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Annabell

Annabell (23) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Mangold wird im Hobbygarten immer beliebter und das nicht ohne Grund! Das gesunde Blattgemüse lässt sich über einen langen Zeitraum ernten und sieht dabei sogar noch schön aus. Was es beim Anbau von Mangold alles zu beachten gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

  • Licht: sonnig bis halbschattig
  • Wasser: gleichmäßige Bodenfeuchte
  • Nährstoffbedarf: mittel
  • Boden: tiefgründig, humos und nährstoffreich
  • Keimtemperatur: 18 bis 20 °C
  • Pflanztiefe: 2 - 3 cm
  • Pflanzabstand: 30 x 40 cm
  • gute Nachbarn: Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen, Kreuzblütler wie Brokkoli, Kohlrabi, Radieschen und Rettich, Knoblauch, Möhren und Pastinaken
  • schlechte Nachbarn: Tomaten, Gurken, Gartenkresse, Spinat, Rote Bete, Rucola und Schwarzwurzeln

Allgemeines über Mangold

Mangold (Beta vulgaris) ist ebenso wie Rote Bete aus der wilden Rübe entstanden. Während bei der Roten Bete eine große Knolle herangezüchtet wurde, wurde beim Mangold im Laufe der Züchtung das Blattwachstum verbessert. Die üppigen Blätter und die leuchtenden Farben machen Mangold zu einem dekorativen Gemüse im Zier- oder Nutzgarten. Die Mangoldpflanze ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette mit aufrechten, 30 - 60 cm hohen Blättern aus. Die verdickte Wurzel lässt die Ähnlichkeit zur Rübe noch erahnen, sie ist jedoch nicht genießbar. Erst im zweiten Jahr fangen die Mangoldpflanzen an zu schießen, sie gehen in die Blüte und bilden Samen aus. Die großen Mangoldblätter erinnern an Spinat und lassen sich auch ebenso verwenden. Beide Gewächse gehören zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Bei den Mangoldsorten unterscheidet man grob zwischen Stiel- oder Rippenmangold (Flavescens-Gruppe) und dem Blatt- oder Schnittmangold (Cicla-Gruppe). Der Name verrät hierbei schon, welcher Teil der Pflanze primär verwendet wird. Es können jedoch von beiden Gruppierungen sowohl Stiel, als auch Blätter verzehrt werden.

Stielmangold bildet breite, fleischige Blattrippen aus. Bild von Couleur auf Pixabay

Mangoldsorten

Beim Stiel- und Rippenmangold wurden die Pflanzen primär auf fleischige, essbare Stiele gezüchtet, die Blätter werden jedoch ebenfalls verwendet. 'Walliser', 'Genfer' und 'Brilliant' gehören zu den Mangoldsorten mit weißem Stiel. Sie sind relativ schossfest und können bis zu 10 cm breite Blattrippen entwickeln. Im Geschmack sind sie eher mild und können ähnlich wie Spargel zubereitet werden. Eine weitere weiße Sorte ist 'Glatter Silber', sie ist besonders gut an sandige Böden angepasst. Wer es farbenfroher mag, kann zudem Mangoldsorten mit bunten Stielen auswählen. Die Sorten 'Bright Lights' und 'Five Colours' bringen Pflanzen hervor, dessen Stiele unterschiedliche Farben haben können. Es gibt sie in weiß, gelb, orange, rot und violett - so ergibt sich eine bunte Mischung im Gemüsebeet. Weitere bunte Sorten sind 'Golden' mit leuchtend gelben Stielen, sowie 'Feurio' und 'Roter Vulkan' mit feurig roten Blattrippen.

Beim Blatt- und Schnittmangold wird in der Regel nur das Blattgrün verwendet und ähnlich wie Spinat zubereitet. Die Stiele sind ebenfalls essbar, sie werden jedoch deutlich dünner als beim Stielmangold. Zu dieser Gruppierung gehören Sorten wie 'Hunsrücker Schnitt' und 'Grüner Schnitt'. Sie schmecken schön mild und sind meist winterfest. Reiner Blattmangold wird deutlich seltener kultiviert als Stielmangold. Die Sorte 'Lucullus' ist eine Zwischenform zwischen Stiel- und Blattmangold, bei der Stiel und Blätter verzehrt werden können.

Die farbenfrohen Stiele bunter Mangoldsorten sind wahre Hingucker im Gemüsebeet. Bild von thansi auf Pixabay

Der richtige Standort

Als blattreiches Gemüse benötigt Mangold einen gleichmäßig feuchten Boden, so bleiben die Blattstiele schön zart und die Blätter entfalten sich zu voller Größe. Der Boden sollte ähnlich wie bei der Roten Bete tiefgründig, humos und nährstoffreich sein. Im Anbau gleicht der Mangold seiner knolligen Verwandten, der Boden muss allerdings nicht so tiefgründig gelockert werden wie bei der Roten Bete. Zur Bodenlockerung empfehlen wir eine Grabgabel, auf Umgraben solltest du wenn möglich verzichten, da dies das Bodenleben zu sehr stört. In unserem Artikel zur Bodenverbesserung findest du weitere Infos, wie du deinen Boden schonend auflockern kannst. Wähle ein sonniges bis halbschattiges Beet, damit deine Mangoldpflanzen genügend Licht zur Verfügung haben. Arbeite außerdem etwas Kompost und Hornspäne in den Boden ein, um für eine gute Nährstoffgrundlage zu sorgen.

