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Isabell

Isabell (24) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Eigene Kartoffeln sind nicht nur eine relativ pflegeleichte Kultur für den Garten, sondern eignen sich hervorragend als Kohlenhydratquelle für Selbstversorger. Einige Sorten sind gut lagerfähig, weshalb du auch noch im Winter von deiner Ernte zehren kannst. Je nach Sorte, werden die Kartoffeln zu unterschiedlichen Zeiten geerntet. So kannst du aktiv bestimmen, wann du die Kartoffeln brauchst und wie du sie verwenden möchtest. Ab April werden die Kartoffeln an einen sonnigen Standort gepflanzt. Am besten gedeiht der Starkzehrer in lockerem, tiefgründigem und gut gedüngtem Boden. Zudem solltest du zu Beginn für ausreichend Feuchtigkeit sorgen.

Auf einen Blick:

Wann Kartoffeln setzen?

April/Mai: Je nach Gebiet und Höhenlage, Bodentemperatur sollte mind. 7 °C betragen

Abstand und Tiefe:

Reihenabstand: 40-50 cm, bei Mischkulturen mind. 70 cm

Pflanzabstand: 30-50 cm

Tiefe: 5 cm

Tipps:

Anhäufeln: Schutz Beikräuterbewuchs, Bildung von zusätzlichen Wurzeln und Knollen

Vorkeimen: schnelleres Wachstum, weniger anfällig für Fäulnis und Fraß

Die Kartoffelpflanze

Die Kartoffel (Solanum tuberosum), auch Erdapfel genannt, gehört wie die Tomate oder die Paprika zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Ursprünglich stammen Kartoffeln aus Südamerika, wo sie schon vor ungefähr 8000 Jahren kultiviert wurden. Als die Kartoffel im 16. Jahrhundert schließlich nach Europa gelangte, wurde zu Beginn das Kraut und die Beeren verzehrt, was Bauchweh und Durchfall verursachte. Ab dem 18. Jahrhundert kam es dann auch in Europa zu einem regelrechten Kartoffel-Boom. Die Knolle wurde eins der wichtigsten Hauptnahrungsmittel in vielen europäischen Ländern. Doch ein Kartoffelpilz, der die Kraut- und Knollenfäule verursachte, sorgte 1846 in Irland für eine der größten Hungersnöten mit über zwei Millionen Toten. Diese Kartoffelkrise führte unter anderem dazu, dass viele Iren nach Amerika auswanderten. Wie man sieht, können kleine Knollen weittragende Auswirkungen haben.

Wieso die Kartoffel ein tolles Gartengemüse ist

Viele denken, Kartoffeln nehmen im Garten zu viel Platz ein oder sind langweilig und bauen die Knollen deshalb nicht an. Doch meiner Meinung nach sind Kartoffeln ein wunderbares Gemüse für jeden Garten. Zum einen sind sie eine wichtige Kohlenhydratquelle für Selbstversorger, die viel einfacher anzubauen sind als die meisten Getreidearten. Kartoffeln müssen nicht gedroschen oder gemahlen werden, was ohne entsprechende Maschinen sehr aufwändig ist. Daher bauen die meisten Selbstversorger auf das Wurzelgemüse und beziehen Getreide lieber von außen. Weiterhin enthalten Kartoffeln weniger Kalorien als Nudeln oder Reis, liefern viele Vitamine und Mineralsalze und sind im Vergleich zu Getreide sehr eiweißreich. Außerdem können Kartoffeln prima im ersten Gartenjahr angebaut werden, wenn der Boden zum ersten Mal umgegraben wurde. Zwar bringen sie dann meist noch nicht so viel Ertrag ein, doch lockern durch ihre starken Wurzeln den Boden auf. Dadurch wird das Beet für Folgekulturen vorbereitet.

Kartoffeln können prima im ersten Jahr angebaut werden, denn sie lockern zusätzlich den Boden auf. Bild von Detmold auf Pixabay.

Welche Kartoffeln pflanzt man ein?

