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Mischkultur im Gemüsebeet - Was du beachten solltest

24.04.2020 . Lesezeit: 14 Minuten

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Isabell

Isabell (24) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Als Mischkultur bezeichnet man den Anbau verschiedener sich positiv beeinflussender Pflanzenarten. Damit stellt sie den Gegensatz zur Monokultur dar. Vor allem im Garten können durch gezielte Pflanzungen tolle Ernteerfolge erzielt werden. Wie das Ganze funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

Vorteile der Mischkultur im Überblick:

  • Schutz vor Krankheiten & Schädlingen
  • optimale Nährstoffausnutzung
  • Wachstumsverbesserung durch passende Nachbarpflanzen
  • verbesserte Platznutzung (mehrere Ebenen)
  • ökologisches Gleichgewicht - Schaffung von Lebensräumen

Was ist eine Mischkultur?

Pflanzen besitzen wie wir Menschen unterschiedliche Eigenschaften. So vertragen sich manche Arten besonders gut miteinander und können sich sogar positiv beeinflussen. Sie wachsen in Anwesenheit bestimmter Pflanzen besser oder schützen sich vor Krankheiten und Schädlingen. Andere Arten stellen jedoch ungünstige Partnerschaften dar und schwächen sich eher. Dadurch kommt es zu Wachstumshemmung oder Krankheitsbefall. Die Mischkultur achtet darauf, passende Pflanzen miteinander zu kombinieren. Ein weiterer positiver Aspekt dieser Anbauweise ist, dass die Vielfalt im Garten gefördert wird, wodurch viele nützliche Tiere und Insekten einen Lebensraum finden. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Gärtner. Die angelockten Organismen können nämlich nicht nur Schädlinge vertreiben, sondern sorgen für ein ausgewogenes ökologisches Gleichgewicht. Schädlinge haben es dadurch schwerer sich zu etablieren.

Schmetterling, Diversität
Nicht nur für die Pflanzen ist Mischkultur von Vorteil - auch viele Insekten profitieren von der größeren Diversität im Garten. Photo by Vincent van Zalinge

Wie plane ich eine Mischkultur für mein Gemüsebeet?

Wir haben dir hier einige Kriterien zusammengestellt, die es dir erleichtern werden, einen Anbauplan für Mischkultur in deinem Garten zu erstellen.

Wuchsformen

Ein wichtiges Kriterium bei der Planung einer Mischkultur, ist die Berücksichtigung der unterschiedlichen Wuchsformen. Wenn man diese beachtet, kann man den verfügbaren Platz im Gemüsebeet viel effizienter nutzen. Eine Maispflanze kann zum Beispiel einer Bohne als Kletterhilfe dienen. Zudem ist der Untergrund durch bodennahe Pflanzen stets von einer Pflanzendecke geschützt, weshalb Unkräuter unterdrückt werden. So kann es z.B. sinnvoll sein Basilikum als Bodendecker zwischen Tomatenpflanzen zu setzen.

Wurzelraum

Auch der Wurzelraum wird berücksichtigt. Es gibt flachwurzelnde Pflanzen, welche ihre Wurzeln nur in den obersten Bodenschichten halten. Nur in diesem Bereich haben sie Zugriff auf die umliegenden Nährstoffe. Werden auf einer Fläche nur Flachwurzler angebaut, kommt es zu einer Auswaschung der Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten. Um diesen Verlust zu vermeiden, werden flachwurzelnde mit tiefwurzelnden Pflanzen kombiniert. Diese Wurzelgruppe gelangt in Bodentiefen von bis zu über 1 m. Da die Wurzeln der Pflanzen in unterschiedlichen Bereichen des Bodens wachsen, kommt es zu keiner Nährstoffkonkurrenz. Vergesse also nicht, die Wurzeln der Pflanzen in deinen Anbauplan miteinzubeziehen.

