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Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Der März ist ein ganz besonderer Gartenmonat: Die Vögel singen, die Sonne scheint mit wärmender Kraft und die Blumenzwiebeln von Schneeglöckchen, Krokus und Winterlingen stehen in voller Pracht. Die Vorfreude ist natürlich groß, denn nach der Winterruhe gibt es für uns Hobbygärtner*innen endlich wieder mehr zu tun! Trotzdem heißt es noch geduldig sein, denn kalte Nächte können die Frühlingsstimmung ganz schnell abkühlen lassen.

Auf einen Blick:

  • Säen und Pflanzen ins Freiland: Dicke Bohnen, Pastinaken, Möhren, Zwiebeln, Spinat, Schwarzwurzeln, Petersilie, Wurzelpetersilie, Kümmel, Knoblauch, Meerrettich, Winterheckenzwiebeln, Zitronenmelisse, Beifuß, Schnittlauch, Liebstöckel, Sauerampfer, Topinambur- und Rhabarberwurzeln
  • Geschützter Anbau: Kohlrabi, Salat, Radieschen, Frühlingsrettich, Mairüben, Blumenkohl, Spitzkohl, Weißkohl, Wirsing, Lauch
  • Vorziehen an warmen Plätzen: Tomaten, Paprika, Aubergine, Kürbis, Zucchini, Gurke, Melonen, Knollen- und Stangensellerie, Saatkartoffeln, Basilikum, Lavendel, Rosmarin, Salbei

Gemüsebeete vorbereiten

Im März ist die Versuchung besonders groß: Die Sonne scheint, die Frühlingsblumen beginnen fröhlich zu blühen und verbreiten die ersten Frühlingsgefühle. Jedoch solltest du mit der ersten Bodenbearbeitung noch warten bis die kalte, nasse Erde sich weiter erwärmt und trocknet. Dabei brauchen schwere, tonhaltige Böden länger als Sandböden. Sie enthalten mehr Wasser und erwärmen sich deshalb langsamer. Mit unserem einfachen Bodentest findest du heraus, was für einen Boden du im Garten hast. Sobald die Erde nicht mehr an den Stiefeln klebt, kannst du mit der ersten Bodenbearbeitung beginnen. Harke die übrig gebliebenen Mulchdecken beiseite, lockere die Erde und rupfe altes oder frisch gekeimtes Beikraut aus. Schließlich werden die Beete fein krümelig glatt geharkt und sind dann bereit für das Gemüse dieser Saison.

Ab März kannst du neuen Rhababer im Garten pflanzen. (Bild von Karolina Grabowska auf Pixabay)

Säen und Pflanzen ins Freiland

In mildem Klima kannst du bereits mit der frühen Aussaat von unempfindlichen Gemüsearten beginnen. Dazu gehören beispielsweise Dicke Bohnen, Pastinaken, Möhren, Zwiebeln, Spinat und Schwarzwurzeln. Außerdem kannst du neue Topinambur- und Rhabarber-Wurzelstücke auspflanzen. Denke daran, dass Topinambur und Rhabarber mehrere Jahre am gleichen Platz bleiben und sich stark ausbreiten können. Wähle also einen Ort, an dem die Pflanzen genügend Raum haben, ohne anderes Gemüse zu verdrängen. Robuste Kräuter wie Petersilie, Wurzelpetersilie und Kümmel können jetzt ebenfalls ins Freiland gesät werden. Bei kühlem Wetter keimen die Kräuter noch sehr langsam, es empfiehlt sich also die Aussaat mit kleinen Schildern oder einer Markiersaat mit Radieschen zu kennzeichnen. Ab Mitte März werden Knoblauch, Meerrettich, Winterheckenzwiebeln, sowie unempfindliche Staudenkräutern (z.B. Zitronenmelisse, Beifuß, Schnittlauch, Liebstöckel, Sauerampfer) gepflanzt. In rauen Lagen solltest du mit den ersten Aussaaten lieber noch etwas abwarten. In nasser, kalter Erde können Samen und junge Wurzeln sonst leicht faulen.

Geschützter Anbau

Frühbeet, Gewächshaus und Folientunnel können in dieser Jahreszeit sehr hilfreich sein, da sie schon frühe Aussaaten und Pflanzungen ermöglichen. Ab März ist das Pflanzen von Salat und Kohlrabi, sowie Aussaaten von Salat, Radieschen, Frühlingsrettich, Mairüben und Stielmus möglich. Kohlgewächse (z.B. Blumenkohl, Spitzkohl, Weißkohl, Wirsing) und Lauch können im Schutz von Folie und Glas bereits ausgesät und später unter freien Himmel gepflanzt werden.

Trotz des bereits vorhandenen Schutzes sollten die frühen Quartiere jedoch in kalten Nächten zusätzlich mit Decken oder Ähnlichem zugedeckt werden. Tagsüber (besonders bei Sonnenschein) solltest du die geschlossenen Räume öffnen, um Hitzestau zu vermeiden. Wichtig: Abends nicht vergessen sie wieder zu schließen!

