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Marie

Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.

Eine Kräuterspirale oder Kräuterschnecke im eigenen Garten wünscht sich wohl jede:r Kräuterliebhaber:in. Dort finden unterschiedlichste Kräuter auf kleinstem Raum Platz, die du in der Küche als Gewürz- oder auch als Heilpflanzen verwenden kannst. Zudem macht eine Kräuterspirale im Garten einiges her, vor allem wenn im Sommer die ersten Kräuter zu blühen beginnen und Insekten angelockt werden. In diesem Artikel erfährst du, wie du eine eigene Kräuterspirale anlegst und bepflanzst.

Auf einen Blick:

Kräuterspirale anlegen - Anleitung

  • Standort: vollsonnig und warm
  • Maße: höchster Punkt bei 80 cm, Durchmesser 2 bis 3 m
  • Material: faustdicke Steine, Kies, Schotter, Kompost, Sand, humose Erde, Teichfolie
  1. Grundriss markieren
  2. Mutterboden spatentief umgraben und Grasnarben verkehrtherum drauflegen
  3. Schotterfundament aus Kies aufbringen
  4. Stützmauer bauen
  5. groben Kies einfüllen (in der Mitte 40 cm hohe Schicht, die nach außen hin dünner wird)
  6. Erde auffüllen (Zonenunterschiede beachten!)
  7. Alternativ: Teich anlegen
  8. Zurücklehnen und Warten, nach 5 bis 10 Tagen kannst du deine Kräuterspirale bepflanzen

Kräuterspiralen bieten zahlreichen Kräutern Platz

Eine Kräuterschnecke unterscheidet sich zu einem klassischen Kräuterbeet hauptsächlich in der Bauweise. Durch ihren schneckenartigen Aufbau, in dem gestaffelt unterschiedliche Boden- und Standortbedingungen geschaffen werden können, finden unterschiedlichste Kräuter optimale Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen. Ganz oben, in der Mitte der Schnecke, können mediterrane, sonnenliebende Kräuter gepflanzt werden. Nach außen hin fällt die Spirale ab, bis sie den Boden erreicht. Dadurch werden innerhalb der Spirale verschiedene Feuchtigkeitszonen geschaffen, die mit unterschiedlichen Substraten ergänzt werden. So kann zugleich ein Plätzchen für mediterrane sowie heimische und wasserliebende Kräuter geschaffen werden.

Durch den schneckenartigen Aufbau werden unterschiedliche Standortbedingungen geschaffen. Bild von PermaKulturgut.de, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Kräuterspirale anlegen - Der richtige Standort

Kräuterspirale im Garten

In einer Kräuterspirale finden unterschiedlichste Kräuter einen Platz, die normalerweise nicht an ein und demselben Standort wachsen würden. Mediterrane Sonnenanbeter wie Rosmarin, Lavendel oder Thymian mögen es warm und sonnig und wollen Richtung Süden stehen. Der höchste Teil sollte demnach nach Süden ausgerichtet werden und der niedrigste Teil nach Norden. Denn hier werden Kräuter gepflanzt, die gerne nasse Füße haben und auch gerne mal im Halbschatten stehen. Im Allgemeinen bevorzugen aber die meisten Kräuter einen geschützten, vollsonnigen Standort und viel Wärme.

Kräuterspiralen auf dem Balkon

Kräuterschnecken benötigen viel Platz und zudem eine sonnige Lage Richtung Süden. Deswegen ist nicht jeder Balkon geeignet. Wenn beides für dich zutrifft, kannst du mit der Planung beginnen, wobei du hier unbedingt die Tragfähigkeit deines Balkons berücksichtigen musst. Als Baumaterial eignet sich hier leichteres Material wie Holz besser.

Kräuterspirale anlegen - Eine Anleitung

Wenn du ein geeignetes Plätzchen gefunden hast, kannst du mit der weiteren Planung beginnen und die Größe festlegen. Hier kommt es auch ganz darauf an, wie viele Pflanzen du später in die Kräuterspirale pflanzen möchtest.