Mangold säen & vorziehen

Mangold kannst du direkt ins Beet säen oder in kleinen Töpfen vorziehen und später auspflanzen. Die Aussaat im Freiland beginnt ab Mitte April. Wer nicht so lange warten will, kann bereits ab Anfang April säen und die Samen anschließend mit einer Vliesauflage schützen. Säe Blattmangold in Reihen mit 30 cm Abstand, Stielmangold braucht mit 40 cm Abstand etwas mehr Platz. Nach dem Auflaufen der Jungpflanzen solltest du die Reihen ausdünnen, damit die Pflanzen nicht zu dicht stehen und sich gegenseitig einschränken.

Mangold pflanzen

Nach dem Vorziehen können die Setzlinge direkt im richtigen Abstand gepflanzt werden, dadurch ergeben sich gleichmäßige Bestände. In Reihen solltest du auf einen Abstand von 30 cm zwischen den Pflanzen und 40 cm zwischen den Reihen achten. Mangoldsetzlinge lassen sich alternativ auch vereinzelt in Mischkulturen integrieren und wirken sogar im Ziergarten äußerst dekorativ. Die buntstieligen Sorten sind hierbei mit ihren gelben, roten und violetten Stielen besondere Hingucker. Achte nach der Pflanzung unbedingt auf eine gute Bewässerung, damit die Jungpflanzen gut anwachsen können.

Mangold lässt sich leicht in Töpfen vorziehen und dann gezielt verpflanzen. Bild von MetsikGarden auf Pixabay

Mischkultur & Fruchtwechsel mit Mangold

Gute Nachbarn sind Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen, Kreuzblütler wie Brokkoli, Kohlrabi, Radieschen und Rettich, sowie Knoblauch, Möhren und Pastinaken.

Schlechte Nachbarn sind Tomaten, Gurken, Gartenkresse, Spinat, Rote Bete, Rucola und Schwarzwurzeln.

Fruchtwechsel: Achte beim Anbau von Mangold auf eine Anbaupause von 3 Jahren im selben Beet. Auch nahe Verwandte wie Spinat und Rote Bete solltest du erstmal meiden und an einem anderen Platz anbauen. Gute Vorkulturen sind Kohlarten, Gurken, Sellerie und Lauch. Als gute Folgekultur in der nächsten Saison eignen sich beispielsweise Kartoffeln.

Mangold pflegen & düngen

Mangold ist ein Mittelzehrer und gibt sich daher mit einer moderaten Düngung zufrieden. Vor der Aussaat bzw. bei der Pflanzung sorgen Kompost und Hornspäne für eine gute Nährstoffgrundlage. Bei sehr kräftigen Pflanzen kann in der Hauptsaison mit einem Schluck Pflanzenjauche nachgedüngt werden. Die Versorgung mit Kompost und Hornspänen reicht jedoch in der Regel aus. Achte in trockenen Phasen auf eine zusätzliche Bewässerung, damit der Ertrag und die Zartheit der Blätter nicht unter der Trockenheit leiden. Eine gute Wasserversorgung fördert das Wachstum, deshalb sollte auch nach der Ernte gut bewässert werden. Der Wassernachschub fördert den Neuaustrieb, sodass die Blätter im Inneren schnell nachwachsen. Mangold ist relativ kältetolerant und kann in milden Regionen über den Winter im Freiland bleiben. Wer ein Gewächshaus hat, kann die Pflanzen umsiedeln und so die Erntezeit bis tief in den Winter verlängern. Erfahre hier mehr zum Thema Gemüse im Winter anbauen.

Krankheiten & Schädlinge bei Mangold

Mangold ist im Vergleich zu anderen Gemüsearten relativ robust. Gelegentlich kann es zu einem Befall mit Mehltau kommen. Dieser Pilz bildet einen mehlig-weißen Belag auf den Blättern und ist meist auf zu geringe Pflanzabstände zurückzuführen. Eine Mischkultur mit Knoblauch kann durch die kräftigen ätherischen Öle vorbeugend wirken. Lichte zu dichte Bestände aus und sprühe mehrmals mit Knoblauchtee, um den Pilz zu vertreiben.

In der frühen Phase nach dem Setzen der Jungpflanzen treten oftmals Blattläuse auf. Ernte die äußeren Blätter deiner Pflanzen regelmäßig ab und rege das Wurzelwachstum durch gründliches Hacken an. Eine gleichmäßige Bewässerung sorgt anschließend für kräftigen Neuaustrieb. In der Regel stellen Blattläuse für gesunde Mangoldpflanzen keine große Herausforderung dar. Bei einem starken Befall kann jedoch das mehrmalige Sprühen mit Neem-Öl Abhilfe verschaffen.

