Hinter diesem Artikel

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Eric

Eric ist 23 Jahre alt und studiert seit 2015 Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim. Zusammen mit einem Freund bewirtschaftet er seit 2017 einen Schrebergarten in Stuttgart.

Der Dezember: Weihnachten steht vor der Tür, das Jahr neigt sich dem Ende zu und die Natur kommt endgültig zur Ruhe. Im letzten Monat des Jahres kehrt Stille im Garten ein und es ist an der Zeit auszuspannen. Wenn du im Oktober und November schon fleißig warst, dann gibt es im Dezember relativ wenig zu erledigen. Doch auch in diesem Monat kannst du etwas für deinen Garten tun. Es ist die Zeit gekommen, in der du all die Aufgaben erledigen kannst, die sich das Jahr über angesammelt haben. Auch die Planung deiner Beete für die kommende Gartensaison kannst du angehen.

Auf einen Blick:

To-Do's für den Dezember:

  • Gartenwerkzeuge reinigen
  • Gartenhütte aufräumen
  • Mulchen
  • Leimringe auswechseln
  • Vorräte überprüfen
  • Die nächste Saison planen
  • Wintergemüse und Mehrjährige kontrollieren/schützen
  • Nist-/Futterplätze für Vögel anbringen
Gartenwerkzeuge an Zaun
Das Reinigen und Warten der Gartenwerkzeuge kommt oft zu kurz. Foto: HOerwin56 auf Pixabay.

Die alte Gartensaison abschließen

Gartenwerkzeuge reinigen

Nach den langen Monaten des Arbeitens haben es sich deine Gartenwerkzeuge verdient, sauber und ordentlich in den Winterschlaf geschickt zu werden. Befreie dafür alle deine Werkzeuge (Schaufeln, Hacken und Co.) von Erdklumpen, Pflanzenrückständen und allen anderen Arten von Verschmutzungen. Falls du dafür Wasser verwendest, trockne die Teile aus Metall sorgfältig ab, um Rost zu vermeiden. Nach der Reinigung kannst du die Metallteile deiner Geräte auch mit speziellem Wachs oder Öl schützen, wie es auch bei Skiern benutzt wird. Das garantiert, dass du möglichst lange was von deinen Werkzeugen hast. Deine Gartenscheren kannst du zudem schleifen (lassen), damit sie im nächsten Jahr wieder voll einsatzbereit sind. Hierfür kannst du dir selbst einen Schleifstein besorgen. Unser Tipp: Wenn du mit der Gartenschere ab und zu Schleifpapier durchschneidest, bleibt sie länger scharf.

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Gartenhütte aufräumen

Auch in deiner Gartenhütte hat das Gartenjahr sicher seine Spuren hinterlassen. Deswegen ist es jetzt an der Zeit aufzuräumen und sie für das nächste Jahr wieder auf Vordermann zu bringen.

  • Verstaue alle Reste an Gartenerde, Dünger und Pflanzenschutzmitteln an einem sauberen, trockenen und frostfreien Platz. Dünger aus der eigenen Herstellung wie beispielsweise Pflanzenjauche aus Brennnesseln oder anderen Kräutern solltest du bis dahin verbraucht haben, denn diese sind nur einige Monate haltbar und würden über die Wintermonate an Wirkung verlieren. Falls du noch Reste übrig hast, kannst du diese auch noch als Grunddüngung auf deine Beete geben. Kompost hingegen kannst du ganz einfach bis zum nächsten Jahr einlagern. Hierfür brauchst du lediglich ein wasserabweisendes, frostfestes Vlies. Das legst du über den Kompost, um ihn vor Witterungseinflüssen zu schützen. So kann er problemlos im Garten überwintern und ist im Frühjahr direkt verfügbar, um deine Beete mit neuen Nährstoffen zu versorgen.
  • Übrig gebliebenes Saatgut sortierst du und lagerst es an einen trockenen, dunklen Ort ein. Das schafft nicht nur Ordnung, sondern gibt dir auch einen Überblick, welches Saatgut du für das nächste Jahr besorgen musst. Da die Keimfähigkeit bei vielen Kulturpflanzen von Jahr zu Jahr stark abnimmt, solltest du bei älteren Saatgutpackungen die Keimfähigkeit überprüfen. Ist das Saatgut schon älter wie zwei bis drei Jahre, lohnt es sich daher vor der Aussaat einen Keimtest durchzuführen. Hierfür streust du einige Samen auf ein Küchenpapier und hälst es gleichmäßig feucht. So kannst du sehen, wie viel Saatgut aufgeht und ob sich eine Aussaat noch lohnt. Wenn die Keimfähigkeit nur gering abgenommen hat, kannst du die Samen dennoch säen. Dann solltest du nur mehr Samen wie üblich ausbringen, damit genug Sämlinge aufgehen.

