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Jonas

Jonas (22) hat Agrarbiologie studiert. Seine Leidenschaft für Pflanzen und das Gärtnern entdeckte er durch ein Praktikum bei einer Permakultur NGO. Seitdem gärtnert er auf seinem Balkon und in Gemeinschaftsgärten.

Im Juni ist die Gartensaison bereits in vollem Gange. Das bedeutet, es gibt einiges zu tun, um "den Laden am Laufen zu halten". Von den ersten Ernten, über die Pflege deiner Beete, bis zur Aussaat von Nachkulturen: im Juni gibt es genug Gartenarbeit, dass man sich nicht langweilen muss. Dieser Artikel bietet dir einen Überblick, was du tun kannst, um deine Ernte zu einem vollen Erfolg zu machen.

In diesem Artikel findest du:

  1. Ernte im Juni
  2. Pflegearbeiten im Juni
  3. Aussaat im Juni

Auf einen Blick:

Ernte im Juni

Frühkartoffeln, Salat, Erbsen, Möhren, Spinat, Mangold, Rhabarber und Spargel

Pflegearbeiten im Juni

  • Tomaten ausgeizen und aufleiten
  • Gurken ausdünnen und regelmäßig gießen
  • Frisch eingesäte Beete regelmäßig jäten und alle Beete mulchen
  • Einmal am Tag in den Garten schauen, um Krankheiten, Schädlinge oder Nährstoffmangel früh zu entdecken

Aussaat im Juni

  • Lückenfüller: Salat, Radieschen, Kohlrabi, Möhren
  • Späte Kulturen: Buschbohnen und Stangenbohnen, Erbsen, Zucchini und Kürbis, Mangold, verschiedene Kohlsorten, Lauch und Kartoffeln

Ernte im Juni

Wenn du im Frühjahr fleißig warst, kannst du im Juni schon einiges aus dem Garten ernten. Neben Frühkartoffeln gibt es Salat, Radieschen, Erbsen, Möhren, Spinat und Mangold zu holen.

  • Frühkartoffeln kannst du frühestens ab 60 Tagen nach Pflanzung ernten. Wenn das Laub gelb und welk wird, kannst du alle Knollen ausgraben und das Beet für eine anpruchslose Nachkultur (Schwachzehrer) vorbereiten.
  • Die ersten Kopfsalate haben im Freiland ab Juni ihre volle Größe erreicht. Außerdem gibt es Pflücksalate zu ernten, bei denen du je nach Bedarf für jede Mahlzeit ein paar Blätter ganz frisch pflücken kannst.
  • Erbsen solltest du genau zum richtigen Zeitpunkt ernten, da sie nur dann am besten schmecken. Wann der richtige Zeitpunkt ist, hängt von der Art der Erbse ab, die du anbaust: Palerbsen können ab Ende Mai geerntet werden, Mark- und Zuckererbsen ab Juni. Markerbsen kannst du ernten, sobald du die Erbsen im Inneren durch die Hülsen erkennen kannst. Bei Zuckererbsen solltest du nicht so lange warten: Ernte sie solange sie noch ganz flach sind, sie werden mitsamt der Hülse verzehrt. Da nicht alle Hülsen gleichzeitig abreifen, kannst du die Erbsenpflanzen alle paar Tage durchpflücken, bis keine neuen Hülsen mehr gebildet werden.
  • Früh gesäte Möhren können im Juni geerntet werden. Ziehe nur einzelne Exemplare des Wurzelgemüses aus der Erde, je nach Bedarf. Die übrigen Pflanzen wachsen noch weiter. So kannst du kontinuierlich Möhren ernten.
  • Im Juni steht die letzte Ernte für den ersten Anbauzeitraum des Spinats an. Da Spinat eine Langtagpflanze ist, beginnt er bald zu blühen und ist dann nicht mehr genießbar. Während der Blüte steigt die Nitratkonzentration in den Blättern, sodass der Spinat sehr bitter schmeckt. Wenn du eigene Spinatsamen erzeugen willst, kannst du nur die äußeren Blätter ernten und einen inneren Ring stehen lassen. Ansonsten schneidest du einfach die ganze Pflanze mit einem Messer ab, die Wurzeln sollten dabei im Boden bleiben. Sie enthalten Saponine und wirken sich deshalb positiv auf das Bodenleben aus und sollen sogar die Nährstoffaufnahme der Nachbarpflanzen fördern.
  • Mangold kann ab Juni geerntet werden. Auch hier erntest du nicht die ganze Pflanze, sondern schneidest nur einzelne Blätter von außen nach innen ab - je nach Bedarf. Du kannst bis zu den ersten Frösten immer wieder Mangold ernten. Dann solltest du alle Blätter entfernen und die Wurzelstöcke mit einem Vlies, Stroh oder Tannenzweigen bedecken. Im nächsten Jahr treibt der Mangold erneut aus und kann bis zur Blüte im Sommer noch weiter beerntet werden.
  • Rhabarber und Spargel können noch bis zum 21. Juni geerntet werden. Danach brauchen die Pflanzen eine Pause, um im nächsten Jahr wieder stark austreiben zu können. Rhabarber enthält im Sommer außerdem viel Oxalsäure und wird faserig. Er schmeckt dann nicht mehr so gut und steigert außerdem das Risiko für Nierensteine. Doch bis zum 21. Juni kann bedenkenlos geerntet und genossen werden.
Rhabarber kann bis zum 21. Juni geerntet werden. Später bildet er mehr Oxalsäure und sollte nicht mehr verzehrt werden. Bild von planet_fox auf Pixabay.

