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Gartenmonat: Januar

07.01.2020 . Lesezeit: 6 Minuten

Hinter diesem Artikel

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Eric

Eric ist 23 Jahre alt und studiert seit 2015 Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim. Zusammen mit einem Freund bewirtschaftet er seit 2017 einen Schrebergarten in Stuttgart.

Der Januar. Die Weihnachtsfeiertage und die Silvesterstimmung sind ausgeklungen und alles macht sich bereit für das neues Jahr. So auch die Natur. Die scheint zwar immer noch in einem tiefen Winterschlaf zu ruhen; doch der Schein trügt. Die Tage werden wieder länger und das Frühjahr kommt auf schnellem Fuß näher. Für uns Gartenfreunde wird es nun Zeit, mit der Planung für das neue Jahr zu beginnen und die verbliebenen Altlasten des vergangenen Jahres abzuarbeiten.

Tätigkeiten, um die alte Gartensaison (endgültig) abzuschließen

Jeder kennt das: Im Winter ist man meist ungern lange draußen und dement-sprechend bleiben gerade im Garten gerne mal Arbeiten liegen. Das ist auch überhaupt nicht schlimm. Wenn du im Januar etwas produktives tun möchtest, dann macht es Sinn, all die Dinge, die du im Dezember nicht geschafft hast zu erledigen, jetzt zu einem Ende zu bringen. Sei es das Aufräumen deiner Gartenhütte, die Reinigung deiner Gartengeräte oder die Planung der nächsten Saison; all diese Dinge kannst du jetzt angehen. Ansonsten kommst du möglicherweise in Zeitverzug und bist nicht richtig vorbereitet, wenn das Gartenjahr im März wieder so richtig durchstartet.

Brombeerlaub mit Schnee bedeckt
Der Winter hält Einzug und lässt die Natur tief und fest schlafen. Für dich also die perfekte Zeit, um noch ausstehende Arbeiten des Vorjahres zu erledigen

Falls du die genannten Tätigkeiten bereits im alten Jahr erledigt hast, gibt es für dich gerade wenig zu tun und du kannst dich auf den Lorbeeren deiner getanen Arbeit ausruhen. Sofern dir das jedoch zu langweilig sein sollte und du auch im Januar produktiv sein möchtest, dann empfehlen sich die folgenden Aktivitäten:

Laubwerfende Bäume und Sträucher einpflanzen

Eigentlich ist der Herbst die richtige Zeit zu Verpflanzen von jungen Bäumen und Sträuchern. Falls du das im letzten Jahr aber nicht geschafft hast, dann kannst du das jetzt nachholen. Wichtig: Im Vergleich zur "Herbstpflanzung" haben Jungbäume und Sträucher nach einer "Frühlingspflanzung" nicht so viel Zeit, um ein großes und dichtes Wurzelnetz auszubilden und sich auf den warmen Sommer vorzubereiten. Deswegen solltest du deine Jungpflanzen nur dann einsetzen, wenn der Boden nicht zu feucht ist (wie nach einem Regenschauer) und keine geschlossene Schneedecke liegt. Ansonsten könnte das den noch relativ kleinen Wurzeln deiner Jungpflanzen zu stark zusetzen und sie wachsen nicht richtig an.

Apfelblüte
Achtung: Junge Obstbäume brauchen nach dem Verpflanzen einige Zeit, um richtig anzuwachsen. Am besten hilfst du ihnen dabei, wenn du sie bei mildem und trockenem Wetter auspflanzt

Ernte bei den Winterkulturen

Es ist soweit. An Kulturen, die du im Herbst gepflanzt hast, kannst du dich jetzt erfreuen: Spinat, Feldsalat, Mangold, Pastinake, Lauch und auch Topinambur sind nun bereit, geerntet zu werden. Natürlich gilt weiterhin: Alle Pflanzen, die noch nicht erntebereit sind, müssen weiterhin vor Frösten geschützt werden (wie steht in diesem Artikel). Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man beim Gärtnern im Winter richtig vorgeht und was es bei der Winterplanung zu beachten gilt, dann kannst du das hier nachlesen.

