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Jonas

Jonas (22) hat Agrarbiologie studiert. Seine Leidenschaft für Pflanzen und das Gärtnern entdeckte er durch ein Praktikum bei einer Permakultur NGO. Seitdem gärtnert er auf seinem Balkon und in Gemeinschaftsgärten.

Auch wenn der Oktober nicht der typische Gartenmonat ist, gibt es dennoch einige Dinge, die du an einem sonnigen Herbsttag in deinem Garten erledigen kannst. Von den letzten Ernten bis hin zur Vorbereitung deiner Beete für das nächste Jahr - auch im Oktober gibt es noch einiges zu tun. In diesem Artikel erfährst du, worauf du achten solltest.

Auf einen Blick:

  • Späte Kulturen und Wintergemüse mit Vlies schützen
  • Herbstgemüse ernten: Kürbis, Rote Beete, Mangold und Bohnen
  • Wurzelgemüse in Sand einschlagen
  • Kompost umsetzen und reifen Kompost sieben
  • Starkzehrerbeete für die nächste Saison mit Kompost oder Mist düngen
  • Fruchtfolge für die nächste Saison planen
  • Beerensträucher und Obstbäume pflanzen und zurückschneiden

Wintergemüse abdecken

Wenn du im Spätsommer Winterkulturen in dein Beet gepflanzt hast, dann wird es nun langsam Zeit diese gegen Nachtfröste zu schützen. Denn obwohl Winterkulturen wie Lauch, Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat, Pastinake oder Schwarzwurzel leichten Frösten widerstehen können, vertragen sie dennoch keine Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Mit einer schützenden Schicht aus Vlies schaffst du einfach Abhilfe. Aus einem dicken Draht kannst du halbkreisförmige Bögen zurechtbiegen, die du über deinen Beeten aufstellst. An den Bögen kannst du das Vlies ganz einfach mit Wäscheklammern befestigen. Um das Vlies zusätzlich gegen Wind zu schützen lohnt es sich, die Ränder mit Brettern oder Steinen zu beschweren.
Die oben genannten Kulturen können in einem solchen Vlies-Tunnel bis zum Frühjahr auf dem Beet bleiben und immer wieder nach Bedarf geerntet werden.

herbst gemüse ernte
Einige Winterkulturen freuen sich über eine wärmende Abdeckung aus Vlies. Bild von 4956359 auf Pixabay.

Ernte im Oktober

Die letzten Herbstgemüse wie Kürbis, Rote Beete, Mangold, Kohlrabi oder Bohnen, solltest du nun nach und nach vollends ernten. Denn diese Kulturen sind zwar kälteresistent, allerdings nicht frosthart. Daher ist es besser, du erntest die verbliebenen Pflanzen nun zügig ab, bevor sie auf dem Beet erfrieren. Hast du noch sehr viel Gemüse auf dem Beet kannst du leckere Kompotte, Ragouts und Chutneys einkochen, die du dann im Winter nach und nach verbrauchen kannst - die perfekte Beschäftigung für ein regnerisches Herbstwochenende. Mehr zum Thema ,,Obst & Gemüse haltbar machen" kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Gemüse einlagern

Viele Herbstgemüse sind sehr lange haltbar, wenn du sie auf die richtige Art und Weise einlagerst. Für Wurzelgemüse gilt, je mehr Erde noch an ihnen haftet, desto länger bleiben sie lebendig und somit frisch. Entferne von Karotten, Rote Beete, Rüben und Pastinaken also nur das Laub und verzichte darauf, sie zu waschen oder gar zu Bürsten. Entferne auch nicht die feinen Wurzel, denn so entstehen nur Stellen, an denen Fäulnis entstehen kann. Um Wurzelgemüse zusätzlich haltbar zu machen, kannst du sie in feuchten Sand “einschlagen”. Dazu nimmst du einfach eine flache Kiste, am besten aus Holz oder einem anderen “atmungsaktiven” Material. Nun legst du sie mit Zeitungspapier aus und schichtest abwechselnd feuchten Sand und dein Erntegut hinein. Die Kiste/n lagerst du am besten an einem dunklen, kühlen Ort, wie einem Kaltkeller oder einem unbeheizten Schuppen, wo die Temperaturen im Schnitt unter zehn Grad liegen sollten. Diese Methode funktioniert prinzipiell für alle Wurzelgemüse sowie Kohlrabi.

gemüse winterlager
Wurzelgemüse wie Karotten lassen sich mit den richtigen Methoden lange lagern. Bild von katerinavulcova auf Pixabay.