Mulchen

Falls du das noch nicht erledigt hast, kannst du nun aus deinem übrigen Pflanzenschnitt, Laub oder Stroh eine Mulchschicht auf deine Bette und um deine Sträucher und Bäume ausbringen. Damit gibst du den Mikroorganismen im Boden die Möglichkeit, die Pflanzenreste zu zersetzen und die darin enthaltenen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar zu machen. Und das werden dir deine Pflanzen im nächsten Jahr danken. Zusätzlich wird der Boden vor Austrocknung und Bodenersoion geschützt.

Deine restlichen Gartenabfälle kannst du zum Mulchen verwenden. Foto: AndresGoellner auf Pixabay.

Leimringe auswechseln

Leimringe sind eine gute Möglichkeit, Obstbäume vor gefräßigen Gästen zu schützen. Diese bleiben an der klebrigen Oberfläche kleben und hindern sie so daran, deine Bäume zu schädigen. Damit deine Bäume gut geschützt sind für das kommende Jahr, kannst du nun bereits angebrachte Leimringe austauschen bzw. Neue anbringen. Damit der Schutz das ganze Jahr über gegeben ist, sollten Leimringe etwa alle drei Monate ausgetauscht werden. Beim Anbringen solltest du darauf achten, dass der Ring den Stamm gut umschließt. Sonst läufst du Gefahr, dass die kleinen Insekten einfach unter den Ringen den Stamm hochklettern und sich bedienen. Der Leimring wird dabei etwa an der Mitte des Stamms angebracht. Dabei sollte es keine Möglichkeit geben über Grashalme oder andere Pflanzen in die Baumkrone klettern zu können. Falls das der Fall ist, wird er weiter oben angebracht.

Die nächste Gartensaison vorbereiten

Der wohl interessanteste Punkt im Dezember kann auch gleichzeitig der angenehmste sein: Denn du kannst ihn ganz bequem von zu Hause aus bei einer schönen Tasse Tee vornehmen. Es geht um die Planung der nächsten Gartensaison!

Nun kannst du dich in Ruhe damit beschäftigen, was du in diesem Jahr alles beim Gärtnern gelernt hast und was du davon in das nächste Jahr mitnehmen möchtest. Dafür eignet sich am besten ein Gartentagebuch. In das kannst du deine Erfahrungen und Impressionen aus dem letzten sowie deine Wünsche für das kommende Gartenjahr aufschreiben. Außerdem kannst du hier deinen Beetplan von dem vergangene Jahr aufzeichnen. So vergisst du nicht, wo du welche Pflanze in der Vergangenheit angebaut hast. Desweiteren hast du nun die Zeit, Gartenkataloge nach neuen Ideen durchstöbern und Saatgut fürs neue Jahr bestellen.

Und zu guter Letzt: Du kannst deinen Beetplan für das nächste Jahr erstellen. Das heißt, du schreibst oder zeichnest dir auf, wo du im nächsten Jahr welche Pflanzen anbauen möchtest. Hierbei ist es wichtig, die Pflanzen in deinen Beeten zu rotieren, um die Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit aufrecht zu erhalten. Dabei gibt es einige Punkte, die du bei deiner Fruchtfolge beachten musst. Wenn du es dir einfach machen willst, dann empfehlen wir dir, deine zukünftigen Gartenjahre mit alphabeet zu planen. Mit dieser App kannst du ganz einfach deine Beete planen, denn sie zeigt dir gute und schlechte Pflanznachbarschaften in einer Mischkultur an. So entstehen starke Pflanzengemeinschaften, die sich gegenseitig vor Krankheiten und Schädlingen schützen können.

Mit der alphabeet-App erkennst Du gute und schlechte Pflanznachbarn auf den ersten Blick

Vorräte überprüfen

Falls du Gemüse oder Äpfel im Keller eingelagert hast, solltest du deine Vorräte regelmäßig überprüfen. Dabei werden faule oder welke Gemüse(teile) entfernt. Im Sand eingelagerte Gemüse wie Rote Beten oder Möhren sollten auf ihre Feuchtigkeit überprüft werden. Dabei gilt: Das Substrat darf nicht zu feucht sein, weil das Gemüse sonst zu faulen beginnt. Zu trocken ist aber auch schlecht, denn dann schrumpft das Gemüse. Der Sand sollte also immer vorsichtig und sparsam gegossen und regelmäßig überprüft werden. Wenn die Temperaturen tagsüber über null Grad liegen, kann hin und wieder gelüftet werden. Frischer Sauerstoff tut den meisten eingelagerten Gemüsesorten gut.

