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Marie

Marie (23) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.

Die Milpa-Mischkultur hat eine jahrhundertelange Geschichte. Ihr Ursprung liegt in Südamerika und ihr Wissen wurde schon von den Mayas und Azteken genutzt und wertgeschätzt. Aus diesem Grund kennt man Milpa auch als Azteken- oder Indianerbeet. Es werden drei Kulturen zusammen in einem Feld angebaut, sie werden auch die drei Schwestern genannt: Mais, Bohnen und Kürbis. Diese Pflanzen harmonieren sehr gut miteinander und ergeben eine wundervolle Symbiose, die du auch in deinem Hobbygarten für dich nutzen kannst. Die Milpa basiert auf einem alten landwirtschaftlichen System, bei der die Menschen zwischen einer Mischkultur mit den drei Schwestern und einer Brache mit anschließender Brandrodung wechselten. Um ein Azteken-Beet im eigenen Garten anzulegen, musste die Methode daher angepasst werden.

Auf einen Blick:

Das brauchst du:

Fläche (mind. 2 Quadratmeter), Saatgut, Kompost oder Terra Preta

So gehst du vor:

  1. Bodenvorbereitung: Terra Preta oder Kompost einarbeiten
  2. Vorzucht von Mais (Oxacan Green oder Batam-Mais): ab Mitte März bis Anfang April, 3 cm tief
  3. Vorzucht von Kürbis (Hokkaido oder Butternut) oder Zucchini: ab Anfang/Mitte April, 3 cm tief
  4. Nach den Eisheiligen Kürbis und Mais auspflanzen
  5. Direktsaat der Bohnen (Feuerbohne): ab Mitte Mai, 4 - 5 cm tief

Die Vorteile einer Mischkultur

Pflanzen haben Präferenzen und Abneigungen in der Wahl ihrer Nachbarn. Achtet man bei der Beetplanung auf ihre Wünsche, bilden sie starke Gemeinschaften, die sich gegenseitig bei der Abwehr von Krankheiten und Schädlingen helfen. Pflanzen kommunizieren nämlich auch miteinander. Nur nutzen sie keine Worte, sondern Botenstoffe (Phytonzide). Bei einem Befall senden die bedrohten Pflanzen Botenstoffe aus, die über die Luft zu ihren Nachbarn gelangen. Diese sind sofort alarmiert und lagern Stoffe in ihr Gewebe ein, die den Schädlingen den Appetit verderben. Diesen und unzählige andere Vorgänge nutzt man in der Mischkultur aus. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Symbiosen, die Pflanzen eingehen, um sich gegenseitig zu unterstützen und besser wachsen zu können. Bei der bekannten Kombination von Möhren und Zwiebeln senden beide Partner Stoffe aus, die jeweils die Zwiebel- und Möhrenfliege von ihrem Nachbarn fernhalten. Andere Pflanzenkombinationen wiederum fördern sich in ihrem Wachstum. Alles in Allem bedeutet das für dich weniger Pflege und Ärger mit gefräßigen Insekten, sowie widerstandsfähigere Pflanzen in deinem Garten. Aber nicht nur die Pflanzen haben Vorteile von dieser Art ein Beet anzulegen. Du kannst deinen Platz im Garten auf mehreren Ebenen optimal ausnutzen. Die Ebenen im Beet kannst du nutzen, indem du Pflanzen kombinierst, die unterschiedliche Wuchsformen und -höhen haben. Die unterste Ebene, bei der meist Mulch auf das Beet aufgebracht wird, kann mit einer bodenbedeckenden Pflanze bepflanzt werden. Diese schützt den Boden vor Wind- und Wassererosion und unterdrückt unerwünschte Beikräuter. Auch das unterirdische Bodenreich profitiert von dieser Anbaumethode, denn einige Pflanzen versorgen die Bodenlebewesen über ihre Wurzeln mit Kohlenhydraten. Die Bodenlebewesen sorgen wiederum für einen gesunden Boden. Wähle außerdem Pflanzen mit unterschiedlicher Wurzeltiefe, die Wasser und Nährstoffe aus den verschiedenen Ebenen erschließen. So konkurrieren sie nicht um Platz und Nährstoffe. Durch einseitige Monokulturen wird der Boden schnell ausgelaugt. Dann kommt man in vielen Fällen um den zusätzlichen Einsatz von Dünger nicht herum.