Neben gezielt für das Setzen geeignete Pflanzkartoffeln, kannst du auch normale Kartoffeln aus dem Supermarkt verwenden. Diese solltest du allerdings gründlich waschen, denn sie sind oft mit keimhemmenden Mitteln behandelt. Zudem solltest du recht kleine Kartoffeln wählen, die eine Größe von 3-4 cm haben. Pflanzkartoffeln sind speziell zum Auspflanzen geeignet, denn hier kannst du gezielt die Sorte wählen, die du bevorzugst. Im Supermarkt ist die Sorte schließlich oft nicht angegeben. Außerdem kann man seine Kartoffeln auch durch Saatgut vermehren, was heutzutage normalerweise nur noch Züchter machen. Dabei werden die Samen aus den tomatenähnlichen Früchten gewonnen und im Februar gepflanzt. Verwendest du Samen, kann es allerdings zu ungewollten Kreuzungen mit anderen Sorten kommen. Zudem ist die Ernte im ersten Jahr meist relativ gering und die Knollen fallen recht klein aus. Die kleinen Kartoffeln können sich aber bestens als Pflanzkartoffeln für das nächste Jahr eignen.

Kartoffeln pflanzen

Zeitpunkt

Wann du mit dem Kartoffeln setzen loslegen kannst, ist standortabhängig. Die Bodentemperatur sollte mindestens 7 °C betragen, was in wärmeren Regionen ab April, in höher gelegenen Gebieten ab Mai der Fall ist. Damit die Kartoffeln auch austreiben und Lichtkeime bilden, solltest du die Knollen im Februar/März vorkeimen lassen. Dieser Schritt ist wichtig, denn er sorgt für eine schnellere Entwicklung und erhöht dadurch deinen Ernteerfolg. Lege die Kartoffeln hierfür in einer Flachen Kiste mit etwas Anzuchterde an einen hellen, leicht kühlen Ort (z.B. vor ein Kellerfenster). Besprühe die Kartoffeln anfangs und zwischendurch mit etwas Wasser. Nach vier bis sechs Wochen kannst du die Knolle, auf der sich nun die Lichtkeime gebildet haben, setzen.

Standort

Wähle einen möglichst sonnigen Platz für deinen Kartoffelacker aus. Der Boden sollte zudem nicht zu schwer sein, sonst können ihn die jungen Knollen nicht richtig durchdringen. Weiterhin sollten auf dem Beet in den vorigen vier Jahren keine Nachtschattengewächse gestanden haben, um die Fruchtfolge einzuhalten. Achte zudem auf eine ausreichende Düngung der Knollen, mehr dazu erfährst du weiter unten.

Abstand und Tiefe

Viele Gärtner:innen wählen ein separiertes Beet für ihre Kartoffeln. Allerdings kannst du sie auch gut in Mischkulturen integrieren. Die Kartoffelfurchen sollten in einem Mindestabstand von 40-50 cm gezogen werden. Ab 70 cm Abstand können Mischkulturen, wie Bohnen, zwischen die Reihen gepflanzt werden. Die Kartoffeln legst du höchstens 5 cm tief und 30-50 cm Abstand innerhalb der Reihe in die Furchen. Je tiefer du die Saatknollen legst, desto länger brauchen sie, um auszutreiben und Blätter zu entwickeln. Hier eine kleine Anleitung zum Kartoffeln setzen:

  • Februar/März: Vorkeimen an einem hellen, kühlen Ort (ca. 15 °C)
  • Zwei Wochen vor dem Setzen: Beet vorbereiten. Je nach Bedarf den Boden auflockern und Kompost oder verrottetem Mist in den Boden einarbeiten.
  • April/Mai: Kartoffeln setzen. Saatfurchen mit 5 cm Tiefe und einem Reihenabstand von 40-50 cm ziehen. Bei Mischkulturen mehr Platz einplanen (mind. 70 cm). Kartoffeln in die Furchen in einem Abstand von 30-40 cm innerhalb der Reihe legen. Kartoffeln ganz lassen, um vor plötzlicher Kälte und Schädlingen zu schützen. Vorsichtig die Furchen schließen, um die Triebe nicht zu schädigen. Zu Beginn solltest du die Kartoffeln ausreichend wässern, damit sie tiefe Wurzeln bilden können. Nachdem die Triebe ca. 20 cm aus dem Boden schauen, optional anhäufeln, um vor Beikrautbewuchs zu schützen. Zudem fördert Anhäufeln den Ertrag, da sich Seitenwurzeln mit weiteren Knollen an dem angehäufelten Stängel bilden können.
  • Ab Mitte Juni: Erntezeit für Frühkartoffeln
  • Ab Mitte August: Erntezeit für spätere Sorten
Ziehe die Furchen nicht tiefer als 5 cm, damit die Kartoffeln schnell Austreiben und Blätter bilden können. Später kannst du anhäufeln.

