Hinter diesem Artikel

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Marie

Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.

Der Sommer neigt sich dem Ende und der Herbst steht vor der Türe. Nach und nach werden die meisten Kulturen erntereif und in den Beeten gibt es Platz für Neues. Der Feldsalat ist eine perfekte Herbst- und Winterkultur, die wieder Leben in deine Beete bringt. Wie du Feldsalat aussäst, pflegst und erntest, erfährst du in diesem Artikel.

Auf einen Blick:

Feldsalat aussäen

  • Direktsaat ab Ende Juli bis Mitte September oder im März/April
  • Eine Aussaat ist bei Temperaturen ab 5 °C möglich
  • Saattiefe: 0,5 - 1 cm, Dunkelkeimer!
  • Pflanzabstand: 5 - 10 x 10 - 15 cm

Feldsalat pflegen

  • regelmäßig Unkraut jäten
  • bis zur Keimung gut feucht halten
  • keine Düngung notwendig

Feldsalat ernten

  • nach 8 bis 10 Wochen erntereif
  • mit einem glatten Schnitt kurz über dem Boden kappen
  • du kannst mehrmals von einer Pflanze ernten

Allgemeines über den Feldsalat

Feldsalat (Valerianella) ist hierzulande sehr bekannt und unter vielen Namen geläufig: du kennst ihn vielleicht als Rapunzel-, Nüssli-, Vogerl- oder Ackersalat. Die einjährige Pflanze ist eine Gattung der Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae). Im Herbst aber auch teilweise noch im Frühjahr kannst du Feldsalat säen, denn die Pflanze ist winterhart und bildet bei Temperaturen über 8 °C kleine, zarte Rosetten aus. Ackersalat ist die perfekte Kultur für Selbstversorger, um auch im Winter eine Ernte einzufahren. Wer keinen Feldsalat mag, kann ihn aber auch gut als Gründüngung säen, damit der Boden über den Winter bedeckt ist.

Unser Tipp: Deine Beete sollten das ganze Jahr über bepflanzt sein. Ansonsten leidet das Bodenleben sowie die Bodenstruktur, denn die Oberfläche ist Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert. Unter diesen Bedingungen kann es leicht zu Bodenerosion kommen. Außerdem leben die Mikroorganismen im Boden von den Wurzelausscheidungen der Pflanze und beziehen ihre Energie aus den Zuckern, die die Pflanzen ihnen zur Verfügung stellen. Im Gegenzug bekommt die Pflanze Mineralien und Wasser. Um deinen Boden zu pflegen und das Bodenleben zu fördern, solltest du deine Beete auch außerhalb der Hauptsaison in die Planung mit einbeziehen!

Der richtige Standort für Feldsalat

Diese Pflanze ist eine besonders unkomplizierte Kultur und hat keine besonderen Ansprüche an den Boden. Du kannst ihn ohne Probleme im Garten, aber auch auf dem Balkon im Topf kultivieren. Feldsalat gedeiht auf nahezu jeder Bodenart, solange er sonnig steht. Allerdings ist er aufgrund seiner Größe wenig konkurrenzstark, weshalb das Beet von anderen Beikräutern befreit werden sollte. Ansonsten ist der schwachzehrende Feldsalat sehr genügsam und braucht nicht viele Nährstoffe. In Kombination mit einem späten Aussaattermin eignet sich Feldsalat daher besonders gut als Nachkultur für starkzehrendes Gemüse.

Feldsalat ist eine typische Herbst- und Winterkultur, die im Sommer anfängt zu blühen. Bild von pe_ma (CC by NC-SA 2.0)

Feldsalat in einer Mischkultur

Feldsalat ist eine super Kultur, um deine Beete über die Wintermonate bedeckt und gepflegt zu halten. Außerdem entwickeln Feldsalatpflanzen entgegen ihrer Rosettengröße eine beeindruckende Wurzelmasse, die bis zu 1 m tief in die Erde reicht. Nicht nur durch das Auflockern durch die tiefen Wurzeln, sondern später auch durch deren Überreste, wird die Bodenstruktur verbessert. Deshalb ist Feldsalat auch eine gute Gründüngung für deine Beete und es lohnt sich auch ihn anzupflanzen, wenn du kein Feldsalatliebhaber bist. Ein weiterer Vorteil ist, dass Feldsalat zu den Baldriangewächsen gehört und somit Abwechslung in deine Fruchtfolge bringt und Bodenmüdigkeit vorbeugt. Viele andere Kulturpflanzen gehören anderen Pflanzenfamilien an. Deren Krankheitserreger und Schädlinge haben wenig Interesse am Feldsalat und räumen das Feld. Außerdem lässt sich Feldsalat gut in eine Mischkultur integrieren.