Diese Anleitung ist für eine Kräuterspirale, in der du später etwa 12 Pflanzen kultivieren kannst. Plane hierfür genug Platz ein, damit die Kräuter sich entfalten können und du sie reich beernten kannst. Der höchste Punkt liegt bei etwa 80 cm und der Durchmesser sollte 2 bis 3 m betragen. Natürlich kannst du die Kräuterspirale an deinen Garten oder Balkon anpassen und beliebig kleiner oder größer gestalten.

Du kannst deine Kräuterspirale ganz indivivuell in der Größe an deinen Garten oder Balkon anpassen. Bild von Anita Menger auf Pixabay.

Material:

  • Mauersteine oder Natursteine, die mindestens faustdick sind
  • Kies und Schotter
  • Kompost, humose Erde und Sand
  • alternativ: Teichfolie oder Kübel

Anleitung:

1) Suche dir ein geeignetes Plätzchen wie oben beschrieben und markiere den Grundriss deiner Kräuterspirale auf dem Boden, sie sollte zwei Windungen haben. Das machst du am besten mit Pflöcken, zwischen die du eine Schnur spannst

2) Nun gräbst du den Mutterboden innerhalb der Abgrenzungen spatentief um und legst die Grasnarben verkertherum auf den Boden

3) Die Grundfläche bedeckst du nun mit Kies oder Bauschutt, um ein Fundament als stabile Basis für die Mauer zu schaffen. Außerdem wirkt dieses Schotterfundament wie eine Drainage, so kann keine Staunässe entstehen

4) Als Nächstes baust du die spiralförmige Stützmauer. Hierfür stapelst du einfach die Mauer- oder Natursteine aufeinander. Beginne mit der ersten Reihe an Steinen, um die komplette Form der Spirale zu legen. Die Stützmauer wird von außen nach innen immer höher und erreicht in der Mitte ihren höchsten Punkt bei etwa 80 cm. In den Lücken finden Gartentiere wie Eidechsen oder Blindschleichen ein Zuhause und mit der Zeit siedeln sich dort auch Pflanzen an. Du kannst auch schon von Beginn an in den Lücken Erdbeeren, Dost oder Thymian säen

5) Wenn dein Grundgerüst stabil steht, füllst du zuerst groben Kies oder Schotter hinein. In der Mitte kannst du ruhig eine 40 cm dicke Schicht aufbringen, die nach außen hin immer dünner wird und schließlich mit dem Teich ausläuft

6) Anschließend füllst du die Erde auf. Hierfür verwendest du auf keinen Fall Einheitserde, denn das Ziel sind unterschiedliche Bereiche:

  • Für die oberste Zone (mediterrane Zone) vermischt du Gartenerde zur Hälfte mit Sand und falls dein Gartenboden besonders lehmig ist zusätzlich mit Kies. Nach unten hin wird der Sandanteil stetig weniger, das ist dann der Übergang in die gemäßigte Zone der Kräuterschnecke
  • Im mittleren Bereich (gemäßigte Zone) wird die Gartenerde mit Kompost und humoser Erde angereichert, hierbei steigt der Anteil nach unten hin an
  • Die Spirale endet mit der feuchten Zone. Hier besteht die Mischung nurnoch aus humoser Erde und Kompost

7) Alternativ kannst du am Fuße der Spirale einen kleinen Teich etablieren. Hierfür kannst du einen Kübel nehmen oder ein etwa 40 cm tiefes Loch graben, das du mit Teichfolie auskleidest. Damit die Folie besser aufliegt, schüttest du davor und danach eine dünne Schicht Sand in das Loch. Auf den Folienrand kannst du große Steine legen, um ihn zu befestigen

8) Wenn deine Kräuterschnecke aufgebaut und befüllt ist, ist die Arbeit getan und du kannst dich erstmal zurücklehnen. Gib der Erde etwas Zeit zu sacken. Nach ein paar Regenschauern (wenn es zu trocken ist, solltest du hin und wieder gießen) kannst du sehen, ob du vielleicht mehr Erde nachfüllen musst oder nicht

9) Nach 5 - 10 Tagen kannst du deine Kräuterspirale bepflanzen

Kräuterspirale bepflanzen

Zum Bepflanzen deiner Kräuterspirale ist der Frühling der beste Zeitpunkt, so haben die Kräuter den ganzen Sommer Zeit gut anzuwachsen, bevor der kalte Winter kommt. Zudem sind einige Kräuter nur bedingt winterhart und müssen im Winter abgedeckt werden oder ziehen sich in den Boden zurück. Falls du dennoch im Herbst bepflanzen möchtest, solltest du diese Kräuter erst im Frühjahr nachpflanzen. Zum Bepflanzen holst du dir am besten schon vorgezogene Jungpflanzen in Bio-Qualität auf dem Markt oder ähnlichem. Denn das Vorziehen vieler Kräuter nimmt viel Zeit in Anspruch, vor allem bei den wärmeliebenden Kräutern.

