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Gartenarbeiten im August

06.08.2020 . Lesezeit: 9 Minuten

Hinter diesem Artikel

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Isabell

Isabell (23) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Die Hochsaison des Erntens hat begonnen und mit ihr auch lang andauernde Hitzeperioden. Nun geht es vor allem ums Verarbeiten, Konservieren und Gießen. Doch auch die letzten Aussaaten für Herbst und Winter sollten im August erfolgen. Was es in diesem Hochsommermonat alles im Garten zu erledigen gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

Ernte im August

Gurken, Zucchini, Paprika, Bohnen, Rote Bete, Mangold, Sommersalate, Möhren, Tomaten, frühe Kohlsorten und Kräuter

Pflegearbeiten im August

  • Starkzehrer Düngen und vertrockenete, kranke Blätter entfernen
  • abgeerntete Beerenbüsche zurückschneiden, ausgeizen und ausdünnen
  • ausreichend wässern und mulchen, um Austrocknen des Bodens zu verhindern

Säen im August

  • bis Mitte August: Chinakohl, Pak Choi, Pflücksalat, Radieschen und Frühlingszwiebeln
  • zweite Augusthälfte: Spinat, Feldsalat, Winter-Wirsing

Ernte im August

Im August ist die perfekte Zeit, das Gemüse direkt und frisch zu verarbeiten und zu verzehren. In die täglichen Gerichte, kann stets das Gemüse aus dem Garten mit einfließen. Geerntet werden können jetzt vor allem Gurken, Zucchini, Paprika, Bohnen, Rote Bete, Mangold, Sommersalate, Möhren, Tomaten und frühe Kohlsorten. Auch verschiedenste Kräuter kannst du trocknen, um im Winter mit ihnen deine Gerichte zu würzen oder sie als Tee zu verwenden.

  • Kürbisgewächse wie Gurken und Zucchini liefern gerade Unmengen an erntereifen Früchten. Je nach Sorte und Pflanzenmenge kann es da schonmal zu Überschüssen kommen. Doch vor allem Zucchinis lassen sich in verschiedensten Variationen verarbeiten: Ob in Kuchen, Brot, als Salat, Bratling oder in Gemüsepfannen, ihr Einsatzbereich ist vielfältig. Wenn es dir trotzdem mal zu viel wird, kannst du Zucchini auch gut einfrieren. Schneide sie dafür bereits vor und packe sie in Gefrierbeutel. So hast du im Winter schon einsatzbereite Zucchini-Stücke. Gurken lassen sich jedoch besser in Gläsern einmachen. Mit Dill, Essig und Honig lassen sich verschiedenste Variationen kreieren.
  • Auch Paprika und Chili sind jetzt bereit für die Ernte. Vor allem Chilis lassen sich gut an einem warmen, vor der Sonne geschützten Ort trocknen. Ob du die einzelnen Chilis auf eine Schnur fädelst und aufhängst oder in einer warmen Ecke auf einem Tuch trocknen lässt, ist dir überlassen. Außerdem kannst du würziges Chili-Öl herstellen. Paprikas lassen sich auch gut in Öl oder Essig einlegen.
Chilis lassen sich gut trocknen oder zu würzigem Chili-Öl verarbeiten.
  • Buschbohnen können entweder frisch gekocht, eingefroren, eingekocht oder in Salz eingelegt werden. Wenn du Stangenbohnen haltbar machen möchtest, trockne die einzelnen Bohnen am besten. Dadurch erhältst du zudem Saatgut für die nächste Saison.
  • Rote Bete erntest du am besten, indem du mit einem Messer die Knolle von den Wurzeln abschneidest. Die Wurzeln kannst du im Boden lassen und mit Mulch bedecken. So wird das Bodenleben angeregt, wobei die Wurzeln zersetzt werden. Bei guten Bedingungen, ist der Ernterest bis zur nächsten Saison zersetzt. So werden dem Boden weniger Nährstoffe entzogen. Dort wo einmal die Wurzel gewesen ist, können sich kleine Luft- und Wasserkanäle bilden, was die Versorgung des Bodens verbessert.
  • Beim Mangold erntest du am besten nicht die ganze Pflanze, sondern schneidest nur einzelne Blätter von außen nach innen ab - je nach Bedarf. Du kannst bis zu den ersten Frösten immer wieder Mangold ernten. Dann solltest du alle Blätter entfernen und die Wurzelstöcke mit einem Vlies, Stroh oder Tannenzweigen bedecken. Im nächsten Jahr treibt der Mangold erneut aus und kann bis zur Blüte im Sommer noch weiter beerntet werden.
  • Spät gesäte Möhren können im August geerntet werden. Ziehe nur einzelne Exemplare des Wurzelgemüses aus der Erde, je nach Bedarf. Die übrigen Pflanzen wachsen noch weiter. So kannst du kontinuierlich Möhren ernten. Tipp: Verwende auch das würzige Möhrengrün für Pestos, Salate oder Gemüsepfannen.
  • Tomaten gibt es jetzt im Überfluss. Eingefroren oder in Soßen verkocht, lassen sich die roten Früchte haltbar machen.
Der August ist ein Tomaten-Monat.
  • Frühe Sorten von Weiß-, Rot- und Blumenkohl, Wirsing und Brokkoli lassen sich schon ab August ernten. Blumenkohl und Brokkoli sind gut zum einfrieren geeignet. Weiß- und Rotkohl machst du am besten ein. Achte darauf, dem Boden nach deiner Kohlernte eine drei- bis vierjährige Pause von anderen Kreuzblütlern zu geben. Sonst wird der Boden "müde" und Krankheiten können auftreten.
  • Die meisten Kräuter haben jetzt ihr vollstes Aroma entwickelt. Es ist also der perfekte Zeitpunkt, diese zu ernten und den Geschmack durch Trocknung zu konservieren. Dafür eignen sich gut: Salbei, Thymian, Oregano, Liebstöckel, Majoran, Zitronenmelisse, Zitronenverbene, Ysop, Pfefferminze oder Basilikum. Außerdem kannst du würzige Kräuteröle herstellen, indem du die Kräuter deiner Wahl in gutem (Oliven-)Öl für einige Wochen einlegst.

