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November im Garten

27.10.2020 . Lesezeit: 6 Minuten

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Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und so langsam wird klar: der Winter naht. Nicht nur in der Natur kehrt Ruhe ein, sondern auch im Garten. Du hast die letzten Ernten sicher im Keller verstaut und den Boden bereits winterfest gemacht? Dann gibt es jetzt noch ein paar kleine Anregungen für einen entspannten November im Einklang mit der Natur.

Aufräumen im Garten

Im Herbst wird der Garten für den nahenden Winter vorbereitet: die Beete werden leer geräumt, das Gemüse in Sicherheit gebracht und die Gartengeräte verstaut. Wer Bäume im Garten hat, ist beim Aufräumen zusätzlich damit beschäftigt das viele Laub einzusammeln. Das Laub sollte jedoch nicht immer abtransportiert werden! Unter Bäumen und Sträuchern, zwischen Stauden und auf leeren Gemüsebeeten solltest du das Laub liegen lassen.

Schutz für Boden und Nützlinge

Die Blätter bieten dem Boden Schutz vor Kälte und Auswaschung. Zusätzlich wird das Pflanzenmaterial von Destruenten (= Zersetzern) abgebaut und dann in wertvollen Humus umgewandelt. Das zersetzte Laub wirkt also wie eine natürliche Düngung, die sogar das Mikroklima stärkt! Außerdem können die Laubhaufen von Nützlingen als Winterquartier genutzt werden. Insekten, Igel und anderen Gartenhelfer finden im Laub oder in Gehölzresten wertvollen Schutz, um die kalte Jahreszeit zu überdauern. Wenn du Rasen im Garten hast, kannst du das Laub einfach in einer Ecke anhäufen, damit der Rasen darunter nicht fault.

Hochbeet anlegen

Wer in der nächsten Saison ein neues Hochbeet bepflanzen möchte, sollte den November besonders nutzen. Jetzt ist nämlich die perfekte Zeit, um ein neues Hochbeet anzulegen! Im Garten fallen Berge an Strauch- und Grünschnitt an, die sich super für das Befüllen eines Hochbeets eignen. Mehr Informationen zum Thema findest du hier.

Kompost abdecken

Während der Kompostierung spielen sich unzählige komplexe Prozesse ab. Totes Pflanzenmaterial wird zersetzt, in seine Bestandteile zerlegt und schließlich zu Humus verarbeitet. An diesen Prozessen sind Bakterien, Pilze, Regenwürmer und andere Kleinstlebewesen beteiligt. Manche sind für die Zersetzung der organischen Substanz zuständig, andere für das Vermischen des Ganzen. Damit eine gesunde Rotte stattfinden kann, darf das Milieu jedoch nicht zu feucht sein. Vor allem im regnerischen Herbst besteht die Gefahr, dass der Kompost zu nass wird und zu faulen beginnt. Um der Fäulnis vorzubeugen solltest du ihn also abdecken und so möglichst trocken halten. Du willst deinen eigenen Kompost anlegen? Hier findest du alle wichtigen Infos, damit du direkt loslegen kannst!

Vorsicht Schnecken!

In dem nassen Material nisten sich oft unerwünschte Bewohner ein. Schnecken legen beispielsweise gerne ihre Eier in einen feuchten Kompost, sie sehen aus wie weiße Perlchen und liegen meist dicht beisammen. Wenn du Schneckeneier findest, solltest du sie noch vor dem Schlüpfen entfernen und im Hausmüll entsorgen. So kannst du deine Pflanzen bereits im Voraus schützen und die Schnecken müssen später nicht auf grausame Art und Weise bekämpft werden.

Wohin mit der Erde aus den Balkonkästen?

Die Saison der Sommerkulturen ist vorbei und so langsam wird auch auf dem Balkon aufgeräumt. Die einjährigen Pflanzen werden aus den Kästen herausgenommen, dabei bleibt meist ein dichtes Wurzelgeflecht in der Erde zurück. Bei den Meisten wandert der Wurzelballen direkt in die Biotonne - Was soll man denn damit noch anfangen?

Der "Kompost" in der Erde

Die Wurzelmasse kann aber sowohl im Garten, als auch bei der weiteren Bepflanzung deines Balkons wiederverwendet werden. Wichtig ist hierbei, dass das Geflecht ordentlich zerkleinert wird, sodass kein zusammenhängendes Netz mehr besteht. Die Fasern kannst du entweder im Garten einem Beet untermischen oder, vermischt mit frischer Erde, wieder in die Balkonkästen füllen. Die Überreste der Wurzeln werden dann von Bodenorganismen verwertet und in Form von Nährstoffen den Pflanzen wieder zugeführt. Das ist prinzipiell der selbe Prozess wie bei der Kompostierung.

Das Gewächshaus im Winter

So mancher Gärtner entlässt sein Gewächshaus nach der letzten Tomatenernte in die Winterruhe. Über den Winter bleiben die Überreste der letzten Gartensaison stehen und erst im Frühjahr wird geputzt und für die nächste Saison der Tomaten, Gurken und Paprika vorbereitet. Doch auch im Winter kann ein Kalthaus von großem Nutzen sein. Die Temperaturen bleiben durchschnittlich 5 Grad wärmer als draußen - ein optimaler Überwinterungsort.

Überwintern von Kübelpflanzen

Kälteempfindliche Kübelpflanzen wie Feigen, Oliven und Zitrusgewächse können im Gewächshaus hell überwintern. Vor Beginn der ersten Frostperioden solltest du die Wurzelballen zusätzlich vor komplettem Durchfrieren schützen. Umwickle dafür die Töpfe mit einem beliebigen isolierenden Material (z.B. Noppenfolie, Gartenvlies). Werden längere Frostperioden vorhergesagt, solltest du auch die Pflanzen selbst vor der tödlichen Kälte schützen. Beim Umwickeln der ganzen Pflanze ist generell von Folien abzuraten, da sie nicht atmungsaktiv sind. Staut sich Feuchtigkeit unter den Folien, besteht Fäulnis- und Schimmelgefahr. Zum Kälteschutz der grünen Pflanzenteile empfiehlt sich vor allem die Verwendung von atmungsaktivem Vlies.
Tipp: Beim Gießen im Winter ist weniger mehr! Der Stoffwechsel der Pflanzen läuft sozusagen auf Sparflamme und sie benötigen nur noch seltene Wassergaben (Fingerprobe machen!).

Die letzten Handgriffe sind getan, nun kannst du dich endlich entspannt zurücklehnen und das Gartenjahr ausklingen lassen. Der Herbst neigt sich dem Ende zu und der Winter gewinnt langsam Überhand. Im Dezember wollen wir uns dann gemeinsam an die Planung der kommenden Saison wagen. Um keinen Artikel mehr zu verpassen, folge uns auf Instagram und Facebook oder melde dich direkt zu unserem Newsletter an.

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