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Gartenmonat Oktober

29.09.2020 . Lesezeit: 10 Minuten

Hinter diesem Artikel

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Jonas

Jonas (22) hat Agrarbiologie studiert. Seine Leidenschaft für Pflanzen und das Gärtnern entdeckte er durch ein Praktikum bei einer Permakultur NGO. Seitdem gärtnert er auf seinem Balkon und in Gemeinschaftsgärten.

Auch wenn der Oktober nicht der typische Gartenmonat ist, gibt es dennoch einige Dinge, die du an einem sonnigen Herbsttag in deinem Garten erledigen kannst. Von den letzten Ernten bis hin zur Vorbereitung deiner Beete für das nächste Jahr - auch im Oktober gibt es noch einiges zu tun. In diesem Artikel erklären wir dir worauf du achten solltest.

Auf einen Blick:

  • Späte Kulturen und Wintergemüse mit Vlies schützen
  • Herbstgemüse ernten: Kürbis, Rote Beete, Mangold und Bohnen
  • Wurzelgemüse in Sand einschlagen
  • Kompost umsetzen und reifen Kompost sieben
  • Starkzehrerbeete für die nächste Saison mit Kompost oder Mist düngen
  • Fruchtfolge für die nächste Saison planen
  • Beerensträucher und Obstbäume pflanzen und zurückschneiden

Wintergemüse abdecken

Wenn du im Spätsommer Winterkulturen in dein Beet gepflanzt hast, dann wird es nun langsam Zeit diese gegen Nachtfröste zu schützen. Denn obwohl Winterkulturen wie Lauch, Grünkohl, Rosenkohl, Pastinake oder Schwarzwurzel leichten Frösten widerstehen können, vertragen auch sie keine Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Mit einer schützenden Schicht aus Vlies schaffst du einfache Abhilfe. Aus einem dicken Draht kannst du halbkreisförmige Bögen zurechtbiegen, die du über deinen Beeten aufstellst. An den Bögen kannst du das Vlies ganz einfach mit Wäscheklammern befestigen. Um das Vlies zusätzlich gegen Wind zu schützen lohnt es sich die Ränder mit Brettern oder Steinen zu beschweren.
Die oben genannten Kulturen können in einem solchen Vlies-Tunnel bis zum Frühjahr auf dem Beet bleiben und immer wieder nach Bedarf geerntet werden.

Ernte im Oktober

Die letzten Herbstgemüse wie Kürbis, Rote Beete, Mangold, Kohlrabi oder Bohnen, solltest du nun nach und nach vollends ernten. Denn diese Kulturen sind zwar kälteresistent, allerdings nicht frosthart. Daher ist es besser, du erntest die verbliebenen Pflanzen nun zügig, bevor sie auf dem Beet erfrieren. Hast du noch sehr viel Gemüse auf dem Beet kannst du leckere Kompotte, Ragouts und Chutneys einkochen, die du dann im Winter nach und nach verbrauchen kannst - die perfekte Beschäftigung für ein regnerisches Herbstwochenende.

Gemüse einlagern

Viele Herbstgemüse sind sehr lange haltbar, wenn du sie auf die richtige Art und Weise einlagerst. Für Wurzelgemüse gilt, je mehr Erde noch an ihnen klebt, desto länger bleiben sie lebendig und somit frisch. Entferne von Karotten, Roter Beete, Rüben und Pastinaken also nur das Laub und verzichte darauf sie zu waschen oder gar zu Bürsten. Lass auch feinere Wurzeln, die nach dem Ernten eventuell noch an ihnen hängen an Ort und Stelle. Um Wurzelgemüse zusätzlich haltbar zu machen kannst du sie in feuchten Sand “einschlagen”. Dazu nimmst du einfach eine flache Kiste, am besten aus Holz oder einem anderen “atmungsaktiven” Material, legst sie mit Zeitungspapier aus und schichtest abwechselnd feuchten Sand und dein Erntegut hinein. Die Kiste/n lagerst du am besten an einem dunklen, kühlen Ort, wie einem Kaltkeller oder einem ungeheizten Schuppen, wo die Temperaturen im Schnitt unter zehn Grad liegen sollten. Diese Methode funktioniert prinzipiell für alle Wurzelgemüse sowie Kohlrabi.

