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Marie

Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.

Johannisbeeren sind in unseren Breiten heimisch. Sie zählen zu den pflegeleichten Kulturen und sind daher auch für Anfänger:innen im Garten geeignet, um erste Erfahrungen zu sammeln. Einmal im Garten etabliert, bringen sie dir Jahr um Jahr eine frische Ernte. Es gibt einige Dinge, die du über die Pflanze und ihre Vorlieben wissen solltest, damit der Anbau problemlos gelingt. Hierzu gehört das richtige Auspflanzen, sowie ein regelmäßiger Schnitt, um die Pflanze in Form zu halten. Was es dabei zu beachten gibt und wann der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

Licht: sonnig bis halbschattig

Wasser: feucht

Nährstoffe: mittel

Boden: mittelschwerer, flachgründiger, nährstoffreicher, leicht saurer Boden

Pflanzabstand: 1 - 1,5 m

Pflanztiefe: der Wurzelballen wird etwa eine handbreit tiefer in die Erde gesetzt (rote und weiße Johannisbeeren werden nicht ganz so tief gepflanzt)

Gute Nachbarn: Tomate, Heidelbeere, Kresse, Melisse, Ringelblume, Stachelbeere, Johannisbeere

Allgemeines über Johannisbeeren

Johannisbeeren (Ribes) gehören zur Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Die Sträucher sind aufgrund ihrer kleinen gesunden Beeren, die viel Vitamin C enthalten, so beliebt. Es gibt sie in schwarz, rot oder weiß. Je nach Farbe variieren die Beeren in Aroma und Geschmack. Während rote Johannisbeeren (Ribes rubrum) sich durch ihren besonders sauren Geschmack auszeichnen, schmeckt die weiße Variante milder und süßer. Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum) hingegen schmecken herber. Obwohl der Strauch winterhart und frostfest ist, werfen die meisten Sorten dieser Gattung über den Winter ihr Laub ab und gehen in eine Winterruhe über. Ein Strauch kann bis zu 15 Jahre alt werden. Ist die Arbeit also einmal getan, kannst du mit der richtigen Pflege lange eigene Beeren aus deinem Garten ernten.

Johannisbeeren pflanzen: Boden, Standort & Mischkultur

Der heimische Beerenstrauch ist gut an die Bedingungen in unseren Breiten angepasst. Daher ist er bei seinem Standort nicht allzu wählerisch und gedeiht hierzulande nahezu auf jedem Gartenboden. Am liebsten stehen Johannisbeeren jedoch auf mittelschweren, nährstoffreichen Böden. Dabei darf der Boden gerne einen leicht sauren pH-Wert zwischen 5,5 und 6 haben. Um herauszufinden, welchen Boden du in deinem Garten hast, kannst du einen einfachen Bodentest durchführen. Um zu wachsen und gedeihen reicht einer Johannisbeer-Pflanze auch ein halbschattiges Plätzchen. Allerdings gewinnen an einem sonnigen Standort die Früchte an Süße und Aroma. Außerdem kannst du größere Ernten einfahren. Falls du nur noch Schattenplätze zu vergeben hast, pflanzt du am besten weiße Johannisbeeren (Ribes sativa). Diese Sorte trägt süßere Früchte und steht teilweise sogar lieber im Halbschatten. Bei einem sonnigen Standort solltest du unbedingt daran denken, dass Johannisbeeren flachwurzelnde Pflanzen sind. Dadurch muss bei Trockenheit auf eine gleichmäßige Bewässerung geachtet werden. Hier hilft eine Mulch-Schicht die Verdunstung möglichst gering zu halten. Aufgrund des flachen Wurzelwerks ist auch ein Anbau auf dem Balkon ohne Probleme möglich. Hierfür reicht ein großer Topf, der mindestens 40 cm tief ist.

