Hinter diesem Artikel

author image
Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Himbeeren gehören zu den beliebtesten Beerensträuchern im Gemüsegarten. Die süßen Früchte können während der Reifezeit täglich direkt vom Strauch genascht oder zu Marmelade eingekocht werden. Erfahre jetzt alles zum Pflanzen, Pflegen, Schneiden und Ernten der leckeren Früchte.

Auf einen Blick:

Standort

  • sonnig bis halbschattig & windgeschützt
  • lockerer & humoser Boden
  • leicht saurer pH-Wert von 5,5 - 6

Pflanzung

  • Im Herbst ab Oktober oder im Frühjahr ab März
  • Pflanzabstand 40 - 50 cm
  • Mische den Erdaushub bei der Pflanzung mit Kompost

Mischkultur

  • Schlechte Nachbarn: Erdbeeren und Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln, Auberginen oder Paprika
  • Gute Nachbarn: Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch, Farne, Maiglöckchen, Ringelblumen und Schafgarbe

Pflege

  • Mulchen mit Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch
  • Gleichmäßige Wasserversorgung
  • Düngung zweimal jährlich mit Kompost, Hornspänen und Gesteinsmehl

Herbstschnitt

  • Sommerhimbeeren bilden bereits im Vorjahr Ruten für die nächste Saison und werden nur ausgelichtet. Entferne nur alte, schwache Triebe und kürze zu lange Ruten ein.
  • Herbsthimbeeren werden beim Herbstschnitt vollständig zurückgeschnitten.

Vermehrung

  • Abstechen von Wurzelausläufern
  • Absenken junger Triebe
  • Stecklinge

Allgemeines

Die Himbeere (Rubus idaeus) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist daher nicht nur mit Brombeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren verwandt, sondern auch mit vielen Obstbäumen wie Apfel, Birne und Kirsche. Himbeeren kommen natürlicherweise in Wäldern vor und sind in unseren Breiten als heimisch zu betrachten. Unter den kultivierten Himbeersträuchern unterschiedet man zwei Typen: Sommer- und Herbsthimbeeren. Sommerhimbeeren schließen ihren Entwicklungszyklus in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ab. Im ersten Jahr bilden sie die Ruten, die erst im Folgejahr blühen und im Früh- und Hochsommer des zweiten Jahres Früchte tragen. Herbsthimbeeren schließen ihren Entwicklungszyklus hingegen schneller ab. Sie blühen bereits im Juli des ersten Jahres an den Jungruten und fruchten von August bis Oktober. Die Triebteile, die Früchte getragen haben, sterben anschließend ab und können abgeschnitten werden. Die Triebbasis bleibt hingegen lebendig, sodass die Sträucher durch einen guten Schnitt auch zweimal im Jahr Früchte tragen können.

Botanisch gesehen ist die Himbeere keine Beere, sie zählt zu den Sammelsteinfrüchten. Eine einzelne Beere besteht somit aus vielen kleinen, miteinander verwachsenen Steinfrüchten. Auch wenn die Früchte theoretisch Samen enthalten, werden Himbeeren immer vegetativ über Stecklinge und Ausläufer vermehrt. Die Himbeerpflanzen bilden kriechende Ausläufer, die sich irgendwann von der Mutterpflanze lösen und eigenständig weiterwachsen. Je nach Sorte können die Sträucher einen bis zweieinhalb Meter hoch werden. Aus dem Rhizom treiben jedes Jahr wieder neue, kräftige Ruten aus, die Blüten bilden und Früchte tragen. Durch die silbrig-weiße Blattunterseite lassen sich Himbeeren leicht von Brombeeren unterscheiden. Je nach Sorten reifen rundliche bis langgestreckte Himbeeren heran, die sich weiß, rosa, dunkelrot oder schwarz ausfärben.

