blog-article-banner-image

Mai im Garten: Das ist zu tun

28.04.2020 . Lesezeit: 9 Minuten

Hinter diesem Artikel

author image
Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Der Mai gibt den Startschuss in die Gartensaison, ab jetzt muss sich nicht mehr zurückgehalten werden. Die warme Maierde kann reichlich bepflanzt werden und es wird gesät, was das Herz begehrt. Doch welche Gartenarbeiten bringt der Mai sonst noch mit sich?

Sind die Eisheiligen noch aktuell?

Die Eisheiligen dienen Gärtnerinnen und Gärtnern seit Jahrhunderten als Richtwert. Danach bleibt das Wetter weitestgehend konstant und die Spätfröste sind überstanden. Ab Mitte Mai kann also nach Belieben alles gepflanzt und gesät werden, was dieses Jahr noch im Beet wachsen soll.

Es gibt viele Diskussionen darüber, ob die Eisheiligen auch in Zeiten des Klimawandels noch gültig sind. Der Klimawandel macht nämlich so manche alte Regel ungenau: Die Witterung und ihre Regelmäßigkeit verschieben sich. Es ist gut möglich, dass die Eisheiligen auch schon Wochen vor dem fixen Termin Mitte Mai stattgefunden haben. Dadurch verlängert sich die Vegetationsperiode und es kann schon früher ins Freiland gepflanzt werden. Wer nicht bis nach den Eisheiligen warten will sollte jedoch den Wetterbericht im Auge behalten! Sobald kühlere Nächte angekündigt werden, müssen die Jungpflanzen zusätzlich mit einem Vlies oder Ähnlichem geschützt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will wartet mit dem Auspflanzen von wärmebedürftigen Pflanzen lieber noch bis zur Monatsmitte.

Erste Ernten

Wer schon früh unter Folien oder im Frühbeet gesät hat kann sich bereits über die ersten Ernten freuen: Frischer Salat, zarte Radieschen und würzige Kräuter wachsen jetzt schon fleißig. Unter günstigen Umständen können Mairüben und Spinat ebenfalls geerntet werden. Rhababer hat jetzt Hochsaison, im Mai kann also noch köstlicher Rhababerkuchen und Kompott zubereitet werden!

Spinat
Spinat ist relativ unempfindlich gegen Kälte und kann deshalb schon früh gesät und geerntet werden.