Alternative Anbaumethoden für Kartoffeln

Kartoffeln müssen nicht immer im Acker eingegraben werden. Für die Heu-Methode brauchst du gar keinen Spaten. Hier werden die Kartoffeln Anfang Mai reihenweise auf einem gemähten Stück Wiese ausgelegt (Abstand ca. 40 cm). Auf die Knollen kommt dann eine ca. 40 cm dicke Schicht aus trockenem Heu. Die Fläche sollte nun gut angegossen und feucht gehalten werden, weshalb es sich lohnt mit dieser Methode auf eine etwas feuchtere Periode zu warten, um Gießarbeit zu sparen. Enthält der Boden anfangs ausreichend Wasser schadet auch eine längere Trockenzeit den Knollen nicht, denn sie sitzen unter einer dicken Mulchschicht aus Heu. Nach wenigen Wochen beginnen die Kartoffeln auszutreiben und Wurzeln zu bilden. Wenn das Kraut abgestorben ist, kannst du das Heu zur Seite rechen und die Kartoffeln auf dem Boden aufsammeln. Du wirst feststellen, dass sich manche auch etwas tiefer eingegraben haben und sich der Boden gelockert hat. Diese Fläche kannst du prima als neues Beet anlegen. Trage hierfür einfach zusätzlich eine ca. 20 cm dicke Schicht aus Kompost und/oder Mist auf und bedecke die ganze Fläche wieder mit dem Heu. Im Folgejahr kannst du bereits dein neues Beet bepflanzen.

Besitzt du nur wenig Platz oder möchtest viele unterschiedliche Sorten anbauen, kannst du den Kartoffeltopf ausprobieren. Dein Topf sollte hierfür einen Durchmesser von ungefähr 50 cm haben. Um Stauwasser zu vermeiden, sollte er ein Drainage-Loch am Boden besitzen. Befülle den Topf nun mit ca. 20 cm lockerer Erde. Hierfür eignet sich Kompost oder lockere Gartenerde. Zusätzlich kannst du auch etwas Sand untermischen, um die Erde locker und durchlässig zu halten. Auf die Erde kommen anschließend 3-5 vorgekeimte Kartoffeln (je nach Größe der Knollen). Auf die Knollen kommt dann eine dicke Schicht Urgesteinsmehl und eine weitere ca. 10 cm hohe Schicht Erde. Wenn die Triebe ca. 10 cm hoch sind, fülle den Topf soweit mit Humus auf , bis nur noch die ein kleiner Teil des Stängels und die Blätter aus der Erde schauen (wie beim Anhäufeln). Das ganze wiederholst du, bis der Topf komplett mit Erde befüllt ist. Achte auf ausreichende Feuchtigkeit der Töpfe. Sobald das Kraut im Spätsommer/Herbst abgestorben ist, kannst du den Topf stürzen und die Kartoffeln ernten.

Reifer Kompost ist guter Dünger für deine Kartoffeln. Bild von Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay 

Kartoffeln düngen

Kartoffeln sind Starkzehrer, weshalb sie am besten in einem gut gedüngten, nährstoffreichen Boden gedeihen. Arbeite hierfür vor dem Aussäen großzügig reifen Kompost oder reifen Mist in den Boden ein. Frischer Mist ist zu scharf und kann nicht nur den Wurzeln schaden, sondern zieht zudem Drahtwürmer an, welche die Kartoffeln anfressen. Besitzt du nur wenig Kompost oder Mist, kannst du mit Brennesseljauche während der Wachstumsphase gießen oder Hornspäne mit ins Pflanzloch geben.

