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Marie

Marie (23) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.

Kürbispflanzen sind unkomplizierte und pflegeleichte Kulturen, die sich großer Beliebtheit in den Küchen und Hobbygärten erfreuen. Ihr Anbau sowie ihre Pflege ist einfach. Mit ihrem hohen Gehalt an Mineralen und Vitaminen in Kombination mit der langen Lagerfähigkeit sind sie besonders für Selbstversorger eine wahre Goldgrube für den Winter.

Auf einen Blick:

Licht: hoher Lichtbedarf, benötigen ein sonniges Plätzchen im Beet

Wasser: viel und gleichmäßig gießen, achte dabei immer darauf, dass keine Staunässe entsteht. Bei nassen Füßen reagiert die Kürbispflanze mit Fäulnis.

Temperatur: sehr wärmebedürftig, sollten in unseren Breiten nicht vor den Eisheiligen ausgepflanzt werden. Bei Temperaturen unter 5 °C verzögert sich die Entwicklung der Kürbispflanze

Nährstoffe: Starkzehrer, hoher Nährstoffbedarf

Boden: nährstoffreicher- und humoser Boden, bei der Bodenart sind Kürbisgewächse nicht besonders wählerisch und gedeihen auf lehmigen und sandigen Böden

Pflanzabstand: 1,5 bis 2,5 m zwischen den Reihen und 0,5 bis 1,5 m in der Reihe, je nach Wuchsform der Sorte

Pflanztiefe: 2 bis 3 cm, mit der Spitze nach unten säen

Allgemeines über die Kürbispflanze

Kürbisse gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Das Fruchtgemüse wächst in unseren Breiten meist einjährig und bildet an mehr oder weniger rankenden Trieben seine Früchte aus. Die krautige Pflanze wächst entweder als Kletterpflanze oder kriecht über den Boden. Aus botanischer Sicht sind ihre Früchte eigentlich Beeren. Tatsächlich ist der Kürbis die Pflanze mit den größten Beeren und größten Samen, die wir kennen. Diese Beeren werden Panzerbeeren genannt. Sie haben eine zähe und robuste Hülle, die das Fruchtfleisch mit den nährstoff- und ölreichen Kürbiskernen zuverlässig schützt. Ihre Form, Größe und Farbe kann je nach Sorte stark variieren.

Die Kürbispflanze bildet von Juni bis August wunderschöne goldgelbe Blüten aus. Alle Kürbisse sind einhäusig. Das bedeutet, dass jede Blüte entweder rein männlich oder rein weiblich ist. Die Blüten sind meist groß und besitzen einen auffälligen Blütenbecher. Äußerlich lassen sich die Blüten sehr gut voneinander unterscheiden. Die weiblichen Blüten tragen direkt unterhalb der Blüte bereits einen Fruchtansatz. Die männlichen Blüten sitzen an einem dünnen, haarigen Stiel. Aber auch die männlichen Blüten können in der Küche verwendet werden und sind eine Delikatesse aus dem eigenen Garten.

Herkunft

Kürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Man vermutet, dass seine ölhaltigen Kerne schon vor mehr als 10.000 Jahren zum Verzehr genutzt wurden. Mit dem steigenden Anbau durch den Menschen entwickelten sich neue Züchtungen der Kürbispflanze und das für uns giftige Alkaloid verschwand aus den Früchten und machte sie für uns genießbar. Die Kürbispflanze stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und wurde schon damals von indigenen Völkern in einer Milpa zusammen mit Mais und Bohnen angebaut. Bereits alte Kulturen wussten um den Mehrwert des Kürbisses, sei es in der Ernährung als Mineralstoff- und Vitaminlieferant oder als Partner für Pflanzen in einer Mischkultur.

Kürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und wurden bereits von den Indianern in einer Mischkultur mit Mais und Bohnen angebaut. Bild von Paul Rogé, CC BY 4.0 auf Wikimedia Commons.