Himbeersorten

Rote Sommerhimbeeren: Elida (Reife ab Anfang Juni), Meeker (populäre Sommerhimbeere), Framita (dornenlose Sorte)

Gelbe Sommerhimbeeren: Golden Queen (besonders robuste Sorte), Fallgold (Reife ab Juli), Gelbe Antwerpen (niedrig wachsende Sorte - muss nicht angebunden werden)

Rote Herbsthimbeeren: Aroma Queen (ertragreiche Herbsthimbeere), Polka (besonders feste Früchte), Autumn Bliss (auch für die Topfkultur geeignet)

Gelbe Herbsthimbeeren: Goldmarie (alte aromatische Landsorte), Alpengold (dornenlose Herbsthimbeere), Herbstgold (honigfarbene Früchte)

Schwarze Himbeeren: Black Diamond (sehr robuste Sorte), Bristol (späte Sommerhimbeere), Black Jewel (violett-schwarze Früchte mit grauem Schleier)

Gelbe Himbeersorten sind eine nette Abwechslung für Himbeer-Liebhaber:innen. Photo by Roman Synkevych on Unsplash

Der richtige Standort für Himbeeren

Himbeeren wachsen am besten auf sonnigen und windgeschützten Standorten im Garten, Halbschatten ist jedoch in der Regel auch kein Problem. Ein lockerer, humusreicher Boden ist für ein gesundes Wachstum und reichliche Erträge unentbehrlich. Sehr schwere, verdichtete Böden sind für Himbeeren eher ungeeignet, da sie zu Staunässe neigen. Auf leichten Böden treten hingegen deutlich seltener Wurzel- und Rutenkrankheiten auf. Mit diesem einfachen Bodentest findest du heraus, was für einen Boden du im Garten hast. Zu schwere Böden kannst du durch das Einarbeiten von reifem Kompost und Sand, sowie anderen Maßnahmen zur Bodenverbesserung aufwerten. Da Himbeeren ursprünglich aus Wäldern kommen, vertragen sie leicht saure Böden mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6. Mit diesem einfachen pH-Bodentest kannst du die Verhältnisse in deinem Garten leicht herausfinden. Dieses und eine sinnvolle Auswahl anderer Produkte findest du in unserem alphabeet-Shop.

Himbeeren pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Himbeeren ist vor allem im Herbst ab Oktober oder im Frühling von März bis April (nur sofern kein Frost herrscht). Die Pflanzung im Herbst hat den Vorteil, dass sich die Wurzeln bis zum Frühjahr gut entwickeln können und sich die Pflanzen anschließend auf das oberirdische Wachstum konzentrieren können. In diesem Fall ist mit einem besseren Wachstum und Ertrag im ersten Jahr zu rechnen. Achte bei der Pflanzung in Reihen auf einen Pflanzabstand von 40 - 50 cm zwischen den einzelnen Sträuchern.

Hebe für jeden Strauch ein Loch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Mische den Erdaushub 1:1 mit Kompost und bedecke den Boden des Pflanzlochs mit einem Teil des nährstoffreichen Gemischs. Setze nun den jungen Himbeerstrauch in das Pflanzloch und fülle die Hohlräume mit dem restlichen Erdgemisch auf, sodass ein kleiner Hügel entsteht. Die Grundknospen sollten mit ca. 5 cm Erde bedeckt sein. Drücke das lockere Substrat rund um den Himbeerstrauch ordentlich an, so verhinderst du, dass durch das Angießen unregelmäßige, große Hohlräume entstehen.

Bedecke den Erdhügel anschließend mit einer Mulchschicht aus Stroh, Rasenschnitt oder Rindenmulch. Zu guter Letzt solltest du deine Himbeeren mit reichlich Wasser angießen. Spare hier nicht mit Wasser, sondern verwende eine große Gießkanne pro Strauch und gieße gleichmäßig von allen Seiten. Auf diese Weise sorgst du für eine schnelle Wurzelentwicklung und dein neuer Himbeerstrauch kann sich optimal im Boden verankern. Hier findest du weitere Infos zum Thema Sträucher und Obstgehölz pflanzen. Auch der Anbau in großen Töpfen auf Balkon oder Terrasse ist möglich, hier sollte allerdings auf ein ausreichendes Topfvolumen geachtet werden.

