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Isabell

Isabell (24) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Im Februar kommt alles wieder ins Rollen, denn die Natur wacht langsam auf. Wer schon fleißig war, hat seine Gartenplanung bereits in den ruhigeren Wintermonaten erledigt. Nun kann mit den ersten Saisonarbeiten begonnen werden. Neben der Pflege von Obstgehölzen stehen Aufgaben wie Saisonvorbereitung, Frühbeetpflege, Anzucht und Winteraussaat an.

Auf einen Blick:

Ernte im Februar

Wintergemüse wie Feldsalat, Winterportulak, Radicchio, Rosen- und Grünkohl, Lauch, Wirsing und Zuckerhut

Pflegearbeiten im Februar

  • Saisonplanung und Samenkauf
  • Frühbeete mit Pferdemist "anheizen"
  • Kompost/Dünger ausbringen
  • Mulchschicht ausbessern
  • Obstgehölze (Rückschnitt + Stammpflege)

Aussaat im Februar

Winteraussaat: alle Kohl- und Salatsorten, Mangold, Spinat, Möhren, Radieschen, Petersilie, Dill und viele Sommerblumen

Vorkultur: Salat, Spinat, Kohl(rabi), Radieschen, Sellerie, Aubergine, Paprika, Tomate, Chili, Kresse, Rucola, Kerbel, Basilikum

Samen kaufen und Saisonplanung

Spätestens im Februar hat der erfahrene Gärtner seine Saisonplanung durchgeführt. Dabei werden Pläne für Mischkulturen und Pflanznachbarn erstellt und die Aussaatzeitpunkte markiert, damit alles rechtzeitig vonstatten geht. Außerdem wird auf die Einhaltung einer gesunden Fruchtfolge geachtet. Wenn du es dir einfach machen willst, dann empfehlen wir dir, deine zukünftigen Gartenjahre mit alphabeet zu planen. Die App übernimmt für dich jegliche Planung zum Thema Pflanznachbarschaften und sorgt dafür, dass alle Pflanzen in deinem Garten dort stehen, wo sie am besten gedeihen können. Wenn du die Planung abgeschlossen hast, kannst du Saatgut einkaufen oder bestellen. Denn zum Teil kannst du in diesem Monat schon mit dem Säen beginnen. Außerdem ist die Auswahl an Saatgut jetzt noch am größten. Wir empfehlen dir, auf biologisches und samenfestes Saatgut zu setzen.

Überprüfe deine Vorräte und besorge dir jetzt schon neues Saatgut. Photo by Eco Warrior Princess on Unsplash.

Frühbeete "anheizen"

Falls du Frühbeete besitzt, kannst du mit einem alten Trick schon im Februar bedenkenlos die ersten Samen ausbringen: Beginne dafür dein Frühbeet ca. 50-70 cm tief auszuheben (kommt natürlich auf die Höhe deines Frühbeetes an). Das Ausheben kannst du am besten schon im Herbst erledigen. Fülle dann ab der ersten Februarhälfte das ausgehobene Frühbeet mit einer 30-40 cm dicken Schicht aus Pferdemist. Falls es sich um Mist ohne Stallstreu handelt, mische etwas Laub oder Stroh im Verhältnis 1:1 unter. Drücke den Mist gut an und gebe eine weitere 20 cm dicke Schicht aus reifem Humus (reifem Kompost) darüber. Damit dein Beet wieder die alte Höhe erreicht, fülle es mit Gartenerde auf, wobei du auch hier etwas Kompost untermischen kannst. Schließe nun die Fenster deines Frühbeetes und warte ca. 2 Wochen. Der Pferdemist beginnt sich zu zersetzen, wobei durch die Aktivität der Bodenmikroorganismen eine enorme Wärme entsteht, ähnlich wie bei der Heißkompostierung. Man verwendet bevorzugt Pferdemist, da dieser beim Verrotten besonders viel Wärme freisetzt. Diese natürliche Heizung lässt schon früh deine ersten Kulturen keimen, weshalb du ab der zweiten Februarhälfte aussäen kannst. Frage für den Mist doch einfach mal beim nächsten Pferdehof nach.

