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Kompost richtig anlegen: Eine Anleitung

24.06.2020 . Lesezeit: 17 Minuten

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Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Der Kompost ist aus dem eigenen Gemüsegarten kaum wegzudenken. Er nimmt die Abfälle im Garten dankend an und wandelt sie in nahrhaften Humus um. Auf diese Weise macht er die gespeicherten Nährstoffe erneut für deine Gemüsepflanzen verfügbar, es entsteht ein Nährstoffkreislauf. In diesem Artikel findest du eine Anleitung mit der du deinen eigenen Kompost anlegen kannst, sowie wertvolle Hintergrundinformationen zum Thema.

Auf einen Blick:

Ein gesunder Kompost benötigt:

  • Feuchtigkeit
  • Gute Durchlüftung
  • Milde Wärme, am besten im lichten Halbschatten
  • Windschutz
  • Einen lebendigen Untergrund

Beim Anlegen deines Komposts solltest du also auf folgende Dinge achten:

  • Feuchter, aber nicht nasser Allgemeinzustand
  • Gute Mischung organischer Abfälle
  • Lockerer, luftiger Aufbau
  • Wärme- & Austrocknungsschutz
  • Öffnung nach unten, damit z.B. Regenwürmer ein- und auswandern können

Richtig kompostieren: Das ist wichtig

Der Kompost ist der Bauch des Gartens. In ihm werden biologische Abfälle umgesetzt und zu humusreichen Stoffen verarbeitet. Diese Stoffe bieten deiner Erde wiederum neue Nahrung. Der Kompost ist ein Ort der Verwesung, ein Friedhof ist er jedoch nicht. Alles Lebendige ist vergänglich und wird früher oder später wieder in den Kreislauf der Stoffe eingespeist. Die organischen Reste, die in deinem Garten anfallen, werden von Mikroorganismen verwertet und so als Nährstoffe für die nächste Pflanzengeneration verfügbar gemacht. Dabei lösen sich feste Strukturen auf, zerfallen in winzige Bestandteile und setzen sich erneut zu komplexen Verbindungen zusammen. Grüne Blätter und bunte Blüten werden zu braunem Humus, welcher wieder neues, blühendes Leben spenden kann.

Die harmonische Rotte

An einer gesunden Rotte sind unzählige Organismen beteiligt: Aerobe (Sauertstoff-liebende) Bakterien, Pilze, Springschwänze, Regenwürmer und viele Weitere. Die guten Kompost-Helfer benötigen spezielle Bedingungen, um sich im Komposthaufen wohlfühlen zu können:

Ein gesunder Kompost benötigt Wärme, Luft und Feuchtigkeit. Fehlt eine der Komponenten, entstehen dichte, speckige Schichten. Diese verdichteten Schichten beginnen früher oder später zu faulen. In ihnen können sich anaerobe (Sauerstoff-meidende) Mikroorganismen vermehren und Stoffe bilden, die Fliegen, Ratten oder andere unerwünschte Besucher anlocken. Der Kompost läuft Gefahr, zur Brutstätte von Krankheitserregern zu werden. Diese faulende Materie ist nicht nur für uns Menschen giftig. Wer sie auf seinen Beeten verteilt, kann mit Krankheiten, Schädlingsbefall oder Tod seiner Gemüsepflanzen rechnen. Behalte deinen Kompost also immer gut im Auge. Einen faulen Kompost erkennst du an Fäulnisgeruch, einer schmierigen Konsistenz und Fliegenbefall. Außerdem läuft der Rotteprozess in diesem Fall nur sehr langsam ab.

Damit dein Kompost einen harmonischen Verlauf nimmt, muss er sinnvoll gelenkt werden. Werden die Abfälle nämlich ohne Überlegung auf einen Haufen geworfen, entwickeln sie sich nach ihren eigenen, wilden Gesetzen. Es entstehen unangenehmen Zersetzungserscheinungen und der Kompost ist nicht mehr zu gebrauchen.

Test des Kompostzustandes

Feuchtigkeit: Greife dazu einfach eine Handvoll Erde aus dem Kompost heraus und presse sie zusammen. Der Kompost sollte ungefähr die Feuchtigkeit eines ausgedrückten Schwammes haben. Wenn beim Drücken die Brühe zwischen den Fingern herausläuft, ist er zu nass. Hier besteht Fäulnisgefahr. Bröckelt die Erde, so ist er zu trocken.

