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Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Dieser Artikel enthält Werbung eines Kooperationspartners.

Der Boden vereint Luft, Wasser, Gestein und organische Substanz. Doch nicht nur das, er ist lebendig! In ihm leben unzählige Mikroorganismen und Kleintiere, die für den Boden unentbehrlich sind. Jede tote Pflanze wird durch die Bodenlebewesen wieder in den Stoffkreislauf aufgenommen. Das tote Gewebe wird in seine Bestandteile zerlegt und umgewandelt, sodass neues Leben entstehen kann.

Je nach Standort sind Böden unterschiedlich zusammengesetzt. Jeder Bodentyp hat mit seinen individuellen Eigenschaften Vor- und Nachteile. In diesem Artikel erfährst du, welche Eigenschaften schwere und leichte Böden mit sich bringen und wie du deinen Boden auf natürliche Weise fruchtbarer machen kannst. Das Bodenleben ist hierbei von großer Bedeutung, es braucht nur manchmal ein wenig Unterstützung, um deinen Ansprüchen gerecht zu werden.

Auf einen Blick:

Schwere Böden = Lehm- & Tonböden

  • Problem: Bodenverdichtung
  • Lösung: Bodenlockerung

So geht's:

  • Grobe Partikel untermischen (z.B. Humus oder Sand)
  • Gründüngung säen
  • Mulchen
  • "Frostgare"

Leichte Böden = Sandböden

  • Problem: Schlechte Speicherung von Wasser und Nährstoffen
  • Lösung: Verbesserung der Speicherfähigkeit

So geht's:

  • Organisches Material in den Boden einarbeiten
  • Gründüngung säen
  • Lehm oder Tonmehl untermischen
  • Dauerhafte Mulchschicht
  • Schwer löslichen Dünger verwenden

Mit unserem einfachen Bodentest kannst du herausfinden, wie dein Boden grob zusammengesetzt ist.

Schwere Böden

Wie der Name schon sagt, sind schwere Böden relativ schwer zu bearbeiten. Jeder, der einen tonhaltigen Boden im Garten hat, kennt das Problem: Ist es zu trocken, bilden sich Risse und der Boden wird steinhart. Auch das andere Extrem lässt jeden Gärtner und jede Gärtnerin verzweifeln: Ist der Boden zu nass, sträubt er sich ebenfalls gegen jegliche Bearbeitung. Schwere Böden können also nur in einem bestimmten Zustand bearbeitet werden, sie dürfen weder zu trocken, noch zu feucht sein. In der Landwirtschaft werden sie deshalb gerne als Minutenböden bezeichnet, der Bearbeitungszeitraum ist nämlich sehr kurz.

Risse in trockenem Boden
Tonböden bilden bei Trockenheit schnell Risse und werden steinhart, in diesem Zustand lassen sie sich kaum bearbeiten.

Tonböden enthalten etliche Feinporen (= kleinste Hohlräume), die mit Luft oder Wasser gefüllt sind. Die feinen Poren sorgen dafür, dass Wasser und Nährstoffe gut gehalten werden. Schwere Böden haben deshalb eine hohe Speicherfähigkeit. Als Gärtner*in kommt dir diese Eigenschaft zugute, denn du musst seltener gießen und düngen.
Wegen des hohen Wassergehalts erwärmt sich der Boden im Frühjahr jedoch nur langsam, sodass die Keimung deiner Aussaat länger dauern kann. Die engen Poren können außerdem dazu führen, dass es im Boden zu Staunässe und Luftmangel kommt. Beides ein Todesurteil für das Wachstum deiner Pflanzen und als Gärtner*in unbedingt zu vermeiden!

Lehm- & Tonböden verbessern

Das Wichtigste bei der Verbesserung eines schweren Bodens ist, die Bodenstruktur aufzulockern. Durch die lockerere Bodenstruktur kann Wasser schneller versickern und die Wurzeln leichter atmen. Außerdem wird dadurch die Durchwurzelbarkeit deutlich verbessert, die Wurzeln können dann viel leichter in die hohlen Gänge eindringen. Diese Hohlräume sind z.B. bei Wurzelgemüse entscheidend für den Erfolg!

eine handvoll Rüben
Eine lockere Bodenstruktur bietet Wurzelgemüse genügend Raum zur Entfaltung.

