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8 einfache Pflanz-Projekte für Eltern und Kinder

16.03.2020 . Lesezeit: 8 Minuten

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Isabell

Isabell (24) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation sitzen viele Familien Zuhause und haben viel mehr Zeit als ihnen unter Umständen lieb ist. Doch kein Grund zur Langeweile: Gärtnern ist eine super Beschäftigung für Groß und Klein. Wir haben euch daher ein paar Ideen zum Gärtnern mit Kindern zusammengestellt. Natürlich haben wir dabei auch an alle gedacht, die keinen Garten haben - auch ein paar Projekte für die Fensterbank sind dabei. Denn was bietet mehr Abwechslung von Fernseh- oder Computerbildschirmen, als mit den Händen in Erde zu wühlen und etwas sprießen zu sehen, vom pädagogischen Wert einmal ganz abgesehen.

Gärtnern mit Kindern

Um eine Liebe und Verbundenheit zum Gärtnern zu erwecken, ist es erstmal wichtig dem Kind dafür einen geeigneten Raum zu bieten. Die Natur oder der Garten, soll als Spielraum dienen, indem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Tiere und Pflanzen können beobachtet werden. Wo wächst denn was? Wie schmeckt eine Frucht, wenn sie reif oder unreif ist? Was kann man aus gesammelten Blättern oder Zapfen basteln? Zudem sind für die Kinder Erfolgserlebnisse wichtig, weshalb viele Kinder das Ernten so lieben. Beerensträucher oder Zuckererbsen eignen sich daher besonders gut, da man sie schnell und oft beernten kann. Karotten sind auch sehr beliebt, da man die reife Wurzel gar nicht sieht, bis sie geerntet wird. Der Überraschungseffekt ruft dann umso mehr Freude hervor.

Mädchen mit Karotte
Wer hätte gedacht, dass sich da so eine leuchtend orange Wurzel unter der Erde verbirgt?

Projekte für den Garten oder Balkon

Radieschen

Für ein erstes eigenes Projekt eignen sich rasch reifende Pflanzen am Besten, da nicht so lange auf die Ernte gewartet werden muss. Besonders gut geeignet sind Radieschen, welche schon nach 4 Wochen geerntet werden können. Diese sind relativ anspruchslos und verzeihen es auch, wenn mal nicht richtig gegossen wird. In Kästen können die kleinen Knollen auch auf dem Balkon gedeihen. Die Samen lassen sich aufgrund ihrer Größe auch gut ausbringen, und die Pflänzchen brauchen nicht viel Platz zum Wachsen. Außerdem sehen die roten Knollen ansprechend aus, sind sehr gesund und schmecken lecker im Salat oder auf Butterbrot.

Kind mit Radieschen
Radieschen wachsen nicht nur schnell und sind anspruchslos, sondern sehen auch noch schön aus und schmecken super!

Zuckererbsen

Die schon erwähnten Zuckererbsen, sind nicht nur schön süß, wenn man sie zum Beispiel direkt aus der Hülse pellt, sondern keimen außerdem sehr schnell und bieten daher schon nach ein paar Tagen etwas zum Beobachten. Die Aussaat im Freiland erfolgt Mitte April, wobei die Ernte dann erst im August stattfindet. In Kübeln auf dem Balkon lassen sich Zuckererbsen schon Anfang April säen und können je nach Standort auch schon im Frühsommer geerntet werden. Erbsen können jedoch schon ab Mitte März in kleinen Töpfen im Haus angezogen werden und dann ab Mitte April nach draußen verpflanzt werden. Einige Sorten benötigen eine kleine Rankhilfe, die z.B. aus einem im Wald oder Garten gesammelten Stock bestehen kann.

Cocktailtomaten

Cocktailtomaten sind auch sehr beliebte Garten-Klassiker und viele Kinder lieben es von den kleinen roten Früchten zu naschen. Ab Ende Februar bis März können die Pflänzchen im Haus vorgezogen werden. Mitte Mai können sie dann entweder in Kübel oder in den Garten gepflanzt werden. Auch gekaufte Jungpflanzen können ab Mitte Mai nach draußen gepflanzt werden. Am Besten eignet sich hierfür ein geschützter Ort, da die Pflanzen durch Regen oder Gießwasser auf ihren Blättern anfällig für die Braunfäule werden. Staunässe im Boden hat den selben Effekt. Tomaten sind insgesamt schon ein bisschen anspruchsvoller, aber mit elterlicher Unterstützung kriegen die Kleinen auch das sicher hin!

tomate in Topf auf Balkon
Tomaten können super in Töpfen auf dem Balkon angebaut werden. Das funktioniert oft sogar besser als im Freiland, weil sie dort geschützter sind.

Kräuter

Auch Kräuter können gut mit Kindern gepflanzt werden. Dadurch wird jede Mahlzeit zu etwas Besonderem, wenn die kleinen duftenden Blätter zum Verzieren oder Nachwürzen ganz frisch gepflückt werden können. Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum sind hierfür bestens geeignet. Diese lassen sich auch sehr gut in Töpfen auf dem Balkon oder auf einem sonnigen Fensterbrett großziehen. Auch im Garten können sie besonders gut im Hochbeet oder in einer Kräuterschnecke von Kindern gesät und gepflegt werden.

Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse erfreut Kinderaugen nicht nur durch ihre kräftig orange leuchtenden Blüten, die schnell wachsende und rankende Pflanze verwandelt ein Terrasse oder einen Balkon auch im Nu in einen spannenden Dschungel. Doch sie sieht nicht nur schön aus, sondern schmeckt auch noch gut: Salaten oder Suppen können ihre Blüten eine würzige Note verleihen. Durch die enthaltenen Senföle, wird die Kletterpflanze schon seit dem Mittelalter als Heilpflanze genutzt. Da sie sehr empfindlich gegen Kälte ist, sollte sie allerdings erst ab Mitte April auf der Fensterbank vorgezogen und frühestens Mitte Mai ins Freiland gesät oder verpflanzt werden.

Kräuter in Balkonkasten
Viele Kräuter eignen sich super für den Anbau in Balkonkästen oder auf der Fensterbank. Denn Minze, Petersilie, Schnittlauch und Co. brauchen nicht viel Platz und sind auch sonst meist recht anspruchslos.

Projekte für alle ohne Garten oder Balkon

Kresse-Igel

Doch es gibt auch andere spannende Pflanz-Projekte, die sich auch ohne Garten oder Balkon umsetzten lassen. Perfekt für die Fensterbank geeignet ist zum Beispiel ein Kresse-Igel. Die Formen dafür, können entweder gekauft oder selbst gebastelt werden. Hierfür eignen sich ausrangierte Feinstrümpfe bestens, aber auch andere Socken können verwendet werden. Die Strümpfe werden mit Erde befüllt und Stramm zugeknotet. Augen und Nase können mit aufgenähten Knöpfen dargestellt werden. Auf den "Rücken" der gefüllten Socke werden dann die Samen aufgebracht. Das ganze kann nun auf einem Teller auf der Fensterbank platziert und gut feucht gehalten werden. Nach wenigen Tagen sprießen dann die grünen "Stacheln".

Microgreens

Dem gleichen Prinzip wie Kresse folgen auch die sogenannten "Microgreens". Das sind Keimlinge von Pflanzen, die schon ein paar Tage nach der Keimung geerntet und verzehrt werden. Durch die kurze Anbaudauer sind sie besonders gut für das Experimentieren mit Kindern geeignet, da sie ultra schnelle Erfolgserlebnisse versprechen. Es sind verschiedene Sorten erhältlich, wie zum Beispiel, Senf, Radieschen oder Klee, aber auch Erbsen und Sonnenblumen eignen sich für den Anbau als Microgreens. Die Samen werden hierzu recht dicht auf einem Bett aus Anzuchterde oder auch einem feuchten Küchentuch ausgebracht. Da viele Sorten zum Keimen Dunkelheit benötigen, sollte die Saat für die ersten Tage mit einem dunklen Deckel abgedeckt werden. Wenn die ersten Keimlinge zu sehen sind wird der Deckel entfernt und sobald die Keimblätter voll entfaltet sind kann geerntet werden. Microgreens können zum garnieren von Salaten und Suppen verwendet werden oder - für das volle Geschmackserlebnis - einfach auf einem Butterbrot gegessen werden.

microgreens auf Fensterbank
Microgreens sind wahrscheinlich das einfachste Pflanz-Projekt, das Eltern mit ihren Kindern ausprobieren können. Innerhalb weniger Tage kann geerntet werden.

Regrowing - aus alt mach neu

Ein weiteres schnelles Projekt, das sich hervorragend für neugierige Kinder eignet ist das sogenannte "Regrowing" von Pflanzenresten. Hierfür eignen sich Gemüsereste mit Wurzelansatz. Aus dem Strunk ist es manchen Pflanzen möglich erneut auszutreiben und zu wachsen.
Am einfachsten funktioniert das Regrowing mit Frühlingszwiebeln. Das Wurzelende dafür einfach nur bis zu den obersten drei Zentimetern abschneiden und in ein Glas mit Wasser auf ein helles Fensterbrett stellen. Schon nach einem Tag beginnt das Grün nun nachzuwachsen. Die Zwiebeln müssen nicht einmal in einen Topf gepflanzt werden, Leitungswasser reicht für 1-2 weitere Ernten. Diese Methode funktioniert übrigens auch genauso mit Lauch.

Frühlingszwiebel regrown in Glas
So sehen Frühlingszwiebeln nach 2-3 Tagen in Wasser aus. Innerhalb von 1-2 Wochen sind sie groß genug, um erneut geerntet zu werden.

Auch Bundmöhren eignen sich für botanische Experimente in der Wohnung. Hierzu entfernt man das grüne Kraut bis auf einen 1-2 cm langen Absatz. Die Möhren können bis auf einen kurzen Stumpf zum Kochen verwendet werden. Die Stümpfe mit dem Krautansatz werden in ein Schälchen mit Wasser gestellt. Nach einigen Tagen bilden sich neue Wurzelansätze und Kraut. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man die austreibenden Möhren wieder auspflanzen kann, beispielsweise in einem Blumenkasten oder Topf. Achtung: Es werden keine schönen geraden Möhren dabei herauskommen, die geerntet werden können.

Um Staudensellerie nachwachsen zu lassen, sollte der Strunk im Idealfall mind. 4 cm groß sein. Dieser wird auch in ein Schälchen mit etwas Wasser gestellt. Wichtig ist, dass sich nicht zu viel Wasser in dem Schälchen befindet. Der Boden sollte nur gerade so bedeckt sein. Nach ca. 5 Tagen beginnen sich neue Blätter im Strunk zu bilden. Nun kann dieser in Erde gepflanzt werden, um erneut zu wachsen. Das Ganze funktioniert auch mit Romana-Salat oder Kohl.

Wir hoffen, diese kleinen Tipps können die Zeit Zuhause etwas kurzweiliger und abwechslungsreicher gestalten. Viel Spaß beim Ausprobieren und bleibt gesund!

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