Speckige Schichten: Ähnlich wie die Stäbchenprobe beim Backen kann hier ein Stock tief in den Kompost gestochen werden. Zeigt er beim Herausziehen schmierige, schwarze Rückstände, so ist das kein gutes Zeichen. Hier besteht Handlungsbedarf: Im Inneren befindet sich eine faulige Schicht, die freigelegt und gelüftet werden muss! Der Haufen sollte so schnell wie möglich umgesetzte werden. Beim Umsetzen wird lediglich das Außenmaterial nach unten und das Innenmaterial nach oben befördert.

Mehrere Kompostmieten nebeneinander erleichtern später das Umsetzen.

Was passiert bei der Kompostierung?

Der braune Hügel steckt voller Leben. Er ist wie ein warmer, atmender Organismus, in dem unzählige Prozesse ablaufen. All die Prozesse lassen sich grob in drei Phasen gliedern:

→ Abbauphase

In der ersten Phase der Kompostierung werden zunächst leicht abbaubare Eiweiße und Zucker umgesetzt. Die organischen Reste werden zerkleinert und aufgebrochen, dabei durchlaufen sie die Körper von Milliarden von Kleinstlebewesen. Die gespeicherte Energie wird in Form von Wärme frei und der Kompost erwärmt sich auf 50-80 °C. Mit den steigenden Temperaturen vermehren sich vor allem hitzeliebende (= thermophile) Mikroorganismen. Gleichzeitig werden durch die hohen Temperaturen Wildkrautsamen und unerwünschte Keime abgetötet. Besonders lästige Kräuter sollten in der Mitte des Haufens platziert werden, dort entsteht die meiste Hitze. Viele Samen gehen außerdem zugrunde, weil sie im feuchten Kompost frühzeitig keimen, jedoch keine geeigneten Wachstumsbedingungen vorfinden.

→ Umbauphase

Nach ca. drei Monaten sinken die Temperaturen im Kompost auf mäßige 30-40 °C. Die sinkenden Temperaturen sind ein Anzeichen dafür, dass der Stoffumsatz sich allmählich verlangsamt. Die meisten Mikroorganismen haben ihre Hauptarbeit getan, jetzt übernehmen Pilze die Oberhand. Pilze sind in der Lange, stabile Verbindungen wie Lignin (= aromatischer Bestandteil von Zellwänden) abzubauen. In dieser Phase der Kompostierung geht es also auch den schwer abbaubaren Inhaltsstoffen an den Kragen. Sie werden ständig umgewandelt und erstmals zu Humusstoffen (= Huminsäuren) zusammengesetzt.

→ Nachrotte

Der Abbau stabiler Stoffe ist sehr zeitintensiv und zieht sich bis in die dritte Phase der Kompostierung. In dieser Phase kühlt der Haufen immer weiter ab. Ab ca. 20 °C siedeln sich zusätzlich etliche Kleintiere (z.B. Würmer, Asseln, Springschwänze) an. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, den reifenden Kompost zu durchmischen. In diesem Stadium entsteht aus deinem Kompost neue Erde. Einen reifen Kompost erkennst du an seiner tief-braunen Farbe, außerdem sollte er frei von großen Stücken sein. Den reifen Kompost kannst du nun auf deinen Gemüsebeeten verteilen, um den Boden nachhaltig zu verbessern. Vor dem Ausbringen kannst du ihn nach Bedarf sieben, so erhält er eine homogene, krümelige Konsistenz.

Schritt 1: Standort auswählen

Praktische Planung

Der Kompost sollte jederzeit gut erreichbar sein, sich also nicht in der abgelegensten Ecke des Gartens befinden. Optimal ist ein Platz, der von Wegen gesäumt ist und an dem du dich frei bewegen kannst. Die Größe richtet sich nach dem vorhandenen Platz, bei Platzmangel kannst du auf Silos, Komposttonnen, Säcke oder einen Wurmkompost zurückgreifen.

Zur Orientierung: Ein “klassischer” Komposthaufen ist ca. 1,5-2 m breit, max. 1,5 m hoch, die Länge ist variabel. Um das Umschichten zu erleichtern, werden direkt 2-3 Mieten nebeneinander angelegt. Die unterschiedlichen Reifegrade des Komposts können so im Garten vielfältig eingesetzt werden.