Möhren und Zwiebeln sind gute Nachbarn. Sie wehren über Botenstoffe unerwünschte Besucher ab. (Bild von Manfred Sause, CC BY-SA 3.0 auf Wikipedia)

Das Indianer-Beet als uralte Mischkultur

Die traditionellen Pflanzen in einer Milpa sind Mais, Kürbis und Bohnen. Jede Pflanze bereichert das Beet auf ihre eigene Art und Weise. Der Mais dient als starke Rankhilfe für die Bohnen. Die Bohnen lockern mit ihren langen Wurzeln den Boden auf und binden mit Hilfe der Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden. Diese wunderbare Symbiose erschließt neue Nährstoffe für die starkzehrenden Pflanzen im Beet. Darüber freuen sich der Kürbis und der Mais. Da der Mais im Gegensatz zu den Bohnen ein Flachwurzler ist, machen sich die Pflanzen den Platz im Erdreich nicht streitig. Der Kürbis dient mit seinen großen Blättern als Bodenbedecker. Er beschattet den Boden und schützt ihn so vor dem Austrocknen. Außerdem fangen die Blätter das Kohlenstoffdioxid ab, welches bei der Bodenatmung aus dem Boden entweicht und hält es bodennah. Das kann dann zusammen mit Sonnenlicht von den anderen Pflanzen im Beet genutzt werden, um Biomasse aufzubauen.

Was ist ein Milpa-Beet?

Milpa ist ein Begriff aus der alten Sprache Nahuatl. Übersetzt bedeutet Milpa ,,das nahe Feld". Der Name bezog sich auf den Standort des Beetes, da es meist nahe am Haus oder dem Lebensumfeld platziert wurde. Alte Völker sicherten mit der Milpa ihre Versorgung mit Lebensmitteln. Die Pflanzen der Mischkultur ergänzen sich zu einer optimalen Grundversorgung für den Menschen. Es gibt einige wenige Varianten eine Milpa zu bepflanzen. Durch das Grundprinzip, den Mais zusammen mit Leguminosen, z.B. Bohnen oder Erbsen anzubauen, werden Kohlenhydrate und wertvolle Proteine bereitgestellt. Bodenbedeckende, großblättrige Pflanzen wie Kürbis oder Zucchini ergänzen sie perfekt. Sie liefern Vitamine und die nötigen Mikronährstoffe. Nun versteht man vielleicht mehr, wieso sie liebevoll die drei Schwestern genannt werden. Sie bilden eine starke Gemeinschaft, die damals die Lebensgrundlage sicherte. Ursprünglich wurde das Feld durch Brandrodung gewonnen. Die Asche der Bäume verbesserte dabei die Bodenfruchtbarkeit, das kam den Menschen für einige Jahre zugute. Das Feld wurde daraufhin in einer Art Dreifelderwirtschaft bestellt. Die Abfolge aus Mischkultur, Brache und Brandrodung garantierte einen fruchtbaren Boden. Nach ein paar Jahren wurde die Fläche dann gewechselt.

Wer sind die ,,drei Schwestern"?

Mais

Der Mais wurde von den Eroberern Amerikas nach Europa gebracht und sicherte in weiten Gebieten Spaniens die Ernährung. Ohne seine ,,Schwestern" fehlten jedoch wichtige Komponenten für eine ausgewogene Ernährung. Die Menschen zeigten Mangelsymptome als Folge einer einseitigen Fehlernährung. In der Mischkultur dient er als starke Rankhilfe für die Bohnen und als Kohlenhydratlieferant für den Menschen. Für die Mikroben im Boden liefert er außerdem über Wurzelausscheidungen einfache Zuckerformen. Diese entstehen in der Photosynthese aus dem atmosphärischen Kohlenstoffdioxid.

In der Milpa hat der Mais mehrere Funktionen: Er dient als starke Rankhilfe für die Bohnen und liefert gleichzeitig Nahrung für die Mikroben im Boden. (Bild von Pexels auf Pixabay)

Viele Inhaltsstoffe im Mais sind für die menschliche Verdauung nicht-zugänglich. Mineralstoffe und Proteine sind durch die Phytinsäure gebunden und können vom menschlichen Körper somit nicht verwertet werden. Hier kann eine alte Technik der Azteken Abhilfe schaffen. Diese Methode findet auch heute noch in Amerika Anwendung und nennt sich Nixtamalisation (Nahuatl: Nexli = Asche). Dabei wird Mais getrocknet und in Kalkwasser oder in Holzasche mit Wasser gekocht. Dann lässt man ihn zum Aufquellen stehen. Kalk ist alkalisch und löst die physikalische Struktur der Phytinsäure auf. Die Inhaltsstoffe werden frei und vorher unerreichbare Mineralstoffe und Proteine sind anschließend für uns verfügbar.

