How-To Hochbeet: Ein beispielhafter Saisonplan

Von Eric

04.02.2020 . Lesezeit: 5 Minuten


Das Hochbeet steht, die Erde ist eingefüllt und der Winter neigt sich so langsam dem Ende zu. Endlich kann es losgehen! Deine erste Saison im eigenen Hochbeet. Damit du dein Hochbeet in vollem Umfang nutzen kannst und es auch immer etwas zum Ernte für dich bereit hält, brauchst du einen guten Saisonplan. In diesem Artikel möchte ich dich durch das Gartenjahr begleiten und dir zeigen, wie so ein Saisonplan entlang der vier Jahreszeiten in deinem Hochbeet aussehen kann.

Das gesamte Gartenjahr im Überblick

Das Frühjahr (März - Mai)

Wir starten die Planung im Monat März. Zu Beginn des Frühlings kannst du in deinem Hochbeet bereits die ersten (weniger kälteempfindlichen) Kulturen des Jahres aussäen. Durch seine zügige Erwärmung ist das schon deutlich früher möglich, als in einem normalen Beet. Die Gemüsearten

  • Rettich
  • Spinat
  • Rucola
  • Radieschen
  • Schnittlauch
  • Pflücksalate (wie z.B. Eichblatt oder Lollo Rossa)

wären z.B. geeignete Starter. Zum Schutz vor verspäteten Kälteeinbrüchen kannst du ein Gärtnervlies über dein Hochbeet spannen. So wird die Wärme im Hochbeet besser gespeichert und die Gefahr durch Spätfröste für deine jungen Pflanzen wird deutlich gesenkt.

Spinatblätter
Spinat ist nicht nur ein köstliches Blattgemüse, sondern auch ein ziemlich widerstandsfähiger Zeitgenosse. Deswegen kannst du ihn schon auspflanzen, wenn es draußen noch ziemlich kalt ist.

Außerdem kannst du jetzt mit dem Vorziehen der Pflanzen beginnen, die du gegen Ende des Frühjahrs in dein Hochbeet auspflanzen möchtest (Tomate, Paprika etc).

Gegen Ende April kannst du mit

  • Frühlingszwiebeln
  • Gemüsezwiebeln
  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Mangold

die Vielfalt in deinem Hochbeet erweitern.

Ab Mai: Jetzt geht es so richtig los. Die kälteempfindlichen Arten, die du seit März bei dir zu Hause oder in deinem Frühbeet vorgezogen hast, können nun (nach den "Eisheiligen") gefahrlos ins Freie ausgesetzt werden. Hierzu gehören:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Zucchini
  • Paprika/Chili
  • Kürbis
  • Auberginen
Vorgezogene Tomaten Pflanzen
Ab Mai kannst du die vorgezogenen Jungpflanzen deiner kälteempfindlichen Kulturen in dein Hochbeet aussetzen. Solche empfindlichen Zöglinge wären z.b. diese kleinen Tomatenpflänzchen.

Der Sommer (Juni - August)

Juni und Juli: Wenn du noch Platz in deinem Hochbeet hast oder durch Ernte wieder Raum frei geworden ist, dann kannst du diesen mit

  • Lauch
  • Pastinake
  • Kohlrabi
  • Möhren

ausfüllen.

August: Der Sommer neigt sich so langsam seinem Ende zu und du kannst mit der Winterplanung für dein Hochbeet beginnen. Geeignete Gemüse- und Kräuterarten für den Spätsommer sind z.B.

  • Grünkohl
  • Erbeere
  • Kerbel
  • Dill
  • Salate wie Radicchio, Endivie oder Feldsalat

Einige dieser Pflanzenarten sind auch bewährte Winterkulturen und werden dich auch während der kalten Jahreszeit weiterhin mit frischem Geschmack und vielen Vitaminen versorgen.

Erdbeerpflanze
Die Erdbeerpflanze ist eine Dauerkultur und bewohnt dein Hochbeet für mehrere Jahre am Stück.

Der Herbst (September - November)

Mit Beginn des Septembers verabschiedet sich der Sommer dann endgültig und der Herbst beginnt. Nun hast du zwei Möglichkeiten:

  • Entweder pflanzt du auf den freien Flächen weiterhin Winterkulturen an

  • Oder du entscheidest dich für die Gründüngung deines Bodens

Gründüngung bedeutet: Du säst Pflanzen wie den Gelbsenf oder eine Kleegras-mischung aus. Diese keimen sehr schnell und bieten viele Vorteile. Ihre feinen Wurzeln lockern den Boden auf natürliche Art und Weise auf und halten ihn schön luftig. Außerdem bleibt die Gründüngung nach ihrer Abreife einfach stehen und stellt so nach ihrem Ableben Biomasse dar, die die Mikroorganismen in deinem Boden in nährstoffreichen Humus für deine Pflanzen umwandeln können (mehr Infos dazu findest du hier).

Kohlweißling auf Gelbsenfblüte
Dieses Meer aus Gelbsenfblüten ist nicht nur ein Geschenk für den Boden. Es zieht auch Insekten, wie z.B. diesen Kohlweißling, magisch an.

Der Winter (Dezember - Februar)

Über die wirklich kalten Wintermonate sollten die meisten Pflanzen aus deinem Hochbeet abgeerntet sein und es empfiehlt sich, das Beet mit einer Plane oder einer Teichfolie abzudecken. Diese verhindert, dass tauender Schnee oder Regen die Nährstoffe in tiefere Bodenschichten auswäscht.

Solltest du noch keine Gründüngung ausgesät haben, dann kannst du das jetzt nachholen (dann kannst du die Folie weglassen). Oder du entscheidest dich für eine Mulchschicht aus Hornspänen; diese gibt über die Zeit ebenfalls Nährstoffe an deinen Boden ab.

Winteraussaat: Solltest du immer noch nicht genug vom Gärtnern haben, dann kannst du auch im Winter etwas pflanzen. Am besten eignen sich dafür

  • Winterfeste Salate wie Endivie oder Feldsalat
  • Mangold
  • Spinat

Desweiteren kannst du um den Jahreswechsel schon wieder mit dem Vorziehen für das kommende Gartenjahr beginnen. Einen ausführlichen Artikel zum Thema "Winteraussaat" findest du in unserem Magazin.

Salat im Winter
Viele Salatarten sind winterhart; das bedeutet, etwas Frost kann ihnen nichts anhaben. Sollte es mal sehr kalt werden, kann ein Gartenvlies über deinem Hochbeet deine Salate vor dem Kältetod bewahren.

Das war das gesamte Gartenjahr im Schnelldurchlauf. Wie du siehst, kannst du dein Hochbeet das gesamte Jahr lang nutzen und es muss nie "leer" stehen, wenn du das nicht möchtest.

P.S: Diese Saisonplanung ist nur ein Beispiel. Die meisten der hier aufgeführten Arten kannst du auch zu ganz anderen Zeiten in deinem Hochbeet anpflanzen, als hier beschrieben. Durch die hohe Anzahl an Möglichkeiten mit einem Hochbeet sind deiner Fantasie also (fast) keine Grenzen gesetzt.

Das war der dritte Teil einer Reihe von Beiträgen zum Thema "Hochbeete". Um keinen Artikel mehr zu verpassen, folge uns auf Instagram und Facebook oder melde dich direkt zu unserem Newsletter an.

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