Rindenmulch macht den Boden zwar leicht sauer, für Himbeeren ist das allerdings kein Problem, da sie ursprünglich aus dem Wald stammen. Photo by Paul Green on Unsplash

Mischkultur mit Himbeeren

Himbeeren wachsen stets am selben Platz, umso mehr sollte auf ein gesundes Zusammenspiel mit den Pflanzennachbarn geachtet werden. Die Himbeersträucher laugen sonst den Boden einseitig aus und werden auf Dauer anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Durch eine geschickte Wahl der Nachbarpflanzen kannst du deine Himbeeren allerdings effektiv schützen und so für ein langanhaltendes, gesundes Wachstum sorgen.

Schlechte Nachbarn sind Erdbeeren, sowie einige Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln, Auberginen oder Paprika. Allesamt sind sie anfällig für die gefürchtete Verticillium-Welke, eine Pilzkrankheit, die meist über die Wurzeln in die Pflanze gelangt. Die Sporen dringen über Verletzungen in die Pflanze ein, die beispielsweise durch Nematoden verursacht werden können. In der Pflanze verstopft der Erreger die Leitbahnen, sodass es zu Problemen beim Wassertransport und somit zu den typischen Welkeerscheinungen kommt. Vermeide es auch, deine Himbeeren als Nachfolger dieser anfälligen Kulturen zu pflanzen.

Als gute Pflanznachbarn eignen sich hingegen verschiedene Hülsenfrüchte wie z.B. Buschbohnen und Erbsen (niedrig wachsende Sorten). Sie nehmen den Himbeeren keine Nährstoffe weg, im Gegenteil! Die Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln fixieren Stickstoff und reichern so den Boden mit dem wichtigen Pflanzennährstoff an. Geht die Ernte der Hülsenfrüchte zu Ende, sollten die Wurzeln im Boden bleiben, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Zwiebeln und Knoblauch eignen sich ebenfalls gut als Nachbarpflanzen. Vor allem Knoblauch wirkt mit seinen ätherischen Ölen gegen allerhand Fliegen, Läuse, Käfer und Milben und schützt die Himbeeren so vor einem Befall. Die Zwiebelgewächse bilden außerdem derartig flache Wurzeln aus, dass sie kaum mit den Himbeerwurzeln in Kontakt kommen.

Als dekorative und nützliche Begleiter gelten außerdem Farne und Maiglöckchen. Sie ergänzen das Himbeerbeet nicht nur optisch, sondern halten zudem den Himbeerkäfer und seine gefräßigen Larven fern. Achte bei der Pflanzung von Farnen auf 50 cm Abstand zu den Himbeeren, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig einschränken. Farne und Maiglöckchen sind mehrjährig und winterhart, sodass das Beet nicht jedes Jahr aufs Neue bepflanzt werden muss. Als weitere sinnvolle Pflanznachbarn eignen sich Ringelblumen und Schafgarbe. Sie blühen herrlich und liefern dabei vielen Insekten Nektar und Pollen. Ringelblumen wirken zudem gegen die schädlichen Nematoden im Boden, sodass sie indirekt der Verticillium-Welke vorbeugen können. Die Blüten werden außerdem gerne in der Naturheilkunde eingesetzt und eignen sich als blumige Zutat in Kräutertees. Auch die Schafgarbe lässt sich in der Küche verwenden und unterstützt gleichzeitig die Fruchtbarkeit deiner Himbeeren. Die Blumen säen sich gerne selbst aus, sodass schon bald schöne Blütenteppiche entstehen.

Ringelblumen wirken vorbeugend gegen Nematoden im Boden und bewahren deine Himbeeren so vor Wurzelverletzungen. Bild von Vikramjit Kakati auf Pixabay 

Wie pflegt man Himbeeren?

Himbeeren gehören zu den Flachwurzlern und sind daher relativ empfindlich gegenüber Trockenheit und Staunässe. Mulche den Boden rund um deine Himbeersträucher deshalb mit angetrocknetem Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch. Der Mulch verhindert nicht nur ein übermäßiges Austrockenen des Bodens, sondern unterdrückt gleichzeitig Beikräuter rund um die Pflanzen. Das Jäten mit einer Hacke sollte bei Himbeeren unbedingt vermieden werden, da sie sehr flache Wurzeln ausbilden und deshalb leicht beschädigt werden. In Trockenperioden muss außerdem auf eine regelmäßige Wasserversorgung geachtet werden, sonst leiden die Sträucher und bilden keine Beeren aus.