Kaufe dir am besten Bio-Setzlinge für das Bepflanzen deiner Kräuterspirale. Bild von congerdesign auf Pixabay.

Die vier Zonen einer Kräuterspirale

Zone 1: Die Sonnenanbeter

Der oberste Bereich ist die mediterrane Zone. Hier finden wärmeliebende Pflanzen ein Plätzchen, die am liebsten auf durchlässigen, kargen, leichten Böden wachsen.

Rosmarin (Salvia rosmarinus): 25 x 25 cm

  • Gute Nachbarn: Oregano, Salbei, Thymian
  • Schlechte Nachbarn: Schnittlauch

Lavendel (Lavandula angustifolia): 40 x 30 cm

  • Gute Nachbarn: Thymian, Salbei, Currykraut, Oregano, Ysop
  • Schlechte Nachbarn: Petersilie

Currykraut (Helichysum italicum): 30 x 30 cm

  • Gute Nachbarn: Bohnenkraut, Lavendel, Salbei, Thymian

Thymian (Thymus): 25 x 30 cm

  • Gute Nachbarn: Bohnenkraut, Estragon, Melisse, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Ysop
  • Schlechte Nachbarn: Basilikum, Dill, Majoran, Minze

Bohnenkraut (Satureja): 20 x 25 cm

  • Gute Nachbarn: Oregano, Salbei, Thymian
  • Schlechte Nachbarn: Basilikum, Minze

Rosmarin und Thymian vertragen sich gut und können aufgrund ähnlicher Bedürfnisse in der Kräuterspirale nebeneinander gepflanzt werden. Bild von stux auf Pixabay.

Zone 2: Die Hungrigen

In der Mitte findest du die gemäßigte Zone, die an den mediterranen Bereich anknüpft. Hier kannst du Kräuter pflanzen, die eher gerne auf mittelschweren Böden gedeihen und die Erde darf etwas gehaltvoller sein. Diese Zone ist sowohl Richtung Süden als auch Norden ausgerichtet. Hier kannst du Kräuter die lieber im Halbschatten stehen weiter unten pflanzen und sonnenliebende Pflanzen weiter oben.

Oregano (Origanum vulgare): 20 x 25 cm

  • Gute Nachbarn: Bohnenkraut, Erdbeere, Postelein, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch
  • Schlechte Nachbarn: Majoran

Majoran (Origanum majorana): 20 x 25 cm

  • Gute Nachbarn: Borretsch, Dill, Kerbel, Kresse, Petersilie
  • Schlechte Nachbarn: Oregano, Thymian, Basilikum, Fenchel

Basilikum (Ocimum basilicum): 20 x 20 cm

  • Gute Nachbarn: Fenchel, Oregano, Petersilie, Rosmarin
  • Schlechte Nachbarn: Bohnenkraut, Majoran, Melisse, Salbei, Minze, Thymian

Borretsch (Borago officinalis): 25 x 30 cm

  • Gute Nachbarn: Bohnenkraut, Dill, Erdbeeren, Estragon, Kapuzinerkresse,
  • Schlechte Nachbarn: Petersilie

Dill (Anethum graveolens): 10 x 10 cm

  • Gute Nachbarn: Borretsch, Kerbel, Majoran, Petersilie, Schnittlauch
  • Schlechte Nachbarn: Estragon, Fenchel, Kapuzinerkresse, Kümmel, Kresse, Salbei, Thymian

Salbei (Salvia): 30 x 30 cm

  • Gute Nachbarn: Bohnenkraut, Fenchel, Kresse, Melisse, Oregano, Rosmarin, Thymian
  • Schlechte Nachbarn: Basilikum , Dill

Kamille (Matricaria chamomilla): 15 x 10 cm

  • Gute Nachbarn: Schnittlauch
  • Schlechte Nachbarn: Minze

Der Salbei wird am Besten in der Übergangszone von Zone 1 und Zone 2 gepflanzt. Bild von wenzlerdesign auf Pixabay.