Pflegearbeiten im Juni

Tomaten ausgeizen und aufleiten

Stabtomaten müssen im Sommer regelmäßig ausgegeizt werden. Das bedeutet, dass die Seitentriebe, die in den Blattachseln des Haupttriebes wachsen, entfernt werden müssen. Diese Triebe würden nicht rechtzeitig Blüten bilden, um noch reife Früchte zu tragen. Es ist daher besser, die Energie der Pflanze auf den Haupttrieb und die daran wachsenden Blüten und Früchte zu konzentrieren. Bei Strauchtomaten für den Balkon ist das nicht nötig. Diese haben ein sogenanntes determiniertes Wachstum, was bedeutet, sie hören ab einer gewissen Höhe auf zu wachsen und bilden Früchte aus. Stabtomaten brauchen - wie der Name schon sagt - einen Stab, von dem sie gestützt werden. Spiralförmige Stäbe sind bestens geeignet um die Tomaten aufzuleiten. Da sie nicht wirklich klettern können, müssen sie alle paar Tage erneut um eine Windung der Spiralstange gewickelt werden. Zu guter Letzt macht es Sinn, die unteren Blätter und Fruchtansätze zu entfernen, sodass vom Boden her ca. 30 cm Platz bis zu den ersten Blättern ist. Das sorgt für eine bessere Durchlüftung des Bestandes und geringere Anfälligkeit für Fäule und Pilzkrankheiten.

Gurken ausdünnen und regelmäßig gießen

Auch Gurken müssen oft ein wenig ausgedünnt werden. Die Blätter der Gurke sind sehr anfällig für Mehltau. Daher ist es enorm wichtig, dass sie schnell wieder trocknen können, wenn es geregnet hat. Entferne daher regelmäßig ein paar wenige Blätter, sodass die Pflanze gut durchlüftet wird. Auch beim Gießen solltest du sehr vorsichtig sein und auf keinen Fall auf die Blätter, sondern nur an die Stängelbasis gießen. Das solltest du bei warmem Wetter allerdings sehr regelmäßig tun, da die Gurkenpflanzen bei Trockenheit sonst schnell dazu neigen, ihre Blüten und Fruchtansätze abzuwerfen. Damit die Gurken das Wasser auch optimal aufnehmen können, solltest du sie entweder abends oder früh morgens gießen. In der Mittagshitze sollten die Pflanzen wenn möglich nicht bewässert werden, auch wenn sie ihre Blätter hängen lassen.