Pflegearbeiten im August

Düngen und Pflegen

Viele Starkzehrer, die viel Blattmasse oder Früchte entwickeln, benötigen jetzt noch einmal einen Nachschub an Nährstoffen. Dafür eigenen sich bestens Beinwell- oder Brennesseljauche. Diese selbsthergestellten Flüssigdünger liefern schnellen Nachschub an wichtigem Stickstoff und Kalium. Entferne zudem alle alten, vertrockneten oder kranken Blätter deiner Pflanzen. So beugst du der Ausbreitung von Krankheiten vor.

Starkzehrer wie Kohl, solltest du im August mit Brennessel- oder Beinwelljauche düngen.

Sommerschnitt

Bei den abgeernteten Beerenbüschen (Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren) , kannst du schonmal beginnen einzelne Triebe auszulichten oder hochzubinden. Auch die Geiztriebe sollten entfernt werden. Falls deine Obstbäume stark behangen sind, kannst du einzelne Äste mit Holzstöcken abstützen, damit sie nicht brechen.

Gießen

Bei anhaltender Hitze und wenig Regen kommen wir Gärtner fast gar nicht mehr mit dem Gießen hinterher. Um Verdunstung aus dem Boden zu reduzieren, lohnt es sich daher eine Mulchschicht aus Schnittresten, Gras oder Stroh auf den Boden aufzutragen. Das regt zusätzlich das Bodenleben an, wodurch das Wasser zusätzlich besser im Boden gehalten wird. Nährstoffe aus dem organischen Material des Mulchs sind außerdem ein positiver Nebeneffekt für deine Kulturpflanzen.

Vergiss nicht deine Pflanzen bei andauernder Trockenheit ausreichend zu gießen.