Frühbeet
Frühbeete speichern Wärme im Inneren und ermöglichen so schon frühe Aussaaten und Pflanzungen.

Vorziehen an warmen Plätzen

Wenn du noch nicht mit dem Vorziehen von Nachtschatten- (z.B. Tomaten, Paprika, Aubergine) und Kürbisgewächsen (z.B. Kürbis, Zucchini, Gurke, Melonen) begonnen hast, dann ist jetzt die Zeit dafür. Paprika und Aubergine wachsen relativ langsam, für sie ist es jetzt höchste Zeit! Den Tomaten genügt es, wenn du Mitte März oder Anfang April mit dem Vorziehen beginnst. Kürbisgewächse wachsen vergleichsweise schnell und können auch erst gegen Ende des Monats oder im April ausgesät werden. Außerdem kannst du an warmen Plätzen mit der Aussaat von Knollen- und Stangensellerie beginnen. Sellerie keimt sehr langsam, wundere dich also nicht, wenn die ersten zwei Wochen erstmal nichts passiert. Auch wärmeliebende Kräuter wie Basilikum, Lavendel, Rosmarin und Salbei kannst du ab März auf der Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus vorziehen.

Ab Anfang März kannst du Saatkartoffeln zum Vorkeimen nebeneinander in Kisten aufstellen. Sie mögen dabei ein helles, mäßig warmes Plätzchen. Bei günstiger Witterung und in wärmeren Landschaften können die ersten Frühkartoffeln gegen Ende März gepflanzt werden. Die Erde sollte dabei auf mindestens 7 °C erwärmt sein.

Ab Mitte März wird es Zeit die Tomaten für diese Saison vorzuziehen. (AndreasGoellner auf Pixabay)

Obstgehölz und Beerensträucher pflanzen

Die Schnittzeit geht zu Ende! Bevor die ersten Obstbäume anfangen auszutreiben, sollte der letzte Schnitt erledigt sein. Besonders wenn wie dieses Jahr schon früh viel Wärme auftritt. Falls du größere Äste verbrennst, kannst du die kalihaltige Holzasche als Dünger verwenden oder in den Kompost streuen.

März ist Pflanzzeit! Ab jetzt können alle Obstbäume, sowie Walnussbäume und Haselnusssträucher gepflanzt werden. Auch Holunder und Flieder können jetzt aus der Baumschule ins Freiland umziehen. Weinreben, Pfirsichbäume und Aprikosen mögen es außerdem besonders im frühen Frühling ins Freiland versetzt zu werden. Falls du neue Beerensträucher pflanzen willst, ist jetzt ebenfalls die Zeit dafür: Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren dürfen ab März nach draußen. Kleinere Gehölze müssen bei der Pflanzung stark zurückgeschnitten werden. Rund um die frisch gepflanzten Gehölze solltest du außerdem eine Mulchdecke, sowie ordentlich Kompost streuen. Alle weiteren Infos findest du in unserem Artikel zum Thema Obstgehölz und Sträucher pflanzen.

Apfelbäume können im März gepflanzt werden
Im März können viele verschiedene Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt werden, darunter auch der Apfelbaum.

Naturgemäßer Pflanzenschutz

  • In schneckengeplagten Gärten, besonders bei schweren Böden, sollte erstmal auf Mulchdecken verzichtet werden, damit die Tiere keinen Unterschlupf finden.
  • Achte beim Kauf von Obstgehölz und Sträuchern auf krankheitsresistente Züchtungen.
  • Gegen Milben an Erdbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren kann Rainfarn-Tee verwendet werden.
  • Bei Pilzerkrankungen im Garten kann vorbeugend Schachtelhalm-Brühe gleichmäßig über den Boden gesprüht werden.
  • Durch Mischkultur können manche Gemüsepflanzen ihre Nachbarn vor Krankheiten schützen: Knoblauch kann beispielsweise Pilzinfektionen vorbeugen, besonders sinnvoll ist also die Pflanzung neben anfälligen Pflanzen (z.B. Rosen, Erdbeeren). Zur Abwehr der Möhren- und Zwiebelfliege werden Zwiebeln und Möhren nebeneinander ausgesät. Mehr Infos zum Thema findest du in unserem Mischkultur-Artikel.
Krokusse im Park
Wie aus dem Nichts erscheinen im Frühjahr atemberaubende Krokus-Teppiche.

Die Gartensaison hat begonnen und es gibt wieder einiges zu tun. Ab April geht es dann richtig los, denn nach und nach kann immer mehr gesät und gepflanzt werden. Falls du nochmal überprüfen willst, ob du alles soweit vorbereitet hast, schau doch mal bei unserer Saisonübersicht vorbei.

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