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Isabell

Isabell (24) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Ob im Salat oder auf dem Brot, vor allem im Sommer sind Gurken eine tolle Erfrischung. Selbst angebaut schmecken sie nicht nur am intensivsten, sie sehen auch toll in deinem Beet aus. Nach oben rankend oder den Boden bedeckend, für jede Beetform und -größe gibt es eine passende Gurke. Außerdem gibt es unterschiedliche Sorten fürs Gewächshaus oder Freiland. Entdecke hier, was es spannendes über das beliebte Gemüse zu wissen gibt und wie du deine eigenen Gurken anbaust und erntest.

Auf einen Blick:

Vorzucht:

  • Gewächshaus: Anfang März (Pflanzung ab April)
  • Freiland: Ende April (Pflanzung Mitte Mai)

Direktsaat:

  • Gewächshaus: Anfang April
  • Freiland: Anfang Mai bis Ende Juli

Ernte: Mai - September

Saattiefe: 2-3 cm

Pflanzabstand: mind. 40 cm

Standort: vollsonnig

Boden: locker, humos, nährstoffreich

Mischkultur:

  • Gute Nachbarn: Bohnen, Dill, Erbsen, Fenchel, Kohl, Kopfsalat, Koriander, Kümmel, Lauch, Mais, Rote Bete, Sellerie, Zwiebeln
  • Schlechte Nachbarn: Basilikum, Radieschen, Tomaten, Kürbis, Kohl, Knoblauch, Zucchini, (Kartoffeln, Möhren)

Fruchtfolge:

  • Vorkultur: Hülsenfrüchte, keine Kartoffeln oder Möhren
  • Nachkultur: Kreuzblütler wie Kohl oder Rettich

Fruchtwechsel: Anbaupause bei Kürbisgewächsen von mind. 3 Jahren im Beet

Die Gurkenpflanze

Die Gurke gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Daher ist sie nah verwandt mit Zucchini, Kürbis und Melone. Da die Pflanzenfamilie ursprünglich aus tropischen Regionen stammt, gedeiht sie am besten bei feuchtem und warmem Klima. Die Gurke soll schon vor 3500 Jahren in Indien kultiviert worden sein. Vor rund 2000 Jahren gelangte die Gurke schließlich an den Mittelmeerraum und verbreitete sich nach und nach über die Gärten Europas. Ab dem 19. Jahrhundert wurden die ersten Gewächshausgurken auch in Deutschland kultiviert. Gurken besitzen normalerweise männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze, wobei sich nur die weiblichen Blüten später in eine Frucht verwandeln. Viele junge, ertragreiche Sorten wurden so gezüchtet, dass sie nur noch weibliche Blüten entwickeln. Das nennt man dann "jungfernfrüchtig" oder "parthenokarp". In Gärtnereien werden oft veredelte Setzlinge angeboten. Hierbei wird auf eine Wurzel mit abgeschnittenem Stiel der obere Teil einer gewünschten Sorte aufgesetzt. Stammen Unterlage und Spitze aus derselben Pflanzenfamilie, wachsen sie im Normalfall zusammen. Als wurzelnde Unterlage dient hierbei oft der Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia). Diese Art ist resistent gegen viele bodenbürtige Krankheiten wie z.B. Fusarium. Zudem besitzt die Unterlage ein kräftiges Wurzelwachstum, wodurch sich der Gurken-Ernteerfolg erhöht.

Freilandgurken vs. Gewächshausgurken

Im Allgemeinen wird zwischen Gurken, die für den Anbau im Freiland geeignet sind und wärmebedürftigeren Sorten, die am besten im Gewächshaus gedeihen, unterschieden. Salat- oder Schlangengurken sollten bei Möglichkeit im Gewächshaus kultiviert werden, denn sie brauchen besonders viel Wärme und Zeit, um gesund und ertragreich wachsen zu können.

Freilandgurken kommen mit kühleren Temperaturen etwas besser zurecht. Trotzdem sollte ihr Standort einigermaßen windgeschützt sein, damit sie bei Unwettern nicht so leicht umknicken. Geschütze Bedingungen kannst du künstlich erzeugen, indem du die Gurken auf die windabgeneigte Seite eines Hügelbeets pflanzt. Außerdem kannst du neben die Gurken Zuckermais oder Erbsen als Windschutz pflanzen.