Kürbisse legst du am besten einfach einzeln in ein Regal im selben Raum, je nach Sorte halten sie sich unter Umständen den ganzen Winter.
Um Kopfkohl einzulagern erntest du ihn komplett mit all seinen Hüllblättern und wickelst ihn lose in Zeitungs- oder Packpapier ein.
ACHTUNG: Du solltest dein Gemüse nicht im selben Raum lagern wie Äpfel oder Birnen. Diese verströmen das Reifegas Ethylen, dass auch den Stoffwechsel von Gemüse anregt und es so schneller verderben lässt.

Kompost umschichten

Über den Sommer hat sich dein Komposthaufen bestimmt stark angefüllt. Um eine optimale Kompostierung bis zum nächsten Jahr zu garantieren, lohnt es sich den Komposthaufen im Oktober umzusetzen. In einem Kompostsystem mit zwei Kompostplätzen nebeneinander, schaufelst du den gesamten Komposthaufen auf den leeren Platz neben an. Das garantiert eine optimale Durchmischung der stärker verrotteten Bereiche weiter unten und der weniger verrotteten Bereiche weiter oben. Außerdem wird die Struktur des Haufens so aufgelockert und er wird durchlüftet, sodass der Kompostierungsprozess optimal ablaufen kann. Den leeren Platz kannst du mit Ernteabfällen, Laub und gehäckseltem Grünschnitt füllen und über den Winter deinen Biomüll hier entsorgen.

Fruchtfolge planen

Um im nächsten Frühjahr optimal durchstarten zu können, empfehlen wir, dir jetzt schon Gedanken darüber zu machen welche Gemüse du nächste Saison anbauen möchtest und in welchem Beet beziehungsweise in welchem Teil des Beets was wachsen soll. Dazu macht es Sinn dir anzuschauen, was du diesen Sommer angebaut hast, sodass du deine Planung für nächstes Jahr entsprechend rotieren kannst. Eine einfache Regel hierfür ist niemals gleiches nach gleichem anzubauen und zwar auf der Ebene der Pflanzenfamilien. Denn Pflanzen derselben Familie haben oft ähnliche Anforderungen an den Boden und entnehmen ähnlich viele Nährstoffe. Baust du sie mehrere Jahre nacheinander an, ist der Boden irgendwann ausgelaugt. Außerdem sind Pflanzen der selben Familie meist für ähnliche Schädlinge und Krankheiten anfällig.

Um also die Anreicherung von Krankheitserregern in deinem Beet zu vermeiden, ist es sinnvoll die Kulturen immer entsprechend zu rotieren. Wo du dieses Jahr zum Beispiel Kohlgewächse wie, Brokkoli, Kohlrabi, Blumenkohl, oder Kopfkohl angebaut hast, könntest du nächstes Jahr stattdessen Salate anbauen. Ein weiterer wichtiger Faktor sind nämlich die Nährstoffansprüche der einzelnen Kulturen. Nach Starkzehrern wie Kohlgewächsen oder Nachtschattengewächsen solltest du lieber einen Mittel- oder Schwachzehrer anbauen. Nach einem Mittelzehrer einen Schwachzehrer und nach einem Schwachzehrer, kannst du das Beet wieder für Starkzehrer vorbereiten. Alles zum Thema Stark-, Mittel- und Schwachzehrer kannst du in diesem Artikel nachlesen. Ausführliche Informationen zur Fruchtfolgeplanung findest du hier.

Starkzehrerbeete vorbereiten

Um die Beete, die du während der Planung für Starkzehrer auserkoren hast optimal vorzubereiten, düngst du sie am besten ausgiebig mit Kompost. Bis zu vier Liter pro Quadratmeter garantieren, dass deine Pflanzen nächstes Jahr wieder ausreichend Nährstoffe zur Verfügung haben. Verteile den Kompost zunächst gleichmäßig auf der Oberfläche. Um den Boden schonend aufzulockern und den Kompost einzuarbeiten, stichst du am besten mit einer großen Grabgabel in den Boden und hebelst einmal sanft vor und zurück. So hebt sich der Boden ein wenig, wird durchlüftet und der Kompost mischt sich ein wenig ein. Zusätzlich, kannst du die Oberfläche mit einem Rechen ein wenig durchmischen und glatt streichen. Auf das klassische Umgraben empfehlen wir zu verzichten, weil es das Bodenleben stört. Wenn du mehr über diese Art der Düngung erfahren willst, dann schau doch mal hier vorbei.