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Weiße Johanisbeeren entwickeln auch im Halbschatten süße, aromatische Früchte. Bild von Ascetik auf Pixabay.
  • Gute Nachbarn: Tomate, Heidelbeere, Kresse, Melisse, Ringelblume, Stachelbeere, Johannisbeere

Johannisbeeren kannst du auch super in einen Waldgarten integrieren. Dieser arbeitet mit den Prinzipien der Permakultur und Mischkultur, wodurch ein stabiles System entsteht, das weniger anfällig für Krankheiten oder Schädlinge ist. Welche Obstgehölze du dafür pflanzen kannst und wie diese unterpflanzt werden können, kannst du in dem Artikel Obstgehölze pflanzen nachlesen.

Wann kann ich Johannisbeeren auspflanzen?

Wie die allermeisten Beerensträucher werden auch Johannisbeeren am liebsten im Herbst ausgepflanzt. Bei einer Pflanzung vor dem Winter profitieren Johannisbeeren von der Winterfeuchte und treiben zuverlässig im nächsten Frühjahr neu aus. Durch die flachen Wurzeln kann die Pflanze schnell austrocknen, wodurch das Anwachsen erschwert wird. Im Winter ist der Boden meist feuchter als im Sommer, dadurch musst du dir darüber keine Sorgen machen. Aber keine Sorge, wenn du den Herbst verpasst hast! Eine Pflanzung ist das ganze Jahr über möglich. Dann solltest du nur darauf achten, dass der Wurzelballen stets feucht ist.

Wie pflanze ich Johannisbeeren?

  1. Standort vorbereiten: Wie bereits erwähnt, sind Johannisbeeren flachwurzelnde Pflanzen. Dadurch sind sie wenig konkurrenzstark gegenüber Beikräutern und du solltest den Boden gründlich von ihnen befreien. Besonders robuste Beikräuter wie Girsch, Brennnessel oder Quecke wachsen ansonsten einfach durch das Wurzelwerk der Johannisbeere und sind im nachhinein schwierig zu entfernen ohne den Strauch zu verletzen.
  2. Pflanzloch ausheben: Grabe ein großzügiges Pflanzloch für den Neuankömmling, welches in etwa doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen ist. Der Boden rund um das Pflanzloch wird mit einer Grabgabel gelockert, sodass die Wurzeln es leichter haben, sich im Boden zu verankern. Für einen optimalen Start fügst du noch etwas Kompost in das Pflanzloch. Stelle nun den Wurzelballen in einen Eimer mit Wasser, sodass er sich vor dem Auspflanzen noch einmal gut vollsaugen kann.
  3. Pflanzschnitt: Vor dem Auspflanzen bekommt die Jungpflanze noch einen Schnitt. Das garantiert ein besseres Austreiben im nächsten Frühjahr. Suche dir die kräftigsten 5 bis 6 Triebe aus, die optimalerweise nicht alle in die gleiche Richtung wachsen. Diese Triebe werden auf etwa ein Drittel ihrer Länge eingekürzt. Dabei sollten mindestens vier Knospen pro Trieb stehen bleiben. Die restlichen Triebe kürzt du auf einige Zentimeter über den Boden ein. Obwohl dieser Schnitt sehr radikal erscheint, unterstützt er die Jungpflanze in ihrer Entwicklung.
  4. Pflanzung: Nimm den Wurzelballen aus dem Eimer und setze ihn in das Pflanzloch. Beim Einsetzen gibt es sortenspezifische Unterschiede, die du beachten solltest: Rote Sorten (Ribes rubrum) setzt du einige Zentimeter tiefer in das Pflanzloch. Schwarze Sorten (Ribes nigrum) werden sogar noch tiefer (etwa eine Handbreit) als zuvor gesetzt. Das fördert den Austrieb junger Triebe. Schließe das Loch, trete die Erde fest und bewässere den Strauch ausgiebig. Abschließend bringst du eine Mulch-Schicht auf, die nicht nur Feuchtigkeit hält, sondern auch Nährstoffe nachliefert. Falls du mehrere Sträucher setzen möchtest, solltest du etwa 1 bis 1,5 m Abstand zwischen den Pflanzen lassen.
Johannisbeeren werden tiefer in die Erde gepflanzt, als zuvor in der Baumschule! Bild von Pezibear auf Pixabay.