Mischkultur und Fruchtfolge mit Kartoffeln

gute Nachbarn: Bohnen, Borretsch, Meerrettich, Pfefferminze, Spinat, Knoblauch
schlechte Nachbarn : Erbsen, Auberginen, Rote Bete, Salat, Sellerie, Tomaten, Paprika

Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceaen) und sollten daher nicht mit Pflanzen aus der gleichen Familie, wie Tomaten und Paprika, zusammengepflanzt werden. Zudem sind sie, wie bereits erwähnt, Starkzehrer, weshalb du einen Nachbarn wählen solltest, der nur wenig Nährstoffe benötigt. Ideal ist ein Beet-Nachbar, der noch zusätzlich Nährstoffe in den Boden einbringt. Wer den Kartoffeln zusätzlich Stickstoff bereitstellen will, wählt am besten Hülsenfrüchtler wie Bohnen. Um den Platz optimal zu nutzen, kannst du Stangenbohnen zwischen die Kartoffelreihen setzten. So kann das üppige Grün der Kartoffeln den Boden bedecken, während die Bohnen in die Höhe ranken. Auch Buschbohnen sind tolle Nachbarn für Kartoffeln. Hier solltest du jedoch mehr Abstand zwischen den Reihen lassen, damit die Bohnen genug Platz bekommen. Zeitlich erledigst du das Ganze am besten wie folgt:

  • Mitte April: Kartoffeln pflanzen
  • Achte auf genügend Abstand zwischen den Reihen für die Bohnen
  • Mitte Mai: Kartoffeln anhäufeln + Bohnen säen

Kleiner Tipp: Wer noch etwas gegen den Kartoffelkäfer tun möchte, kann an den Beetrand Pfefferminze pflanzen. Aber Achtung: Die Minze ist relativ invasiv und wenn sie einmal auf das Beet gewuchert ist nur schwer wieder loszuwerden. Wem das also zu heikel erscheint und trotzdem gegen den lästigen Käfer angehen möchte, kann eine Mischkultur aus Kartoffeln und Knoblauch oder Meerrettich wählen. Knoblauch fördert zudem Wachstum und Geschmack der Kartoffel. Gönne deinen Kartoffeln eine Anbaupause von mindestens vier Jahren, um die Fruchtfolge einzuhalten. Innerhalb dieser vier Jahre sollten auf dem Beet keine anderen Nachtschattengewächse (Tomate, Paprika, Aubergine) gepflanzt werden, um Schädlingsbefall vorzubeugen.

Gegen Kartoffelkäferbefall können Randpflanzungen mit Pfefferminze helfen. Auch eine Mischkultur aus Knoblauch oder Meerrettich ist möglich. Bild von Ulrike Leone auf Pixabay.

Kartoffelsorten

Wie viele Kartoffelsorten gibt es?

Weltweit gibt es über 3000 Kartoffelsorten, wovon ungefähr 210 Sorten in Deutschland zugelassen sind. Allerdings werden nur noch sehr wenige Sorten im großen Stil angebaut. Die Sorten können sich sehr stark in Form, Geschmack oder Erntezeitpunkt unterscheiden. Zum Einen gibt es frühe Sorten, welche auch als “Frühkartoffeln” bezeichnet werden. Diese sind meist Anfang Juni erntebereit, da sie nur knapp drei Monate für ihr Wachstum benötigen. Mittelfrühe Sorten brauchen ca. 5 Monate und lassen sich ab August ernten. Späte Sorten hingegen können bis Ende Oktober geerntet werden. Mittelfrühe bis späte Sorten werden meist eingelagert und können richtig gelagert über den ganzen Winter verzehrt werden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Kochtyp. Hier wird zwischen festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig kochend unterschieden.

Alte Kartoffelsorten

Alte Sorten erfreuen sich immer mehr Beliebtheit bei Käufer- und Gärtner:innen. Doch viele alte, traditionelle Sorten sind bereits in Vergessenheit geraten. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht so ertragreich wie ihre Konkurrenten waren oder sich durch ihre Form nicht für die industrielle Fertigung eigneten. Allerdings gingen durch die ertragssteigernde Züchtung unter anderem wichtige Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge oder Geschmackseigenschaften verloren. Alte Kartoffelsorten rücken deshalb vermehrt in den Fokus, denn durch sie könnten neue, geschmacklich einzigartige und widerstandsfähigere Sorten gezüchtet werden. Hier ein paar beliebte alte Sorten:

  • La Ratte: alte französische Sorte, früh und festkochend, besonders für Salate geeignet
  • Bamberger Hörnchen: mehlig bis festkochende, mittelfrühe Sorte, kräftig nussiger Geschmack, vor allem für Salate geeignet, eine der ältesten deutschen Sorten
  • Linda: eine der beliebtesten deutschen Sorten, aromatisch, festkochend bis mehligkochend bei längerer Lagerung
  • Sieglinde: frühe, festkochende Sorte mit feinwürzigem Geschmack, 2010 zur Kartoffel des Jahre gekürt
  • Blauer Schwede: mittelfrühe skandinavische Sorte, vorwiegend festkochend mit violett-blauem Fruchtfleisch, leicht süßlicher Geschmack
In manchen Sorten sorgen Anthocyane in den Kartoffeln für eine violette Farbe. Bild von Willfried Wende auf Pixabay.

Krankheiten der Kartoffel

Der gelb-schwarz gestreifte Kartoffelkäfer sowie seine rotbraunen mit Larven, die später gelblich werden, fressen Kartoffelblätter bis zum Stängel hin ab. Dabei kann es zum vollkommenen Abfraß der Blätter kommen, wodurch erhebliche Ernteeinbußen entstehen können. Vorbeugen ist in diesem Fall die wichtigste Maßnahme: Beginne schon ab Mai (da startet die Flugzeit der Schädlinge) deine Pflanzen nach Käfern und Larven abzusuchen und sammle diese händisch ab. Auch Blätter, auf denen die gelben Eier auf den Blattunterseite kleben solltest du entfernen. Zudem kann eine Mischkultur mit Meerrettich (Wucherungsgefahr!), Lein oder Pfefferminze (Wucherungsgefahr!) die Schädlinge fernhalten. Zusätzlich wirkt Brennesseljauche stärkend auf die Pflanzen. Engmaschige Kulturschutznetze können auch vor dem Befall schützen. Auch Nützlinge wie Florfliegen oder Vögel und eine vierjährige Anbaupause können die Schädlinge fern halten. Bei akutem Auftreten: Larven, Eier und Käfer absammeln. Gesteinsmehl aufstreuen oder Niemöl auf die Pflanzen sprühen. Zudem kann eine selbst hergestellte Meerrettich-Jauche die Käfer vertreiben. Dafür 200 g getrockneten Meerrettich auf 10 l kaltes Wasser und für einige Tage in die Sonne stellen. Auch Kaffeesatz vertreibt die Schädlinge: Streue dafür alle paar Wochen am besten früh morgens den getrockneten Kaffeesatz auf die Blätter der betroffenen Pflanzen.

Bei der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), auch Braunfäule genannt, handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die zu erheblichen Schäden an Kartoffeln und anderen Nachtschattengewächsten führen kann. Das Problem ist, dass das Schadbild erst relativ spät in auftritt. Auf älteren Blättern und Stängeln sind zuerst stellenweise dunkelbraune Flecken zu sehen. Später bildet sich auf der Blattunterseite eine weiße oder violette Sporenschicht, die an Schimmel erinnert. Auch die Wurzeln und Knollen werden später befallen. Für das Wachstum benötigt der Pilz ausreichend Feuchtigkeit, wodurch Braunfäule häufig bei nasser Witterung oder nächtlicher Taubildung auftritt. Vor allem bei kühleren Temperaturen unter 15 °C werden sogenannte Zoosporen gebildet, die sich in Wasser selbständig fortbewegen können. Dann kann es zu einer explosionsartigen Ausbreitung kommen. Von Pflanze zu Pflanze findet die Übertragung auch durch Kontakt oder Regen statt. Wind verbreitet sie zusätzlich über längere Strecken. Vorbeugend helfen Das Sprühen von Brennnessel- oder Zwiebel-Knoblauchsud kann vor Befall schützen. Festkochende Sorten sind weniger gefährdet. Außerdem sollten die Kartoffelpflanzen nicht zu eng gepflanzt werden, sodass Regen oder Tau gut abtrocknen kann. Bei Verdacht, die befallenen Pflanzenteile sofort entfernen, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Oft gilt jedoch, dass der Braunfäulebefall die Kartoffel- und Tomatensaison beendet. Erntereste sollten sofort entfernt werden (nicht kompostieren!). Zudem sollten nach Befall keine Nachschattengewächse mehr an derselben Stelle angebaut werden, da der Pilz auch überwintern kann.