Standort

Bevor du eine geeignete Sorte für dich findest, solltest du einen Platz suchen, an dem du deine Kürbispflanze später einpflanzen möchtest. Kürbisse benötigen je nach Sorte sehr viel Platz und gedeihen am besten auf tiefgründigen, humus- und nährstoffreichen Böden. Sie sind starkzehrende Pflanzen und brauchen daher besonders viele Nährstoffe zum Wachsen. Bereite den Boden daher gut mit Kompost vor. Bei der Bodenart hingegen, ist die Kürbispflanze nicht besonders wählerisch und gedeiht sowohl auf lehmigen, als auch auf sandigen Böden. Auf eher sandigen Böden musst du allerdings ein besonderes Auge darauf haben, dass sie nicht austrocknet. Alternativ kann man sie auch direkt am Fuße eines Kompostes einpflanzen. Durch die großen Blätter spendet sie so Schatten und verhindert, dass der Kompost austrocknet. Die Kürbispflanze selbst profitiert von dem nährstoffreichen Sickerwasser und der Wärme des Kompostes. Generell ist ein sonniger, aber windgeschützter Standort optimal zum Anbau von Kürbissen. Kürbiswurzeln sind nämlich ziemlich leicht zu brechen. Bei starkem Wind werden die großen Blätter bewegt, was besonders bei jungen Pflanzen zu Beschädigungen am Wurzelwerk und somit zu vermindertem Wachstum führen kann.

Kürbis-Sorten

Kürbisse findet man in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Geschmäckern. In einer Auswahl von über 850 Sorten unterschiedlichster Speise- und Zierkürbisse ist für jeden was dabei. Speisekürbisse haben im Laufe ihrer Entwicklung den giftigen Bitterstoff Cucurbitacin verloren, der Zierkürbisse für uns gifitig und somit ungenießbar macht. Aber auch Zierkürbisse erfreuen sich aufgrund ihres schönen Aussehens großer Beliebtheit. Bei dieser großen Vielfalt ist eine botanische Einteilung nicht ganz einfach. Hier in Deutschland werden hauptsächlich Speisekürbissse angebaut, die von dem Gartenkürbis (Cucurbita pepo), dem Moschuskürbis (Cucurbita moschata) und dem Riesenkürbis (Cucurbita maxima) abstammen. Weiter kann man zwischen Sommer- und Winterkürbis unterscheiden. Sommerkürbisse (z.B. Patisson- und Spaghettikürbis) haben eine dünne, weiche Schale, die zum Verzehr geeignet ist. Dadurch sind sie anfälliger für den Verderb und nur einige Tage haltbar. Winterkürbisse (z.B. Bischofsmütze, Butternuss-, Hokkaido- und Muskatkürbis) hingegen haben eine dickere, harte Schale, die nicht essbar ist. Dafür sind diese Kürbisse um ein vielfaches länger haltbar und können gut bis zu sechs Monate eingelagert werden. Einige Wintersorten, wie der Butternuss- oder Hokkaidokürbis bilden hier die Außnahme. Ihre Schale ist essbar und wird beim Kochen weich. Trotzdem kann man sie gut trocknen und lange lagern.

Hier ist ein kleiner Überblick von den beliebtesten essbaren Kürbissen, die gerne von Hobbygärtner:innen angebaut werden.

Bei über 850 Sorten an Zier- und Speisekürbissen gibt es die Frucht in allen möglichen Farben, Größen und Wuchsformen. Bild von Hans auf Pixabay.

Riesenkürbis (Cucurbita maxima)

  • Der Hokkaido-Kürbis ist der absolute Liebling unter den Kürbissorten. Mit einem Gewicht zwischen 1 bis 3 kg zählt dieser Riesenkürbis eher zu den kleineren Kürbissorten und eignet sich daher auch für den Anbau auf dem Balkon. Es gibt unterschiedlichste Sorten, die in ihrer Farbe von grün bis hin zu orange varriieren. Sorten wie ,,Uchiki Kuri", ,,Red Kuri" oder ,,Green Hokkaido" sind altbewährt und überzeugen jede/n Hobbygärtner:in mit ihrem nussigen Geschmack. Die Schale ist essbar und wird beim Kochen weich. Seine Früchte werden ab September bis hin zum ersten Frost geerntet und sind je nach Sorte rund 5 bis 6 Monate lagerfähig.
  • Die Bischofsmütze, auch bekannt als Turbankürbis, sehen wegen ihrer vielen Farben von weiß über orange bis zu grün besonders schön aus. Deswegen werden sie gerne als Zierkürbisse verwendet. Ihr schmackhaftes, süßes Fruchtfleisch eignet sich aber auch bestens zum Kochen und Backen. Die Ernte beginnt im September bis zum ersten Frost.
Der Hokkaido-Kürbis zählt zu unseren absoluten Lieblingen zum Anbau im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Bild von pixel2013 auf Pixabay.