Einfache Bodenlockerung

  • Am einfachsten entstehen kleine Hohlräume, indem du gröbere Partikel untermischst. Dazu kannst du beispielsweise reifen Kompost oder Sand verwenden. Die gröberen Partikel lassen Luft leichter eindringen und verbessern so die Bodendurchlüftung, außerdem kann Wasser besser versickern. Wenn du noch keinen eigenen Kompost hast, kannst du auch frische Gartenerde verwenden. Wir haben hierfür in der Vergangenheit schon die Garten- und Hochbeet-Erde von ASB Greenworld verwendet und waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
  • Hast du deinen Boden einmal aufgelockert, solltest du ihn auch zu Mulchen. Der Mulch dient hierbei als Schutz vor Umwelteinflüssen. Er erhält die krümelige Bodenstruktur und schützt vor praller Sonne und starkem Regen. Außerdem bietet er Nahrung für Regenwürmer, die von den Pflanzenresten angelockt werden. Die Ökosystem-Ingenieure durchmischen den Boden und lockern ihn zusätzlich auf.
  • Auch das Pflanzenreich kann dir bei der Bodenlockerung behilflich sein. Gründüngung hilft nämlich nicht nur bei der Nährstoffanreicherung. Die Pflanzen lockern mit ihren Wurzeln den verdichteten Boden auf und ersparen dir so zumindest einen Teil der mühsamen Arbeit. In der Permakultur wird außerdem gerne Beinwell zur Bodenlockerung verwendet. Die kräftigen Wurzeln bleiben im Boden und werden dort nach dem Absterben der Pflanze von den Bodenlebewesen zersetzt. Mit der Zeit bilden sich hohle Gänge, die für eine gute Durchlüftung sorgen. Die großen Blätter eigenen sich zudem hervorragend zum Mulchen oder zur Herstellung von Jauche.
  • In der Literatur und im Internet liest man oft von der sogenannten "Frostgare". Hierfür gräbt man im Herbst möglichst tief um, damit der Frost in den Boden eindringen und ihn sozusagen “sprengen” kann. Diese Methode ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die Frostgare sollte nur im äußersten Notfall angewandt werden, da sie einen erheblichen Eingriff ins Bodenleben darstellt. Sie tötet zwangsläufig Bodenorganismen, die normalerweise im Boden vor der Kälte geschützt wären. Diese Mikroorganismen und Kleintiere sind wiederum extrem wichtig für die Bodenfruchtbarkeit und somit für uns Gärtner*innen unentbehrlich!

Lupinen können mit ihren kräftigen Wurzeln bei der Bodenlockerung helfen.

Leichte Böden

Leichte Böden sind, wie der Name schon sagt, so gut wie ganzjährig leicht zu bearbeiten. Sie trocknen schnell ab, Beikräuter lassen sich gut entfernen und auch das Auflockern bereitet kaum Mühe. Das mag anfangs verlockend klingen, doch auch dieser Bodentyp bringt Nachteile mit sich. Sandböden haben nämlich eine eher schlechte Speicherfähigkeit. Wasser kann durch die groben Poren leicht versickern, was im Sommer schnell zur Austrocknung führen kann. Außerdem kann ein humusarmer Boden Nährstoffe nur schlecht halten, sie werden leicht ins Grundwasser ausgewaschen. Die großen Poren haben jedoch den Vorteil, dass die Wurzeln immer ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und keine Staunässe entstehen kann. Außerdem erwärmen sich leichte Böden durch die vielen luftgefüllten Hohlräume schneller, sodass schon frühe Aussaaten möglich sind.

eine Reihe Radieschen
Radieschen gedeihen gut auf leichten Böden, da sie sich in dem lockeren Milieu leichter entfalten können.

Sandböden verbessern

Um einen Sandboden fruchtbarer zu machen, solltest du vor allem seine Speicherfähigkeit verbessern.