Ein geschützter Platz

Der Kompost ist das Herzstück eines Gemüsegartens, deshalb sollten bereits die Grundsteine richtig gelegt werden. Schon bei der Platzwahl gibt es einiges zu beachten: Am wohlsten fühlt sich dein Kompost bei milder, feuchter Wärme und lichtem Halbschatten. Sowohl brennende Sonne, als auch kalter Schatten sind eher ungeeignet als Standort. Damit dein Kompost nicht so leicht austrocknet und abkühlt, sollte er außerdem vor rauen Winden geschützt werden. Optimal ist ein Plätzchen, das durch Hecken und Sträucher (z.B. Holunder oder Haselnuss) geschützt wird. An einem sonnenexponierten Platz sollte der Kompost bei starker Hitze zusätzlich vor Austrocknung geschützt werden.

Ein lebendiger Untergrund

Einmal angelegt, sollte der Kompost immer an der selben Stelle bleiben, wähle seinen Platz also mit Bedacht. Optimalerweise befindet er sich auf lebendiger Erde, damit Bodenbewohner wie z.B. Regenwürmer jederzeit ein- und auswandern können.

Wichtig: Vor dem Schichten eine 10-20 cm tiefe Grube ausheben.

  • Bei tonigen Böden sollte die Grube mit grobkörnigem Material wie beispielsweise Sand gefüllt werden. Die Feuchtigkeit kann so besser versickern und es bildet sich keine unerwünschte Staunässe.
  • Bei sandigen Böden wird die Grube mit humosem Lehm oder Humus gefüllt, damit die Feuchtigkeit nicht zu schnell versickert und das Bodenleben aktiv bleibt.

Du bist nicht sicher, was für einen Boden du hast? Klicke hier und finde es mit unserem einfachen Bodentest heraus!

Schritt 2: Material-Sammlung

Je bunter und vielseitiger das gesammelte Material, desto reichhaltiger wird später der entstehende Kompost. Um die richtige Schichtung zu erleichtern, kannst du die Abfälle erstmal an einem gesonderten Platz (z.B. in Silos, Gitterkästen) sammeln und bei ausreichender Menge weiterverwenden. Wichtig ist hierbei die unterschiedlichen Materialien nicht zu vermischen, so wird beispielsweise sperriger Strauchschnitt separat vom Biomüll gelagert. Feuchte Bestandteile werden zum Antrocknen ausgelegt, trockene Teile leicht befeuchtet.

Das darf auf den Kompost:

  • Organische Reste aus dem Garten: Laub, Pflanzenreste, Strauchschnitt, Grasschnitt. Laub und Grasschnitt sollten unbedingt mit anderen Materialien gemischt und nicht zu dick aufgetragen werden, da sie sonst zur Verdichtung neigen.
  • Verbrauchte Erde aus Kästen & Kübeln
  • In kleinen Mengen: Pappe, Bio-Müllbeutel, Küchenpapier, Taschentücher. Papier sollte angefeuchtet werden, damit es besser verrottet.
  • Küchenabfälle: Gemüse-, Obstreste, Eierschalen, Kaffeesatz, Teebeutel (Metallklammern entfernen). Die Küchenabfälle mit grobem Material mischen, damit keine Fäulnis entsteht.
  • Tipp: Regenwürmer lieben Zwiebelschalen und Kaffeesatz

Das darf NICHT auf den Kompost:

  • Farbig bedruckte Zeitschriften & Prospekte - Diese enthalten Schwermetallrückstände!
  • Glas, Draht, Steine, Blech, Alufolie, Plastikreste
  • Kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzenteile
  • Tierische Abfälle wie Käse, Wurst, Fleisch oder Knochen - Diese locken Mäuse und Ratten an!
  • Windeln, Katzenstreu
  • Staubsaugerbeutel
  • Holzasche (oft mit Schwermetallen belastet)
  • Zitrusfrüchte, Bananenschalen (oft gespritzt)

Wichtige Vorbereitung: Zerkleinern!

Je kleiner die Einzelteile sind, desto schneller und gründlicher kann die Rotte ablaufen:
Grobe Brocken und Gemüseabfälle können bequem mit dem Spaten zerkleinert werden. Äste und Strauchschnitt sollten mit einer Gartenschere in ca. 10 cm lange Stücke zerteilt werden. Bei stärkeren Zweigen und großen Mengen holzigen Materials kann ein Häcksler Abhilfe verschaffen. Nach dem Zerkleinern sollten die verschiedenen Substanzen noch einmal gründlich vermischt werden. Saftiger, grüner Gartenabfall und trockenes, holziges Material ergänzen sich beispielsweise gut und bilden gemeinsam ein lockeres Gemenge, das leicht verrotten kann.

