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Einfach und natürlich deinen Gartenboden verbessern

06.05.2020 . Lesezeit: 10 Minuten

Hinter diesem Artikel

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Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Dieser Artikel enthält Werbung eines Kooperationspartners.

Der Boden ist lebendig. Er vereint Luft, Wasser, Gestein und organische Substanz. Genau das ist sein Geheimnis, denn in ihm spielen sich unzählige Prozesse ab, die für das bloße Auge unsichtbar sind. Totes organisches Material wird umgewandelt, sodass neues Leben entstehen kann. So wächst auf ihm auch unsere Nahrung. Der Boden ist aber je nach Standort unterschiedlich zusammengesetzt, das heißt: jeder Boden ist anders.

Jeder Bodentyp hat mit seinen individuellen Eigenschaften Vor- und Nachteile. In diesem Artikel will ich näher darauf eingehen, welche Eigenschaften schwere und leichte Böden mit sich bringen. Außerdem möchte ich dir helfen, deinen Boden aufzuwerten und ihn so fruchtbarer zu machen. Das Bodenleben ist hierbei von großer Bedeutung, es braucht nur manchmal ein wenig Unterstützung, um deinen Ansprüchen gerecht zu werden.

Auf einen Blick:

Schwere Böden = Lehm- & Tonböden

  • Problem: Bodenverdichtung
  • Lösung: Bodenlockerung

So geht's:

  • Grobe Partikel untermischen (z.B. Humus oder Sand)
  • Gründüngung säen
  • Mulchen
  • "Frostgare"

Leichte Böden = Sandböden

  • Problem: Schlechte Speicherung von Wasser und Nährstoffen
  • Lösung: Verbesserung der Speicherfähigkeit

So geht's:

  • Organisches Material in den Boden einarbeiten
  • Gründüngung säen
  • Lehm oder Gesteinsmehl untermischen
  • Dauerhafte Mulchschicht
  • Schwer löslichen Dünger verwenden

Mit unserem einfachen Bodentest kannst du erstmal herausfinden, wie dein Boden grob zusammengesetzt ist. Klicke dafür hier.

Eigenschaften schwerer Böden

Wie der Name schon sagt, sind schwere Böden relativ schwer zu bearbeiten. Jeder, der einen tonhaltigen Boden im Garten hat, kennt das Problem: Ist es zu trocken, bilden sich Risse und der Boden wird steinhart. Auch das andere Extrem lässt jeden Gärtner und jede Gärtnerin verzweifeln: Ist der Boden zu nass, sträubt er sich ebenfalls gegen jegliche Bearbeitung. Schwere Böden können also nur in einem bestimmten Zustand bearbeitet werden, sie dürfen weder zu trocken, noch zu feucht sein. In der Landwirtschaft werden sie deshalb gerne als Minutenböden bezeichnet, der Bearbeitungszeitraum ist nämlich sehr kurz.

Risse in trockenem Boden
Tonböden bilden bei Trockenheit schnell Risse und werden steinhart, in diesem Zustand lassen sie sich kaum bearbeiten.

Tonböden enthalten etliche Feinporen (= kleinste Hohlräume), die mit Luft oder Wasser gefüllt sind. Diese bringen sowohl erfreuliche als auch weniger erfreuliche Eigenschaften mit sich. Einerseits führen feine Poren zu einer sehr guten Speicherfähigkeit. Der Boden kann also Wasser und Nährstoffe gut halten, sodass du im Sommer weniger gießen und düngen musst.
Wegen des hohen Wassergehalts erwärmt sich der Boden im Frühjahr aber nur langsam, sodass die Keimung deiner Aussaat länger dauern kann. Die engen Poren können außerdem dazu führen, dass es im Boden zu Staunässe und Luftmangel kommt. Beides ein Todesurteil für das Wachstum deiner Pflanzen und als Gärtner/in unbedingt zu vermeiden!

Schwere Böden verbessern

Das wichtigste bei der Verbesserung eines schweren Bodens ist, die Bodenstruktur aufzulockern. Durch die lockerere Bodenstruktur kann Wasser schneller versickern und die Wurzeln leichter atmen. Außerdem wird dadurch die Durchwurzelbarkeit deutlich verbessert, die Wurzeln können dann viel leichter in die hohlen Gänge eindringen. Diese Hohlräume sind z.B. bei Wurzelgemüse entscheidend für den Erfolg!

eine handvoll Rüben
Wurzelgemüse benötigt eine lockere Bodenstruktur, um richtig wachsen zu können. Die Hohlräume im Boden bieten den Wurzeln Raum zur Entfaltung und geben ihnen die Möglichkeit schön dick zu werden.