Schutz für Pflanzen & Tiere

Wintergemüse und mehrjähriges Gemüse

Einige Gemüsesorten lassen sich auch im Winter noch anbauen. Dazu gehört beispielsweise Feldsalat, Mangold, Pastinake oder Lauch. Wie du diese Gemüse im Winter anbaust, erklären wir dir in unserem Artikel zum Thema. Falls in deiner Winterplanung mehrjährige Pflanzen dabei sind, die in unseren Breiten problemlos überwintern, solltest du dich jetzt gut um sie kümmern. Mehrjährige Pflanzen sollten über den Winter vor starker Kälte geschützt werden. Was es dabei bei welchen Pflanzen zu beachten gibt, findest du in unserem Artikel Mehrjährige Pflanzen überwintern. Wichtig dabei ist, die regelmäßige Kontrolle der Pflanzen. Besondern wenn Minusgrade vorhergesagt sind, müssen im Freiland stehende Pflanzen gut mit Mulch aus Fichtenreisig oder Laubblättern eingedeckt werden.

Winterharte Kräuter pflegen

Zu den winterharten Kräutern zählen zum Beispiel diverse Sorten von Thymian, Salbei, Rosmarin oder Lavendel. Winterhart bedeutet in diesem Fall, dass sie den Winter nicht nur überleben, sondern bei der richtigen Pflege auch ihre Blätter behalten. Das heißt für dich: Wenn du behutsam mit ihnen umgehst, dann beschenken sie dich und deine Küche den ganzen Winter über mit frischen Kräutern. Dafür musst du sie aber ebenfalls kontinuierlich vor den kalten Temperaturen schützen. Genauso wie bei dem Wintergemüse kannst du dafür auf Fichtenreisig, Noppenfolie oder ähnliches zurückgreifen. Wie du welche Kräuter am besten überwinterst, erfährst du in unserem Artikel zum Thema mehrjährige Pflanzen überwintern.

Marienkäfer auf Salbeipflanze
Salbei gehört zu den winterharten Kräutern und kann deswegen mit Blättern überwintert werden. Foto: Innviertlerin auf Pixabay.

Nist- und Futterkästen anbringen

Auch für die Tiere in deiner Umgebung kannst du etwas Gutes tun, indem du Nist- oder Futterplätze für Vögel aufhängst. Vorallem die Vogelarten, die den Winter nicht im Süden verbringen, freuen sich darüber. So finden sie auch in der kalten Jahreszeit immer ein Plätzchen, wo sie sich ausruhen oder etwas zu fressen finden können.

Nistkasten im Winter
Nistkästen sind eine schöne Möglichkeit, um Vögeln das Überwintern bei uns zu erleichtern. Foto: Mammiya auf Pixabay.

Gärtnern im Haus

Wenn die Hauptsaison im Garten vorbei ist und es dort nur wenig zu tun gibt, kannst du auch einiges zuhause anpflanzen und aussäen:

  • Topfkräuter:
    Petersilie, Schnittlauch und Pfefferminze eignen sich sehr gut als Topfkräuter im Winter. Da sie im Gegensatz zu mediterranen Kräutern keinen so hohen Lichtbedarf haben, keimen sie sehr einfach zu dieser Jahreszeit auf einer Fensterbank. Wichtig ist hierbei nur eine regelmäßige Bewässerung und gleichmäßige Temperaturen. Das heißt, du solltest für deine Topfkräuter eine Fensterbank aussuchen, die sich nicht direkt über einem warmen Heizkörper befindet!
  • Microgreens:
    Eine andere Möglichkeit sind sogenannte "Microgreens". Dabei handelt es sich um sehr junge Pflanzen (auch Keimlinge oder Sprossen genannt) von bestimmten Gemüsearten wie zum Beispiel Rote Bete, Kohlrabi, Radieschen oder Fenchel. Das wohl bekannteste "Microgreen" ist und bleibt die Gartenkresse. Um eigene Sprossen zu ziehen, werden die Samen ganz dicht ausgesät und bereits nach 10-14 Tagen geerntet. Wenn du das noch nie gemacht hast, findest du hier eine Anleitung zum Radieschensprossen ziehen.
Topfkräuter auf der Fensterbank
Topfkräuter sind besonders im Winter willkommene Vitaminspender. Foto: congerdesign auf Pixabay.

Du siehst: Falls du auch im Dezember noch nicht die Nase voll vom Gärtnern haben solltest, gibt es immer noch reichlich sinnvolle und spannende Tätigkeiten, die du tun kannst. Damit kannst du dich und deinen Garten nicht nur auf das nächste Jahr vorbereiten, sondern dir die kalte Jahreszeit auch etwas spannender gestalten.

Für Fragen und Anregungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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