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Wie befülle ich ein Hochbeet? - Eine Anleitung

12.05.2020 . Lesezeit: 13 Minuten

Hinter diesem Artikel

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Eric

Eric ist 23 Jahre alt und studiert seit 2015 Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim. Zusammen mit einem Freund bewirtschaftet er seit 2017 einen Schrebergarten in Stuttgart.

Dieser Artikel enthält Werbung eines Kooperationspartners.

Hochbeete erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass sie mittlerweile in vielen Gärten anzutreffen sind. Warum sie so beliebt sind, was du bei der Auswahl und dem Bau beachten solltest und wie du dein Hochbeet perfekt befüllst erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

Hochbeet Schichten im Überblick

  • Wühlmausgitter als Schutz vor ungewünschten Nagern
  • Drainage holzige Gartenabfälle um Staunässe zu vermeiden
  • Rohkompost und grüne Gartenabfälle als Nährstoffreservoir
  • Kompost und Erde um das Hochbeet aufzufüllen
  • nährstoffarme lockere Erde z.B. Anzucht- oder Hochbeetdeckerde als Deckschicht
  • Mulchschicht um Austrocknung zu verlangsamen (optional)

Hochbeet-Tipps im Überblick

  • Standort je nach Pflanzen wählen: volle Sonne, Halbschatten, Schatten
  • Gewindestange um Gewicht der Erde abzufangen und Auseinanderbrechen zu verhindern
  • Holzschutz durch Noppenbahn oder Folie und einen freien Stand, sodass Holz gut trocknen kann
  • Drainage ist wichtig um Staunässe zu vermeiden; gegebenenfalls Löcher in Boden oder Rahmen machen

Warum sind Hochbeete so beliebt?

Hochbeete sind - wie der Name schon sagt - hoch. Sie bestehen meist aus einem bis zu 80-90 cm hohen Holzrahmen, der mit Grünschnitt, Kompost und Gartenerde gefüllt ist. Durch ihre erhöhte Lage bieten sich viele Vorteile.

  • Schnellere Erwärmung: Durch die erhöhte Lage erwärmt sich ein Hochbeet im Frühjahr deutlich schneller als der Boden, da es von allen Seiten der warmen Luft ausgesetzt ist. Das beschleunigt die Keimung und ermöglicht schon früher im Jahr wärmebedürftige Kulturen anzubauen
  • Rücken schonendes Arbeiten: Bei einer Höhe von ca. 70-80 cm ermöglicht dir ein Hochbeet dich um deine Pflanzen zu kümmern, ohne die ganze Zeit in einer buckeligen Position auf dem Boden herumkriechen zu müssen. Das schont den Rücken und eliminiert eine der unangenehmsten Begleiterscheinungen des Gärtnerns.
  • Pflanzenschutz: Da die meisten Beikrautsamen sich in Bodennähe ausbreiten, ist ein Hochbeet ein recht effektives Mittel um deine Pflanzen vor Konkurrenz zu schützen. Außerdem erreichen Schnecken und andere Schädlinge deine Pflänzchen deutlich schlechter.
  • Frühbeet-Funktion: Auf Grund der schnelleren Erwärmung kann dein Hochbeet eine doppelte Funktion erfüllen. Im Frühjahr kannst du dort deine Setzlinge vorziehen, die du später in reguläre Beete umziehst. Danach kannst du das Hochbeet wiederum zum Anbau von Salaten, Kräutern und anderem Gemüse des täglichen Bedarfs nutzen.

Durch die verbesserten Startbedingungen für die Pflanzen eignen sich Hochbeete besonders gut für Anfänger in der Gartenwelt, da die Erfolgschancen besser aussehen als im herkömmlichen Beet. Aber auch erfahrene Gärtner freuen sich über einen schmerzfreien Rücken und einen früheren Start in die Saison.

hochbeet im garten
Durch die erhöhte Lage erwärmt sich ein Hochbeet schneller als der Boden. Zudem schont es den Rücken des Gärtners.

Wie wähle ich den richtigen Standort für mein Hochbeet?

