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Was ist der Unterschied zwischen Obst und Gemüse?

06.08.2019 . Lesezeit: 3 Minuten

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Jonas

Jonas (22) hat Agrarbiologie studiert. Seine Leidenschaft für Pflanzen und das Gärtnern entdeckte er durch ein Praktikum bei einer Permakultur NGO. Seitdem gärtnert er auf seinem Balkon und in Gemeinschaftsgärten.

Jeder kennt ihn, den Schlaumeier, der solche Sachen sagt wie: “Die Erdbeere ist eigentlich gar keine Beere sondern eine Sammelnussfrucht!” oder “Also technisch gesehen sind Paprika gar kein Gemüse sondern Obst!”. Die meisten Leute denken sich wahrscheinlich “Was für ein Klugscheißer” - für die ist dieser Artikel nichts. Aber wenn ihr so seid wie ich und alles über die Welt der Botanik wissen wollt, dann seid ihr hier genau richtig! Denn heute will ich euch in das Schlaumeier-Geheimwissen über die Unterschiede zwischen Früchten, Obst und Gemüse einweihen.

Es gibt verschiedene Definitionen von Obst und Gemüse, die teilweise widersprüchlich sind. In diesem Post, soll es um die botanischen Definitionen gehen. Denn wir finden Wissenschaft und Pflanzen super. Und weil Botanik die Wissenschaft der Pflanzen ist, wollen wir uns anschauen, was die Botanik zum Thema Obst und Gemüse so zu sagen hat.

Ein grundlegender Unterschied: Frucht vs. Gemüse

Eine Frucht ist eine Blüte im Zustand der Samenreife. Es handelt sich also um die geschlechtlichen Fortpflanzungsorgane einer Pflanze. Wenn die Samen im Inneren in der Lage sind wieder neu auszukeimen und eine neue Pflanze zu bilden, ist die Frucht im botanischen Sinne reif.
Gemüse hingegen sind all jene Pflanzenteile, die roh oder gekocht vom Menschen verzehrt werden, die der Pflanze jedoch nicht zur geschlechtlichen Fortpflanzung dienen. Das können Blätter wie beim Spinat, Stängel wie beim Stangensellerie, Wurzeln wie bei der Karotte oder Sprossknollen wie beim Kohlrabi sein.

Ein kleiner aber feiner Unterschied: Frucht vs. Obst

Innherhalb der Früchte gibt es wiederum viele verschieden Unterteilungen. Die gängigste Unterteilung klassifiziert alle Früchte, die frisch verzehrt werden können und einen süßlichen Geschmack haben als Obst. Alles was erst zubereitet werden muss ist eine Frucht bzw. ein Fruchtgemüse. Hier wird die Definition teilweise schwammig. Die Paprika ist hier wohl das beste Beispiel. Sie ist roh essbar und schmeckt auch leicht süßlich. Meistens wird sie jedoch gekocht in herzhaften Gerichten oder roh in Salaten verwendet.

Verschiedene Fruchttypen

Wenn die Fruchthülle im weitesten Sinne fleischig oder saftig ist, es also ein Fruchtfleisch gibt, sprechen Botaniker von einer Beere. Eine solche “botanische Beere” ist zum Beispiel die Johannisbeere oder die Paprika. Ist der innere Teil der Fruchthülle - das sogenannte “Endokarp” - verholzt, handelt es sich um eine Steinfrucht. Klassische Steinfrüchte sind zum Beispiel die Kirsche, der Pfirsich oder auch die Pflaume. Ist die gesamte Fruchthülle verholzt spricht man in der Botanik von einer Nuss, wie zum Beispiel bei der Haselnuss. Von Sammelfrüchten spricht man, wenn mehrere kleine Einzelfrüchte zu einer großen Frucht zusammengewachsen sind. Die Himbeere ist zum Beispiel eine Sammelsteinfrucht.

Die Botanik ist wie eine eigene Sprache, mit ihren ganz eigenen Vokabeln. Ich hoffe einige davon konnte ich dir in diesem Text näher bringen und du hast jetzt wieder ein paar Fun Facts und Schlaumeiereien für das nächste Gartenzaungespräch mit deinem Nachbarn auf Lager! Und mal ganz ehrlich: Eigentlich sind diese ganzen Definitionen eher nebensächlich - Hauptsache die Pflanzen wachsen und die Ernte schmeckt. Denn meistens reicht das intuitive Verständnis, dass wir von Obst und Gemüse haben völlig aus: Wird es herzhaft verzehrt ist es Gemüse, ist es eher süß ist es Obst.

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