Regelmäßige Kontrolle deiner Pflanzen

Um frühzeitig auf Nährstoffmangel, Krankheiten oder Schädlinge reagieren zu können, solltest du einmal am Tag in den Garten gehen und nach deinen Pflanzen sehen. Denn je früher du reagierst, desto schneller können sie sich wieder erholen. Nährstoffmangel erkennst du meist an einer gelblichen Verfärbung der Blätter. Wenn die Blätter deiner Pflanzen sehr hellgrün oder gelblich werden, brauchen sie wahrscheinlich eine kleine Düngegabe. Mit Komposttee oder Pflanzenjauche schaffst du schnelle Abhilfe, fester Kompost oder Hornspäne sorgen für eine langfristige Düngung. Hier findest du mehr Infos dazu, wie du am besten ökologisch und organisch düngen kannst. Haben deine Pflanzen jedoch welke Stellen, sehen faulig oder angefressen aus, handelt es sich wahrscheinlich eher um einen Pilz, Bakterien oder einen Insektenschädling. Die angeschlagenen Pflanzenteile solltest du in jedem Fall entfernen und im Hausmüll entsorgen. So verhinderst du eine unkontrollierte Ausbreitung über den Kompost.

Jäten und Mulchen

Zwischen frisch gepflanzten Jungpflanzen und direkt gesäten Reihen solltest du regelmäßig jäten, bis die Pflanzen groß genug sind, um selbst die Beikräuter zu unterdrücken. Je nachdem wie groß die Abstände zwischen den Pflanzen sind und wie empfindlich diese sind, kannst du das entweder mit einer Hacke machen oder du gehst etwas vorsichtiger vor und reißt die Beikräuter von Hand aus. Die so entfernten Pflänzchen kannst du einfach auf dem Beet liegen lassen , solange sie noch keine Samen tragen. So werden sie wieder in den Nährstoffkreislauf des Bodens integriert und schützen den Boden vor der Sonne und dem Austrocknen. Tragen die Unkräuter allerdings Samen, solltest du sie auf keinen Fall als Mulch verwenden, da du sonst ungewollt zu ihrer Verbreitung beiträgst. Auch die Beete, die du nicht jätest, kannst du hin und wieder mit Grasschnitt, Stroh oder Laub mulchen.

Stroh eignet sich hervorragend als Mulchmaterial. Es hält den Boden feucht und schützt ihn vor Sonne und Wind. Außerdem unterdrückt es Beikräuter im Beet. Bild von Andreas Göllner auf Pixabay 

Aussaat im Juni

Lückenfüller

Wo du im Juni die ersten Kulturen erntest, kannst du gleich wieder nachsäen. Salate, Radieschen, Kohlrabi oder auch Möhren können gestaffelt immer wieder neu ausgesät werden, um auch die Ernte zeitlich versetzt zu erhalten. So hast du immer genug frisches Gemüse, aber nie zu viel. Achte darauf, dass besonders Radieschen und Kohlrabi immer genügend Wasser haben, da sie sonst holzig werden. Besonders Radieschen neigen bei Trockenheit zum Schießen, d.h. sie bilden lange Blütenstände und nur eine kümmerliche, ungenießbar scharfe Wurzel.