Bei der Pflanzung im Herbst solltest du im folgenden Frühjahr ab März für Nährstoffnachschub sorgen. Himbeeren müssen nicht wie Gemüsepflanzen mit Unmengen an Dünger versorgt werden. Eine gleichmäßige und langanhaltende Düngewirkung ist hier viel entscheidender. Versorge deine Beerensträucher deshalb ab März mit neuem verrottetem Kompost und Hornspänen. Eine Handvoll Hornspäne pro Himbeerstrauch sollte hier genügen. Arbeite die groben Partikel nur vorsichtig in den Boden ein, um die flachen Wurzeln nicht zu beschädigen. Bei mangelndem Niederschlag sollte die Düngung durch Angießen "aktiviert" werden. Ab Ende März bis Mitte April kannst du außerdem etwas Urgesteinsmehl streuen, es liefert wichtige mineralische Spurenelemente und verbessert den Boden. Eine zweite Nährstoffgabe kann bei großen Sträuchern im Juni/Juli nach der Ernte der letzten Sommerhimbeeren erfolgen. Falls du einen anderen organischen Dünger verwenden möchtest, sollte dieser vor allem Kalium und Phosphor enthalten, der Stickstoffgehalt muss hingegen nicht zu hoch sein.

Himbeerstrauch schneiden

Im Herbst wird es Zeit deine Himbeersträucher zu schneiden, damit sie auch im nächsten Jahr wieder kräftig wachsen und zahlreiche Früchte bilden können. Herbsthimbeeren werden ganz zurückgeschnitten, sie bilden im Folgejahr neue fruchtende Triebe aus. Da Sommerhimbeeren bereits im Vorjahr die Ruten für die nächste Saison ausbilden, werden diese nur ausgelichtet und nicht vollständig abgeschnitten. Entferne alte, schwache Triebe und kürze zu lange Ruten ein. Die gesunden Ruten müssen unbedingt für die nächste Saison stehen gelassen werden.

Mit der richtigen Pflege und dem richtigen Schnitt tragen deine Himbeeren jahrelang reichlich Früchte. Bild von Ladislava Vantuchová auf Pixabay 

Krankheiten

Durch das Himbeermosaikvirus entstehen gelbe, mosaikartig verteilte Flecken auf den Blättern. Die Flecken entstehen durch den Abbau des grünen Farbstoffs Chlorophyll, den die Pflanzen für die Photosynthese benötigen. Der Ertrag befallener Pflanzen kann deshalb bis zu 70 % geringer ausfallen, als bei gesunden Pflanzen. Die Viren werden meist über Blattläuse übertragen und können nicht mehr bekämpft werden, sobald sie die Pflanze befallen haben. Achte deshalb darauf, nur gesundes und virusfreies Pflanzgut zu kaufen, resistente Sorten sind z.B. 'Autumn Bliss' und 'Golden Bliss'. Außerdem solltest du den Befall mit Blattläusen möglichst gering halten, um einer Übertragung vorzubeugen.

Blattläuse saugen nicht nur den zuckerhaltigen Pflanzensaft, sondern können auch Viruskrankheiten übertragen. Bei geringem Befall können die Pflanzen einfach mit Wasser abgeduscht werden. Sehr wirksam ist außerdem das Sprühen mit einer Suspension aus Neem-Öl über mehrere Tage hinweg. So lassen sich auch stark befallene Pflanzen zuverlässig behandeln. Warte jedoch mit der Behandlung nicht zu lange, da sonst das Risiko einer Folgeinfektion steigt.

Die Himbeerrutenkrankheit ist eine Pilzerkrankung, die durch verschiedene Erreger hervorgerufen werden kann. Sie führt zum frühzeitigen Absterben der Ruten und schwächt die Himbeerpflanze enorm, sodass mit Ertragsverlusten zu rechnen ist. Die Pilze dringen meist über Verletzungen in die Pflanze ein und werden in Form von violett-schwarzen Flecken auf den Ruten sichtbar. Mit der Zeit breiten sich die dunklen Flecken aus, befallene Triebe sollten deshalb möglichst bald abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Achte bei der Pflanzung auf ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen, damit der Bestand nicht zu dicht wird. Mulchen hilft den Boden frei von Beikräutern zu halten, sodass die Pflanzen beim Jäten nicht unnötig verletzt werden. Halte deine Himbeeren außerdem durch eine ausgeglichene Düngung gesund und überdünge sie nicht.

