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Isabell

Isabell (24) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) sind die unkompliziertesten Kohlpflanzen und können bestens als Zwischenfrucht genutzt werden. Auch Lücken im Beet lassen sich hervorragend mit kleineren Sorten füllen, da sie sich mit den meisten Garten-Gemüsen vertragen. Ob roh oder gekocht - in der Küche lassen sie sich vielseitig verarbeiten. Wie du Kohlrabi in deinem Garten oder Hochbeet anbaust, erfährst du hier. 

Kohlrabi-Pflanze

Das zweijährige Kohlgemüse gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und stammt ursprünglich vom Wildkohl ab. Im ersten Jahr wird die Sprossknolle gebildet, die wir gerne zum Kochen verwenden. Erst das zweite Jahr wird zur Fortpflanzung genutzt. Dabei entsteht ein verzweigter Blütenstand, an dem sich Schoten mit Samen bilden. Das erste mal erwähnt wurde der Kohlrabi im 16. Jahrhundert, wobei man das Herkunftsgebiet in Nordosteuropa vermutet. Gegessen wird nicht die Blüte, wie bei Brokkoli oder Blumenkohl, sondern die Sprossachse. Doch auch die jungen Blätter sind aufgrund ihres hohen Eisengehalts sehr gesund und begeistern in Gerichten wie Suppen, Salaten oder Gemüsepfannen. Neben der bekanntesten weißen Sorte, gibt es auch lila und grüne Züchtungen. Auch die Sorte "Superschmelz" erhält immer mehr Beliebtheit, da ein einziger Kohlrabi bis zu 8 kg wiegen und trotzdem zart und geschmackvoll bleiben kann.

Kohlrabi anbauen

Wenn du schon eine frühe Ernte haben möchtest, bietet sich eine Vorkultur an. Ab Mitte Februar bis Anfang März können die Kohlrabis in Saatkästen auf der Fensterbank vorgezogen werden. Die Keimung erfolgt erst ab ca. 18-20 Grad Celsius, deshalb solltest du keinen zu kalten Ort wählen. Sind die Pflänzchen erstmal gekeimt, mögen sie es eher kühl (jedoch nicht unter 12 Grad Celsius). Wenn die Pflänzchen zu eng stehen, solltest du sie pikieren. Falls du eine spätere Ernte anstrebst, kannst du bis Anfang Juli säen und vorziehen. Tipp: Säe immer wieder versetzt aus, um die ganze Saison frischen Kohlrabi ernten zu können. Denn wenn die Knollen zu lange stehen, beginnen sie holzig zu werden. Ab Ende März kannst du die ersten Pflänzchen in dein Beet pflanzen. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, warte eher bis Anfang April. Achte darauf, die Pflanzen nicht zu tief zu setzen, da die Kohlrabiknollen sonst auf dem Boden aufliegen und schneller zu faulen beginnen. Bei später Ernte kann bis Anfang August ausgepflanzt werden. Der Pflanzabstand sollte im Optimalfall ca. 25 - 30 cm zu anderen Pflanzen betragen. Ist er etwas kleiner, macht das auch nichts, du musst den Kohlrabi nur ernten, bevor er zu groß wird und die umliegenden Pflanzen bedrängt. Kohlrabi eignet sich zudem super als Mischkultur-Partner.


Gute Nachbarn: Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Kopfsalat, Lauch, Radieschen, Schwarzwurzeln, Sellerie, Spargel, Spinat, Tomaten

Schlechte Nachbarn: Fenchel, Gurken

Kohlrabi im Hochbeet

Kohlrabi wächst auch super im Hochbeet. Da der Mittelzehrer mit vielen Bedingungen relativ gut zurecht kommt, gibt es eigentlich nicht allzu viel zu beachten. Um ein schnelles Wachstum der Knollen zu erzielen, kannst du im Herbst, bevor du Kohlrabis anbaust, dein Hochbeet mit frischem Kompost anreichern. So stehen der Pflanze ausreichend Nährstoffe zu Verfügung. Wichtig für den Geschmack der Knolle: Die Konsistenz. Da Kohlrabi relativ schnell holzig wird, wenn er nicht gleichmäßig mit Wasser versorgt wird, gilt hier: Ausreichend gießen. Hochbeete trocknen meist schneller aus, als normale Beete auf dem Boden. Um Austrocknung entgegenzuwirken kannst du dein Hochbeet mit einer Mulchschicht bedecken. Diese schützt vor Verdunstung an heißen Tagen und hält so die Erde länger feucht.

Ich hoffe, du hast Lust darauf bekommen, eigenen Kohlrabi anzubauen. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.
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Titelbild: Bild von Pezibear auf Pixabay 



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