Flachwurzler: Erbse, Feldsalat, Gurke, Kartoffel, Kohlrabi, Kopfsalat, Mais, Radieschen, Schalotte, Spinat, Zwiebel
Tiefwurzler: Bohne, Kürbis, Mangold, Möhre, Paprika, Pastinake, Rote Bete, Tomate, Weißkraut, Wirsing

Karotten, Rote Bete
Möhren und Rote Bete zählen zu den Tiefwurzlern und sollten deshalb eher mit flachwurzelnden Pflanzen kombiniert werden

Pflanzenfamilien

Pflanzen aus einer Familie benötigen oft die gleichen Nährstoffe und klauen sich diese im Laufe ihres Wachstums. Zudem locken sie die gleichen Schädlinge an. Deshalb gilt es als Faustregel die Nachbarschaft von Pflanzen aus einer Gattung zu vermeiden. Wir haben hier einmal die bekanntesten Pflanzenfamilien aufgeführt:

  • Doldenblütler: Möhre, Fenchel, Stangensellerie, Sellerie
  • Kreuzblütler: Kohl, Meerrettich, Blumenkohl, Wirsing, Senf, Radieschen, Rettich
  • Hülsenfrüchtler: Erbsen, Bohnen
  • Nachtschattengewächse: Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen
  • Lauchgewächse: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch
  • Korbblütler: Salate, Eisbergsalat, Kopfsalat, Endiviensalat
  • Fuchsschwanzgewächse: Rote Bete, Spinat

Nährstoffbedarf einiger Gemüsearten

Einzelne Gemüsearten brauchen besonders viele Nährstoffe, andere geben sich mit wenig zufrieden. Durch das Kombinieren von Pflanzen mit ähnlichen Nährstoffansprüchen, werden viele der Nährstoffe dem Boden entzogen und es kann zu einem Mangel kommen. Damit das nicht passiert, achtet die Mischkultur darauf, Pflanzen mit unterschiedlichen Nährstoffansprüchen im Beet zu verteilen. Dabei werden die Gemüsearten in drei verschiedene Kategorien geteilt: Stark-, Mittel-, und Schwachzehrer. Es sollten dabei keine Starkzehrer nebeneinander stehen, sondern an schwachzehrende Pflanzen grenzen. Die Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen geschieht damit verteilter und gleichmäßiger, wodurch keine zu starken Defizite entstehen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Gemüsekulturen:

Nährstoffbedarf Gemüse

Mischkulturtabelle

Wie du wahrscheinlich bereits bemerkt hast, gibt es einiges zu beachten, wenn man ein Mischkultur-Gemüsebeet für seinen Garten planen möchte. Als Anfänger kann man da leicht den Überblick verlieren. Doch keine Sorge, es gibt Tabellen, die einen guten Überblick über gute oder schlechte Nachbarpflanzen verschaffen. Wir haben dir eine Tabelle mit den wichtigsten Gemüsen erstellt. Falls du noch etwas mehr ins Detail gehen möchtest, findest du hier die ausführliche Tabelle.
Als kleiner Profi-Tipp: Unsere alphabeet-App erleichtert dir die Planung einer Mischkultur, indem sie dir zeigt, welche Gemüse gut oder schlecht zueinander passen. Deinem Anbauplan steht also nichts mehr im Wege.

Tabelle Mischkultur

Beispiele bekannter Mischkulturen

Wir haben dir hier ein paar praktische Anwendungen von Mischkulturen mit beliebten Garten-Gemüse zusammengetragen. Vielleicht ist auch was für dich dabei.

Mischkultur mit Kartoffel

gute Nachbarn: Bohnen, Borretsch, Frühkohl, Meerrettich, Pfefferminze, Spinat
schlechte Nachbarn : Erbsen, Auberginen, Rote Bete, Salat, Sellerie, Tomaten, Paprika

Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceen) und sollten daher nicht mit Pflanzen aus der gleichen Familie, wie Tomaten und Paprika, zusammengepflanzt werden. Zudem sind sie Starkzehrer, weshalb du einen Nachbarn wählen solltest, der nur wenig Nährstoffe benötigt. Idealerweise ist ein Nachbar geeignet, der noch zusätzlich Nährstoffe in den Boden einbringt. Wer den Kartoffeln zusätzlich Stickstoff bereitstellen will, wählt am besten Bohnen. Um den Platz optimal zu nutzen, kannst du Stangenbohnen zwischen die Kartoffelreihen setzten. So kann das üppige Grün der Kartoffeln den Boden bedecken, während die Bohnen in die Höhe ranken. Auch Buschbohnen sind tolle Nachbarn für Kartoffeln. Hier solltest du jedoch mehr Abstand zwischen den Reihen lassen, damit die Bohnen genug Platz bekommen. Zeitlich erledigst du das Ganze am besten wie folgt:

  • Mitte April: Kartoffeln pflanzen
  • Achte auf genügend Abstand zwischen den Reihen für die Bohnen
  • Mitte Mai: Kartoffeln anhäufeln + Bohnen säen

Kleiner Tipp: Wer noch etwas gegen den Kartoffelkäfer tun möchte, kann an den Beetrand Pfefferminze pflanzen. Aber Achtung: Die Minze ist relativ invasiv und wenn sie einmal auf das Beet gewuchert ist nur schwer wieder loszuwerden.
Wem das also zu heikel erscheint und trotzdem gegen den lästigen Käfer angehen möchte, kann eine Mischkultur aus Kartoffeln und Knoblauch oder Meerrettich wählen. Knoblauch fördert zudem Wachstum und Geschmack der Kartoffel.