Die Verticillium-Welke ist eine Pilzkrankheit, die oft in Verbindung mit langen Trockenperioden auftritt. Die Sporen dringen meist über Verletzungen in die Wurzeln ein, die beispielsweise durch Nematoden verursacht werden. In der Pflanze verstopft der Erreger die Leitbahnen, sodass es zu Problemen beim Wassertransport und somit zu den typischen Welkeerscheinungen kommt. Bei diesem Erreger sollte vor allem vorbeugend gehandelt werden. Achte auf eine gute Standortwahl, sowie eine ausgeglichene Wasser- und Nährstoffversorgung. Eine geschickte Mischkultur kann zusätzlich helfen die Pflanzen gesund zu halten.

Der Himbeerkäfer und seine Larven können erheblichen Schaden an deinen Himbeerpflanzen anrichten. Die adulten Käfer fressen ab Mai an den Blütenknospen und offenen Blüten und legen Eier hinein. Aus den zerfressenen Blüten bilden sich nur stark verformte oder gar keine Früchte. Die Larven schlüpfen später in der reifenden Frucht und knabbern an den Teilfrüchtchen. Diese verbraunen, verhärten und verformen sich. Später findet man in den reifen Früchten oft noch die Larven des braunen Käfers. Herbsthimbeeren werden in der Regel nicht befallen, da sie erst spät blühen und die Eiablage des Käfers zu dieser Zeit meist schon abgeschlossen ist. Pflanze deine Himbeeren außerdem nur an sonnigen Standorten und vermeide zu schattige Plätze. Außerdem soll die Mischkultur mit Vergissmeinnicht vorbeugend wirken. Entferne befallene Triebe und entsorge diese im Hausmüll. Bei einem Befall ist es außerdem zu empfehlen, den Boden unter den Himbeeren mit einer Folie zu bedecken, da die herabfallenden Larven sich so nicht in den Boden eingraben und verpuppen können. Zur Flugzeit der Käfer können diese morgens und abends abgesammelt werden. Auch hier sollte ein Tuch untergelegt werden, da die Käfer sich bei Störung leicht fallen lassen. Von einer Bekämpfung mit chemischen Mitteln ist dringend abzuraten, da diese auch Bienen und andere Nützlinge schädigen können.

Läuse übertragen Pflanzenviren und sollten deshalb nicht unterschätzt werden. Bild von Krystsina Radzevich auf Pixabay 

Himbeeren vermehren

Himbeeren sind sehr wüchsige Halbsträucher, die flach kriechende Ausläufer ausbilden. Eine der gängigsten Methoden zur Vermehrung ist deshalb das Abstechen von Wurzelausläufern. Die einzelnen Ausläufer erscheinen in der Regel etwa einen halben Meter von der Mutterpflanze entfernt und sind meist 20 bis 40 cm hoch. Sie können im Herbst, nachdem die Laubbäume ihr Blätterkleid abgeworfen haben, mit einem Spaten abgestochen und an einer anderen Stelle wieder neu eingepflanzt werden. Die Vermehrung über Ableger ist auch im Frühjahr möglich, allerdings haben im Herbst gepflanzte Ableger mehr Zeit zum Einwurzeln und sind dadurch im nächsten Jahr wüchsiger. Wichtig ist allerdings, dass die Himbeeren im folgenden Frühjahr geschnitten werden! Auf diese Weise können zwar erst im nächsten Jahr die ersten Himbeeren geerntet werden, die Pflanzen werden jedoch deutlich kräftiger und bilden mehr neue Triebe aus.

