Fruchtfolge und Fruchtwechsel: Was ist der Unterschied?

Von Jonas

22.11.2019 . Lesezeit: 4 Minuten


Wenn du dich mit dem Anbau von Gemüse im eigenen Garten beschäftigst, dann hast du bestimmt schon gehört, dass es wichtig ist eine Fruchtfolge einzuhalten. Doch was ist das überhaupt? Wozu ist eine Fruchtfolge gut? Und was ist der Unterschied zwischen einer Fruchtfolge und einem Fruchtwechsel? Alles über die Vorteile eines der wichtigsten Werkzeuge der ökologischen Landwirtschaft.

Begriffsdefinition

Fruchtfolge meint den Anbau verschiedener Kulturen auf der gleichen Fläche, innerhalb einer Saison. Wenn du zum Beispiel in einem Beet erst Frühkartoffeln anbaust und im gleichen Beet nach der Ernte der Kartoffeln noch Spinat aussähst, ist das eine Fruchtfolge.

Von einem Fruchtwechsel spricht man dagegen, wenn es um den Wechsel von Kulturen über die Jahre hinweg geht. Wenn du also in dem Beet, in dem du dieses Jahr Kartoffeln und Spinat angebaut hast im nächsten Jahr Erbsen anbaust, fällt das unter den Begriff Fruchtwechsel. Diese Unterscheidung ist wichtig, da Fruchtfolge und Fruchtwechsel unterschiedliche Funktionen erfüllen. Beides trägt zu höheren Erträgen und einem gesünderen Ökosystem im Garten bei, aber aus verschiedenen Gründen.

Alles über die Fruchtfolge

Eine gut geplante Fruchtfolge ermöglicht dir vor allem die optimale Nutzung der Vegetationsperiode. In Mitteleuropa reicht die Vegetationsperiode ungefähr von April bis November - in dieser Zeit gilt es so viele Kulturen wie möglich unterzubringen. Bei der Planung deiner Gartensaison solltest du daher darauf achten, dass du die optimalen Anbauzeiten für die einzelnen Kulturen beachtest und die Bepflanzung deiner Beete dem entsprechend planst.

Natürlich spielen dabei auch ökologische Aspekte eine Rolle. Denn verschiedene Kulturen beeinflussen sich gegenseitig und den Boden. Manche Kulturen helfen sich gegenseitig, andere solltest du lieber nicht nacheinander anbauen (Mehr Infos dazu in unserer Bibliothek oder in der alphabeet App). Außerdem ist es üblich nach einem Starkzehrer wie z.B. Kartoffeln, einen Schwachzehrer wie Salat anzubauen, um den Boden nicht zu überlasten. Daher trägt eine vorsichtige Planung der aufeinanderfolgenden Kulturen nicht nur zu einem höheren Ertrag bei, sondern auch zum Schutz des Bodens und der Erhöhung der Biodiversität im Garten. Denn je mehr verschiedene Kulturen du innerhalb einer Saison anbaust, desto schwerer haben es Krankheiten und Schädlinge sich zu verbreiten, desto gleichmäßiger entziehen die Pflanzen dem Boden Nährstoffe und desto mehr Nützlingen bietest du in deinem Garten Lebensraum.

Alles über den Fruchtwechsel

Krankheiten verhindern

Beim Fruchtwechsel geht es vor allem um langfristige Pflanzenhygiene und Bodenpflege. In dem du in aufeinanderfolgenden Jahren verschiedene Kulturen anbaust sorgst du dafür, dass sich Pilze, Bakterien und Viren (ja auch Pflanzen können sich "erkälten" 😉), die deine Pflanzen nur zu gerne befallen würden, sich nicht so leicht verbreiten können. Solche Erreger sind manchmal sehr spezifisch für einzelne Kulturen, meistens aber für ganze Pflanzenfamilien. Baust du jedes Jahr Kulturen aus der gleichen Familie an der gleichen Stelle an, bleiben auch die Erreger dort und vermehren sich munter. Das Gleiche gilt für Nematoden (winzige wurmartige Parasiten) und Insektenschädlinge. Das führt langfristig dazu, dass du nach ein paar Jahren nur mehr eine sehr kümmerliche Ernte einfahren kannst.

Nährstoffhaushalt des Bodens

Für die Bodenpflege ist der Fruchtwechsel von besonderer Bedeutung. Jede Kultur hat ein spezifisches Nährstoffprofil, das sie dem Boden entnimmt. Dabei sind sich, wie bei den Schädlingen auch, Pflanzen der gleichen Familie oft ähnlich. Baust du nun jedes Jahr die gleichen, eng verwandten Pflanzen auf der gleichen Fläche an, wird der Boden einseitig ausgelaugt. Das bedeutet die Pflanzen haben irgendwann von einem Nährstoff zu wenig. Das ist ein Problem, weil das Pflanzenwachstum auch schon durch das fehlen eines Nährstoffes limitiert ist. Wenn zum Beispiel Kalium fehlt, kannst du noch so viel Stickstoff und Phosphat im Boden haben, deine Pflanzen werden dadurch nicht besser wachsen.

Gezieltes Düngen

Bei der Einhaltung eines gut geplanten Fruchtwechsels reicht es in der Regel alle drei Jahre mit einer Ladung Kompost zu düngen. So kannst du dir einiges an Dünger und Arbeit sparen. Dabei baust du auf einem frisch gedüngten Beet im ersten Jahr einen Starkzehrer, im zweiten Jahr einen Mittelzehrer und im dritten Jahr einen Schwachzehrer an. So sind die Kulturen nach Nährstoffanspruch gestaffelt und keine Pflanze kommt zu kurz.

Im Grunde genommen ist es also ganz einfach. Die Fruchtfolge ist vor allem ein Werkzeug für die optimale Nutzung einer Vegetationsperiode. Der Fruchtwechsel ist ein Werkzeug um die langfristige Fruchtbarkeit deiner Beete zu sichern.
In der nächsten Folgen dieser Serie stellen wir konkrete Beispiele für Fruchtfolgen und Fruchtwechsel vor und erklären, wie du beides perfekt planst.

Out now: Wie plane ich einen viergliedrigen Fruchtwechsel?

alphabeet - Kein grüner Daumen nötig!

Verpasse keine Updates!

Mit dem alphabeet Newsletter bekommst du alle wichtigen Updates und Magazin-Artikel direkt in dein Postfach.