Säen ins Freiland

  • Anfang Mai wird es höchste Zeit für die Aussaaten von Rosenkohl und Grünkohl. Wer die beiden Vertreter der Kohlgewächse nicht selbst säen will, kann auf dem Markt oder beim Gärtner Jungpflanzen zukaufen und diese bis spätestens (!) Mitte Juni auspflanzen.
  • Steckzwiebeln und Schalotten sollten nun ebenfalls in die Erde.
  • Allgemein kann ab jetzt großzügiger in die Saatgut-Sammlung gegriffen werden: Möhren, Erbsen, Zuckererbsen, Mangold, Melde, Kohlrabi, Brokkoli, Chicorée und Rote Bete können ebenfalls direkt ins Freiland gesät werden.
  • Für simple Mischkulturen werden die Lücken mit Spinat, Radieschen und Salat (z.B. Pflücksalat, Kopfsalat oder Eissalat) aufgefüllt. Dunkle, rotbraune Salatsorten wie Lollo Rossa oder roter Eichblattsalat sind besonders hitzebeständig und deshalb hervorragend für den Sommer geeignet.
  • In der ersten Maihälfte kannst du beginnen auch wärmebedürftige Gurken und Bohnen auszusäen. Bis die Samen gekeimt sind und die ersten Keimblätter die Erdoberfläche erreichen, sind die Eisheiligen meist vorüber. Wer noch Samen für Feuerbohnen zu Hause hat, kann diese ohne Bedenken schon aussäen. Sie sind sehr unempfindlich und robust. Weitere Infos zu den verschiedenen Bohnen-Variationen findest du hier.
  • Sofern nicht bereits geschehen, werden Anfang Mai noch Kräuter für die diesjährigen Mischkulturen ausgesät (z.B. Dill für Gurken, Bohnenkraut für Bohnen). Die Kräuter schützen ihre Gemüse-Nachbarn vor Schädlingen und unterstützen sie in ihrem gesunden Wachstum. Die Prinzipien der Mischkultur sind sehr einfach und dennoch so komplex in ihrer Wirkung. Neugierig? Mit nur einem Klick erfährst du alles wichtige zum Thema Mischkultur und wie diese praktisch anzuwenden ist.
  • Allgemein können jetzt einjährige Kräuter direkt an Ort und Stelle gesät werden. Vor allem für wärmeliebende Arten wie Bohnenkraut, Majoran und Portulak ist die Zeit jetzt besonders günstig. Je nach Bedarf kann Dill, Kerbel, Kresse und Rucola nachgesät werden.
Aussaat
Ab Mai können endlich auch wärmebedürftige Pflanzen ins Freiland gesät werden.
  • Aussaat von Sonnenblumen, Kapuzinerkresse und Ringelblume. Die Ringelblume, oft auch als Calendula bezeichnet, ist eine uralte Gartenpflanze aus der Familie der Korbblütler. Abgesehen von ihrer vielseitigen Anwendung in der Pflanzenheilkunde, soll sie auch auf den Boden eine heilende, schützende Wirkung haben. Aufgrund ihrer positiven Eigenschaften empfiehlt es sich Ringelblumen als Mischkultur im Beet einzusetzen. Auch Sonnenblumen und Kapuzinerkresse eignen sich sehr gut zur Ergänzung von Mischkulturen. Sonnenblumen haben beispielsweise einen positiven Effekt auf Gurken. Kapuzinerkresse wirkt sehr gut in Verbindung mit Kartoffeln, Tomaten und Stangenbohnen. Das aromatische Kraut hält Blutläuse, Raupen, Schnecken, Ameisen und Mäuse fern.
  • Kapuzinerkresse und andere rankende Pflanzen können nun ebenfalls zur Begrünung von Zäunen ausgebracht werden. Feuerbohnen sind mit ihren farbenfrohen Blüten ein sehr beliebter Sichtschutz, an dem sogar Gemüse wächst. Abgesehen davon eignen sich auch diverse Wicken und Winden als kletternde Begrünung im Garten, besonders bekannt ist hier die Prunkwinde.
  • Wer außerdem den (bestäubenden) Insekten einen Gefallen tun will, kann jetzt Samenmischungen für eine Blumenwiese ausbringen. Auch Gründüngung kann für Bienen & Co. sehr attraktiv sein: Senf, Lupinen und Phacelia bieten Insekten Nahrung und sind auch für uns Gärtner/Innen sehr nützlich. Bis das junge Grün richtig ausgetrieben ist, müssen die frisch ausgesäten Flächen gleichmäßig feucht gehalten werden.
  • Ende Mai können noch späte Möhren, Winterlauch, sowie schoßfester Fenchel gesät werden.
butterfly on flower
Blühmischungen ziehen die unterschiedlichsten Insekten an und bieten ihnen Nahrung. - Photo by Dominik QN