Grundsätzlich ist es so: Ein Hochbeet kann man fast überall aufstellen. Somit bietet es einem die Möglichkeit, fast überall Nahrung anzubauen. Ob im Garten, auf einem Balkon oder auf dem Dach. Holz, Beton, Erde, Metall oder Kunststoff, der Unter-grund spielt hierbei keine besondere Rolle. Solltest du eine nährstoffarme oder flachgründige Stelle im Garten haben, kannst du dort ein Hochbeet aufstellen und damit die Fläche trotz ihrer ungünstigen Eigenschaften nutzen (wenn du lernen möchtest wie du erkennst, was für einen Boden du in deinem Garten hast, dann wirst du hier oder hier fündig).

Zwei kleine Tipps am Rande:

  • Solltest du dich für ein Hochbeet mit einem Holzrahmen entscheiden, dann bietet es sich an, das Beet möglichst freistehend zu bauen. Aufgrund von Feuchtigkeit (durch Regen oder Gießwasser) neigt das Holz mit der Zeit dazu, schnell zu verrotten. Wenn du deinem Hochbeet etwas Platz lässt, dann kann die Luft drum herum besser zirkulieren und der Rahmen trocknet schneller wieder ab.
  • Letztendlich solltest du bei der Wahl des richtigen Standorts bedenken, welche Pflanzenarten du in deinem Hochbeet anbauen möchtest und welche Bedürfnisse diese haben (z.B. "sonnenliebend" oder eher "halbschattig"). Einen ausführlichen Artikel dazu findest du hier.
Hochbeet
Hochbeete für alle! Der Meinung sind wir auch.

Was es beim Aufbau zu beachten gilt

Beim Anlegen eines Hochbeets gibt es ein paar Punkte zu beachten. Unbeachtet können diese im späteren Verlauf unter Umständen zu einer bösen Überraschung führen. Hier vier der häufigsten Gefahren beim Hochbeetbau und was du dagegen tun kannst:

Staunässe

Bei nach unten geschlossenen Hochbeeten
Wenn dein Hochbeet zum Beispiel auf dem Balkon steht und du zum Schutz vor Dreck das ganze Hochbeet mit Folie auskleidest gibt es für das Wasser in der Erde keine Möglichkeit abzulaufen. Sollte es mal stark regnen oder du meinst es etwas zu gut beim Gießen, dann kann es passieren, dass sich das überschüssige Wasser für eine längere Zeit im Hochbeet staut. Diese Staunässe kann sehr gefährlich für deine Pflanzen werden. Wenn ihre Wurzeln nicht mehr genug durchlüftet werden, dann beginnen diese zu faulen und sterben ab. Achte deswegen immer darauf, dass du beim Bau eines geschlossenen Hochbeets eine Drainage einbaust. Bohre dafür Löcher in den Rahmen oder sorge anderweitig für Aussparungen, durch die das Wasser abfließen kann. Zusätzlich kannst du "Drainagerohre" an den Löchern anbringen, durch die das ablaufende Wasser in ein Gefäß geleitet wird. Dieses kannst du später wieder zum Gießen verwenden.

Nasses Holz
Feuchtigkeit weicht einen Holzrahmen auf Dauer auf und lässt ihn schneller brüchig werden.

Bei nach unten geöffneten Hochbeeten
Auch bei dieser Hochbeetart kann es zur Staunässe kommen, zum Beispiel wenn der Boden auf dem das Hochbeet steht sehr hart und undurchlässig ist. Hier empfiehlt es sich, vor dem Befüllen des Hochbeets eine "Drainageschicht" anzulegen. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Schicht aus Holzscheiten, Ästen oder Holzhäckselgut. Durch diese Schicht kann überschüssiges Wasser schneller in den Mutterboden versickern und Staunässe wird effektiv vermieden.

Gewicht der Erde

Ein weiterer Punkt ist das Befüllen von großen Hochbeeten aus Holz. Wenn du dein Hochbeet mit Erde befüllst, dann hat diese bei großen Beeten ein ziemlich hohes Gewicht. Saugt sich die Erde nun mit Wasser voll, dann kann sie mit unter so schwer werden, dass sie den Holzrahmen deines Hochbeets auseinanderdrückt. Um das zu vermeiden, bietet es sich an den Rahmen mit einer Gewindestange zu verstärken. Diese hält dein Hochbeet in Form und verhindert das Auseinanderbrechen des Rahmens.

Erde in Hochbeet
Das reine Gewicht der Erde in einem gefüllten Hochbeet sollte man nicht unterschätzen.