Bohnen

Bohnen gehören zu den Leguminosen. Leguminosen sind dafür bekannt, eine Symbiose mit Knöllchenbakterien einzugehen, die atmosphärischen Stickstoff umwandeln und für die Pflanzen verfügbar machen. So reichert sich Stickstoff im Boden an. Wegen den langen Wurzeln wird dieser auch in tieferliegenden Bodenschichten gesammelt. Die Bohnen steigern also gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit und lockern den Boden auf. Durch die Kombination aus Leguminosen und Mais bekommt der Boden Kohlenstoff und Stickstoff zur freien Verfügung. Damit Humus entstehen kann, braucht es im Boden immer das passende Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis, welches durch diese Mischkultur begünstigt wird.

Kürbis

Die großen Blätter der Kürbispflanze fangen viel Sonneneinstrahlung ab und spenden dem Boden so Schatten. Das reduziert die Wasserverdunstung aus dem Boden und hält den Boden feucht. Außerdem bekommen unerwünschte Beikräuter wenig Licht und haben keine Chance sich auszubreiten. Er wirkt wie eine Mulch-Schicht und schützt den Boden vor Erosion. Ein Kürbis braucht viel Energie, um gut zu wachsen. Er profitiert von seinen Nachbarn, die den Boden mit wertvollen Nährstoffen anreichern.

Der Kürbis bedeckt mit seinen großen Blättern den Boden und schützt ihn so vor Erosion und Feuchtigkeitsverlust. (Bild von RENE RAUSCHENBERGER auf Pixabay)

Pilze

Das Pilzgeflecht (Myzel) im Boden spielt bei der Versorgung der Pflanzen eine entscheidende Rolle. Als ,,Internet" des Bodens transportiert und verteilt das Myzel Nährstoffe und Wasser zu den Pflanzenwurzeln. So können Ressourcen im Boden genutzt werden, die für die Wurzeln nicht erreichbar sind. Tiefwurzelnde Pflanzen können außerdem für ihre Nachbarn Nährstoffe aus tieferen Erdschichten erschließen.

So legst du eine Milpa an

Ursprünglich wurde eine Milpa im dreijährigen Rhythmus bewirtschaftet. Das Feld lag Brach (das konnten auch mal 2 bis 4 Jahre sein) und wurde anschließend mit einer Brandrodung wieder für den Anbau nutzbar gemacht. In einem Hobbygarten verzichtet man auf die Brache und selbstverständlich auf die Brandrodung, zumal diese illegal ist. Um die Asche zu imitieren, kann der Boden mit reifem Kompost oder idealerweise mit Terra Preta versorgt werden. Diese alternative Art des Azteken-Beets hat sich als ebenso wirkungsvoll erwiesen wie das südamerikanische Vorbild. Wichtig ist allerdings die Sortenwahl. Um Enttäuschungen zu vermeiden, solltest du die altbewährten Sorten wählen.

Das Azteken-Beet vorbereiten

Das brauchst du:

  • Eine Fläche, die mindestens 2 Quadratmeter groß ist
  • Biologisches oder Demeter-Saatgut von Mais, Bohnen und Kürbis/Zucchini
  • Kompost oder Terra Preta zur Bodenvorbereitung

Wähle einen sonnigen Standort für deine Milpa. Optimalerweise sollte der Boden humos und durchlässig sein mit einem guten Wasserspeichervermögen. Zu sandige Böden sollten mit Humus und Mist, zu lehmige Böden mit Sand aufbereitet werden. Zur Bodenvorbereitung wird Kompost oder Terra Preta in den Boden eingearbeitet. Terra Preta ist dabei die beste Variante, da sie extrem nährstoffreich ist und Feuchtigkeit gut speichern kann. Das schafft beste Voraussetzungen für ein Milpa-Beet. Diese Erde findest du in einem Garten-Center oder kann selbst hergestellt werden.