Kürbisse kannst du einfach einzeln in ein Regal oder in Netzen hängend im selben Raum einlagern. Je nach Sorte halten sie sich unter Umständen den ganzen Winter. In diesem Artikel erfährst du kurz und knapp, wie du Kürbisse am besten lagerst.
Um Kopfkohl einzulagern erntest du ihn komplett mit all seinen Hüllblättern und wickelst ihn lose in Zeitungs- oder Packpapier ein.
ACHTUNG: Du solltest dein Gemüse nicht im selben Raum lagern wie Äpfel oder Birnen. Diese verströmen das Reifegas Ethylen. Dieses Phytohormon initiiert den Reifeprozess von Gemüse und Obst und lässt es so schneller verderben.

Kompost umschichten

Über den Sommer hat sich dein Komposthaufen bestimmt stark angefüllt. Um eine optimale Kompostierung bis zum nächsten Jahr zu garantieren, lohnt es sich den Komposthaufen im Oktober umzusetzen. In einem Kompostsystem mit zwei Kompostplätzen nebeneinander, schaufelst du den gesamten Komposthaufen auf den leeren Platz neben an. Das garantiert eine optimale Durchmischung der stärker verrotteten Bereiche weiter unten und der weniger verrotteten Bereiche weiter oben. Außerdem wird die Struktur des Haufens so aufgelockert und er wird durchlüftet, sodass der Kompostierungsprozess angeregt wird. Den leeren Platz kannst du mit Ernteabfällen, Laub und gehäckseltem Grünschnitt füllen und über den Winter deinen Biomüll hier entsorgen. Falls du noch keinen Kompost in deinem Garten hast und wissen möchtest, wie du einen Kompost richtig anlegen kannst, findest du hier eine Anleitung.

komposthaufen umschichten
Schichte deinen Komposthaufen im Herbst um, um die Kompostierung zu fördern. Bild von pixel2013 auf Pixabay.

Fruchtfolge planen

Um im nächsten Frühjahr optimal durchstarten zu können, solltest du dir schon jetzt Gedanken darüber machen, welches Gemüse nächste Saison deine Beete füllen soll. Wie du eine Fruchtfolge für deinen Gemüsegarten planst, kannst du hier genauer nachlesen. Dazu macht es Sinn, dir anzuschauen, was du dieses und in den Jahren zuvor angebaut hast. Um Bodenmüdigkeit und Krankheiten vorzubeugen, solltest du in deiner Planung für nächstes Jahr entsprechend rotieren. Eine einfache Regel hierfür ist niemals gleiches nach gleichem anzubauen und zwar auf der Ebene der Pflanzenfamilien. Denn Pflanzen derselben Familie haben oft ähnliche Anforderungen an den Boden und entnehmen ähnlich viele Nährstoffe. Baust du sie mehrere Jahre nacheinander an, ist der Boden irgendwann ausgelaugt. Außerdem sind Pflanzen der selben Familie meist für ähnliche Schädlinge und Krankheiten anfällig. Mit einer abwechslungsreichen Fruchtfolge vermeidest du eine Anreicherung von spezifischen Schaderregern und Krankheiten.

Neben einem Wechsel der Pflanzenfamilien sollte auch der Nährstoffentzug der jeweiligen Kulturpflanzen berücksichtigt werden. Um die Balance der Nährstoffe im Boden zu erhalten, folgen auf starkzehrende stets mittel- bis schwachzehrende Pflanzen. Beispielsweise an einem Ort, wo zuvor ein Kohlgewächs wie Brokkoli gewachsen ist, folgt eine genügsame Kultur wie Spinat oder Salat. Mehr zu schwachzehrenden und starkzehrenden Pflanzen kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Um deinen Boden nicht auszulaugen, pflanzt du nach einem starkzehrenden Gemüse wie Kohl einen Mittel- bis Schwachzehrer. Bild von utroja0 auf Pixabay.