Wie kann ich meinen Boden auflockern?

  • Am einfachsten entstehen kleine Hohlräume, indem du gröbere Partikel untermischst. Dazu kannst du beispielsweise nahrhaften Humus (z.B. reifen Kompost) oder Sand verwenden. Die krümelige Struktur des Humus bzw. die gröberen Partikel des Sandes lassen Luft leichter eindringen und verbessern so die Bodenbelüftung. Wenn du es ganz gut meinst, kannst du auch frische Gartenerde verwenden. Diese lockert nicht nur sondern ist auch optimal gedüngt. Wir haben hierfür in der Vergangenheit schon die Garten- und Hochbeet-Erde von ASB Greenworld verwendet und waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
  • Hast du deinen Boden einmal aufgelockert, empfiehlt es sich diesen auch zu Mulchen. Der Mulch dient hierbei als Schutz vor Klimaeinflüssen, sodass die krümelige Bodenstruktur beibehalten und vor Verhärtung geschützt wird. Außerdem dient er als Nahrung für Regenwürmer, die von dem köstlichen Buffet angelockt werden. Die Ökosystem-Ingenieure durchmischen den Boden und tragen ebenfalls zur Bodenbelüftung bei.
  • Bei der Bodenlockerung kann dir auch das Pflanzenreich behilflich sein. Bei der Aussaat von Gründüngung (z.B. Lupinen, Phacelia) werden nämlich nicht nur Nährstoffe angereichert! Die Pflanzen lockern mit ihren starken Wurzeln den verdichteten Boden auf, so können sie dir zumindest einen Teil der mühsamen Arbeit ersparen.
  • In der Literatur und im Internet liest man oft von der sogenannten "Frostgare". Hierfür gräbt man im Herbst möglichst tief um, damit der Frost in den Boden eindringen und ihn sozusagen “sprengen” kann. Diese Methode ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die Frostgare sollte nur im äußersten Notfall angewandt werden, da sie einen erheblichen Eingriff in das komplexe Bodenleben darstellt. Sie tötet zwangsläufig Mikroorganismen, die normalerweise im Boden vor der Kälte geschützt wären. Diese Mikroorganismen sind wiederum extrem wichtig für deine Bodenfruchtbarkeit und somit für Gärtnerinnen und Gärtner unentbehrlich!
Lupinen
Lupinen können aufgrund ihrer kräftigen Wurzeln zur Bodenlockerung eingesetzt werden. Wenn sie geschnitten werden bleiben die Wurzeln im Boden und zersetzen sich, es entstehen Hohlräume.

Eigenschaften leichter Böden

Leichte Böden sind, wie der Name schon sagt, so gut wie ganzjährig leicht zu bearbeiten. Sie trocknen schnell ab, Beikräuter lassen sich gut entfernen und auch das Umgraben bereitet kaum Mühe. Das mag anfangs verlockend klingen, doch auch dieser Bodentyp bringt Nachteile mit sich. Sandböden haben nämlich eine eher schlechte Speicherfähigkeit. Wasser kann durch die groben Poren leicht versickern, was im Sommer schnell zur Austrocknung führen kann. Außerdem kann ein humusarmer Boden mineralische Nährstoffe nur schlecht halten, sie werden leicht ins Grundwasser ausgewaschen.
Die großen Poren haben jedoch den Vorteil, dass die Wurzeln immer ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und keine Staunässe entstehen kann. Durch die vielen luftgefüllten Hohlräume erwärmen leichte Böden sich schneller als schwere, diese Eigenschaft ermöglicht schon frühe Aussaaten.

eine Reihe Radieschen
Radieschen gedeihen gut auf leichten Böden, da sie sich in dem lockeren Milieu leichter entfalten können.

Leichte Böden verbessern

Um einen Sandboden fruchtbarer zu machen, solltest du vor allem seine Speicherfähigkeit verbessern.