Terrra Preta selbst herstellen

Terra Preta ist fruchtbare schwarze Erde aus Holzkohle, Tonscherben und zahlreichen organischen Materialien wie Küchenabfälle und Fäkalien. Bereits vor einigen 100 Jahren entdeckten indigene Völker diese Möglichkeit, sich eigenen fruchtbaren Boden herzustellen. Diese Methode funktioniert ähnlich wie ein Kompost. Eine entscheidende Zutat macht allerdings den Unterschied zu normalem Kompost: Pflanzenkohle. Die Pflanzenkohle wirkt wie ein Speicher und verhindert die Auswaschung von Nährstoffen aus dem Boden. So hat sie eine langfristige Düngewirkung. Es genügt leider nicht, einfach Pflanzenkohle unter den Kompost zu mischen. Die Zutaten müssen schritt-für-schritt gemischt werden und brauchen dann ein wenig Reifezeit. Mische zuerst Dung, Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl miteinander und beimpfe das Substrat mit effektiven Mikroorganismen oder einer Pflanzenjauche. Lasse diese Mischung ein paar Tage in einem geschlossenen Behälter fermentieren. Dieses Gemisch kann dann mit dem Kompost vermengt werden und braucht anschließend nochmal Zeit zu reifen. Während dem Reifen sollte das Substrat weitestgehend luftdicht gelagert werden, da der Prozess der Fermentation nur unter anaeroben (sauerstoffarmen) Bedingungen abläuft. Entweder du lagerst es z.B. in einer alten Regentonne oder verteilst es direkt auf dem Feld. Hier sollte das Substrat dann mit einer Folie abgedeckt werden. Nach 4 bis 6 Wochen kann die Erde dann verwendet werden. Beginne also rechtzeitig mit der Herstellung der Terra Preta, sodass dein Beet ab Mitte Mai bereit ist, bepflanzt zu werden.

Die fruchtbare schwarze Erde (Terra Preta) eignet sich am besten zur Bodenaufbereitung für die Milpa. (Bild von Marschmensch, CC-by-4.0 auf Wikipedia.)

Das Indianer-Beet bepflanzen

Die drei Schwestern stammen aus einer warmen Heimat und sind es gewohnt, bereits früh im Jahr hohe Temperaturen zu haben. Im mitteleuropäischen Klima sind diese Bedingungen leider nicht realisierbar und das muss bei der Planung berücksichtigt werden. Da die Pflanzen unterschiedlich schnell wachsen, werden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgesät. Der Mais und der Kürbis brauchen im Gegensatz zu der schnellwachsenden Bohne ein wenig länger, um sich zu entwickeln. Deswegen müssen diese beiden Kulturen vorgezogen werden. Mitte Mai werden die Jungpflanzen dann ins Beet gesetzt und die Bohnen gesät. Aus den kleinen Pflanzen entwickelt sich über die Sommermonate ein dichter Wald, der nur sehr wenig Pflege braucht.

  • Vorzucht - Mais

Der Mais muss zuerst vorgezogen werden. Er wächst etwas langsamer und braucht somit einen Vorsprung, damit er eine starke Stütze für die Bohnen werden kann. Bohnen können in unserer Region ab Mitte Mai ausgepflanzt werden. Da der Mais mindestens einen Vorsprung von einem Monat benötigt, muss die frostempfindliche Pflanze ab Mitte März bis Anfang April im Haus vorgezogen werden. Lasse die Samen 12 Stunden in lauwarmem Wasser vorquellen und pflanze sie dann etwa 3 cm tief in Anzuchtschalen. Säe jeden Maissamen in ein eigenes Gefäß. Die Keimlinge verwurzeln sich sonst sehr schnell und sind dann schwierig auseinanderzuziehen. Der Mais wird später in Reihen mit einem Pflanzabstand von 30 - 40 cm ins Feld gesetzt. Mais wächst gerne neben Artgenossen. Als Fremdbestäuber wird er durch Pollen befruchtet, der durch den Wind zu ihm getragen wird. Stehen mehr Maispflanzen nebeneinander, gedeiht dein Mais besser und du wirst mehr Maiskolben ernten. Nach den Eisheiligen kann die Maispflanze dann ins Freie gesetzt werden. Geeignete Sorten sind standsichere und kräftige Sorten, wie Oxacan Green oder Bantam-Mais.