Kartoffeln, Ernte
Wenn du die Knollen vor dem Kartoffelkäfer schützen möchtest, pflanze Knoblauch oder Meerrettich in ihre Nähe

Mischkultur mit Tomaten

gute Nachbarn: Bohnen, Kohl, Möhren, Lauch, Petersilie, Ringelblumen, Salat, Sellerie, Senf, Spinat, Tagetes, Zwiebeln
schlechte Nachbarn: Erbsen, Fenchel, Kartoffeln, Rote Bete

Da die roten Früchte Starkzehrer sind und gerne nach oben wachsen, ist es sinnvoll bodennahe Schwachzehrer als Nachbarn auszuwählen. Gut eignen sich Kräuter wie Basilikum oder Petersilie, welche den Boden bedecken und dadurch vor Unkräutern und Verdunstung schützen. Beide benötigen nur wenige Nährstoffe und beugen diversen Schädlingen vor. Basilikum vertreibt durch seine ätherischen Öle die weiße Fliege, die oft in Gewächshäusern vorkommt. Zudem wirkt das mediterrane Kraut gegen Mehltau. Doch auch die Petersilie schützt vor dem Befall verschiedener Läusearten. Du musst dich auch nicht für nur ein Kraut entscheiden, da sich beide Würzpflanzen gut miteinander vertragen.
Gehe wie folgt vor:

  • Tomaten ab März auf der Fensterbank vorziehen
  • Petersilie kann ab März direkt gesät werden, Lücken für Basilikum und Tomaten einplanen (spätere Aussaat aber auch noch möglich)
  • Basilikum ab Anfang April vorziehen ( um die Keimfähigkeit zu steigern Samen einige Stunden in kalten Kamillentee einweichen)
  • Basilikum + Tomaten ab Mitte Mai auspflanzen

Mischkultur mit Paprika

gute Nachbarn: Brennesseln, Gurken, Kohl, Petersilie, Ringelblumen, Senf
schlechte Nachbarn: Tomaten, Kartoffeln

Auch bei der Paprika handelt es sich um ein Nachtschattengewächs. Darum verträgt sie sich nicht gut mit anderen Mitgliedern aus der gleichen Familie. Dafür gedeiht sie super neben Kohlpflanzen. Diese haben zwar als Starkzehrer einen hohen Nährstoffbedarf, das stört die Paprika als Mittelzehrer jedoch nicht. Für unser Beispiel verwenden wir Brokkoli. Ringelblumen und Tagetes locken zusätzlich Bestäuber an.

  • Aussaat Brokkoli entweder ab Februar drinnen (Vorziehen) oder als Direktsaat ab April (auf genügend Abstand zwischen Pflanzen für die Paprika achten, ca. 1,5 m)
  • Aussaat Paprika im März (drinnen vorziehen)
  • Mitte März: Brokkolisetzlinge in Reihen auspflanzen (1,5 m Abstand), falls vorgezogen + Direktsaat Ringelblumen (eine Reihe)
  • Mitte Mai: Paprika auspflanzen + Aussaat Tagetes zwischen den Reihen

Kleiner Tipp: Auch Tomaten eignen sich bestens als Kohl-Nachbarn

Paprika
Paprika und Kohl lassen sich gut kombinieren. Photo by Csengele Horn-Barta

Mischkultur mit Zucchini

gute Nachbarn: Basilikum, Bohnen, Erbsen, Kamille, Zwiebeln
schlechte Nachbarn: Gurken, Kartoffeln, Rettich