Gartenkürbisse (Cucurbita pepo)

  • Den Patisson-Kürbis gibt es in verschiedenen Farben. Von weißen, über gelbe und grüne sowie gestreifte oder gesprenkelte Exemplare ist wirklich alles mit dabei. Auch dieser Kürbis kann mit Schale gegessen werden, vorrausgesetzt er wurde früh geerntet. Wegen der weichen Schale ist dieser Kürbis nur bis zu 2 Monate lagerfähig. Die Erntezeit beginnt ab Juli bis Oktober. Der Geschmack der Frucht erinnert an den einer Zucchini.
  • Die Zucchini ist ebenfalls eine Unterart des Gartenkürbisses und Teil der Familie der Kürbisgewächse. Zucchinis gibt es in verschiedensten Formen und Farben. Neben den klassisch grünen Sorten gibt es sie in weiß oder gelb. Besonders beliebt bei Hobbygärtner:innen sind hier die gelben, länglichen Früchte der Sorte ,,Gold Rush".
  • Der Spaghettikürbis zeichnet sich durch sein besonderes Fruchtfleisch aus, das beim Kochen in Spaghetti-ähnliche Fasern zerfällt. Sein Fruchtfleisch ist hellgelb und hat ein nussiges Aroma. Von außen ist er zunächst cremefarben und wird schließlich gelb. Er erreicht ein Gewicht zwischen 1 bis 3 kg. Seine Früchte kann man ab August bis in den Spätherbst hinein ernten und sind 5 bis 9 Monate lagerfähig.
Der Spaghettikürbis zeichnet sich durch sein besonderes Fruchtfleisch aus, das beim Kochen in Spaghetti-ähnliche Fasern zerfällt. Bild von Minikuerbisfarm auf Wikimedia Commons.

Moschuskürbisse (Cucurbita moschata)

  • Der Birnen- oder Butternuss-Kürbis (engl. Butternut) hat eine glatte, leicht gelbe Schale mit hellorangenem, leicht süßlichem Fruchtfleisch. Diese Kürbisse bleiben zwischen 0,5 bis 2,5 kg schwer und somit relativ klein. Er enthält besonders wenige Kerne. Frisch geerntet kann man die Schale des Birnenkürbis mitessen. Seine Früchte kann man von August bis September ernten.
  • Muskatkürbisse (Muscat de Provence) werden bis zu 50 cm groß und zwischen 5 und 30 kg schwer. Im unreifen Zustand sind sie dunkelgrün und färben sich mit der Reife langsam hellbraun-orange. Ihr Fruchtfleisch schmeckt nussig, fruchtig mit einer leichten Muskatnote. Die harte Schale muss beim Kochen entfernt werden, allerdings macht sie sie besonders lange lagerfähig (8-10 Monate). Die Ernte beginnt ab August bis Oktober. Unser Tipp: Durch ihre harte Schale kann man sie ausgehöhlt als Suppenschüssel oder Schale verwenden.

Die Zucchini ist Teil der Familie der Kürbisgewächse. Neben der klassischen grünen Sorte gibt es sie in weiß oder gelb. Bild von Efraimstochter auf Pixabay.

Kürbis anpflanzen

Kürbisse sind aufgrund ihrer tropischen Herkunft wärmeliebende Pflanzen. Aus diesem Grund ist es in unseren Breiten von Vorteil sie Zuhause vorzuziehen, um sie nach den Eisheiligen auspflanzen zu können. Bei Temperaturen unter 5 °C leidet die Entwicklung der jungen Pflanzen und schließlich deine Ernte unter dem Mangel an Wärme. Wohnst du in einer wärmeren Gegend kannst du die nächsten Punkte überspringen und deine Kürbissamen direkt im Freiland aussäen.

