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Mulch: Was ist das?

14.06.2019 . Lesezeit: 5 Minuten

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Jonas

Jonas (22) hat Agrarbiologie studiert. Seine Leidenschaft für Pflanzen und das Gärtnern entdeckte er durch ein Praktikum bei einer Permakultur NGO. Seitdem gärtnert er auf seinem Balkon und in Gemeinschaftsgärten.

Mulch. Diesen Begriff hast du bestimmt schon oft gehört, wenn du dich nicht erst seit gestern mit dem Thema Garten beschäftigst. Auch wir haben in früheren Blogartikeln schon über Mulch gesprochen, sind dabei aber nie näher darauf eingeganen, was das eigentlich ist. Deshalb fassen wir hier jetzt die wichtigsten Fakten zum Thema zusammen.

Was bedeutet Mulch überhaupt?

Als Mulch bezeichnet man eine Schicht, mit der ein Beet abgedeckt wird. Diese Schicht kann aus organischem Material wie Heu, Stroh, Laub oder Holzchips bestehen, aber auch aus Kunststoff. Dieser Folien- oder Gewebemulch findet jedoch hauptsächlich im kommerziellen Gemüsebau Verwendung.

Als nächstes ist es wichtig zu verstehen, welche Funktionen Mulch im Garten übernimmt. Da wäre zum einen der Schutz des Bodens. Zwischen den Reihen oder zwischen Einzelpflanzen mit großem Abstand liegt der Boden oft brach und ist somit anfällig für Erosion. Durch eine Mulchschicht ist der Boden geschützt, wenn es stark regnet. Verwendest du organischen Mulch, stellst du gleichzeitig den “Futternachschub” für die Bodenorganismen sicher, die den Mulch nach und nach in Humus umwandeln und somit die Bodenqualität verbessern.

Bodenorganismen sind außerdem lichtempfindlich und freuen sich über das dunkle und feuchte Millieu, das durch Mulch an der Bodenoberfläche geschaffen wird. Wo wir gerade von Feuchtigkeit sprechen, sind wir auch schon beim nächsten Plus für den Mulch: Wenn du dein Beet gut mulchst, musst du deutlich weniger gießen, denn der Boden trocknet deutlich langsamer aus, wenn er Sonne und Wind nicht direkt ausgesetzt ist. Doch reduziertes Gießen ist nicht der einzige Effekt, der dir Arbeit spart. Mulch unterdrückt auch Unkraut. Und wie jeder Gärtner weiß : weniger Unkraut bedeutet weniger Rückenschmerzen. Zu guter Letzt bietet Mulch für bestimmte Pflanzen — z.B. Erdbeeren — ein weiches trockenes Bett, auf dem sie ihre Früchte ablegen können, so dass diese vor Dreck und Schimmel geschützt sind. Der wichtigste Faktor wenn es ums Mulchen geht, ist die Wahl des richtigen Materials. Denn nicht jedes Material eignet sich gleich gut für die verschiedenen Anwendungen des Mulchs.

Die entscheidende Frage bei der Wahl des Mulchmaterials: Warum Mulche ich?

Geht es um die Verbesserung der Bodenqualität, solltest du darauf achten, dass das Kohlenstoff-zu-Stickstoff-Verhältnis (C/N Verhältnis) des Mulchs nicht zu hoch ist. Bei einem hohen C/N Verhältnis, also wenn der Mulch viel mehr Kohlenstoff als Stickstoff enthält, entziehen die Bodenorganismen dem Boden Stickstoff, wenn sie den Mulch zu Humus umwandeln. Dieser Stickstoff steht deinen Pflanzen dann nicht mehr zu Verfügung. Material mit einem hohen C/N Verhältnis ist zum Beispiel Stroh oder Holz. Diese Materialien sollten auf nährstoffreichen Böden höchstens für eine Saison eingesetzt werden, auf nährstoffarmen Böden solltest du wenn möglich ganz auf ihre Verwendung verzichten. Verwende hier lieber Heu, Laub oder frischen Grasschnitt, die verhältnismäßig mehr Stickstoff enthalten und zur Verbesserung der Bodenqualität beitragen. Eine Anwendung für die sich Stroh sehr gut eignet, also ein Mulch mit hohem C/N Verhältnis, ist der Schutz von Früchten, die auf der Bodenoberfläche liegen, wie z.B. Erdbeeren oder Kürbisse. Gerade wegen des hohen C/N Verhältnisses bleibt Stroh als Mulch lange stabil und schafft so eine relativ saubere Oberfläche für deine Früchte.

In jedem Fall solltest du unbedingt darauf achten, dass dein Mulch keine Samen von Unkräutern enthält. Grassschnitt ist daher nur geeignet, wenn keine blühenden Pflanzen in der Wiese wachsen. Auch ausgerissene Unkräuter dürfen nur gemulcht werden, wenn sie keine Samen tragen. Ansonsten ist der Unkrautunterdrückende Effekt hinfällig und du wirst für viele Jahre keinen Spaß mehr mit dem Beet haben, auf dem du gerade die Unkrautsamen verteilt hast.

Mulche aus Kunststofffolien oder -gewebe sind zur Unkrautunterdrückung und zum Schutz des Bodens vor Erosion und Austrocknung sehr gut geeignet. Auch Bodennahe Früchte schützen sie vor dem Verderben. Jedoch tragen sie nicht direkt zur Humusbildung bei und sehen im Garten auch nicht so schön aus.

Richtig mulchen: so geht's!

Zu guter Letzt bleibt noch zu klären wie du am besten mulchst. Vor allem solltest du darauf achten, dass die Mulchschicht die richtige Dicke hat. Grundsätzlich gilt: Je mächtiger, desto besser die Unkrautunterdrückung und Wasserersparnis. Viel dicker als 10 cm sollte die Mulchschicht jedoch nicht sein, da sonst der Gasaustausch zwischen Boden und Atmosphäre gestört wird. Sowohl Bodenorganismen als auch Pflanzenwurzeln brauchen Sauerstoff, wenn der fehlt können sie nicht weiter wachsen und sterben im schlimmsten Fall sogar ab.
Deinen Mulch einmal zu wässern nachdem du ihn ausgebracht hast sorgt dafür, dass er den Boden sofort optimal schützt und nicht erst Wasser aus dem Boden aufsaugt.

Alles in allem ist Mulch eine der einfachsten aber effektivsten Methoden um dir im Garten Arbeit zu sparen: Du musst weniger gießen, weniger jäten, dein Boden wird quasi von selbst fruchtbarer und — mal ganz ehrlich — ein ordentlich gemulchtes Beet sieht auch einfach schön aus.

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Fotos von Irene Kightley, [CC BY-SA 2.0], Nikoline Arns, jogiland24, Raychan

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