Bei diesem zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) zählendem Gemüse, handelt es sich um einen Starkzehrer. Außerdem ist die Zucchini sehr ausladend und braucht deshalb viel Platz. In direkter Nähe sollte daher beim Setzen keine Nachbarpflanze stehen, die länger im Beet bleibt oder genauso viel Platz benötigt, wie die Zucchini. Ein weiterer Starkzehrer sollte auch vermieden werden. Falls du zusätzlich Stickstoff in den Boden einbringen willst, kannst du Erbsen als Partner wählen. Aber auch Zwiebeln eignen sich als Nachbarn. Beide Partner kannst du auf jeweils eine Seite der Zucchini pflanzen, sodass diese in der Mitte steht. Du solltest allerdings aufpassen, dass Erbse und Zwiebel nicht direkt nebeneinander gepflanzt werden, da sich die beiden Kulturen nicht gut miteinander vertragen. Wir empfehlen dir, neben die Zwiebeln Möhren zu säen. Der Geruch des Partners wirkt abstoßend auf die jeweiligen Schädlinge (Zwiebelfliege/Möhrenfliege). Die Möhrenreihe kannst du am Beetrand platzieren, sodass die Zwiebelreihe zwischen Möhren und Zucchini liegt. Neben die Zucchini kannst du zusätzlich die Erbsen pflanzen. Beachte aber, dass du für diese kletternde Leguminose ein Gerüst brauchst.

So gehst du vor:

  • Ende März: eine Reihe Zwiebeln stecken oder direkt aussäen
  • gleichzeitig daneben eine Reihe Möhren säen
  • ab April: Vorkultur Zucchini
  • gleichzeitig Erbsen direkt aussäen (genügend Platz für die Zucchini einplanen)
  • Mitte Mai: Auspflanzen der Zucchinisetzlinge

Mischkultur mit Gurken

gute Nachbarn: Basilikum, Dill, Fenchel, Kopfsalat, Sellerie, Spinat, Stangenbohnen, Zwiebeln
schlechte Nachbarn: Radieschen, Rettich

Auch bei den Gurken handelt es sich um starkzehrende Kürbisgewächse. Falls du also einen nährstoffärmeren Boden in deinem Beet hast, kannst du Stangenbohnen oder Erbsen nutzen, um den Boden mit Stickstoff anzureichern. Eine bewährte Mischkultur mit Gurken ist die Zwiebel-Kopfsalat-Gurken Mischung. Hierfür brauchst du eine Beetbreite von ca. 120 cm. Ganz außen pflanzt du beidseitig eine Reihe Zwiebeln. Dann kommt jeweils eine Reihe Kopfsalat. In der Mitte kommt dann schließlich die Gurke. Je nach Länge des Beetes kannst du die Anzahl deiner Gurkenpflanzen anpassen. Vergiss aber nicht, dass die Kürbisgewächse ein Gerüst zum Klettern benötigen. Wenn du nun noch Platz zwischen den ganzen Pflanzen übrig hast, kannst du dort Dill oder Basilikum wachsen lassen. Beide Kräuter wirken sich positiv auf Wachstum und Gesundheit der Gurkenpflanze aus. Vor allem Dill verträgt sich auch bestens mit Salat und Zwiebeln. Gehe dabei so vor:

  • Ende März: Zwiebeln stecken oder direkt säen
  • gleichzeitig auch Salat aussäen
  • Mitte April: Gurken vorziehen
  • Dill aussäen (Zwischen den Reihen, etwas Platz für Gurken lassen)
  • Mitte Mai: Gurken auspflanzen
Gurken
Dill und Basilikum wirken sich positiv auf Wachstum und Gesundheit der Gurkenpflanze aus. Photo by Kelly Neil

Wirkung von Kräutern in der Mischkultur

Schädlingsabwehr

Kräuter werden häufig als Partnerpflanze in der Mischkultur verwendet. Dies liegt vor allem an ihrem starken Duft. Die flüchtigen Stoffe stoßen nämlich nicht nur Schädlinge des Krautes ab, sondern auch die von bestimmten anderen Pflanzen. Geschickt kombiniert, pflanzt man also nicht nur ein leckeres Küchenkraut in den Garten, sondern erhält nebenbei eine natürliche Schädlingsabwehr. So können die orange-leuchtenden Tagetes und Ringelblumen Fadenwürmer (Nematoden) langfristig fern halten. Diese kleinen Schädlinge dringen an verschiedenen stellen in die Pflanze ein, um sich von ihr zu ernähren. Vor allem Tomaten und Kartoffeln sind davon betroffen. Wenn du deine Kartoffeln vor dem Kartoffelkäfer schützen willst, kann Meerrettich als Nachbar helfen. Bohnenkraut passt nicht nur geschmacklich zu verschiedenen Bohnensorten, es hält auch als Nachbarpflanze die schwarze Bohnenlaus fern. Knoblauch verringert den Befall von Mehltau und Grauschimmel. Er eignet sich deshalb perfekt für eine Partnerschaft mit Erdbeeren, Stachelbeeren, Trauben und Gurken, da sie besonders anfällig für die schädlichen Pilze sind.

