Was kann Ich im Juli noch säen?

Von Jonas

15.07.2019 . Lesezeit: 5 Minuten


Wenn du in deinem Garten Gemüse anbaust, hast du inzwischen bestimmt schon wieder einige Lücken im Beet. Nämlich dort, wo du die ersten frühen Kulturen geerntet hast. Oder du hast erst jetzt deine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt und willst nicht bis zum nächsten Frühjahr warten? Auch jetzt kannst du noch deine ersten Erfahrungen machen und ein paar Pflanzen säen. In diesem Artikel steht der Monat Juli im Fokus.

Da der Sommer schon in vollem Gange ist und die restliche Vegetationsperiode nicht mehr allzu lang dauert, solltest du dich bei der Auswahl auf schnell wachsendes Gemüse konzentrieren. Langsam wachsende Pflanzen wie Kartoffeln oder Möhren würden vielleicht noch keimen, aber nicht mehr reif werden, bevor es draußen zu kalt wird.

Außerdem ist bei der Wahl von Pflanzen für den Sommer zu beachten, dass einige Sorten nicht schossfest sind. Das bedeutet, dass sie lange Blütenstiele bilden, wenn die Tage deutlich länger als 12-14 Stunden sind. Dazu gehören zum Beispiel einige Salate, aber auch ein paar Radieschen und Spinatsorten können den langen Tagen nicht widerstehen.
Wenn diese Pflanzen Blüten bilden, verlieren sie meist ihren Geschmack, werden holzig oder faserig und sind dann nicht mehr genießbar. Ein wichtiges Auswahlkriterium für den Spätsommer ist deshalb, ob die Sorte als schieß- oder schossfest bezeichnet wird und auf der Samenpackung Juli als geeigneter Anbauzeitraum ausgewiesen ist (falls der Anbauzeitraum überhaupt ausgewiesen ist).

Wenn es ums Thema Platzwahl geht, solltest du hauptsächlich darauf achten, Gleiches nicht nach Gleichem zu pflanzen. Der Boden wird sonst sehr einseitig ausgelaugt, weil jede Pflanze bzw. Pflanzenfamilie eigene Ansprüche an die Nährstoffzusammensetzung mitbringt.

Bohnen

Ein typisches Gemüse, das sich für die Aussaat im Juli noch eignet, sind Gartenbohnen. Viel später als Mitte Juli solltest du sie allerdings nicht säen, da die Bohnen sonst nicht mehr reif werden. Bohnen kannst du zum Beispiel dort säen, wo zuvor ein Starkzehrer wie Frühkartoffeln gewachsen ist. Sie fühlen sich aber auch dort wohl, wo der Boden noch mehr Nährstoffe enthält. Vermeiden solltest du Stellen, an denen vorher andere Schmetterlingsblütler standen, z.B. Erbsen oder frühe Bohnen.

Salate

Sommersalate sind die perfekten Lückenfüller für die Sommermonate. Schossfeste Sorten wachsen an langen Tagen schnell und machen bald wieder Platz für andere Kulturen. Außerdem vertragen sich die meisten Salatsorten sehr gut mit anderen Sommerkulturen und mit sich selbst, sodass du auf Nachbarschaft nicht besonders achtgeben musst.
Ein typischer Sommersalat ist zum Beispiel die Endivie und der Juli ist die perfekte Zeit um sie auszusäen. Zu dieser Jahreszeit ist auch keine Anzucht mehr nötig, du kannst direkt ins Beet säen. Die Nährstoffansprüche der Endivie sind eher gering, sie kann auch nach einem Starkzehrer wachsen. Natürlich wachsen die Pflanzen schneller und werden größer, wenn du ihnen ein bisschen zusätzliche Nahrung in Form von Kompost oder Pflanzenjauche gönnst.

Ein leckerer Zusatz für Salate ist der Rucola. Er kann problemlos noch bis in den September gesät werden, da er sehr schnell wächst. Nach spätestens 6 Wochen kannst du den Rucola das erste mal ernten. Schneide hierzu die Blattrosette als Ganzes etwa 2-3 cm über dem Boden ab, dann treibt der Rucola wieder neu aus. Eine zusätzliche Düngung braucht der Rucola nicht.

Mangold

Ein weiteres leckeres und schnell wachsendes Blattgemüse ist der Mangold. Als Mittelzehrer freut er sich über eine kleine Kompostgabe vor dem Säen und eine gelegentliche Düngung mit stark verdünnter Pflanzenjauche oder Flüssigdünger - besonders wenn er nach einem Starkzehrer wächst. Ein entscheidender Vorteil des Mangolds gegenüber anderen Blattgemüsen: Bei Aussaat im Juli ist es sehr unwahrscheinlich, dass er in die Blüte schießt, da der Mangold nur nach mehreren Tagen mit Temperaturen kälter als 10°C blüht.

Radieschen

Radieschen sind eine schnelle Zwischenkultur, die innerhalb weniger Wochen erntereif werden. Sie freuen sich über lockeren und humosen Boden. Auch ihnen darfst du ein wenig Kompost gönnen bevor du sie säst, sofern auf dem Beet vorher Starkzehrer standen. Wichtig ist bei Radieschen vor allem, dass du sie nicht zu dicht säst - mindestens 10 cm Abstand - weil sie sonst aus Lichtmangel in die Höhe schießen und keine Knollen bilden. Vermeide es, sie nach einem anderen Kreuzblütler wie Brokkoli, Rucola oder Rettich zu säen.

Der Juli ist die beste Zeit um eine zweite Runde im Garten zu starten. Um den Überblick zu behalten, wann was gesät werden kann, wann Pflanzen erntebereit sind, welche Kulturen sich vertragen und wie du sie am besten pflegst, gibt es jetzt Hilfe. Unser digitaler Beetplaner alphabeet gibt dir viele nützliche Tipps und Anleitungen zu über 50 Kulturen und 170 Sorten - und es werden ständig mehr. Probiere alphabeet jetzt völlig kostenlos und unverbindlich aus und sage uns, was du davon hältst.

Was tun wenn der Sommer vorbei ist, du aber immer noch Lust auf Garten hast? Finde es in diesem Artikel über Gartenaktivitäten im Oktober heraus!

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