Schadbild der Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln. Jerzy Opioła, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Kartoffeln aufbewahren

Beim Lagern/Aufbewahren von Kartoffeln solltest du folgendes beachten:

  • Kartoffeln nicht zu früh, aber vor dem ersten Frost ernten
  • Ernte bei trockenem Wetter beugt Fäulnis vor
  • Nur unbeschädigte, gesunde Knollen einlagern
  • Kartoffeln erst vorm Verzehr waschen, die Erde schützt vor Fäulnis
  • Kartoffeln vor dem Einlagern abtrocknen lassen
  • Kartoffeln und Äpfel nicht im gleichen Raum lagern, da sonst das Austreiben der Knollen gefördert wird

Nach etwa fünf bis neun Wochen nach der Ernte, baut sich die natürliche Keimhemmung der Kartoffeln ab und sie können wieder austreiben. Daher sollten sie schon ab diesem Zeitpunkt möglichst kühl und dunkel eingelagert sein. Am besten eignet sich ein unbeheizter, frostfreier Keller oder eine kühle Abstellkammer. Temperaturen um 5 °C sind optimal. Zur Not kann auch eine Garage oder eine geschützte, dunkle Ecke des Balkons/der Terrasse als Lagerort dienen. Allerdings solltest du darauf achten, dass bei starkem Frost die Kartoffeln nicht einfrieren. An dem Ort deiner Wahl werden die Kartoffeln in trockene, mit Stroh isolierte (Holz-)Kisten gelegt. Diese sogenannten Kartoffelhorden schützten die Knollen vor größeren Temperaturschwankungen. Wichtig ist, dass die Kartoffeln absoluter Dunkelheit ausgesetzt sind, denn Licht fördert die Bildung des Giftstoffes Solanin, wodurch grüne Stellen an den Kartoffeln entstehen. Decke die Kisten im Zweifelsfall mit einem luftdurchlässigen, dunklen Stoff ab. Falls doch grüne Teile an den Lagerkartoffeln auftreten, sollten diese vor dem Verarbeiten großzügig entfernt werden!

Wie lange kann man Kartoffeln lagern?

Bei richtiger Lagerung (trocken, dunkel, kühl) sind Kartoffeln mehrere Monate haltbar. Bis es im Folgejahr wieder Frühkartoffeln gibt, kannst du also bedenkenlos auf deine Lagerkartoffeln setzen. Lediglich Frühkartoffeln können nicht eingelagert werden: Ihre Schale ist sehr dünn und daher fäulnisanfällig. Bewahre sie deshalb am besten nicht länger als zwei Wochen auf. Bilden deine Kartoffeln doch einmal kleine Triebe aus, kannst du diese zusammen mit der Schale entfernen und die Knolle weiterverarbeiten. Erst wenn die Triebe eine Länge von 5 cm erreicht haben, sollten die Kartoffeln nicht mehr verwendet werden.

Kartoffeln einfrieren

Wie bereits erwähnt, sind Kartoffeln sehr kälteempfindlich, da ihre Zellen bei schon leichtem Frost zerstört werden und sie zu faulen beginnen. Zudem wandelt Frost die in den Kartoffeln enthaltene Stärke in Zucker um. Deshalb solltest nur bereits gekochte Kartoffeln einfrieren. Allerdings geht auch hier der typische Kartoffelgeschmack zum größten Teil verloren. Koche die Kartoffeln nicht zu weich. Schneide die Knolle in kleinere Stücke und befreie sie von der Schale. Für Gratins eignen sich gefrorene Scheiben besonders gut. Lasse die Kartoffeln vor dem Einfrieren erkalten. Beim Einfrieren gilt für die Haltbarkeit: Kartoffelspeisen sind ca. drei Monate, gekochte Kartoffeln ca. 12 Monate gefroren haltbar. Taue die gefrorenen Knollen am besten über Nacht im Kühlschrank auf.

Ich hoffe, du hast Lust darauf bekommen, eigene Kartoffeln anzubauen. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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