Vorzucht

Damit du Mitte Mai starke Jungpflanzen auspflanzen kannst, solltest du je nach Sorte und Umgebungsbedingungen etwa 2 bis 4 Wochen vor den letzten Frösten mit einer Vorkultur starten. Lege ab Mitte/Ende April jeweils einen Samen mit der Spitze nach unten etwa 2 bis 3 cm tief in einen kleinen Topf mit Anzuchterde. Kürbissamen werden direkt einzeln ausgesät und nicht pikiert, da die Wurzeln der Kürbispflanze zerbrechlich sind und das Pikieren nicht gut vertragen. Besser ist es daher jedem Samen einen eigenen Topf zu geben. Bei Temperaturen zwischen 20 bis 24 °C keimen die Samen in der Regel innerhalb einer Woche. Um die Keimtemperaturen zu erreichen, kann ein Glas oder eine Folie über dem Topf helfen. Nach der Keimung reichen den Keimlingen dann kühlere Temperaturen zwischen 16 und 20 °C.

Die wärmeliebende Kürbispflanze braucht Keimtemperaturen zwischen 20 und 24 °C und wird in unseren Breiten ab April zuhause vorgezogen. Bild von AllNikArt auf Pixabay.

Bodenvorbereitung

Zur Bodenvorbereitung wird der Boden gut aufgelockert und mit Kompost oder Mist aufbereitet. Falls du etwas kühler wohnst kannst du zusätzlich den Boden aufhügeln und mit schwarzer Folie bedecken. Diese Folie kann aus Plastik sein, besser wäre eine Folie aus abbaubarem Material. Dadurch werden Nährstoffe aus der abbaubaren Folie in den Boden zurückgeführt und sie funktioniert eher wie eine Mulch-Schicht. Bei einer Plastikfolie läufst du Gefahr, dass diese sich mit der Zeit zersetzt und Mikroplastik in deinem Gartenboden hinterlässt. Durch die schwarze Folie wird mehr Wärme angezogen und weniger Wasser verdunstet. Das ist besonders gut für den wärme- und feuchtigkeitsliebenden Kürbis. Außerdem unterdrückt die Folie unerwünschte Beikräuter, die eine Konkurrenz für den flachwurzelnden Kürbis darstellen. An den Pflanzstellen werden dann Schlitze geschnitten, an denen du die Jungpflanzen später aussetzen kannst.

Abhärten

Vor dem Umzug von der Fensterbank ins Freie werden die Kürbis-Jungpflanzen abgehärtet. Stelle sie hierfür für einige Tage bis eine Woche lang ins Freie. Setze die Pflanzen zunächst keinem direkten Sonnenlicht oder Regen aus, sondern stelle sie an einen halbschattigen, windgeschützten Ort. Sie sollen vorsichtig an das Außenklima mit den Temperaturschwankungen und der Witterung gewöhnt werden. Schritt-für-Schritt kannst du die Pflanze nun länger draußen stehen lassen und ihr auch mal ein paar Stunden direktes Sonnenlicht geben. Gegen Ende sollten sie dann sogar die Nächte draußen verbringen, wobei du sie in kühleren Nächten auf jeden Fall mit einem Vlies schützen solltest.

Pflanzung

Jungpflanzen, die zwei bis drei gut entwickelte Laubblätter haben sowie bereits einen gut entwickelten Wurzelballen, sind bereit für den Umzug ins Freie. Pflanze sie in den vorbereiteten Boden und setze sie dabei tiefer in die Erde wie zuvor. Kürbispflanzen bilden dort, wo der Stängel unter der Erde liegt, neue Wurzeln (Adventivwurzeln), die ihnen mehr Stabilität geben. Das ist besonders bei den großen Blättern von Vorteil, die leicht vom Wind oder anderen Umwelteinflüssen bewegt werden. Gieße zu guter Letzt die Pflanze gut an und bringe eine Mulch-Schicht aus Stroh aus. Der Reihenabstand ist bei den Kürbispflanzen relativ groß zu wählen und du solltest ihnen mindestens 1,5 bis 2,5 m zwischen den Reihen sowie 0,5 bis 1,5 m in der Reihe geben. Bei Kürbisspflanzen ist es wichtig je nach Sorte und Wuchsform, den einzelnen Pflanzen genug Platz zu geben, damit sie genug Früchte ansetzt und ausbildet.

Kürbisse sind stattliche Pflanzen, die genügend Platz in der Reihe und zwischen den Reihen brauchen, um sich zu entfalten. Bild von derRenner auf Pixabay.