  • Gute Nachbarn: Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Tomate, Erdbeere, Fenchel, Frühlingszwiebel, Grünkohl, Himbeere, Knollenfenchel, Kohlrabi, Kopfkohl, Lauch, Oregano, Pak Choi, Palmkohl, Physalis, Postelein, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Ringelblume, Rosenkohl, Stangenbohne, Wirsing, Zwiebel
  • Schlechte Nachbarn: Salbei

Fruchtfolge & Fruchtwechsel

Feldsalat sollte nicht nach Kopfsalat gepflanzt werden. Bild von HolgersFotografie auf Pixabay.

Feldsalat anbauen: Jungpflanzen oder Direktsaat?

Feldsalat kann ohne Probleme direkt ins Beet gesät werden. Bei einer Direktsaat ist es nur wichtig, dass dein Beet weitestgehend frei von anderen Gewächsen ist. Wer also die Anzucht überspringen möchte, kann das ruhigen Gewissens tun. Natürlich ist eine Anzucht im Haus oder einem Gewächshaus trotzdem möglich. Das hat den Vorteil, dass du schon früher mit dem Anbau und somit auch mit der Ernte beginnen kannst. Auch wenn deine Beete noch ,,besetzt" sind mit anderem Gemüse, kannst du so schon Jungpflanzen großziehen, bis die Beete wieder frei sind. Bei einer Vorzucht bekommen die Jungpflanzen außerdem einen Wachstumsvorsprung, der sie konkurrenzfähiger macht. Mehr zum Thema ,,Vorziehen oder direkt ins Beet säen?" findest du in diesem Artikel.

Feldsalat aussäen: Der richtige Zeitpunkt

Direktsaat

Feldsalat keimt bereits ab 5°C. Zu hohe Temperaturen mag er gar nicht und so bleibt ab 25 °C die Keimung aus. Je nach Sorte werden die Samen ab Ende Juli bis Mitte September ausgesät. Für eine späte Aussaaat solltest du auf frostunempfindliches Saatgut zurückgreifen. Diese Sorten können teilweise überwintern und erst im Folgejahr geerntet werden. Kombiniere unterschiedliche Saattermine mit unterschiedlichen Sorten, dann kannst du das Erntefenster vergrößern und länger frischen Feldsalat ernten. Bei Aussaaten im September keimen die Samen zügiger, allerdings kann es hier bei sinkenden Temperaturen unter 8°C zu einem Wachstumsstopp kommen. Außerdem kann Feldsalat auch im März/April gesät werden, sobald eine dauerhaft Bodentemperatur von über 5°C erreicht sind.

Nun geht es ans Aussäen. Bereite dein Beet vor und entferne alle Beikräuter. Anschließend ziehst du etwa 0,5 bis 1 cm tiefe Rillen in den Boden und legst je nach Sorte alle 5 bis 10 cm einen Samen. Zwischen den Reihen solltest du 10 bis 15 cm Platz lassen. Feldsalat ist ein Dunkelkeimer, bedecke die Samen daher wieder sorgfältig mit Erde und drücke sie gut an. Nun müssen die Samen für drei Wochen gut feucht gehalten werden. Hier hilft eine Abdeckung oder eine Mulch-Sicht, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Verdunstung vorzubeugen. Wenn alles geklappt hat, zeigen sich nach drei Wochen kleine Keimlinge.

Feldsalat ist ein Dunkelkeimer und muss mindestens 20 mm unter Erde liegen. Bild von David_Will auf Pixabay.

Auf Flächen, auf denen wenige Beikräuter wachsen und nicht viel gejätet werden muss, kannst du das Saatgut auch einfach breit über dem Boden verteilen und mit Erde bedecken. In diesem Fall solltest du nach dem Auflaufen der kleinen Pflänzchen ausdünnen, damit sie genug Platz zum Wachsen haben. Ansonsten bleiben die Rosetten klein und kümmerlich.

Anzucht

Bei einer Vorzucht werden die Samen wie oben beschrieben in Anzuchttöpfchen ausgesät (etwa drei bis fünf Samen pro Topf) und gut feucht gehalten. Nach etwa vier bis fünf Wochen kannst du die Pflanzen dann mit einem Abstand von 5 bis 10 cm zueinander Auspflanzen.