Holzasche sollte trotz ihres hohen Nährstoffgehalts nicht auf dem Kompost entsorgt werden, da sie oft mit Schwermetallen belastet ist. - Photo by Niklas Tidbury

Das richtige C/N-Verhältnis

Damit die Mikroorganismen im Kompost fleißig arbeiten können, brauchen sie bestimmte Lebensbedingungen. Abgesehen von Sauerstoff und Wasser benötigen sie für ihren Stoffwechsel auch lebensnotwendige Nährstoffe. Entscheidend ist hier vor allem genügend Stickstoff, da daraus körpereigenes Eiweiß aufgebaut wird. Damit Mikroorganismen körpereigenes Eiweiß produzieren können, sind sie auf Energie in Form von Kohlenstoff angewiesen. Zur Verwertung eines Stickstoff-Teilchens werden ca. 30 Kohlenstoff gebraucht, man spricht hier von einem C/N-Verhältnis von 30:1.

Bei mangelnder Stickstoffzufuhr verändert sich das Arbeitstempo der Mikroorganismen, sie haben zwar genügend “Brennstoff” zur Verfügung, aber keine “Bausteine”, die sie verwerten und zusammensetzen können. So fehlen dem reifen Kompost am Ende wichtige Nährstoffe und er kann deine Gemüsepflanzen nicht ausreichend versorgen. Es ist also wichtig dem Kompost immer wieder stickstoffreiche Stoffe zuzuführen. Grüne Abfälle enthalten relativ viel Stickstoff und sind auf dem Kompost immer gerne gesehen. Bei Materialien wie Laub, Stroh und Sägemehl sollte man jedoch vorsichtig sein: Sie haben ein weites C/N-Verhältnis, das heißt sie enthalten verhältnismäßig wenig Stickstoff im Vergleich zum Kohlenstoff. Um das Leben im Kompost in Schwung zu bringen, kann zusätzlich organischer Dünger mit hohem Stickstoffanteil in den Kompost gestreut werden (z.B. Hornspäne, -mehl, Mist von Kaninchen, Pferden, Schweinen, etc. oder flüssige Varianten wie Brennesseljauche).

Schritt 3: Schichtung

Auf lebendigem Untergrund kann nun die Kompostmiete angelegt werden:

  • Unterste Schicht: Grobes, locker geschichtetes Material (Baum-, Heckenschnitt, Stängel von Stauden, etc.). Die unterste Schicht sollte immer aus grobem Material bestehen, damit die Luft zirkulieren und überschüssiges Wasser aus dem Haufen abfließen kann.
  • Darauf folgt eine ca. 20 cm mächtige Schicht aus gemischten Abfällen, die locker ausgebreitet wird. In diese können ein Paar Hände voll Stickstoff-reichem Dünger gestreut werden (siehe oben). Der zusätzliche Stickstoff regt die Bodentiere an und sorgt dafür, dass der Kompost am Ende schön nährstoffreich wird.
  • Zwischendurch kann ein Hauch kohlensaurer Kalk bzw. kalkhaltiges Gesteinsmehl eingearbeitet werden.
  • Anschließend folgt eine dünne Schicht Erde oder Kompost vom letzten Jahr. Diese dünne Schicht dient als sogenannter Kompost-Starter. Die Mikroorganismen in der Erde bzw. im reifen Kompost können das neue Milieu besiedeln und sind wegen der nahrhaften Bestandteile schnell sehr aktiv - das Bodenleben greift sozusagen auf den neuen Komposthaufen über. Falls du mit deinem Kompost ganz von vorne beginnst, kann dir ein Kompost-Starter aus dem Handel auf die Sprünge helfen.
  • Ist die Masse trocken und das Wetter sonnig, kann der Kompost mit warmem, abgestandenem Wasser angegossen werden. An einem feuchten Herbsttagen ist das natürlich nicht nötig.
  • Nun beginnt man mit der Schichtung wieder von vorne: gemischte Abfällen, Dünger, Kalk, Erde. Zerkleinerte Holzstücke und Zweige können immer wieder unter alle Schichten gemischt werden, sie zersetzen sich langsam und halten den Kompost schön luftig.
  • Zum Schutz gegen Kälte und Austrocknung wird der Kompost abschließend mit einem warmen, luftigen Mantel aus Erde, Laub, Stroh oder Grasschnitt bedeckt. Wichtig ist hierbei, dass das Material atmen kann und so eine poröse Haut bildet.
  • Bei langen Regenperioden sollte der Kompost abgedeckt werden, damit er nicht zu nass wird und fault.
Küchenabfälle sollten beim Schichten mit trockeneren und groben Materialien gemischt werden, damit sie später nicht faulen.