Exkurs: Paprikas und Chilis vorziehen im Zuge des Klimawandels

Es mag vielen vielleicht etwas verfrüht vorkommen, aber du kannst bereits im Januar deine ersten Pflänzchen für den Sommer vorziehen. Eine Kultur, die sich meiner Meinung nach gut dafür eignet, ist die Paprika. Aufgrund ihres relativ langsamen Jugendwachstums und der immer wärmeren Frühlinge macht es durch-aus Sinn, die ersten Samen bereits Ende Januar im Haus vorkeimen zu lassen. Wichtig: Das sehr frühe Vorziehen ist definitiv kein Muss! Es ist völlig in Ordnung, wenn du mit dem Vorziehen deiner ersten Paprikapflänzchen bis Ende Februar oder Anfang März wartest.

Tomaten Setzlinge
Mit der Vorzucht Paprika kann man theoretisch bereits im Januar beginnen

Bedenke: Eigentlich gilt die Regel, dass man frostempfindliche Arten wie Paprika, Tomate, Aubergine etc. in unseren Breiten erst nach den "Eisheiligen" (Mitte Mai) ins Freiland verpflanzen sollte, um sie vor unerwarteten Spätfrösten zu schützen. Wenn man sich daran hält, dann macht es wenig Sinn, mit der Vorkultur schon im Januar zu beginnen. Deine Paprikapflanzen würden die Zeit von Januar bis Mitte Mai in Töpfen verbringen und ggf. lange bei dir im Haus "rumstehen". Und das muss echt nicht sein.

Aber: Aufgrund der Klimaerwärmung sind Fröste ab Anfang April in vielen Teilen Deutschlands eine Seltenheit geworden.

Gelbe Spitzpaprika Pflanze
Ein schwacher Trost: Durch die Klimaerwärmung ist es nun möglich wärme-liebende Kulturen, wie z.B. diese gelbe Spitzpaprika, früher ins Freiland zu setzen, als noch vor einigen Jahren

Dagegen herrschen im Frühjahr mittlerweile sommerliche Temperaturen; teils jenseits der 20 Grad Grenze. Und das hat Folgen. Durch die Veränderung des Klimas verschieben sich auch die möglichen Anbauphasen von Pflanzen. Mediterrane Pflanzenarten (wie z.B. Tomate, Zucchini und Paprika) können in Deutschland teilweise bereits im April ausgepflanzt werden. Und in diesem Falle ist auch die Vorkultur ab Ende Januar gar nicht mehr so abwegig. Ein kleines Rest-risiko bleibt jedoch immer bestehen. Deswegen rate ich dir: Ob du dich für eine Vorkultur im Januar entscheidest, solltest du von drei Dingen abhängig machen:

  • Wo befindet sich dein Garten? Wie warm waren dort die Frühlinge der letzten Jahre?
  • Hast du Lust, bereits im Januar Pflanzen vorzuziehen?
  • Bist du experimentierfreudig?

Solltest alle drei Punkte mit "ja" beantwortet haben, dann empfehle ich dir, es mal auszuprobieren.

Kräutergärtnern

Sollte der Winter bis jetzt einigermaßen frostfrei gewesen sein und du hast noch nicht-winterharte Gartenkräuter wie z.B. Schnittlauch auf deinen Beeten stehen, dann kannst du dir selbst eine kleine Freude machen. Anstatt ihn der Kälte zu überlassen, kannst du den Schnittlauchballen ausgraben und in einem Topf einge-pflanzt mit nach Hause nehmen. Nachdem du ihn gut angegossen hast, wird der Ballen innerhalb weniger Tage damit beginnen, wieder auszutreiben. So kannst du schon bald frischen Schnittlauch ernten; und das trotz der kalten Temperaturen.

Schnittlauch Blüte
Ein echter Augenschmaus im Garten: Die Blüten des Schnittlauchs

Das war es dann auch schon. Und für alle, denen das noch zu wenig ist, denen sei gesagt: Geduldet euch noch ein ganz kleines bisschen. Bald ist der Winter vorbei und es wartet ein weiteres spannendes Gartenjahr voller neuer Entdeckungen und Erfahrungen auf euch.

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