Starkzehrerbeete vorbereiten

Die Beete, die in der nächsten Saison mit Starkzehrern bepflanzt werden, müssen optimal vorbereitet werden. Mit einer ausgiebigen Düngung mit bis zu vier Litern Kompost pro Quadratmeter, haben deine Pflanzen das nächste Jahr garantiert genug Nährstoffe zum Gedeihen und Wachsen. Verteile den Kompost zunächst gleichmäßig auf der Oberfläche. Um den Boden schonend aufzulockern und den Kompost einzuarbeiten, stichst du am besten mit einer großen Grabgabel in den Boden und hebelst einmal sanft vor und zurück. So hebt sich der Boden ein wenig, wird durchlüftet und der Kompost mischt sich ein wenig ein. Zusätzlich, kannst du die Oberfläche mit einem Rechen ein wenig durchmischen und glatt streichen. Auf das klassische Umgraben empfehlen wir zu verzichten, weil es das Bodenleben stört. Mehr dazu, wie du deinen Gartenboden nach einer Saison pflegen und verbessern kannst, kannst du hier nachlesen. Wie man Beete ohne das Umgraben von Flächen anlegt, findest du in dem Artikel über das Sheet Mulching oder auch Lasagne Beet. Mit dieser bodenschonenden Art Beete anzulegen, können selbst auf Böden mäßiger Qualität fruchtbare Beete entstehen.

Beete mulchen oder Gründüngung säen

Besonders in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, den Boden vor Wind und Wetter zu schützen. Ansonsten riskierst du Bodenerosion und ein Rückgang der biologischen Aktivität im Boden. Eine Gründüngung ist optimal, um deinem Boden eine Pause zu gönnen und ihn mit wertvollen Nährstoffen anzureichern. Stickstofffixierende Leguminosen eigenen sich besonders gut um den Boden mit viel Stickstoff anzureichern. Im Frühjahr kannst du die Pflanzen dann abschneiden und als Mulch auf der Bodenoberfläche ausbringen. Durch eine ganzjährige Bodenbedeckung verhinderst du nicht nur Bodenerosion sondern auch die Auswaschung von Nährstoffen. Die Pflanzen nehmen Nährstoffe über ihre Wurzeln auf und speichern sie in ihrer Biomasse zwischen. Mit dem Mulchen schließt sich der Kreislauf und die Nährstoffe kommen zurück in den Boden. Ohne die Pflanzen werden überschüssige Nährstoffe ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser oder in Oberflächengewässer.

Die Tagetes ist auch eine gute Gründüngung: sie ist bienenfreundlich und hat eine hemmende Wirkung auf Nematoden. Bild von auf MabelAmber auf Pixabay.

Obstgehölze pflanzen

Der Herbst ist die optimale Jahreszeit um Obstgehölze zu pflanzen. Beerensträucher wie Stachel- oder Himbeeren und Obstbäume wie Apfel-, Pfirsich- oder Kirschbäume pflanzt du am besten vor dem Winter. Denn dann haben sie genug Zeit, um über den Winter Wurzeln zu bilden und können im Frühjahr richtig durchstarten.

Und so geht's:

Das Pflanzloch sollte groß genug sein, dass das gesamte Wurzelwerk ohne umzuknicken hineinpasst. Setze den Baum oder Strauch in das Loch, wobei er nicht tiefer gepflanzt werden sollte wie zuvor in der Baumschule. Nachdem du den Baum gepflanzt hast, setzt du einen Pfahl mit 10-20 cm Abstand zum Baum in das Pflanzloch. So bekommt der junge Baum mehr Stabilität. Am Besten steht der Pfahl westlich des Stammes, denn in Mitteleuropa kommt das Wetter und der Wind meist aus Westen. Den Pfahl schlägst du nun mit einem Vorschlaghammer bis zur gewünschten Tiefe ein. Jetzt ist alles bereit um das Pflanzloch wieder aufzufüllen. Wenn du einen Strauch, wie Himbeeren oder Brombeeren gepflanzt hast, kannst du ebenfalls Stützhilfen anbringen. Das hilft eine besser Übersicht über den Strauch zu haben und erleichtert die Ernte. Bei nährstoffarmen Böden lohnt es sich, ein paar Schaufeln Kompost in das Loch zu geben, um dem Baum oder Strauch einen optimalen Start zu ermöglichen. Nachdem du die Erde rund um den Stamm vorsichtig festgetreten hast, bindest du den Stamm mit einem Kokos-Strick an den Pfahl. Dazu legst du zunächst einige Achter um Pfahl und Stamm und wickelst den restlichen Strick fest um den Strang in der Mitte. Dann bindest du beide Enden zusammen. Dabei solltest du die Schnur nicht zu fest um den Stamm binden und den Strick regelmäßig lockern. Durch das Anpassen an den Stammdurchmesser verhinderst du das Einwachsen der Schnur in den Baum. Mit der restlichen Erde formst du einen kleinen Wall rund um den Stamm, einen Gießring. Dieser Gießring leitet das Wasser direkt zu den Wurzeln des jungen Baumes. Gieße nun den frisch gepflanzten Strauch oder Baum mit mindestens einer Gießkanne ausgiebig an.