Kompost oder Dünger ausbringen

An wärmeren frostfreien Tagen kannst du damit beginnen, organischen Dünger an den Stellen auszubringen, wo du deine Starkzehrer setzen möchtest. Diese freuen sich über eine gute Nährstoffversorgung zum Saisonstart. Verwende möglichst sich langsam zersetzende (Bio-)Vorratsdünger wie Hornspäne oder grob verrotteten Mist. Auch Kompost kannst du auf deinen Beeten ausbringen. Harke alles leicht in die oberste Bodenschicht ein.

An frostfreien Tagen kannst du reifen Kompost auf deinem Beet ausbringen. Bild von herb007 auf Pixabay.

Mulchschicht ausbessern

Manche Unkräuter beginnen schon früh zu keimen oder auszutreiben und vielleicht haben Wind und Wetter ein paar Stellen in deinem Beet freigelegt, wodurch Licht an die Bodenoberfläche gelangen kann. Um übermäßigem Beikräuterbewuchs entgegenzuwirken, bessere die Stellen aus, auf denen nur noch eine dünne oder gar keine Mulchschicht mehr vorhanden ist. Der Mulch schützt zudem vor Bodenerosionen und liefert nachhaltig Nahrung für Bodenorganismen, die das Pflanzenwachstum verbessern können.

Wintergemüse ernten

Bevor der wärmere Frühling endgültig anbricht, sollte das letzte Wintergemüse geerntet werden. Durch warme Temperaturen beginnen unter anderen Feldsalat, Winterportulak, Radicchio, Rosen- und Grünkohl in die Blüte zu schießen, wodurch sie ungenießbar werden.

Erste Aussaaten

Bevor die "richtige" Gartenarbeit losgeht, kannst du mit Winteraussaaten beginnen. Das ist natürlich auch schon ab Januar möglich, wenn du möchtest. Dafür eignen sich Kulturen wie z.B. alle Kohl- und SalatsortenMangoldSpinat, Dicke BohnenMöhrenRadieschenPetersilieDill und viele Sommerblumen. Die Samen der Kulturen sind kälteverträglich und beginnen erst dann zu keimen, wenn Licht- und Temperaturverhältnisse stimmen. Wie genau du dabei am besten vorgehst, erfährst du in unserem Artikel zum Thema Winteraussaat.

Schon ab Februar kannst du mit Aussaat und Vorkulturen beginnen. Bild von congerdesign auf Pixabay.

Erste Vorkulturen

Salat, Spinat, Kohl(rabi), Radieschen oder der langsam keimende Sellerie können auch auf der Fensterbank oder im frostfreien Gewächshaus vorgezogen werden. Gleiches gilt für Kräuter wie Kresse, Rucola, Kerbel und Basilikum. Sommergemüse mit langer Entwicklungsdauer wie Aubergine, Tomate, Paprika und Chili kann auch schon ab Mitte Februar auf der Fensterbank ausgesät werden.

Obstgehölze pflegen

Liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt (-2 bis 5 Grad Celsius), kannst du die Obstgehölze in deinem Garten zurückschneiden, soweit du das nicht schon im Herbst erledigt hast. Ein Schnitt ist noch bis Mitte März möglich. Also bevor die Bäume beginnen den Pflanzensaft in die Äste steigen zu lassen, um Blätter auszubilden. Der Schnitt kann in einer ruhigen Gartenecke angehäuft werden, um Nützlingen einen geschützten Ort zu bieten. Außerdem kannst du dich der Stammpflege widmen. Durch den zum Teil heftigen Temperaturunterschied zwischen frostigen Nächten und warmen Sonnentagen, kann es zu Spannungen in der Rinde des Stammes kommen. Dabei entstehen leicht Risse, die den Baum nicht nur schwächen, sondern auch als Eintrittsstelle für viele Krankheiten dienen. Um den Spannungen vorzubeugen, kannst du die Stämme mit Kalkmilch, Schachtelhalmbrühe, Rainfarn-Tee, Algenkalk oder Tonmehl bestreichen. Die helle Farbe der Anstriche reflektiert das Licht und die Wärme der Frühlingssonne und verhindert dadurch die starken Temperaturschwankungen am Baum.

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Überblick über die Gartenarbeiten im Februar liefern. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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