  • Organisches Material ist dafür hervorragend geeignet, es wird im Frühjahr in den Boden eingearbeitet. Hier kann ebenfalls mit reifem Kompost oder verrottetem Mist gearbeitet werden.
  • Auch eine Gründüngung (z.B. Buchweizen, Senf, Phazelia) kann sehr hilfreich sein. Die Pflanzen können dann nach einiger Zeit geschnitten und als Mulchmaterial verwenden werden. Sie dienen der Stickstoff- und Humusanreicherung im Boden. Der Humus verbessert die Wasser- und Nährstoffspeicherung deutlich und vermindert die Auswaschung ins Grundwasser.
  • Das Untermischen von Lehm oder Gesteinsmehl aus gemahlenem Ton wirkt sich ebenfalls positiv auf die Speicherfähigkeit von leichten Böden aus.
  • Eine dauerhafte Mulchschicht verringert außerdem die Verdunstung und schützt den Boden vor Temperaturschwankungen. Das verrottende organische Material fördert das Bodenleben und lockt wiederum gewünschte Regenwürmer an.
  • Um die Auswaschungsgefahr während der Vegetationsperiode zu verringern, ist es ratsam Nährstoffe in Form von schwer löslichem Dünger zuzuführen. Ziel bei der Düngung ist es, nicht nur die Gemüsepflanzen zu ernähren, sondern auch das Bodenleben. Die unzähligen Mikroorganismen im Boden können nämlich überschüssige Nährstoffe, die die Pflanze gerade nicht benötigt, festhalten. Doch was sind denn nun schwer lösliche Dünger? Schwer lösliche Dünger bestehen meist aus organischem Material und müssen erst zersetzt werden, bevor die Pflanze die Nährstoffe aufnehmen kann. Genau das ist der springende Punkt dabei! Verwendet man z.B. reifen Humus als organischen Dünger, dann zerlegen die Kleinstlebewesen seine Bestandteile und machen die enthaltenen Nährstoffe für deine Gemüsepflanze verfügbar. Die Mikroorganismen kommen hierbei nicht zu kurz, denn auch sie können sich von dem organischen Material ernähren. Chemische Düngesalze hingegen sind auf Dauer schlecht für Pflanze und Bodenleben. Düngesalze sind sehr leicht in Wasser löslich und werden deshalb direkt von der Pflanze aufgenommen, auch wenn sie die Nährstoffe vielleicht nicht in diesem Ausmaß benötigt. Es kann schnell zu Überdüngung kommen und die Gemüsepflanzen werden anfälliger für Krankheiten. Außerdem verhungert bei dieser Düngemethode das Bodenleben, da es selbst keine Nahrung bekommt. Überschüssiger Dünger wird dann ins Grundwasser ausgewaschen. Weitere Beispiele guter, organischer Dünger sind: Hornmehl, Hornspäne, Knochenmehl, Holzasche und Mist von Geflügel, Pferden, Rindern oder anderen Tieren.
  • Bei der Verwendung von Pflanzenjauche sollte lieber weniger und dafür häufiger gedüngt werden, da sonst ein Großteil versickert. Bei der Herstellung von Jauche kannst du außerdem darauf verzichten, die pflanzlichen Überreste durch ein Sieb zu entfernen. Das halb-zersetzte Pflanzenmaterial eignet sich hervorragend als Mulch und kann von den Bodenlebewesen verwertet werden. Eine Anleitung zur Herstellung von Brennesseljauche findest du hier.
  • Sandböden sind natürlicherweise leicht sauer, der pH-Wert sollte jedoch nie unter 5,5 sinken. Falls du bei einem Test doch einen zu niedrigen pH-Wert feststellst, kannst du mit einer Kalkgabe (z.B. Dolomit) den Boden-pH wieder anheben. Ein zu saurer Boden kann sich sonst negativ auf deine Kulturpflanzen auswirken (z.B. Blütenendfäule bei Tomaten).
Kompost mit Gemüseabfällen
Das beste Material zur Bodenverbesserung ist der eigene Kompost! Er enthält viele wertvolle Nährstoffe und kann deinem Boden helfen diese auch besser zu speichern.

Um dir einen kompakten Überblick zu verschaffen, habe ich in diesem Artikel all die gängigen Methoden zur Bodenverbesserung zusammengetragen. Es gibt viele Möglichkeiten deinen Boden fruchtbarer zu machen, was nicht bedeutet, dass du sie alle anwenden musst. Du kannst dir einfach die Maßnahmen aussuchen, die für dich am einfachsten umzusetzen sind. Du wirst bald merken, welche dir zum Erfolg verhelfen und welche nicht. Am wichtigsten ist es jedoch deinen einzigartigen Boden und das Leben in ihm verstehen zu lernen!

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