Eine weitere gute Vermehrungsmethode funktioniert über das Absenken junger Triebe. Sind ausreichend lange, junge Triebe vorhanden, lässt sich diese Methode ganzjährig anwenden. Dafür werden die jungen Triebe bogenförmig nach unten gebogen und mit einem Zelthaken fixiert. Der Triebabschnitt wird anschließend mit Erde bedeckt, wo er am Blattknoten neue Wurzeln ausbildet. Falls der Trieb an dieser Stelle Blätter trägt, sollten diese in Bodennähe entfernt werden, da sonst Pilzinfektionen auftreten können. Nach ausreichender Bewurzelung können die so entstandenen Absenker während der Vegetationsruhe im Herbst oder Frühjahr ähnlich wie Ableger mit dem Spaten abgestochen und verpflanzt werden.

Auch durch Stecklinge lassen sich Himbeeren sehr einfach vegetativ vermehren, es können sogar gleich mehrere Pflanzen auf einmal herangezogen werden. Die Stecklinge werden an der Triebspitze oder in der Mitte neuer, nur leicht verholzter Triebe gewonnen und in nährstoffarme Anzuchterde gesteckt. Jeder Steckling sollte beim Schnitt im Frühsommer mindestens zwei Blätter haben. Stelle die Töpfe anschließend an einen warmen, hellen Platz. Bei gleichmäßig feuchtem Substrat bilden die Stecklinge innerhalb von zwei bis drei Wochen eigene Wurzeln und können dann beliebig verpflanzt werden.

Nur reife Früchte lassen sich problemlos pflücken und enthalten das volle Himbeeraroma. Photo by Evie Fjord on Unsplash

Himbeeren ernten & konservieren

Die klassischen roten Himbeersorten sind erntereif, sobald die Früchte eine dunkelrote Farbe angenommen haben und sich leicht von der Pflanze lösen lassen. Bei gelben Himbeeren ist das schon etwas schwieriger, da sie selbst in voller Reife irgendwie unreif aussehen. Ernte auch hier nur Früchte, die sich leicht ablösen, ohne dass noch ein Teil des Stängels an der Himbeere hängen bleibt. Ist die Himbeerernte in vollem Gange, kommt man manchmal mit dem Naschen gar nicht mehr hinterher. Selbstgemachte Himbeermarmelade ist eine schöne Möglichkeit, Himbeeren für längere Zeit zu konservieren. Das Grundrezept ist ganz simpel, du benötigst lediglich:

  • 1 kg Himbeeren
  • 500 g Gelierzucker (Frucht-Zucker-Verhältnis 2:1)
  • 1 EL Zitronensaft

Das Rezept kannst du beliebig an deine Erntemenge anpassen, achte dabei auf das Verhältnis zwischen Himbeeren und Zucker. Und so einfach geht's:

  • Wähle passende Schraubgläser für deine Marmelade aus und koche sie kurz in einem Topf ab oder gieße reichlich kochendes Wasser über sie, sodass das Innere möglichst keimfrei ist. Stelle die Gläser zum Abtropfen kopfüber auf ein frisches Küchentuch und drehe sie erst beim Einfüllen der Marmelade um.
  • Verlese die Himbeeren, verwende dabei nur einwandfreie Früchte ohne faule oder schimmlige Stellen. Spüle sie nach Bedarf etwas ab und lasse sie ordentlich abtropfen.
  • Gebe anschließend die Himbeeren und den Zitronensaft in einen beschichteten Topf und lasse die Mischung kurz aufkochen. Rühre anschließend den Gelierzucker unter und lasse die Marmelade für ca. 3 Minuten unter ständigem Rühren köcheln.
  • Zum Schluss die noch heiße Marmelade in die ausgespülten Gläser füllen, sofort verschließen und die verschlossenen Gläser kopfüber auskühlen lassen. Fertig!

Himbeeren lassen sich ganz einfach als fruchtige Marmelade konservieren, lecker! Bild von congerdesign auf Pixabay

Ich hoffe, du hast nun alle wichtigen Infos, um deine eigenen Himbeersträucher im Garten zu kultivieren. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org. Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die alphabeet-App für Android oder iOS herunter.

alphabeet - Dein digitaler Beetplaner

Titelbild von Sebbi Strauch auf Unsplash


Verpasse keine Updates!

Mit dem alphabeet Newsletter bekommst du alle wichtigen Updates und Magazin-Artikel direkt in dein Postfach.