Salat- und Schlangengurken sind eher für das Gewächshaus geeignet. Bild von Filmbetrachter auf Pixabay 

Gurken-Sorten

Freilandgurken

  • 'Tanja': Gurke mit dunkelgrünen, länglichen Früchten, besonders arm an Bitterstoffen und ertragreich.
  • 'Deutsche Schlangen': Bewährte, alte Sorte mit bis zu 40 cm langen, keulenförmigen Früchten, früher sowohl als Einlege- als auch Salatgurke verwendet.
  • 'Delikatess': Alte, robuste Sorte für Salate, zum Einlegen oder als Schmorgurke geeignet.
  • 'Vorgebirgstrauben': Kleine und ertragreiche Einlegesorte mit stacheliger Haut, die Früchte werden beim Reifen leicht gelb.
  • 'White Wonder': Ertragreiche, besonders milde Sorte mit weißer Schale und hellem Fleisch.

Gewächshausgurken

  • 'Helena': Relativ neue bio-dynamische Züchtung mit mittel- bis dunkelgrüner Farbe, jungfernfrüchtig (jede Blüte ist weiblich und setzt eine Frucht an), eher für kühlere oder halbschattige Standorte geeignet.
  • 'La Diva': Späte, glatthäutige Minigurke, besonders robust gegen Mehltau.
  • 'Arola': Gemischtblühende Schlangengurke, kräftige Schale mit kleinen Stacheln, sehr widerstandsfähig, besonders intensiver Geschmack.
  • 'Cleopha': Stark-wüchsige Sorte mit glatter Haut, robust, mit rein weiblichen Blüten, besonders für den Hobby-Garten geeignet.

Kastengurken

Wie der Name schon sagt, sind Kastengurken spezielle Sorten, die im Frühbeet-Kasten angezogen werden können. Die Sorte 'Tanja' wurde ursprünglich als Kastengurke kultiviert, heute wird sie aber häufig auf der Fensterbank angezogen. Eine alte, bewährte Sorte ist die 'Bautzener Kastengurke'. Sie ist ertragreich und bildet gelbe Streifen entlang der Frucht.

Gurken Standort

Sowohl Freiland- als auch Gewächshausgurken wachsen am besten an einem vollsonnigen Standort mit lockerem, humosen Boden. Zudem sollte der Boden immer gleichmäßig feucht sein. Da Gurken Starkzehrer sind, sollte der Boden gut gedüngt sein. Hierzu mehr im Abschnitt "Gurken düngen und pflegen". Als Vorkultur für alle Kürbisgewächse eignen sich Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen. Sie reichern den Boden mit wertvollem Stickstoff an. Allerdings solltest du weder Kartoffeln noch Möhren im Vorjahr im selben Beet gehabt haben. Hier besteht die Gefahr, dass Krankheiten wie Nematoden oder Pilze übertragen werden. Nach Kürbisgewächsen solltest du für dein Beet eine Anbaupause von mind. drei Jahren einplanen. Als Folgekultur sind Kreuzblütler wie Kohl oder Rettich geeignet.

Gurken: Mischkultur

Gute Nachbarn: Bohnen, Dill, Erbsen, Fenchel, Kohl, Kopfsalat, Koriander, Kümmel, Lauch, Mais, Rote Bete, Sellerie, Zwiebeln

Schlechte Nachbarn: Basilikum, Radieschen, Tomaten, Kürbis, Knoblauch, Zucchini, (Kartoffeln, Möhren)

Gurken vorziehen und auspflanzen

Freilandgurken

Mit der Vorzucht auf der Fensterbank solltest du nicht zu früh starten, denn sonst werden deine Pflanzen zu groß, bevor sie ausgepflanzt werden können. Ab April kannst du die Samen ca. 2-3 cm tief mit der Spitze nach unten in Anzuchttöpfe stecken. Wichtig: deine Töpfe sollten nicht zu klein sein (mind. 10 cm Durchmesser), da die empfindlichen Gurken es nicht mögen, zu oft umgetopft zu werden. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Setzlinge, die direkt in größere Töpfchen gesät werden, schneller groß werden und kräftigere Triebe entwickeln. Keimtemperaturen von ca. 20 °C sind optimal, später mögen es die Keimlinge etwas kühler (z.B. auf einer unbeheizten Fensterbank). Da die Gurke aus warmen Regionen stammt, kommt sie nicht sehr gut mit Kälte zurecht. Vorgezogene Setzlinge sollten daher erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland gepflanzt werden.