Mangold hat eine dicke Wurzel, die die Verwandtschaft mit der wilden Rübe noch erahnen lässt. Bild von Couleur auf Pixabay

Mangold ernten & aufbewahren

Bereits zwei Monate nach der Aussaat kann das erste Mal vom Schnittmangold geerntet werden. Stielmangold benötigt etwas mehr Zeit, hier kannst du drei Monate nach der Aussaat mit der Ernte beginnen. Schneide dabei stets die äußeren Blätter zuerst ab und lasse das Innere unbeschadet, hier wächst die Pflanze kontinuierlich nach. Die Erntesaison erstreckt sich so von Juni bis zum Frosteinbruch im Spätherbst. Im Gewächshaus kann die Erntezeit bis tief in den Winter hinein verlängert werden.

Die großen Blätter von Mangold verlieren nach der Ernte schnell an Feuchtigkeit und beginnen zu welken. Achte darauf, frisch geernteten Mangold so schnell wie möglich zu verbrauchen, er ist nur kurze Zeit haltbar. Sauber abgeschnittene Stiele kannst du in Wasser stellen, so bleiben die Blätter über mehrere Tage schön knackig. Die Stiele weichen jedoch nach kurzer Zeit im Wasser auf und können zu faulen beginnen. Schneide die aufgeweichten Stellen deshalb bei längerer Lagerung und vor dem Verzehr großzügig ab. Alternativ dazu kann Mangold in ein feuchtes Tuch eingeschlagen oder in einem Lochbeutel im Kühlschrank aufbewahrt werden. Auch hier ist Mangold nur wenige Tage haltbar. Ganz geschnittene Pflanzen halten sich etwas länger und sind deshalb im Handel häufiger anzutreffen. Beim Anbau im eigenen Garten ist es jedoch zu empfehlen, immer nur so viel zu ernten, wie auch frisch verbraucht werden kann. Bei einer üppigen Ernte können sowohl Stiel-, als auch Blattmangold eingefroren werden. Die Blätter werden durch das Einfrieren matschig, lassen sich dann allerdings wie gefrorener Spinat zubereiten.

Mangold zubereiten

Mangold lässt sich vielfältig zubereiten. Die Blätter, die jung besonders zart schmecken, lassen sich ähnlich wie Spinat blanchieren. Die Stiele sind deutlich fester und müssen deshalb länger gegart werden als die Blätter. Fein geschnitten und in der Pfanne gebraten bereichert Mangold jede Gemüsepfanne, der Geschmack ist relativ mild und lässt sich so gut kombinieren. Auch als Füllung für eine Quiche oder zum Einfärben selbstgemachter Teigwaren (Blattgrün) eignet er sich ausgezeichnet. Mangold kann man auch roh essen, in der Regel wird das gesunde Gemüse jedoch gekocht. Es ist reich an Eiweiß und Vitaminen, außerdem liefert Mangold reichlich Folsäure, Natrium, Kalium, Jod, Magnesium und Eisen. Da Mangold zu den Blattgemüsen zählt, enthält er eine relativ große Menge an Nitrat. Nitrat ist an sich ungiftig, kann jedoch in gesundheitsschädliches Nitrit umgewandelt werden. Dies geschieht, wenn Mangold sehr langsam abkühlt oder über längere Zeit bei Zimmertemperatur steht. Kinder sollten deshalb keine aufgewärmten Gerichte mit Mangold oder Spinat essen, für Erwachsene ist das hingegen kein Problem. Auf zu häufiges Wiedererwärmen sollte dennoch verzichtet werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet beim Kochen stets etwas Zitronensaft, das Vitamin C verhindert nämlich die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit.

Mangoldblätter lassen sich wie Spinat in der Küche verwenden. Bild von Silviya Simeonova auf Pixabay

Mangold überwintern & vermehren

Mangold ist relativ winterhart und übersteht milde Winter ohne besonderen Schutz. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will, sollte die Pflanzen nach der letzten Ernte etwa 5 cm über dem Boden abschneiden. Anschließend kann der Strunk mitsamt der dicken Überdauerungswurzel mit Tannenreisig oder einem luft- und lichtdurchlässigen Vlies abgedeckt werden. Überwinterter Mangold treibt schon früh im Jahr erneut aus und liefert so frisches Blattgrün. Die Pflanzen können noch eine gewisse Zeit geerntet werden, bis sie schießen. Beim Schießen strecken sich die Pflanzen und bilden schließlich Samen an den langen, faserigen Stielen. Theoretisch können auch beim Schießen noch Blätter geerntet werden, sie sind jedoch leicht bitter und werden in der Regel nicht mehr verzehrt. Wer eigene Samen gewinnen will, lässt die geschossenen Mangoldpflanzen stehen, bis die Samen reif sind und die Pflanzen von alleine absterben. Da blühende Mangoldpflanzen sehr ausladend werden können, sollten nur wenige bis zur Samenreife gebracht werden.

Ich hoffe, du hast nun richtig Lust bekommen, selbst Mangold im Garten anzubauen. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org. Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die alphabeet-App für Android oder iOS herunter.

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