Direktsaat

Je nach Standort kann mit einer Aussaat ins Freie nach den letzten Nachtfrösten begonnen werden. In unseren Breiten ist das nach den Eisheiligen möglich (Mitte Mai). Kürbissamen keimen erst ab einer Bodentemperatur von mindestens 10 bis 15 °C. Die Keimlinge und Jungpflanzen stehen ganz oben auf dem Speiseplan von Schnecken und freuen sich über einen Schneckenzaun oder ein Frühbeet bis sie stark genug sind, um den Weichtieren stand zu halten.

Anbau auf dem Balkon

Kürbisse können auch auf dem Balkon angebaut werden. Hierfür eignen sich besonders kleinwüchsige Sorten, wie der Mini-Hokkaido Zora oder der Butternut Waltham. Nach einer Vorzucht ab Mitte April können die Jungpflanzen vier Wochen später auf den Balkon umziehen. Die Kürbispflanze benötigt einen großen Topf mit 60 bis 90 Litern Volumen, der mit nährstoffreichem Substrat gefüllt ist und mit reichlich Kompost angereicht wurde. Kürbisse reagieren zudem sehr empfindlich auf Staunässe. Das Wasser sollte immer gut ablaufen können. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du deine Kürbispflanzen an das Außenklima und stellst sie jeden Tag für ein paar Stunden auf den Balkon. Der Standort zum Abhärten sollte windgeschützt und halbschattig sein. Nach etwa einer Woche kannst du die Jungpflanze in den großen Topf pflanzen und an ein sonniges, aber windgeschütztes Plätzchen stellen.

Kürbispflanzen stehen ganz oben auf dem Speiseplan von Schnecken und freuen sich bei einer Direktsaat ins Freie über ein Frühbeet oder einen Schneckenzaun zum Schutz vor den gefräßigen Weichtieren. Bild von MariaGodfrida auf Pixabay.

Kürbis vermehren

Wie du bereits weißt, sind Zierkürbisse nicht essbar und sogar giftig für den Menschen. Bei der Vermehrung von Kürbissen aus Samen, die du selbst aus einem Speisekürbis gesammelt hast, ist Vorsicht geboten! Durch Rückmutationen oder Kreuzungen mit Wildsorten können die Pflanzen wieder eine gesundheitsschädliche Menge an Cucurbitacin aufweisen. Wenn dein Kürbis aus einer selbstgezogenen Pflanze also bitter schmeckt, solltest du ihn lieber nicht essen. Früchte mit zu hohem Bitterstoffanteil können zu Übelkeit, Erbrechen und Darmbeschwerden führen. Besser ist es, Saatgut zu kaufen. So bist du auf der sicheren Seite und hast die Gewissheit, dass die Kürbisse später genießbar und gesundheitlich unbedenklich sind.

Kürbisse in einer Mischkultur anbauen

Kürbisse eignen sich besonders gut als Bodendecker in einer Mischkultur. Innerhalb einer Saison können sie eine Fläche von bis zu drei Quadratmetern erobern und mit ihren großen Blättern Schatten spenden. Dadurch verdunstet weniger Wasser aus dem Erdreich und der Boden ist geschützt vor Wind- und Wassererosion.

Kürbisse eignen sich besonders gut als Bodendecker in einer Mischkultur und schützen den Boden so vor Verdunstung und Wind- oder Wassererosion. Bild von rauschenberger auf Pixabay.

Gute Nachbarn

  • Erbsen, Stangenbohnen, Mais, Sonnenblumen, Kresse, Oregano, Ackerbohnen, Ringelblume
  • Kürbisse vertragen sich mit sich selbst und anderen Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae), also Gurken, Melonen und Zucchinis

Schlechte Nachbarn

  • Zwiebeln, Kartoffeln, Gurken, Dill, Liebstöckel, Topinambur, Stab- und Strauchtomaten

Fruchtwechsel

  • Eine Pause von 4 Jahren zwischen dem Anbau von einem Vertreter aus der Kürbisfamilie (Kürbis, Gurke, Zucchini oder Melonen) auf einer Fläche ist sinnvoll und ratsam. Generell sollte in der Fruchtfolge zwischen einem Starkzehrer (z.B. Kürbis) im ersten Jahr, einem Mittelzehrer (z.B. Karotten) im zweiten Jahr und einem Schwachzehrer (z.B. Radieschen) oder einer Gründüngung im dritten Jahr gewechselt werden. Ansonsten riskierst du, deinen Gartenboden auszulaugen. Kürbisse sind Starkzehrer und profitieren von einer Gründüngung im vorherigen Jahr. Um den Boden einen Teil der Nährstoffe zurückzugeben, kannst du die großen Blätter der Kürbispflanze nach der Ernte in den Boden einarbeiten.