Pflanzen im Mai

  • In der warm-feuchten Maierde wachsen die meisten Setzlinge gut an. Salate, Kohl, Kohlrabi, Lauch, Sellerie dürfen schon ab Anfang Mai direkt ins Beet.
  • Falls du Gurken und Bohnen vorgezogen hast, diese erst nach den Eisheiligen ins Freiland pflanzen. Die warme Maisonne kann nämlich täuschen! Nachts kann es im Mai nochmal richtig kalt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen werden Tomaten, Paprika und Zucchini nie vor 15. Mai ins Freiland gepflanzt. Reserviere ihnen einen sonnigen, geschützten Platz im Garten.
  • Zuckermais und Artischocken lieben auch die Wärme und freuen sich über ein windgeschütztes Plätzchen.
  • Melonen und Auberginen werden am besten im Gewächshaus oder im Frühbeet groß gezogen. In rauen Gegenden sollten auch Tomaten und Paprika lieber im Schutz von Gewächshaus und Folie gepflanzt werden, sodass die Südländer es immer schön warm haben.
  • Tomaten dürfen nicht unter freiem Himmel stehen, da sie durch direkten Regen anfällig für Kraut- und Braunfäule werden. Wenn du sie also nicht ins Gewächshaus pflanzen willst, ist jetzt die Zeit um ein Tomatendach zu bauen.
  • Wer seinen Garten noch mit vorgezogenen Staudenkräutern aus der Gärtnerei bereichern will: Thymian, Salbei, Bergbohnenkraut, Zitronenmelisse, Minze, Estragon können jetzt gepflanzt werden und bringen so frische Würze in den Garten.
Salbei und Sonnenhut
Im Mai können Staudenkräuter wie der Salbei in den Garten gepflanzt werden.
  • Vom vorgezogenen Basilikum kann im Mai auch ein Teil ausgepflanzt werden. Es empfiehlt sich jedoch nicht alles auszupflanzen. In unangenehmen Sommern wächst das wärmebedürftige Kraut lieber im Topf auf einer geschützten Fensterbank.
  • Überwinterte Sträucher wie z.B. der Lorbeer können wieder raus an die frische Luft.
  • Erdbeeren pflanzen und pflegen: Anfang Mai können noch Monatserdbeeren und öftertragende Erdbeeren ausgepflanzt werden. Ein älteres Erdbeerbeet sollte mit Stroh gemulcht werden, damit die reifen Früchte später sauber und trocken bleiben. Das Stroh hält außerdem durch seine starre Struktur Schnecken ab. Reichblühende Erdbeerpflanzen können jetzt als "Mutterpflanze" gekennzeichnet werden. Im Sommer werden dann die "Kinder" abgetrennt und in ein neues Beet gepflanzt.
  • Späte Kartoffeln: In Landschaften mit einem kalten April können erst Anfang Mai die Kartoffel in die Erde gesteckt werden. Das Warten lohnt sich oft, denn in zu nasser, kalter Erde können die Knollen schnell faulen. Vorgekeimte Kartoffeln könne sich bei warmem Wetter und genügend Feuchtigkeit sehr rasch entwickeln. Sie überholen sogar oft die früh gelegten Kartoffeln, die wegen der kälteren Temperaturen ihr Wachstum verzögert haben.
Kartoffeln in der Erde
In kalten Gegenden lohnt es sich Kartoffeln erst später zu stecken, da sie sonst faulen.

Die Pflege nicht vergessen

  • Nicht nur die Gemüsepflanzen und Kräuter legen bei feucht-warmer Witterung richtig los, auch die Beikräuter sprießen eifrig. Jetzt solltest du auf jeden Fall dran bleiben und frisch bestellte Beete stets frei halten! So werden deine jungen Gemüsepflanzen nicht überwuchert und können sich frei entfalten.
  • Bei zu dicht aufgelaufenen Reihen von Rote Bete und Möhren werden einige Pflanzen herausgezupft, damit später kein Platzmangel entsteht.
  • Frühe Kartoffeln und Erbsen können das erste mal angehäufelt werden.
  • Der Mai ist außerdem optimal, um frisches Brennnesselgrün zu schneiden und daraus Jauche herzustellen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ansetzen von Brennesseljauche findest du hier.
  • Wer jetzt seine Beete mulcht, erspart sich später das häufige Gießen und Jäten. Mulch ist sehr vielseitig einsetzbar und kann im Garten wahre Wunder bewirken. Für einen schnellen Überblick zum Thema klicke hier.
Brennessel für Jauche
Damit deine Gemüsepflanzen bald frische Nährstoffe bekommen, kannst du jetzt Brennesseljauche ansetzen. - Photo by Paul M

Im Mai ist Garten-Hochsaison, da wird uns Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern auf jeden Fall nicht langweilig. Obwohl gerade viel zu tun ist, sollte der Spaß natürlich nie verloren gehen! Nach der Winterpause tut es auch einfach gut wieder viel Zeit im Garten zu verbringen und die bunten Gemüsebeete heranwachsen zu sehen.

Haben wir noch was vergessen? Was sind für dich klassische Gartenarbeiten im Mai? Schreib uns eine Mail an magazin@alphabeet.org. Um keinen Artikel mehr zu verpassen, folge uns auf Instagram und Facebook oder melde dich direkt zu unserem Newsletter an. Wir halten dich auf dem Laufenden!

alphabeet - Mit uns brauchst du keinen grünen Daumen!

Verpasse keine Updates!

Mit dem alphabeet Newsletter bekommst du alle wichtigen Updates und Magazin-Artikel direkt in dein Postfach.