Im Oktober ist die beste Zeit Apfelbäume zu pflanzen. Bild von giizigs auf Pixabay.

Obstgehölze zurückschneiden

Auch die Obstgehölze, die du schon in deinem Garten hast, brauchen Pflege und Aufmerksamkeit vor dem Winter. Besonders heimisches Gehölze profitiert von einem Schnitt im Herbst. Bei Obstbäumen entfernst du sogenannte "Wasserschosse", nachdem das ganze Laub abgefallen ist. Das macht man auch bereits im Juni mit dem Juniriss. Wasserschosse tragen keine Früchte und nehmen dem Baum nur Nährstoffe, Wasser und Licht weg. Außerdem entfernst du alles Totholz aus dem Baum. Totholz erkennst du daran, dass sich entweder die Rinde schon löst, oder das Holz unterhalb der Rinde nicht grün sondern braun ist. Diese Triebe sind tot und nichtmehr nützlich für den Baum. Zuletzt entfernst du übereinander wachsende Triebe, die sich Konkurrenz machen könnten sowie kranke Äste und Pflanzenteile. Mit diesen Maßnahmen sorgst du für eine bessere Auslichtung der Krone und förderst die Fruchtansätze für das nächste Jahr. Generell solltest du die Baumschnitt-Arbeiten in einer Zeit erledigen, wo mindestens drei Tage kein Regen angesagt ist. Ansonsten haben es Pilzkrankheiten und andere Schaderreger leicht durch die offenen Wunden in den Baum einzudringen.

Unser Tipp: Lasse die Wunde des Baumes natürlich heilen. Wenn du große Äste abschneidest, hilft es, einen kleinen Wulst stehen zu lassen (wirklich nur 1-2 cm). Das fördert eine gute Wundheilung. Wachse oder andere Mittel zum Verschließen der Wunde werden nicht mehr empfohlen.

Der Oktober eignet sich wunderbar um heimische Obstgehölze zurückzuschneiden. Bild von MireXa auf Pixabay.

Obststräucher zurückschneiden

Auch unter den Obststräuchern freuen sich einige Pflanzen über einen Schnitt im Herbst. Hierzu zählen Beerensträucher wie Johannis-, Stachel-, Brom- und Sommerhimbeeren. Das hat den Vorteil, dass die Pflanzen im nächsten Frühjahr stärker austreiben. Außerdem überwintern vorhandene Schaderreger in den Blättern der Sträucher. Entferne betroffene Pflanzenteile, sodass die Pflanze gesund in die neue Saison starten kann.

Diese kleine Auswahl an Gartenaktivitäten im Oktober ist natürlich nicht allumfassend. Doch ich hoffe du konntest trotzdem etwas lernen und startest nun voll motiviert mit der Vorbereitung für die nächste Gartensaison.

Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

Falls du bei der Planung Unterstützung brauchst, schau dir doch mal den alphabeet Beetplaner an. Er hilft dir die richtigen Kulturen für deinen Standort und dein Können zu finden und gibt dir Tipps zur richtigen Kultivierung deines eigenen Gemüses. Registriere dich hier oder lade dir die alphabeet-App für Android oder iOS herunter.

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Titelbild von Free-Photos auf Pixabay.

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