Gewächshausgurken

Salat- und Schlangengurken kannst du Anfang März auf der Fensterbank vorziehen und ab April ins Gewächshaus setzen. Auch hier eignet sich ein vollsonniger Platz am besten für die Gurken. Schlangengurken lassen sich auch im Freiland kultivieren, sind dort allerdings nicht so ertragreich. Gehe in diesem Fall bei der Anzucht wie bei den anderen Freilandgurken vor.

Gurken Direktsaat

Anfang April kannst du Gewächshausgurken direkt im Gewächshaus säen. Im Freiland ist das von Anfang Mai bis Ende Juli möglich. Da die Pflanzen meist sehr ausladend werden, achte auf einen Pflanzabstand von mind. 40 cm. Viele Gärtner:innen wählen eine Mischung aus direkt gesäten und vorgezogenen Gurken, so kann über einen längeren Zeitraum geerntet werden. Ich säe ausschließlich direkt ins Beet, da ich nur wenige Fensterbänke besitze und der "Platz an der Sonne" meistens für meine Tomatenvorzucht reserviert ist.

Viele Gärtner:innen ziehen einige Gurken vor, während sie andere direkt säen. So kann länger geerntet werden. Bild von NGUYEN THANH HAI auf Pixabay 

Gurken düngen und pflegen

Düngen

Am besten wachsen die starkzehrenden Gurken auf einem gut vorbereiteten Beet. Hierfür kannst du im Frühjahr großzügig Kompost, gereiften Mist oder Hornspäne in den Boden einarbeiten. Auch eine Gründüngung im Sommer des Vorjahres kann für einen nährstoffreichen Boden sorgen. Möchtest du etwas früher mit der Direktsaat beginnen, kannst du eine "Fußbodenheizung" für deine Gurkenpflanzen erstellen. Hebe hierfür Anfang April eine Grube in der Mitte deines geplanten Gurkenbeetes aus. Diese füllst du mit Pferdemist auf. Darüber gibst du die ausgehobene Erde mit Kompost vermischt. Beim Verrotten setzt der Pferdemist viel Wärme frei, welche die Wurzeln der Gurken umhüllt und schützt. Mit diesem alten Trick kannst du schon einen Monat früher (Anfang April) deine Gurken direkt ins Freiland säen. Während der Wachstumsphase der Gurke (Mai-Juli) kannst du sie bis zu dreimal mit Beinwell- oder Brennesseljauche düngen, um die Pflanze zu stärken.

Gießen

Zudem mögen es Gurken gerne feucht. Vor allem an heißen Tagen ist eine regelmäßige Gieß-Routine wichtig, denn unter zu trockenen Bedingungen werden Gurken schnell bitter. Am besten gießt du schon möglichst früh morgens mit lauwarmem Wasser, so umgehst du die Bildung der Bitterstoffe. Zudem empfehlen wir dir, wie bei fast allen Kulturen, eine Mulchschicht auf dem Boden aufzubringen. Sie hält die Feuchtigkeit länger im Boden und verhindert das Verdunsten. Zudem bleiben deine Gurken sauber und es gelangen Nährstoffe aus dem Mulchmaterial in den Boden. Du kannst hierfür einfach Stroh oder frischen Rasenschnitt verwenden. Und denk dran: Auch die Kulturen im Gewächshaus freuen sich über Mulch!

Gerüst

Die meisten Freilandgurken wachsen auch problemlos ohne Gerüst. Trotzdem kannst du sie an einem Spalier oder Stock aufleiten. Hierfür kannst du wöchentlich die neuen Austriebe um dein Gerüst wickeln. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen bleiben die Gurken schön sauber. Zudem kannst du die herabhängenden Früchte meist gut erkennen und es entstehen keine Riesen. Außerdem sparst du Platz, wenn die Gurken in die Höhe ranken. So kannst du darunter beispielsweise Dill pflanzen. Im Gegensatz dazu sollten Schlangengurken immer nach oben geleitet werden. Im Gewächshaus ist das beispielsweise mit straff gespannten Schnüren möglich.

Rückschnitt

Gurken müssen nicht unbedingt zurückgeschnitten werden, jedoch setzen manche Gärtner:innen darauf. Leitest du deine Gurken an einem Stock nach oben, kannst du ab einer Höhe von ca. 80 cm alle Seitentriebe nach dem ersten Blattansatz des jeweiligen Triebs abschneiden. Dadurch stärkst du den Haupttrieb, welcher am Gerüst entlangklettern soll. Bei Freilandgurken ohne Gerüst kappst du hingegen den Haupttrieb nach dem fünften oder sechsten Blatt. So wird verhindert, dass der Haupttrieb zu lange wird und andere Kulturen überwuchert.

