Möglichkeit den Rhabarber noch einmal zu düngen. Achte vor allem bei trockener Witterung auf eine gleichmäßige Wasserversorgung durch das Gießen. Weiterhin kannst du die entstehenden Blütentriebe herausbrechen, wenn du keine Samen gewinnen möchtest. Dadurch verhinderst du, dass das vegetative Wachstum geschwächt wird. Tipp: Die Blütenstände sind essbar, schmecken leicht säuerlich und lassen sich wie Brokkoli kochen oder dünsten. Ab Oktober werden die Blätter der Staude gelb und die Pflanze beginnt sich zurückzuziehen. Rhabarber ist sehr winterhart, weshalb du ihn nicht zusätzlich vor der Kälte schützen musst.

Auch die Rhabarber-Blüte ist essbar. Bild von weteran20a auf Pixabay.

Mischkultur und Anbaupause

Rhabarber solltest du nicht direkt neben anderen Pflanzen kultivieren, da er mit der Zeit viel Platz in Anspruch nehmen kann. Nach ca. 10 Jahren solltest du deinen Rhabarber ausgraben, teilen und an einen anderen Ort setzen, um dem Boden eine Anbaupause zu gönnen. Im Sinne des Fruchtwechsels solltest du am ursprünglichen Ort 5 Jahre lang keinen Rhabarber mehr anbauen.

Rhabarber ernten

Rhabarber solltest du frühestens ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung/Aussaat ernten. Vorher ist es besonders wichtig, dass die junge Pflanze ausreichend wachsen und sich ungestört entwickeln kann. Je nach Region kannst du von Anfang bis Mitte Mai mit der Ernte beginnen. Hierfür verzichtest du am besten auf ein Messer und drehst die Stiele am Ansatz mit etwas Druck von der Staude heraus. Durch Schneiden sterben die restlichen Stiele ab und es kann zu Fäulnis am Wurzelstock kommen. Die Erntesaison von Rhabarber geht traditionell bis zum 21. Juni. Danach sollte Rhabarber nicht mehr gegessen werden, da der Oxalsäure-Gehalt der Stängel sonst zu hoch ist. Bis dahin solltest du nur allerhöchstens die Hälfte der Staude geerntet haben, um die Pflanze nicht zu sehr zu schwächen. Die übrigen Blätter benötigt der Rhabarber, um ausreichend Photosynthese betreiben zu können. Dabei werden wichtige Zucker hergestellt, welche über den Winter in der Wurzel gespeichert bleiben. Nur wenn genügend Zucker gebildet wurden, kann der Rhabarber im nächsten Frühjahr wieder kräftig austreiben.

Schneide den Rhabarber nicht vom Stock, sondern drehe die Stiele lieber heraus. Bild von planet_fox auf Pixabay.

Rhabarber vermehren und Samen gewinnen

Mochtest du den Rhabarber vermehren, kannst du das bei einem älteren Wurzelstock tun. Hierfür wird dieser nach ca. 6-8 Jahren am besten im Oktober seitlich etwas freigelegt und mittels eines scharfen Spatens zerteilt. Achte darauf, ein ca. faustgroßes Stück mit mindestens 2 Blattansätzen vom restlichen Rhizom abzutrennen. Diesen Ableger kannst du an einer neuen Stelle direkt wieder einsetzen. Weiterhin kannst du Samen aus den Blütenständen deiner Rhabarber-Pflanzen gewinnen. Lasse die Samen dafür am Blütenstand bis in den Spätsommer ausreifen und ernte die Samen. Gehe anschließend wie beim Punkt "säen oder pflanzen" vor.

Krankheiten und Schädlinge von Rhabarber

Die Staude ist sehr robust und wird lediglich in sehr feuchten Jahren von Blattfleckenpilzen befallen. Hierbei zeichnet sich auf den Blättern im späteren Verlauf ein braunes Zentrum mit gelben oder rotem Rand ab. Die Blätter sollten großzügig entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost!). In seltenen Fällen kann es zu Mosaik-Virus-Erkrankungen an den Blättern kommen, wobei die Blätter bräunlich einfärben und sich leicht wölben. Auch gelbliche, mosaikartige Verfärbungen vor allem im Frühjahr sind typische Symptome. In diesem Fall sollte die komplette Pflanze samt Wurzelstock vernichtet werden, um weitere Übertragungen, durch Blattläuse oder Teilung zu verhindern. Gegen das Virus helfen nur vorbeugende Maßnahmen wie der Kauf von zertifiziertem Saatgut und regelmäßiger Blattlauskontrolle.

Rhabarber verarbeiten: Rhabarberkuchen

Klassisch findet Rhabarber im Kuchen Verwendung. Hier haben wir dir ein sehr leckeres Rezept für einen Kuchen herausgesucht:

Über Nacht vorbereiten:

  • ca. 1,5 kg Rhabarber

Schälen, schneiden und einzuckern, über Nacht ziehen und am nächsten Morgen abtropfen lassen.

Für den Teig:

  • 250 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 75 g Zucker
  • 50 g Butter
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1 Ei
  • etwas kaltes Wasser (alternativ auch das Abtropfwasser, dann aber weniger Zucker verwenden)

Alle Zutaten verkneten bis ein fester, mürbeartiger Teig entsteht. Diesen ausbreiten und in eine gefettete Springform legen, sodass er am Rand regelmäßig übersteht. Den Backofen auf 200 °C (Ober-Unterhitze) vorheizen.

Belag:

  • 3 Eigelb (Eiweiß für die Meringen-Masse übrig lassen)
  • 120 g Zucker
  • 1 TL Vanillezucker
  • 250 g Sauerrahm/Schmand
  • 3 gestrichene EL Speisestärke

Alle Zutaten verrühren und anschließend den Rhabarber unterheben. Die Masse auf den Teig in der Springform geben und für 50 min bei 200 °C backen.

Meringenmasse:

  • 3 Eiweiß (steif schlagen)
  • 100 g Zucker

Den Zucker langsam mit dem steifgeschlagenen Eiweiß verrühren. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und die Temperatur auf 160 °C reduzieren. Die Ei-Masse gleichmäßig auf dem Belag verteilen und für weitere 10 min backen.

Veganer Rhabarberkuchen

Trockene Zutaten:

  • 300 g Mehl
  • 250 g Zucker
  • 3 gestr. EL Backpulver
  • 1 Pck. Vanillepuddingpulver
  • 2 Tüten Vanillezucker
  • 1/2 TL Salz

Feuchte Zutaten:

  • 150 Margarine
  • 150 ml pflanzliche Sahne

Rhabarber in kleine Stücke schneiden (ca. 1 cm). Ofen auf 200 °C (Ober-Unterhitze) vorheizen. Trockene Zutaten in einer Schüssel vermischen, danach feuchte Zutaten hinzugeben und mit einem Handrührer vermengen. In eine gefettete Springform geben und die Rhabarberstücke auf dem Teig verteilen und etwas eindrücken (sie sinken später tiefer ein). Im Ofen für ca. 60 Minuten backen. Wird er oben zu dunkel am Schluss mit Alufolie zudecken. Den Kuchen auskühlen lassen und je nach Lust und Laune mit Puderzucker bestreuen.

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Ich hoffe, dass ich deine Lust am Rhabarber anbauen geweckt habe. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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Titelbild von Karolina Grabowska auf Pixabay 

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