Gießen & Düngen von Johannisbeeren

  • Damit deine Pflanze genug Energie hat, um neue Triebe und viele neue Blütenknospen auszubilden, ist eine regelmäßige Düngung sehr wichtig. Zweimal im Jahr solltest du sie daher mit ausreichend Dünger versorgen: Vor dem Austrieb im Frühjahr und im Herbst, bevor die Pflanze in die Winterruhe geht. Hierfür eignet sich Kompost, sowie ein spezieller Beerendünger. Falls du keinen eigenen Kompost zur Hand hast, findest du in unserem Alphabeet-Shop den ökologischen Dünger Klee Pura.
  • Besonders direkt nach dem Auspflanzen und während Trockenperioden muss der Strauch gegossen werden. Um wassersparend zu Gärtnern und deine Pflanzen trotzdem mit ausreichend Wasser zu versorgen, findest du hier Tipps zum richtigen Gießen.

Johannisbeeren schneiden

Um deine Johannisbeeren korrekt zu schneiden, spielt die Farbe der Beeren eine wichtige Rolle. Rote und weiße Johannisbeeren tragen ihre Früchte an einjährigen Seitentrieben des zwei- bis dreijährigen Holzes wohingegen schwarze Johannisbeeren an den Seitentriebes des einjährigen Holzes tragen. Auf diese Unterschiede musst du unbedingt Acht geben, um den besten Ertrag aus deiner Pflanze zu erhalten und ein gesundes Wachstum mit einem Schnitt zu fördern. Alle Schnittmaßnahmen werden entweder nach der Ernte oder im Februar vor dem Austrieb des Laubs durchgeführt. Zudem kannst du vor der Ernte im Sommer deinen Johannisbeerstrauch ausdünnen. Hierfür entfernst du einige Blätter, wodurch die Pflanze besser belichtet wird, was die Blütenknospenbildung für das kommende Jahr fördert.

Durch das Ausdünnen förderst du eine besser Belichtung der Früchte sowie die Blütenknospenbildung für das nächste Jahr! Bild von Walter Sturn auf Unsplash.

Rote und weiße Johannisbeeren schneiden

Für ertragreiche Rispen benötigt die Pflanze genügend zwei- bis dreijährige Triebe. Nach dem Pflanzschnitt, den ich euch oben bereits erklärt habe, ist ein jährlicher Schnitt sehr wichtig. Dadurch kannst du das Wachstum regulieren, damit der Busch in Form bleibt. Durch eine ausgewogene Anzahl an jungen und alten Trieben vergreist deine Pflanze nicht und es sind immer genug junge Triebe als Nachschub vorhanden. Denn nach drei Jahren muss ein tragender Trieb ersetzt werden, da die Qualität und Menge des Ertrages zurückgeht. Das Alter eines Triebes erkennst du an seiner Dicke und der Oberfläche. Je dicker ein Trieb und je verholzter die Oberfläche, desto älter ist er. Außerdem wachsen auf der Oberfläche älterer Triebe oft Flechten oder Algen. In der Regel kann man das relativ gut erkennen.

Zuerst entfernst du alle Triebe, die sich in die Quere kommen und zu dicht beieinander stehen. So kommen die Triebe nicht in Konkurrenz um Licht oder Platz und der Strauch ist insgesamt besser belichtet. Wenn die grobe Form passt, suchst du dir aus den restlichen Trieben diejenigen aus, die stehenbleiben sollen. Schneide alle anderen Triebe bodennah ab und entferne die Seitentriebe an den verbliebenen Trieben. Als Daumenregel sollte deine Pflanze am Ende jeweils zwei ein-, zwei-, drei- und vierjährige Triebe haben. Bei einem jüngeren Strauch ohne drei- bis vierjährige Triebe, schneidest du ihn wie oben beschrieben. Dann sollte das Verhältnis der unterschiedlich alten Triebe ebenfalls ausgeglichen sein, der Pflanze fehlen nur die älteren Triebe. Diese kommen mit zunehmendem Alter dazu und müssen in den Folgejahren beim Schnitt berücksichtigt werden. Falls du es mit einem älteren Busch zu tun hast, kannst du ihn verjüngen, indem du einfach mehr einjährige Triebe stehen lässt.