Feuchtigkeit im Holzrahmen

Wie oben bereits angesprochen, kann andauernde Feuchtigkeit einem hölzernen Hochbeetrahmen ziemlich zusetzen.
Überschüssiges Wasser aus dem Beet zieht in das Holz ein und lässt es schneller verrotten. Neben einer Drainage und einem gut gelüfteten Standort kannst du noch weitere Vorkehrungen treffen, um dein Hochbeet möglichst lange zu erhalten. Zum Beispiel kannst du die Innenseiten deines Rahmens mit einer Teichfolie auskleiden. Diese verhindert den direkten Kontakt von Holzrahmen und feuchter Erde. Noch besser eignet sich eine sogenannte Noppenbahn. Diese ist eigentlich zum Schutz von Betonfundamenten gedacht, doch sie erfüllt die gleiche Funktion für dein Hochbeet. Durch die Noppen entstehen kleine Hohlräume zwischen der Folie und dem Holz des Rahmens. So kann das Holz trocknen wenn es beim Gießen oder durch Regen nass geworden ist. Zusätzlich kannst du deinen Hochbeetrahmen mit einer Holzschutzlasur versiegeln. Das ist zwar nicht unbedingt notwendig, wenn du alle anderen Hinweise zum Holzschutz beachtest, aber bietet noch einen zusätzlichen Schutz - das i-Tüpfelchen sozusagen.

holzrahmen hochbeet
Durch die Zwischenräume zwischen Noppenbahn und Holzrahmen kann Feuchtigkeit schnell trocknen. So vermeidest du, dass die Bretter faulen. Um die Noppenbahn zu befestigen macht es Sinn, sie mit einer Latte festzuschrauben. Tackernadeln oder nur Schrauben neigen zum Ausreißen.

Wühlmäuse

Zu guter Letzt sind da noch die Wühlmäuse. Diese zierlichen kleinen Nager lieben es (wie ihr Name schon vermuten lässt) sich durch die Erde zu wühlen. An sich ist das ja kein Problem. Doch es wird ganz schnell zu einem, wenn sich eine ganze Wühlmausfamilie plötzlich spontan dazu entscheidet, in dein neu gebautes Hochbeet einzuziehen. Dort angekommen, graben sich die putzigen Nager einmal quer durch dein gesamtes Beet, fressen oder beschädigen dabei die Wurzeln deiner Pflanzen und verursachen nebenbei noch eine riesen Sauerei. Auf lange Sicht würde dieser Stress das Ende für deine Pflanzen bedeuten.
Gerade Gärten am Stadtrand oder in der Nähe von Feldern sind häufig von diesem Problem betroffen. Um ein solches Chaos von vorne herein auszuschließen, empfiehlt es sich deshalb, beim Bau eines Hochbeets im Garten ein Wühlmausgitter anzubringen. Dieses wird direkt über dem Mutterboden angebracht und verhindert, dass sich die Mäuse von unten in dein Hochbeet hoch graben können. Dafür eignet sich zum Beispiel ein engmaschiger Hasen- oder Hühnerdraht.

wühlmausgitter hochbeet
Mit einem solchen Hasendraht am Boden deines Hochbeetes sorgst du dafür, dass sich ungebetene Gäste nicht von unten Zutritt zu deinem Beet verschaffen können.

Wie befülle ich mein Hochbeet? Anleitung Schritt für Schritt

Beim Befüllen des Hochbeetes geht man in Schichten vor. Die richtige Reihenfolge der Schichten sorgt für gute Drainage, Durchlüftung und Nährstoffversorgung. Die Materialen zu Füllung kannst du großteils im eigenen Garten finden, sie sind aber auch im Baumarkt oder Baustoffhandel erhältlich.