Leitest du deine Gurkenpflanze nicht auf, kann schnell dein ganzes Beet überwuchert werden. Bild von Krzysztof Jaracz auf Pixabay 

Gurken ernten und aufbewahren

Wenn die Bedingungen passen, kannst du schon acht bis neun Wochen nach der Aussaat deine ersten Gurken ernten. Toll ist, dass durch das Ernten der Gurken gleichzeitig die Blütenproduktion angeregt wird. Bedeutet: Je mehr du erntest, desto mehr wächst nach! In einer guten Saison kannst du fast täglich ernten. Verwende hierfür ein scharfes Messer, um die Pflanze nicht zu verletzten. Die jungen Gurken sind meist am leckersten, denn ihre Schale und ihr Geschmack sind noch schön zart. Einmal geerntet, kannst du Gurken eine gute Woche unter kühlen Bedingungen aufbewahren. Der Kühlschrank ist allerdings kein optimaler Lagerort, da Gurken empfindlich auf Kälte reagieren. Optimal sind Temperaturen zwischen 10 und 13 °C. Besitzt du also einen kühlen, dunklen Keller, solltest du deine Gurken hier unterbringen. Gurken einfrieren ist aufgrund des hohen Wassergehalts nicht möglich, sie werden sonst matschig.

Schneide die Gurken bei der Ernte mit einem Messer ab, beim Ausbrechen wird die Pflanze oft geschädigt. Bild von Couleur auf Pixabay 

Krankheiten von Gurken

Echter Mehltau: Der Pilz breitet sich als weißer, leicht abwischbarer Belag auf der Blattoberseite aus und das sogar bei trockener Witterung. Der Pilz ist leicht durch Wind übertragbar und befällt schnell auch alle anderen Pflanzenteile. Befallene Pflanzenteile solltest du entfernen. Abhilfe schaffen das Sprühen mit Knoblauch-, Zwiebel- oder Schachtelhalmtee, verdünnter Milch oder verdünntem Essig, das Stäuben von Gesteinsmehl, sowie Neem-Öl. Im Fachhandel sind auch einige biologische Pflanzenschutzmittel erhältlich.

Falscher Mehltau: Der Pilz verbreitet sich bei feucht-kalter Witterung. Von Leien wird er oft mit dem echten Mehltau verwechselt, obwohl die Symptome ganz anders aussehen. Im Gegensatz zum echten Mehltau bildet sich das weißliche Pilzmyzel auf der Blattunterseite. Auf der Blattoberseite sind in späten Stadien gelblich-braune Flecken sichtbar (siehe Bild).

Falscher Mehltau bildet auf der Blattoberseite gelb-braune Flecken aus. (Christian Hummert, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons)

Grauschimmel: Diese Pilzkrankheit (Botrytis cinerea) ist als grauer, stäubender Fleck auf der Pflanze erkennbar. Die Infektion erfolgt über abgestorbene Pflanzenteile, meist von schwachen Pflanzen. Vorbeugend sollten abgestorbene Pflanzenteile entfernt werden. Zudem sollte für ausreichenden Luftaustausch im Gewächshaus gesorgt werden. Auch Spritzwasser sollte vermieden werden. Helfen können das Gießen mit Brennnessel- oder Schachtelhalmjauche. Weitere biologische Pflanzenschutzmittel sind im Baumarkt erhältlich.

Sclerotina-Welke: Diese klassische Gewächshauskrankheit entsteht bei zu hoher Feuchtigkeit und eher kühlen Bedingungen. Bei Befall solltest du die gesamte Pflanze entfernen und darauf achten, dass die Sporen nicht verteilt werden (Schütteln vermeiden!). Auch die Erde rund um die befallene Pflanze sollte ausgetauscht werden. Wichtig: Erde und Pflanze nicht in den Kompost geben, sonst verbreitet sich der Pilz über den gesamten Garten! Vorbeugend kann eine Mischkultur mit Knoblauch helfen. Als Folgekultur sollten keine anfälligen Arten im Beet gepflanzt werden (Tomaten, Sellerie, Salat, Bohnen, Auberginen, Paprika).

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Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Überblick über Gurken geben. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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Titelbild von Julia Schwab auf Pixabay 

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