Beete mulchen oder Gründüngung säen

Um den Boden den Winter über vor Erosion zu schützen und zusätzlich mit Nährstoffen anzureichern, kannst du nun noch eine Gründüngung säen, die du im Frühjahr abschneidest und als Mulch ausbringst, oder du mulchst direkt mit Laub. Gründüngung hat den Vorteil, dass sie verhindert, dass Nährstoffe ausgewaschen werden. Die Pflanzen - zum Beispiel Senf - nehmen Nährstoffe aus dem Boden auf und bauen sie in ihre Biomasse ein. Wenn du sie im Frühjahr schneidest und mulchst, geben sie die Nährstoffe wieder an den Boden zurück. So werden durch starke Niederschläge und die Schneeschmelze weniger Nährstoffe ins Grundwasser ausgespült. Wenn du mehr zum Thema Verbesserung des Bodens erfahren willst, dann kannst du hier oder hier nachlesen.

Obstgehölze pflanzen

Der Herbst ist die optimale Jahreszeit um Obstgehölze zu pflanzen. Beerensträucher wie Stachelbeeren oder Himbeeren und Obstbäume wie Apfel-, Pfirsich- oder Kirschbäume pflanzt du am besten vor dem Winter. Denn dann haben sie Zeit um über den Winter Wurzeln zu bilden und können im Frühjahr richtig durchstarten.

Das Pflanzloch sollte groß genug sein, dass das gesamte Wurzelwerk hineinpasst, ohne, dass die Wurzeln umknicken. Außerdem solltest du den Baum oder Strauch nicht tiefer einpflanzen als er in der Baumschule eingepflanzt war. Nun setzt du einen Pfahl mit 10-20 cm Abstand vom Baum in das Loch. Optimaler weise, steht der Pfahl westlich des Stammes, denn in Mitteleuropa kommt das Wetter meist aus Westen. So wird der Stamm durch eine Schnur am Pfahl gehalten, wenn es stark windet. Den Pfahl schlägst du nun mit einem Vorschlaghammer bis zur gewünschten Tiefe ein. Jetzt ist alles bereit um das Pflanzloch wieder aufzufüllen. Wenn dein Boden eher Nährstoffarm ist, lohnt es sich noch ein paar Schaufeln Kompost mit in das Loch zu geben, um dem Baum oder Strauch einen optimalen Start zu ermöglichen. Nachdem du die Erde rund um den Stamm vorsichtig festgetreten hast, bindest du den Stamm mit einem Kokos-Strick an den Pfahl, sodass, der Abstand gleich bleibt. Dazu legst du zunächst einige Achter um Pfahl und Stamm und wickelst den restlichen Strick fest um den Strang in der Mitte. Dann bindest du beide Enden zusammen. Mit der restlichen Erde formst du einen kleinen Wall rund um den Stamm. In diesen Wall gießt du den frisch gepflanzten Strauch oder Baum nun ausgiebig an - mindestens eine Gießkanne.

Obstgehölze zurückschneiden

Auch die Obstgehölze die du evtl. schon in deinem Garten hast brauchen pflege. Bei Himbeer Sträuchern entfernst du alte und vertrocknete Triebe mit einer Gartenschere. Bei Obstbäumen entfernst du die sogenannten “Wassertriebe”, nachdem das ganze Laub abgefallen ist. Wassertriebe sind jene Triebe, die senkrecht nach oben wachsen. Sie tragen keine Früchte und führen, wenn du sie nicht entfernst dazu, dass die Fruchttragenden Teile des Baumes weniger Licht erhalten.

Diese kleine Auswahl an Gartenaktivitäten im Oktober ist natürlich nicht allumfassend. Doch ich hoffe du konntest trotzdem etwas lernen und startest nun voll motiviert mit der Vorbereitung für die nächste Gartensaison.
Falls du bei der Planung Unterstützung brauchst, schau dir doch mal den alphabeet Beetplaner an. Er hilft dir die richtigen Kulturen für deinen Standort und dein Können zu finden und gibt dir Tipps zur richtigen Kultivierung deines eigenen Gemüses.

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