  • Vorzucht - Kürbis

Kürbisse werden in unseren Breiten in der Regel auch vorgezogen. Das geht auf der Fensterbank oder mit einem schützenden Frühbeet auch direkt auf dem Feld. Direkt auf das Feld kann ab Anfang Mai gesät werden und eine Vorzucht beginnt ab Anfang/Mitte April. Es ist allerdings besser, den Kürbis zuhause vorzuziehen und ihm so einen Vorsprung zu geben. Dabei werden die Samen etwa 3 cm tief gesät und gleichmäßig feucht gehalten. Die Kürbisse werden mit einem Abstand von einem Meter zwischen die Reihen der Maispflanze gesetzt. Ein Kürbis bedeckt in etwa eine Fläche von 2 Quadratmetern. Für eine Milpa eignen sich eher kleinwüchsige Sorten wie Hokkaido oder Butternut-Kürbis. Aber auch die Zucchini ist eine geeignete Alternative. Sie wurde aus den Kürbissen weitergezüchtet und hat daher viele Ähnlichkeiten. Sie erfüllt alle Aufgaben, die ein Kürbis in einer Milpa übernimmt.

  • Direktsaat - Bohnen

Zu guter Letzt die Bohne. Sie wächst deutlich schneller als ihre Beet-Partner und die dritte Schwester wird Mitte Mai nach den Eisheiligen direkt ins Feld gesät. Hierfür eigenen sich idealerweise hochrankende Sorten wie die Feuerbohne (Phaseolus coccineus). Im Vergleich zu Rankbohnen wuchert sie nicht so stark und erwies sich als robuster und anspruchsloser. Niedrigere, buschige Sorten eigenen sich nur bedingt, da sie mit dem Kürbis um den Platz konkurrieren könnten. Achte darauf, eine Bohne mit bunter Hülse zu wählen. Grüne Stangenbohnen sind in dem Dickicht später schwieriger zu finden. Alternativ kannst du eine Trockenbohne wählen. Diese wird erst geerntet, wenn die anderen Pflanzen bereits abgeerntet sind. Pro Maispflanze werden im Kreis drei Bohnensamen 4 - 5 cm tief ausgesät. Nun sollten die Bohnen innerhalb von 12 - 15 Tagen keimen. Achte nach der Keimung darauf, ob dein Mais stabil genug ist, um die Bohne zu stützen. Ansonsten kannst du am Anfang auch noch zusätzliche Rankhilfen anbringen, um den Mais zu entlasten.

Die schnellwachsende Bohne wird Mitte Mai direkt in das Beet gesät. (Bild von mark_dixon4 auf Pixabay.)

So pflegst du deine Milpa:

Alles in Allem ist eine Milpa sehr anspruchslos in der Pflege. Durch die Kombination der Pflanzen kannst du den Vorteil dieser perfekten Symbiose genießen.

  • Die jungen Pflänzchen freuen sich über einen Schutz vor gefräßigen Schnecken. Greife hier auf keinen Fall zu Gift oder Bierfallen. Einfache Mittel wie ein Schneckenzaun, das Ausbringen von Kaffeesatz oder anderen Barrieren helfen ebenfalls. Schnecken kriechen gar nicht gerne über trockene Wege aus rauem, grobem Material. So kannst du deine Pflanzen schützen ohne den Schnecken zu schaden.
  • Das Beet sollte immer feucht gehalten werden. Allerdings reicht moderates gießen, da der Boden die Feuchtigkeit gut speichern kann. Achte dabei auf die Bereiche, die vom Kürbis beschattet werden. Gieße erst, wenn die Erde auch dort trocken ist.
  • Das Düngen ist nach einer guten Bodenvorbereitung nicht notwendig. Die Terra Preta liefert eine nachhaltige Düngung. Allerdings muss der Boden jede Saison ordentlich vorbereitet sein, sodass genügend Nährstoffe vorhanden sind. Nach mehreren Jahren kann es sein, dass eine Düngung notwendig wird.

Ich hoffe, ich habe dich neugierig gemacht und du möchtest eine eigene Milpa in deinem Garten anlegen! Probier's aus und bei Fragen, Problemen oder Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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Titelbild von Paul Rogé, CC BY 4.0 auf Wikimedia Commons.

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