Kürbis richtig pflegen

  • Kürbisse benötigen die ganze Saison über viel und gleichmäßig Wasser um gut gedeihen zu können und viele Früchte auszubilden. Die Früchte der Kürbispflanze bestehen nämlich aus bis zu 90 % Wasser. Da leuchtet es direkt ein, wieso die Pflanze bei Wassermangel keine Früchte ausbilden kann. Wie die meisten Pflanzen reagiert sie empfindlich auf Staunässe und ihre Wurzeln beginnen zu faulen. Da die Blätter der Kürbispflanze behaart sind, solltest du beim Gießen auf diese acht geben und sie nicht mit dem Gießwasser treffen. Ansonsten riskierst du Verbrennungen durch das Sonnenlicht.
Die Früchte der Kürbispflanze bestehen zu 90 % aus Wasser und benötigen für eine gute Entwicklung viel und gleichmäßig Wasser. Bild von Ivan Horvat auf Pixabay.
  • Mit ihrem flachen, aber ausgedehnten Wurzelwerk gehören Kürbisse zu den Flachwurzlern. In Kombination mit dem hohen Wasserbedarf ist eine Mulch-Schicht mit etwas Stroh zu Beginn besonders wichtig, um die Pflanze vor dem Austrocknen zu schützen. Später, wenn die Kürbispflanze größer ist und den Boden bedeckt, spenden ihre Blätter selbst genug Schatten um den Boden vor dem Austrocknen zu schützen.
  • Kürbispflanzen wachsen sehr schnell und benötigen daher sehr viele Nährstoffe. Dünge sie etwa alle drei bis vier Wochen mit organischem Flüssigdünger, Kompost oder einmalig mit einem Langzeitdünger (Terra Preta). Wenn du dein Beet ordentlich mit Kompost vorbereitet hast, reicht eine gelegentliche Düngung mit verdünnter Brennnesseljauche. Alternativ kannst du, wie bereits oben erwähnt, deinen Kürbis direkt am Fuße eines Kompost anbauen. Dann ist keine Düngung nötig.
  • Die wuchernden Ausläufer können sehr viel Platz beanspruchen und sollten bei Bedarf gekürzt werden. Bedenke aber, dass die Kürbispflanze zum Entwickeln von Früchten auch genügend Blätter und Wurzeln braucht, um die Nährstoffe dafür umzuwandeln. Musst du also Triebe kürzen, solltest du stets darauf achten, nicht zuviel abzuschneiden. Ist der Platz knapp, kannst du im Juni bei bereits größeren Kürbispflanzen mit drei bis fünf Blättern pro Trieb auf zwei Blätter kürzen. Bei Platzmangel kannst du stattdessen auch direkt ein Gerüst anbringen und den Kürbis in die Höhe lenken.
  • Durch das Ausgeizen kann die Energie der Pflanze gezielt in einzelne Früchte und so deren Wachstum und Größe gelenkt werden. Dabei entfernst du neue Triebe, die aus den Blattachseln wachsen, um sich weiter zu verzweigen und auszudehnen. Natürlich kann man die Kürbispflanze auch wachsen lassen. Dann erhält man viele kleine Kürbisse, da ihre Energie auf alle Triebe gleichmäßig verteilt wird. Möchtest du eher wenige, aber dafür große Kürbisse kannst du diese neuen Triebe entfernen. Das Ausgeizen bei Kürbissen ist bei weitem nicht so häufig nötig, wie bei den Tomaten. Es reicht, wenn du dir im Juli an ein bis zwei Tagen Zeit nimmst auszugeizen.
Durch das Ausgeizen und kürzen der Triebe kannst du die Größe und Anzahl deiner Kürbisse beeinflussen. Bild von ulleo aus Pixabay.
  • Wenn die Kürbisse ihre Endgröße erreicht haben, werden die Früchte zum weiteren Ausreifen auf eine trockene Unterlage gelegt. Das soll Fäulnis verhindern und verlängert die Lagerfähigkeit der Kürbisse. Lege die Früchte mit dem Stängel nach oben auf eine Unterlage aus Holz, Stroh oder Stein. So reifen sie gut aus und bekommen eine gleichmäßige Form.