Zone 3 & 4 : Die Wasserliebenden

In der letzten und untersten Zone, der feuchten Zone, sollte der Boden schwer, feucht und humos sein. Hier ist ein hoher Kompostgehalt wichtig, denn dadurch erhöhen sich die Wasserspeicherfähigkeit und Nährstoffgehalte.

Minze (Mentha): 25 x 25 cm

  • Gute Nachbarn: Erdbeere, Melisse
  • Schlechte Nachbarn: Basilikum, Bohnenkraut, Kamille, Petersilie, Thymian
  • Achtung: Die Minze ist sehr invasiv und breitet sich schnell aus. Um das zu verhindern hilft eine Wurzelsperre. Du kannst zum Beispiel einen Eimer mit der Minze einpflanzen, das hält sie in Schach.

Petersilie (Petroselinum crispum): 20 x 30 cm

  • Gute Nachbarn: Basilikum, Dill, Kümmel, Majoran
  • Schlechte Nachbarn: Borretsch, Kapuzinerkresse, Koriander, Kresse, Minze

Melisse (Melissa officinalis): 25 x 25 cm

  • Gute Nachbarn: Erbeere, Minze, Salbei, Schnittlauch, Thymian
  • Schlechte Nachbarn: Basilikum

Estragon (Artemisia dracunuculus): 20 x 20 cm

  • Gute Nachbarn: Borretsch, Thymian
  • Schlechte Nachbarn: Dill

Schnittlauch (Allium schoenoprasum): 20 x 20 cm

  • Gute Nachbarn: Dill, Kamille, Melisse, Oregano, Thymian
  • Schlechte Nachbarn: Koriander, Kresse, Rosmarin

Kümmel (Carum carvi): 20 x 25 cm

  • Gute Nachbarn: Borretsch, Petersilie
  • Schlechte Nachbarn: Dill, Fenchel

Die Kräuterspirale ist in vier Zonen aufgeteilt: Zone 1 (mediterrane Zone), Zone 2 (gemäßigte Zone), Zone 3 (feuchte Zone) und Zone 4 (Teichzone).

Am Fuße der Spirale kann ein kleiner Teich angelegt werden. Dadurch entsteht ein feuchtes Mikroklima, das Insekten anlockt und an heißen Tagen Feuchtigkeit spendet. Um essbare Wasserpflanzen anzubauen eignet sich ein Miniteich aber leider nicht, dafür müsste er größer sein. Jedoch fühlt sich die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) im Boden des überwiegend feuchten Teichrandes sehr wohl.

Bei der Auswahl der Pflanzen für deine Kräuterspirale solltest du darauf achten, welche Bedürfnisse die Pflanzen an den Standort und den Boden haben und mit welchen Nachbarn sie besonders gut harmonieren. Hier gibt es aber auch Außnahmen, die nicht in die Kräuterschnecke gepflanzt werden dürfen. Kräuter wie beispielsweise der Liebstöckel (Levisticum officinale) und Beinwell (Symphytum) sind Einzelgänger, denn sie hemmen das Wachstum anderer Kräuter durch Wurzelstoffe und starkes Wurzelwachstum.

Hoffentlich hast du nun alles zur Hand, um deine eigene Kräuterspirale zu bauen und bepflanzen. Falls du schon eine Kräuterspirale im eigenen Garten hast oder neu anlegen möchtest, würden wir uns freuen, wenn du sie in der Community mit uns teilst.

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Das ist die Kräuterspirale aus meinem Garten und aufgrund der Hanglage haben wir sie in den Hang integriert. Hier haben wir hängenden Rosmarin, Thymian, Rosmarin, Zitronen-Thymian, Lavendel, Salbei, Minze, Estragon, Jiaogulan, Sauerampfer, Zitronenmelisse, Zitronenverbene und Kerbel eingepflanzt.

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Titelbild von Johann56 auf wikimedia commons.

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