Späte Kulturen aussäen

  • Buschbohnen und Stangenbohnen können auch im Juni noch direkt ins Beet gesät werden. Ernten kannst du frühestens 2 Monate später, also ab Anfang August.
    Tipp: Pflanze am besten eine Kombination aus Bohnen und Bohnenkraut. Die zwei Pflanzen vertragen sich nicht nur als Mischkultur bestens, sie harmonieren auch in der Küche hervorragend.
  • Erbsen können auch noch im Juni gesät werden. Sie tragen dann ab August bis in den Herbst hinein Früchte und können regelmäßig beerntet werden. Sie eignen sich bestens als Nachkultur nach einem Starkzehrer wie Frühkartoffeln, da sie als Mitglieder der Familie der Hülsenfrüchtler eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien eingehen und somit den Nährstoffspeicher des Bodens wieder auffüllen.
  • Zucchini und Kürbis können im Juni direkt ins Beet gesät werden. Sie wachsen bei warmem Sommerwetter rasch heran. Auch hier gilt, ca. 2 Monate nach Aussaat kann das erste Mal geerntet werden. Achte bei der Aussaat unbedingt darauf, dass die Pflanzen genug Platz haben. Zucchini brauchen mindestens 1 m², Kürbisse eher 1,5 - 2 m², um gut zu wachsen und andere Kulturen nicht zu unterdrücken.
Zucchinis und Kürbisse können ab Juni direkt ins Beet gesät werden. Bild von MonikaP auf Pixabay 
  • Auch der Mangold kann nun direkt gesät werden. Er eignet sich auch um größere Lücken im Beet zu füllen. Da er jedoch im Vergleich zu Salat oder Radieschen höhere Nährstoffansprüche hat, sollte er nicht nach Starkzehrern wie Frühkartoffeln gepflanzt werden. Besser geeignet ist er, um nach einem anderen Mittel- oder Schwachzehrer wie Radieschen oder Spinat zu wachsen.
  • Kopfkohl, Brokkoli, Wirsing und Blumenkohl können im Juni für die Herbst- und Winterernte gesät werden. Da es sich um sehr anspruchsvolle Starkzehrer handelt, solltest du sie nur nach Schwachzehrern wie Salat oder Spinat säen. Außerdem solltest du ihnen nach dem Auflaufen etwas Kompost gönnen, sofern du sie nicht im ersten Jahr eines vierjährigen Fruchtwechsels anbaust. Alternativ kannst du vor der Aussaat etwas Kompost oberflächlich in den Boden einarbeiten und die Samen in eine Schicht Anzuchterde säen, die du auf dem gedüngten Boden ausbringst. So haben die Pflänzchen immer die richtigen Nährstoffe zur Verfügung, egal in welchem Wachstumsstadium sie sind.
  • Auch Lauch kannst du nun für die späte Ernte im Herbst und Winter aussäen. Da die Jungpflanzen am Anfang sehr schmächtig sind, solltest du bei einer Direktsaat gut darauf achten, dass die Lauchreihen unkrautfrei sind. Alternativ kannst du den Lauch auch in Anzuchtgefäßen vorkultivieren und später auspflanzen. Einmal im Beet, lohnt es sich den Lauch regelmäßig anzuhäufeln, so bleiben die Schäfte schön bleich und zart.
Kartoffeln sollten vorgekeimt sein, bevor du sie in den Boden bringst.
  • Späte Kartoffeln können noch bis Anfang Juni in die Erde gelegt werden. Sie werden dann ab Ende September bis Mitte Oktober reif für die Ernte. Zum Pflanzen legst du alle 30 cm eine Saatkartoffel in eine 10-15 cm tiefe Rinne. Diese schüttest du anschließend wieder mit Erde zu. Sobald die Kartoffeln beginnen ihre grünen Triebe aus der Erde zu strecken, kannst du sie regelmäßig anhäufeln. So haben die Kartoffeln es leichter, viele Knollen in lockerer Erde zu bilden. Am Besten erntest du erst, wenn das gesamte Kraut verwelkt ist, da die Kartoffeln dann am größten sind. Sie können aber auch schon ab der Blüte geerntet werden (siehe oben bei den Tipps zur Frühkartoffelernte).

Dieser Überblick bildet natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aus den möglichen Gartenaktivitäten im Juni. Wir hoffen trotzdem, dass auch für dich etwas dabei ist und du beim Ernten, Pflegen und Säen deines Gemüses viel Spaß hast und leckere Gerichte mit den ersten Sommerernten genießen kannst.

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