Krankheiten

Zum Glück für alle Hobbygärtner:innen sind Kürbisse sehr robuste Pflanzen, die wenig anfällig für Krankheiten sind. Im Spätsommer werden sie zwar oft vom Echten oder Falschen Mehltau heimgesucht, ansonsten gibt es aber wenige Krankheiten, die du zu befürchten hast. Selbst der Echte Mehltau, der einen weißen Pilzbelag auf der Pflanze und der Oberseite der Blätter hinterlässt, schadet deiner Ernte nicht.

Kürbis ernten und lagern

Ernte

Der Zeitpunkt der Ernte hängt vorallem davon ab, ob es ein Sommerkürbis mit dünner Schale oder ein Lagerkürbis, also ein Winterkürbis mit dicker Schale ist. Sommerkürbisse werden meist recht jung geerntet und lassen sich daher nicht solange lagern. Wohingegen Lagerkürbisse lange an der Pflanze ausreifen, um dann im vollreifen Zustand getrocknet und eingelagert zu werden. Grundsätzlich sollten alle Kürbisse vor den ersten Frösten geerntet werden.

Sommerkürbisse sowie erste Zucchinis können schon 4 bis 6 Wochen nach der Pflanzung bzw. 6 bis 8 Wochen nach der Direktsaat geerntet werden. Die ersten Einzelfrüchte dieser Pflanzen solltest du nicht zu groß werden lassen. Ansonsten riskierst du, dass deiner Pflanze die Kraft ausgeht um neue Blüten zu Früchten auszubilden. Winterkürbisse, wie der Spaghettikürbis sollten vor dem ersten Nachtfrost geerntet werden. Schon leichte Fröste setzen der tropischen Pflanze stark zu und das Blattwerk wird zerstört.

Einen reifen Kürbis erkennst du an dem verholzten, braun-verfärbten Stiel und an dem hohlen Klang, wenn du ihn mit der Faust anklopfst. Bei der Ernte sollte der Stiel immer am Kürbis bleiben, damit keine Bakterien oder Schaderreger in die Frucht gelangen können. Schneide den Kürbis daher mit einem scharfen Messer am oberen Ende des Stiels ab und lege ihn auf einen trockenen Untergrund (Stein, Holz oder Plane). Liegt er auf der feuchten Erde beginnt er schnell zu faulen und ist nicht mehr lagerfähig.

Lasse frisch geerntete Kürbisse auf einem trockenen Untergrund nachreifen. Ansonsten neigen sie zu Fäulnisbildung und der Kürbis kann nichtmehr eingelagert werden. Bild von congerdesign auf Pixabay.

Lagerung

Die frischen Kürbisse werden zuerst trocken und warm in einem Zimmer oder einem Gewächshaus aufbewahrt, bis die Schale ausgehärtet ist und sich mit dem Fingernagel nichtmehr verletzten lässt. Ist die Schale hart, müssen die Panzerbeeren in einem kühlen, gut durchlüfteten Lagerraum mit 10 - 15 °C eingelagert werden. Für eine lange Lagerung darf die Schale keine Kratzer oder Dellen aufweisen und der Stielansatz sollte ebenfalls unbeschädigt sein. Am Besten man hängt sie in Netzen oder Kisten über dem Boden auf, damit eine gute Luftzirkulation gewährleistet ist. So sind sie je nach Sorte etwa drei bis sechs Monate lagerfähig (manche Sorten sogar länger). Eine andere Alternative ist das Einfrieren. Diese Methode eignet sich auch für Sommerkürbisse und man kann sehr lange von seiner Ernte zehren. Dazu wird die Frucht kleingeschnitten, zwei Minuten blanchiert und anschließend eingefroren. Um die Kürbisse später wieder zu verwenden dünstet man sie unaufgetaut. Da die Kürbisernte oft üppig ausfällt, kann man zusätzlich noch Kürbisse einlegen oder zu Kompott verarbeiten.

Ich hoffe, du hast einen Überblick über den Anbau von Kürbissen erhalten. Probier's gerne in deinem eigenen Garten oder auf deinem Balkon aus und berichte uns von deinen Erfahrungen! Bei Fragen, Problemen oder Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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Titelbild von ulleo aus Pixabay.

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