Kompostverwendung

Kompost kann nicht nur im reifen Zustand verwendet werden. Auch der halbreife Mulchkompost ist im Garten sehr wertvoll, er ist besonders lebendig und kann so das Bodenleben auf deinen Beeten anregen:

  • Mulchkompost ist ein wertvolles Zwischenprodukt bestehend aus nicht ganz verrottetem, etwas gröberem Material. Die Aktivität und Nährstoffreserven sind in diesem halbreifen Zustand besonders hoch, deshalb wird er gerne zur Anregung des Bodenlebens auf den Gartenbeeten genutzt. Die "Ernte" ist bereits nach etwa 2-3 Monaten möglich. Das gilt nur, wenn die Materialien in der warmen Jahreszeit aufgeschichtet wurden. Im Winter ruht der Kompost und sollte nicht umgesetzt werden. Mulchkompost sollte niemals in direkter Berührung mit Wurzeln kommen! Das Material arbeitet noch und braucht dabei viel Sauerstoff. In einem zugeschütteten Pflanzloch kann es leicht zu Luftmangel kommen, wodurch Fäulnisprozesse entstehen, die die Wurzeln schädigen. Mulchkompost wird also nur oberflächlich auf den Beeten ausgebreitet und leicht eingeharkt, sodass er nur Kontakt mit der Erde hat. Die Lebendigkeit im Kompost überträgt sich so auf die direkte Umgebung, ähnlich wie ein Sauerteig beim Brotbacken.
  • Reifer Kompost ist je nach Witterung nach 9-12 Monaten fertig. Der Kompost ist reif, wenn sich alle Abfälle in braune, krümelige Erde verwandelt haben. Ein weiterer Indikator dafür ist der Rückzug der Regenwürmer. Der reife Kompost wird nun gesiebt, die groben Stücke können beiseite gelegt und dem Kompost später erneut zugeführt werden. Reifer Kompost ist eine milde, ausgewogene Form von dauerhaftem Humus. Er kann für Saatbeete, Frühbeetkästen, Saatrillen und Pflanzlöcher verwendet werden. Auch reifer Kompost wird nur oberflächlich eingeharkt, er sollte nicht untergegraben werden! Als Schutz vor Hitze, Kälte und starken Regengüssen wird eine leichte Decke aus organischem Mulch ausgebreitet, sodass das kostbare Leben darin erhalten bleibt.
  • Alter Kompost, der länger als ein Jahr ruht, geht langsam in einen mineralisierten Zustand über. Die organischen Materialien werden also zunehmends in ihre anorganischen Bestandteile abgebaut. Der Kompost wird nun nicht mehr besser, sondern verliert nach und nach seine Lebendigkeit und Nährstoffe. Er sollte nun schleunigst aufgebraucht werden.

Der beste Zeitpunkt, um deinen Kompost zu verteilen ist im Herbst, solange die Erde noch warm und lebendig ist, sowie im Frühling, sobald der Boden sich erwärmt und die Mikroorganismen wieder aktiv werden. Auf kalte oder gar gefrorene Erde sollte kein Kompost gegeben werden. Im Sommer kann er bei neuen Pflanzungen ebenfalls verwendet werden, hier ist eine Abdeckung mit Mulch besonders wichtig, damit die Aktivität im Kompost erhalten bleibt und nicht austrocknet.

Reifer Kompost kann für neue Aussaaten verwendet werden.

Der Kompost schließt den Nährstoffkreislauf im Garten und darf deshalb auch im Hobbygarten nicht fehlen. Wir hoffen, dass dieser Artikel dir beim Anlegen deines eigenen Kompost behilflich sein wird und du schon bald erfolgreich kompostieren kannst.

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