  • Organisches Material ist dafür hervorragend geeignet, es wird im Frühjahr in den Boden eingearbeitet. Hier kann ebenfalls mit reifem Kompost oder verrottetem Mist gearbeitet werden.
  • Auch eine Gründüngung (z.B. Buchweizen, Senf, Phazelia, Hülsenfrüchtler) kann sehr hilfreich sein. Die Pflanzen können dann nach einiger Zeit oberflächlich geschnitten und als Mulchmaterial verwenden werden. Sie dienen der Stickstoff- und Humusanreicherung im Boden. Der Humus dient als Speicher und kann so helfen, Wasser und Nährstoffe besser im Boden zu halten.
  • Eine dauerhafte Mulchschicht trägt nicht nur zur Humusanreicherung bei, sie verringert außerdem die Verdunstung und schützt den Boden vor zu raschem Austrocknen. Das verrottende organische Material liefert zudem Nahrung für das Bodenleben und lockt so z.B. Regenwürmer an.
  • Das Untermischen von feineren Bodenpartikeln wirkt sich ebenfalls positiv auf die Speicherfähigkeit von leichten Böden aus. Hierzu eignen sich beispielsweise Lehm oder Tonmehl.
  • Um die Auswaschung von Nährstoffen zu verringern, solltest du diese in Form von schwer löslichem Dünger zuführen. Ziel bei der Düngung ist es, nicht nur die Gemüsepflanzen zu ernähren, sondern auch das Bodenleben. Schwer lösliche Dünger bestehen meist aus organischem Material und müssen erst zersetzt werden, bevor die Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen können. Genau das ist der springende Punkt dabei! Verwendet man z.B. reifen Kompost als organischen Dünger, dann zerlegen die Bodenlebewesen ihn in seine Bestandteile und machen die enthaltenen Nährstoffe für deine Gemüsepflanzen verfügbar. Die Mikroorganismen kommen hierbei nicht zu kurz, denn auch sie können sich von dem organischen Material ernähren. Außerdem geeignet sind Hornmehl, Hornspäne, Knochenmehl, Holzasche und Mist von Geflügel, Pferden, Rindern oder anderen Tieren. Chemische Düngesalze hingegen sind auf Dauer schlecht für Pflanzen und Bodenleben. Sie sind sehr leicht in Wasser löslich und werden deshalb direkt von den Pflanzen aufgenommen, auch wenn sie die Nährstoffe vielleicht nicht in diesem Ausmaß benötigen. Es kann schnell zu Überdüngung kommen, wodurch sie anfälliger für Krankheiten werden. Überschüssiger Dünger wird zudem leichter ins Grundwasser ausgewaschen, was zur Eutrophierung beiträgt. Abgesehen davon bietet diese Düngemethode den Bodenlebewesen kein Futter, sodass sie auf Dauer "verhungern" und du anschließend noch mehr düngen musst.
  • Bei der Verwendung von Pflanzenjauche sollte lieber weniger und dafür häufiger gedüngt werden, da sonst ein Großteil versickert. Bei der Herstellung von Jauche kannst du außerdem darauf verzichten, die pflanzlichen Überreste durch ein Sieb zu entfernen. Das halb-zersetzte Pflanzenmaterial eignet sich hervorragend als Mulch und kann von den Bodenorganismen verwertet werden.
  • Sandböden sind natürlicherweise leicht sauer, der pH-Wert sollte jedoch nie unter 5,5 sinken. Falls du bei einem Test doch einen zu niedrigen pH-Wert feststellst, kannst du mit einer Kalkgabe (z.B. Dolomit) den Boden-pH wieder anheben. Ein zu saurer Boden kann sich sonst negativ auf deine Kulturpflanzen auswirken (z.B. Blütenendfäule bei Tomaten).
Kompost mit Gemüseabfällen
Das beste Material zur Bodenverbesserung ist der eigene Kompost! Er enthält viele wertvolle Nährstoffe und kann deinem Boden helfen, diese auch besser zu speichern.

Um dir einen kompakten Überblick zu verschaffen, haben wir in diesem Artikel all die gängigen Methoden zur Bodenverbesserung zusammengetragen. Es gibt viele Möglichkeiten deinen Boden fruchtbarer zu machen, was nicht bedeutet, dass du sie alle anwenden musst. Du kannst dir einfach die Maßnahmen aussuchen, die für dich am einfachsten umzusetzen sind. Du wirst bald merken, welche dir zum Erfolg verhelfen und welche nicht. Am Wichtigsten ist es jedoch, deinen Boden und das Leben in ihm besser zu verstehen!

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