Feldsalat auf dem Balkon säen

Da die Feldsalatpflanzen recht klein sind eignen sie sich sehr gut für den Anbau in einem Balkonkasten.

Feldsalat pflegen

  • Jäte regelmäßig das Unkraut in deinem Feldsalatbeet, damit die Pflanzen in keinen Konkurrenzkampf um Licht, Wasser oder Nährstoffe geraten.
  • Halte frisch ausgesäten Feldsalat mindestens drei Wochen gut feucht, denn Trockenheit hemmt die Keimfreudigkeit der kleinen Samen und regt die Pflanzen zum Schossen an
  • Bei einem Anbau über die Wintermonate solltest du das Beet mit einem Vlies abdecken, so kannst du auch bei Schnee und Frost zarte, milde Rosetten ernten. An milden Tagen empfiehlt es sich, die Bedeckung abzunehmen und frische Luft an die Pflanzen zu lassen. Ansonsten riskierst du Pilzbefall.
  • Düngen musst du Feldsalat nicht. Er gibt sich damit zufrieden, was seine Vorgänger ihm übrig gelassen haben. Achtung: Verwende keine mineralischen Düngemittel, denn diese erhöhen den Nitratgehalt der Blätter. Das kann gesundheitsschädlich sein.
Regelmäßiges Unkrautjäten ist wichtig, denn Feldsalat ist wenig konkurrenzstark. Bild von summa auf Pixabay.

Krankheiten & Schädlinge

Wie bereits erwähnt ist der Feldsalat keine anspruchsvolle Kultur. Aufgrund der Jahreszeit spielen hungrige Gäste kaum eine Rolle. Außerdem gibt es nur wenige Krankheiten, die den Feldsalat heimsuchen könnten. Dazu zählt der falsche Mehltau. Mittlerweile gibt es allerdings einige Sorten, die tolerant gegenüber Mehltau sind, beispielsweise Elan und Vit. Saatgut für diese Sorten findest du in Bio-Qualität in unserem alphabeet-Shop. Außerdem kannst du vorbeugend für eine gleichmäßige Bewässerung ohne Staunässe sorgen sowie ausreichend Pflanz- und Reihenabstand für eine gute Durchlüftung einräumen.

Ernte

Feldsalat hat eine recht kurze Kulturdauer und ist bereits nach 8 bis 10 Wochen bereit zum Ernten. Die kleinen Pflanzen sind fragil und der Ernte bedarf es an etwas Fingerspitzengefühl. Außerdem benötigst du ein scharfes Messer, um die Pflanzen kurz über der Bodenoberfläche mit einem glatten Schnitt zu kappen. Der Schnitt sollte nicht zu weit oben sitzen, denn dann fallen die Rosetten auseinander. Er sollte aber auch nicht zu tief sein, denn dann treibt die Pflanze nicht nochmal aus. Ansonsten kannst du ohne weiteres mehrmals von der gleichen Pflanze ernten. Feldsalat welkt sehr schnell und sollte daher frisch verzehrt werden. Bis spätestens April solltest du alle Pflanzen aus dem Vorjahr abgeerntet haben, außer du willst, dass er sich selbst aussät.

Feldsalat ist super gesund. Er enthält Vitamin E & B, Eisen, Magnesium, Kalzium, Zink und Kalium. Bild von Hans auf Pixabay.

Kleiner Exkurs zu Nitrat in Gemüse

Viele Blattgemüse wie Feldsalat aber auch Rucola, Kopfsalat oder Spinat sowie einige Wurzelgemüse (Rote Beete, Radieschen oder Kohlrabi) lagern Nitrat in ihren Blättern ein. Dieses Nitrat wird unter Sonneneinstrahlung und mit hohen Temperaturen stärker abgebaut, daher ist eine Ernte am Abend nach Sonnenuntergang besser. Mit den Jahreszeiten schwankt auch der Nitratgehalt. Besonders in lichtarmen Monaten von November bis Februar reichert sich Nitrat in den Blättern an. Nitrat an sich ist für uns unbedenklich, jedoch kann es durch Bakterien im Darm oder durch das Erhitzen zu Nitrit umgewandelt werden.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Feldsalat anbauen! bei Fragen oder Anregungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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Titelbild von pflanzenlust auf Pixabay.

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