  • Wühlmausgitter: Bevor du dein Hochbeet befüllst, solltest du das eben besprochene Drahtgitter auslegen.
  • Drainage Schicht: Wie wir schon weiter oben angemerkt haben, ist es sinnvoll als Erstes eine lockere Schicht einzufüllen, die für gute Entwässerung und Durchlüftung sorgt. Dafür eignen sich zum Beispiel Zweige und Äste vom Obstbaumschnitt, Holzstücke oder Hackschnitzel. Außerdem dient das Material als Nahrung für Bodenorganismen und wird nach und nach zersetzt werden.
  • Organisches Material und Rohkompost: Als nächstes kannst du Gartenabfälle wie Rasenschnitt und Laub unterbringen. Ähnlich wie in deinem Komposthaufen werden sie mit den holzigen Bestandteilen der Drainage-Schicht gemeinsam abgebaut. Somit stellt diese Schicht ein Nährstoffreservoir für deine Gemüsepflanzen dar. Auf der Schicht aus Gartenabfällen kannst du auch leicht verotteten Rohkompost verteilen. Sei dabei ruhig großzügig, so hat dein Hochbeet auf Jahre genügend Nährstoffe und du musst kaum düngen.
Schichten Hochbeet
Die zweite Schicht von unten sollte aus nicht holzigen Gartenabfällen und Rohkompost bestehen. Grasschnitt und Laub eignen sich super und stellen ein Nährstoffreservoir dar.
  • Reifer Kompost und Mutterboden/Gartenerde: Als nächstes kannst du abwechselnd reiferen Kompost und Erde einfüllen. Dabei kannst du entweder auf Bio-Gartenerde aus dem Baumarkt zurückgreifen oder du kaufst bei einem Baustoffhändler eine Anhängerladung Humus oder Mutterboden. Die zweite Variante ist meistens günstiger, doch auch viel aufwändiger. Aus eigener Erfahrung können wir die Garten- und Hochbeet-Erde von ASB Greenworld empfehlen, die man ganz bequem im Onlineshop bestellen kann.
  • Deckschicht: Als Deckschicht empfiehlt sich ein lockeres eher nährstoffärmeres Substrat, wie z.B. Anzuchterde oder spezielle Hochbeet-Deckerde. Hier können deine Pflanzen gut keimen, werden aber nicht gleich mit Nährstoffen verwöhnt. Das regt die Wurzelbildung an und sorgt dafür, dass deine Pflanzen in die tieferen nährstoffreichen Schichten vordringen. Dort werden sie auch besser mit Wasser versorgt.
  • Optionale Mulchschicht: Zu guter Letzt kannst du auch in deinem Hochbeet eine Mulchschicht ausbringen, um die Erde vor dem Austrocknen zu schützen. Denn Wasser stellt einen Schwachpunkt der Hochbeete dar: Auf Grund der Erhöhung und schnelleren Erwärmung trocknet ein Hochbeet deutlich schneller aus, als ein herkömmliches Beet. Eine Mulchschicht aus unkrautfreiem Grasschnitt, Laub oder Stroh sorgt dafür, dass die Erde darunter länger feucht bleibt.

Langfristige Pflege deines Hochbeetes

Die unteren Schichten deines Hochbeetes bestehen aus intaktem und leicht verrottetem Material. Dieses organische Material wird über die Zeit von Bodenorganismen zersetzt. Deshalb setzt sich die Erde im Hochbeet mit der Zeit und es sieht aus, als ob sie weniger wird. Das kann auch schon ein paar Tage nach dem Einfüllen sein, wenn Hohlräume, die beim Einfüllen entstanden sind kollabieren. Wundere dich also nicht, wenn dein Hochbeet nach einer Weile deutlich weniger voll aussieht - das ist ganz normal. Nach der ersten oder zweiten Saison ist es deshalb jedoch sinnvoll die unteren Schichten zu erneuern. Das kann ein wenig aufwendig anmuten, muss allerdings auch nur alle 1-2 Jahre einmal gemacht werden. Dazu kannst du einen Teil der Erde aus dem Hochbeet schaufeln und den Rest vorrübergehend auf eine Seite des Beetes schieben. Dann füllst du die freie Hälfte mit Holzresten, Grünschnitt und Rohkompost nach. Jetzt schiebst du die oberen Schichten auf die andere Seite über das eben eingefüllte Material und füllst die andere Hälfte unten auf. Dann kannst du die restliche Erde wieder einfüllen und bist wieder ready to go.

Wir hoffen du fühlst dich jetzt gut informiert und dir steht nichts mehr im Weg um dein eigenes Hochbeet zu befüllen. Falls du noch Fragen hast oder du bei deinem Hochbeet ganz anders vorgegangen bist und du uns davon berichten willst, schreib uns gern eine E-Mail an magazin@alphabeet.org. Wir freuen uns von dir zu hören :)

Wenn du wissen willst, wie du dein frisch befülltes Hochbeet jetzt bepflanzen kannst, dann schau mal hier vorbei. Wir haben dir einen Saisonplan für das ganze Gartenjahr zusammengestellt.

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