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Isabell

Isabell (24) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Es gibt sehr viele Kartoffelsorten, wovon nur ein Bruchteil in Deutschland zugelassen ist. Unterschiedliche Sorten lassen sich unter unterschiedlichsten Bedingungen kultivieren und besitzen zudem vielfältige Eigenschaften, die sie von anderen Kartoffelsorten unterscheiden. So variieren sie in Größe, Lagerfähigkeit, Geschmack oder Aussehen. Auch alte Sorten erfreuen sich immer mehr Beliebtheit.

Die Kartoffelpflanze

Die Kartoffelpflanze gehört, wie die Tomate, zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceaen) und stammt wie ihre gesamte Familie aus Südamerika. Viele Sorten waren dort ursprünglich in den Anden beheimatet. Nach Europa gelangte die Kartoffel im 16. Jahrhundert durch die Entdeckung Amerikas. Allerdings erlangte sie erst im 19. Jahrhundert ihren Status als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der westlichen Zivilisation. 

Wie viele Kartoffelsorten gibt es?

Weltweit gibt es über 3000 Kartoffelsorten, wovon ungefähr 210 Sorten in Deutschland zugelassen sind. Allerdings werden nur noch sehr wenige Sorten im großen Stil angebaut. Die Sorten können sich sehr stark in Form, Geschmack oder Erntezeitpunkt unterscheiden. Zum Einen gibt es frühe Sorten, welche auch als “Frühkartoffeln” bezeichnet werden. Diese sind meist Anfang Juni erntebereit, da sie nur knapp drei Monate für ihr Wachstum benötigen. Mittelfrühe Sorten brauchen ca. 5 Monate und lassen sich ab August ernten. Späte Sorten hingegen können bis Ende Oktober geerntet werden. Mittelfrühe bis späte Sorten werden meist eingelagert und können richtig gelagert über den ganzen Winter verzehrt werden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Kochtyp. Hier wird zwischen Festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig kochend unterschieden.

Alte Sorten

Alte Sorten erfreuen sich immer mehr Beliebtheit bei Käufer- und Gärtner:innen. Doch viele alte und traditionelle Sorten sind bereits in Vergessenheit geraten. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht so ertragreich wie ihre Konkurrenten waren oder sich durch ihre Form nicht für die industrielle Fertigung eigneten. Allerdings gingen durch die ertragssteigernde Züchtung unter anderem wichtige Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge oder Geschmackseigenschaften verloren. Alte Kartoffelsorten rücken deshalb vermehrt in den Fokus, denn durch sie könnten neue, geschmacklich einzigartige und widerstandsfähigere Sorten gezüchtet werden.

Beliebte alte Sorten:

  • La Ratte: alte französische Sorte, früh und festkochend, besonders für Salate geeignet
  • Bamberger Hörnchen: mehlig bis festkochende, mittelfrühe Sorte, kräftig nussiger Geschmack, vor allem für Salate geeignet, eine der ältesten deutschen Sorten
  • Linda: eine der beliebtesten deutschen Sorten, aromatisch, festkochend bis mehligkochend bei längerer Lagerung
  • Sieglinde: frühe, festkochende Sorte mit feinwürzigem Geschmack, 2010 zur Kartoffel des Jahre gekürt
  • Blauer Schwede: mittelfrühe skandinavische Sorte, vorwiegend festkochend mit violett-blauem Fruchtfleisch, leicht süßlicher Geschmack

Ich hoffe, du hast Lust darauf bekommen, eigene Kartoffeln anzubauen. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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