Säen im August

Ab August kannst du beginnen, die letzten Aussaaten von Chinakohl, Pak Choi, Pflücksalat, Radieschen und Frühlingszwiebeln einzuplanen. Bis Mitte des Monats sollten diese Kulturen gesät sein. In der zweiten Hälfte ist es dann Zeit Feldsalat und späte Spinatsorten zu säen. Wenn du einen geschützten, milden Ort in deinem Garten hast (oder auf der Terrasse), kannst du dann auch beginnen Winter-Wirsing zu säen. Dieser schafft es, den Winter zu überdauern und kann im neuen Jahr schon früh geerntet werden.

  • Chinakohl und Pak Choi sollten bis Mitte August gesät sein. Achte darauf späte Sorten mit guter Lagerfähigkeit zu verwenden. Die Samen gibst du ca. 3 cm tief ins Pflanzloch in einem Abstand von 30 bis 40 cm innerhalb sowie zwischen den Reihen. Wenn du zusätzlich noch etwas Kompost dazu gibst, wachsen die Kohlarten durch die zusätzlichen Nährstoffe schneller. Ende September kannst du dann schon den Pak Choi ernten. Ende Oktober bis Anfang November dann den Chinakohl. Falls es bis dahin nachts unter - 4 Grad abkühlen sollte, decke deine Pflanzen mit Reißig oder Gartenvlies ab.
  • Auch die letzte Aussaat von Pflücksalat kann nun erfolgen. Dafür kannst du direkt ins Beet deine Samen breitflächig aussäen. Pflücksalat gehört zu den Lichtkeimern, weshalb die Samen nur auf dem Boden aufliegen sollten. Sobald die Pflänzchen keimen, kannst du mit dem vereinzeln beginnen. Achte dabei auf einen Abstand von 5-10 cm zwischen den Pflanzen. Ernte den Salat dann von außen nach innen, um den Erntezeitraum möglichst stark auszuweiten.
Pflücksalat lässt sich auf prima auf der Fensterbank säen.
  • Wenn du im August Radieschen säst, achte auf eine möglichst gute Wasserversorgung. Bei zu trockenen Bedingungen werden die kleinen Rettiche sonst sehr scharf und holzig.
  • Obwohl schon lange kein Frühling mehr ist, kannst du ein letztes Mal Frühlingszwiebeln säen. Für eine Direktsaat breitwürfig aussäen und dafür sorgen, dass die Samen ca. 1 cm tief liegen. Vereinzele später auf einen Reihenabstand von 20 cm.
  • Den Feldsalat in Doppelreihen mit einem Doppelreihenabstand von 5-8 cm säen. Lasse zwischen den Reihen ca. 15 cm Platz. Auch dieser Salat ist ein Lichtkeimer und sollte daher keinesfalls tiefer als 1 cm gesät werden. Die Erde kann dann mit einem Holzbrett angedrückt werden. Sorge stets für ausreichende Bewässerung innerhalb der nächsten drei Wochen, um optimale Keimungsbedingungen zu gewährleisten. Wenn du unter trockenen Bedingungen säst, kann es nämlich zu Auflaufschwierigkeiten kommen. Ende September bis Anfang Oktober kannst du dann deinen Feldsalat ernten.
  • Als Wirsing für den Winter eignet sich die Sorte "Bonner Advent" besonders gut. Diese robuste Sorte kann ab April des nächsten Jahres geerntet werden. Du kannst den Kohl direkt ins Feld säen und nach dem Auflaufen auf einen Pflanzabstand 40-50 cm vereinzeln.
Im August kannst du Winter-Wirsing säen, um die darauffolgende Gartensaison schon früh mit der Ernte beginnen zu können. Photo by henry perks on Unsplash

Wir hoffen, du hast jetzt einen kleinen Überblick über den Gartenmonat August erhalten. Natürlich solltest du im Eifer des Gefechts nicht vergessen, den heißen Sommer zu genießen. Nimm dir Zeit die lauen Sommerabende in deinem Garten oder auf deinem Balkon zu genießen und erfreue dich an deinem selbst geschaffenen Garten-Paradies. Falls du noch Fragen oder Anmerkungen hast, schreib uns einfach unter magazin@alphabeet.org.

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