Schwarze Johannisbeeren schneiden

Im Prinzip funktioniert der Rückschnitt bei schwarzen Johannisbeeren ähnlich. Da schwarze Johannisbeeren aber vorallem an den Seitentrieben des einjährigen Holzes ihre Früchte tragen, lässt du mehr einjährige Triebe stehen. Entferne alle zwei- bis dreijährigen Triebe der Pflanze. Dabei kannst du einen kleinen Stummel stehen lassen. Hieraus können für das nächste Jahr neue einjährige Triebe wachsen.

Schneide deine Johannisbeere jährlich. Das hält die Pflanze in Form, sodass du jedes Jahr viele Früchte ernten kannst. Bild von CarlotteSilvestrini auf Pixabay.

Johannisbeeren vermehren mit Steckholz

Ebenso wie die Pflege ist auch das Vermehren der Johannisbeeren nicht kompliziert. Hierzu benötigst du lediglich eine Mutterpflanze, von der du im Herbst nach dem Laubfall einen kräftigen, einjährigen Trieb abschneidest. Nun zerkleinerst du den Trieb in etwa 10 - 15 cm lange Einzelteile, an denen jeweils oben und unten eine Knospe sitzt. Ein Ende wird unterhalb der Knospe gerade abgeschnitten wohingegen oberhalb der Anderen ein schräger Schnitt erfolgt. Nun steckst du das Ende mit dem geraden Schnitt in lockere, vorbereitete Erde an einem geschützten Platz in deinem Garten. Bis zum Frühjahr sollten sich nun Wurzeln bilden und sich neue Austriebe bei deinen Zöglingen zeigen.

Unser Tipp: Obwohl die meisten Sorten selbstbefruchtend sind, erhöht eine zweite Pflanze in der Nähe den Ertrag und die Fruchtgröße. Besonders bei schwarzen Johannisbeeren verbessert eine andere Sorte im Garten die Befruchtung und verringert den vorzeitigen Fruchtfall. Die gesteigerte Effizienz durch eine zweite Pflanze einer anderen Sorte lässt sich durch die evolutionäre Geschichte erklären. Denn eine andere Sorte bringt neues genetischen Material mit, was zu mehr Diversität und somit einer höheren Überlebensfähigkeit führt. Außerdem gibt es einige schwarze Johannisbeeren, die selbstunfruchtbar sind und somit gänzlich auf eine andere Pflanze für die Befruchtung angewiesen sind. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass sich nur schwarze Johannisbeeren gegenseitig befruchten können. Dagegen kann eine rote Sorte mit einer weißen befruchtet werden und umgekehrt. Das liegt daran, dass die weißen Johannisbeeren botanisch keine eigenständige Sorte bilden, sondern eine Züchtung aus der roten Johannisbeere sind.

Johannisbeeren ernten & lagern

Die Ernte der Johannisbeeren beginnt mit dem Johannistag am 24. Juni und geht bis etwa Ende Juli. Beim genauen Erntefenster gibt es sortenspezifische Unterschiede. Ansonsten ist die Ernte der kleinen Beeren einfach. Im Vergleich zu Stachelbeeren oder Himbeeren haben sie keine Dornen oder Stacheln, die die Ernte erschweren. Die Rispen, an denen die Früchte heranwachsen und ausreifen, kannst du komplett ernten. Hierzu schneidest du sie lediglich mit einer Gartenschwere ab. Um die Beeren einfacher von der Rispe zu lösen kannst du eine Gabel verwenden. Hierzu hälst du die Rispe am oberen Ende und streichst die Beeren mit der Gabel langsam ab. Nun kannst du leckere Marmeladen, Gelees oder Kuchen zubereiten, um die Beeren haltbar zu machen. Besonders im Winter freut man sich über konserviertes Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. Alle gängigen Methoden des Haltbarmachens kannst du hier nachlesen.

Viel Erfolg beim Anbau deiner eignen Johannisbeeren! Falls Fragen bei dir aufgekommen sind oder du andere Anmerkungen zum Thema hast, schreibe und gerne an magazin@alphabeet.org.

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Titelbild von Capri23auto auf Pixabay.

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