Anlockung von Nützlingen

Diese Aromen halten nicht nur Schädlinge fern, sondern wirken auch besonders anziehend auf so manchen Bestäuber und Nützling. Basilikum kann eingesetzt werden, um Bestäuber der Gurke anzulocken, wodurch der Ertrag gesteigert werden kann.

Basilikum
Basilikum ist ein guter Bodendecker und lässt sich mit vielen Gemüsesorten, z.B. Gurken oder Tomaten, kombinieren.

Wachstumsverbesserung

Nicht nur durch die Blätter werden Duftstoffe freigesetzt. Auch die Wurzeln geben Inhaltsstoffe in den Boden ab. Diese besitzen unterschiedlichste Wirkungen. Eine davon ist es, den Boden zu vitalisieren und somit das Wachstum der umliegenden Pflanzen zu stimulieren. So ist Dill dafür bekannt, die Keimfähigkeit der neben ihm gesäten Pflanzen zu verbessern. Zudem kann die Widerstandsfähigkeit von Rote Bete, Kohl, Möhren und Gurken durch Dill verbessert werden.

Geschmacksintensivierung

Zwar würzen Kräuter unsere Gerichte, doch auch das Gemüse selbst kann an Geschmack gewinnen, wenn Kräuter als Partnerpflanzen eingesetzt werden. Lavendel und Dill sollen so den Geschmack von Kartoffeln verstärken. Auch Kümmel wird diese Eigenschaft nachgesagt.

Damit du nochmal einen schnellen Überblick über günstige Kräuternachbarschaften findest, haben wir dir eine Tabelle erstellt:

Ein beispielhafter Anbauplan

Damit du dir das Ganze etwas besser vorstellen kannst, haben wir dir ein Beispiel eines Anbauplans nach den Prinzipien der Mischkultur erstellt.

Wichtig: Achte darauf, dass die Paprikapflanzen möglichst auf der Südseite des Beetes liegen, da diese viel Licht und Wärme benötigen.

Wie du erkennen kannst, befinden sich ganz oben in den Ecken Kohlrabi. Diese vertragen sich bestens mit den Buschbohnen und den Zwiebeln. Die Zwiebeln wachsen in bester Nachbarschaft neben den Karotten. Wie schon erwähnt, schützen sich beide Kulturen vor den jeweiligen Fraßfeinden der anderen. Karotten vertragen sich gut mit Tomaten. Diese befinden sich in der Mitte und sind immer abwechselnd mit Basilikum gepflanzt. Links und rechts von den Tomaten befinden sich Buschbohnen, die für die roten Starkzehrer genügend Stickstoff in den Boden einbringen. Auch die Paprika profitiert davon. Das Bohnenkraut auf der anderen Seite ist ein sehr guter Partner für die Buschbohnen - auf dem Teller und im Beet. Der Salat passt gut zu den angrenzenden Kulturen. Für die Tomaten kannst du außerdem eine Überdachung bauen, da sie Regen auf Frucht und Blättern nicht gut vertragen. Falls du noch Platz hast, kannst du Dill zwischen die Kohlrabi oder den Salat säen. Das ist nur ein Beispielbeet, du kannst natürlich deinen eigenen Ideen bei der Anbauplanung freien Lauf lassen.

Wieso auch du Mischkulturen in deinem Garten ausprobieren solltest

Wie du vielleicht bereits gesehen hast, bieten Mischkulturen viele Vorteile. Durch gezielte Auswahl der Nachbarpflanzen kann Krankheiten und Schädlingen vorgebeugt werden. Eine negative Beeinflussung durch andere Pflanzen wird vermieden. Dabei wird darauf geachtet, dass die Pflanzen sich nicht gegenseitig die benötigten Nährstoffe aus dem Boden entziehen oder durch abgesonderte Stoffe das Wachstum anderer Pflanzen gehemmt wird. Auch die unterschiedlichen Wuchsformen werden in die Planung miteinbezogen. Die Pflanzen stehlen sich weder Platz, noch Licht und der zur Verfügung stehende Raum kann optimal genutzt werden. Die Vielfalt im Gemüsebeet sorgt auch für eine ökologische Vielfalt an Insekten und Nützlingen, für die ein Lebensraum geboten wird. Auch Kräuter kannst du bestens in deinen Pflanzplan miteinbeziehen.

Worauf wartest du also noch? Probier' doch mal Mischkultur in deinem Garten aus und teile deine Erfahrungen mit uns.
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