Hinter diesem Artikel

author image
Marie

Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.

Erdbeeren zählen neben Äpfeln zu den beliebtesten Obstarten hier zu Lande und werden gerne verspeist. Der Anbau im eigenen Garten oder auf dem Balkon ist kinderleicht, denn Erdbeeren sind pflegeleichte Kulturen, die bei richtiger Pflege viel Ertrag abwerfen. In diesem Artikel erhälst du einen Überblick über die Bedürfnisse der Erdbeerpflanze, sowie Tipps und Tricks zum Erdbeeren pflanzen, pflegen und ernten. So gelingt der Anbau eigener Erdbeeren garantiert.

Auf einen Blick:

Der richtige Standort

  • vollsonniger, windgeschützter Platz mit lockerem, leicht sauren Boden

Wann und wie pflanze ich Erdbeeren?

  • Jungpflanzen werden am besten zwischen Juni und August gepflanzt
  • Reihenabstand: mind. 60 cm
  • Pflanzabstand: 20 - 30 cm
  • Pflanze Erdbeeren in einer Mischkultur, um unerwünschte Gäste und Krankheiten fernzuhalten

Wie pflege ich Erdbeeren?

  • regelmäßig und viel gießen
  • Beikräuter entfernen
  • Mulch-Schicht aus Stroh aufbringen und stets erneuern
  • Ausläufer einkürzen
  • je nach Bedarf düngen

Allgemeines über die Erdbeerpflanze

Erdbeeren (Fragaria) sind, wie man vielleicht nicht direkt erwartet, Teil der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und sind somit direkte Verwandte von Obstarten wie Äpfeln, Kirschen und Quitten. Die mehrjährigen, winterfesten Pflanzen bilden charakteristisch für diese Familie fünfblättrige, weiße Blüten aus. Aus ihnen entwicklen sich je nach Sorte kleine oder große Erdbeeren, die außen ihre Samen tragen. Daher zählt sie auch zu den sogenannten Sammelnussfrüchten und ist botanisch gesehen keine Beere sondern eine Nuss.

Erdbeeren bilden zarte, fünfblättrige Blüten aus. Bild von cocoparisienne auf Pixabay.

Erdbeeren spielen schon lange eine große Rolle in der menschlichen Ernährung. Als Sammelfrucht naschten schon unsere jagenden und sammelnden Vorfahren von den süßen Früchten der Erdbeere. Im Mittelalter begann man sie dann großflächig zu kultivieren. Damals kannte man nur die Walderdbeere, die in Europa heimisch ist. Erst mit der Entdeckung Amerikas breiten sich neue Arten mit größeren Früchten in unseren Breiten aus. Es entstanden unzählige neue Züchtungen und mittlerweile haben wir über 1000 verschiedene Sorten. Hierbei gibt es sortenspezifische Vorlieben der Pflanzen für den Standort und das Klima, sowie Unterschiede in Geschmack, Aussehen und dem Wuchs. Außerdem sind alte Sorten oft nicht selbstfruchtbar. Erst durch Züchtungen entstanden selbstfruchtbare Sorten, die zur Fruchtbildung nicht auf Bestäuber angewiesen sind.

Walderdbeeren sind in Europa heimisch. Sie wachsen gerne an feuchten, halbschattigen Standorten mit leicht saurem Boden. Bild von kasjanf auf Pixabay.

Fast alle Arten der Erdbeere vermehren sich über oberirdische Ausläufer, die über den Boden kriechen und diesen bedecken. Die Mutterpflanze bildet zur Vermehrung sogenannte Kindel aus. Diese Kindel kannst du einpflanzen und großziehen, denn eine Mutterpflanze sollte nach dem zweiten oder dritten Erntejahr ersetzt werden. Um später gesunde Ableger zu haben, solltest du nur gesunde Pflanzen vermehren. Hierbei kannst du auch darauf achten, bei welcher Pflanze dir die Früchte besonders gut schmecken.

Erdbeersorten für den Garten

Mittlerweile haben wir eine breite Variation an Erdbeersorten. Diese werden nach dem Erntetermin in sehr frühe bis sehr späte Sorten eingeteilt. Außerdem unterscheidet man zwischen einmaltragenden und mehrmalstragenden Sorten. Mit dieser Vielfalt an unterschiedlichen Sorten kannst du so ein möglichst großes Erntefenster schaffen.

  • Einmaltragende Sorten sind die klassischen Gartenerdbeeren (Fragaria x ananassa). Sorten wie Clery, Lambada, Honeoye, Elvira, Daroyal, Polka und Sonata zählen hier zu den frühen bis mittelfrühen Sorten. Mittelspäte bis späte Sorten sind dagegen Elsanta, Florika, Mieze Schindler, Salsa und Florence. Diese Sorten bilden ihre Blüten lediglich einmal im Jahr im Frühjahr, während die Tage noch kurz sind. Je nach Sorte kann dann ab Mai bis Juni/Juli geerntet werden.
  • Mehrmalstragende Sorten sind dagegen auch in der Lage während den warmen Sommermonaten und unter Langtagbedingungen Blüten zu entwicklen. Ihr Erntefenster schließt sich an das der einmaltragenden Erdbeersorten an und beginnt ab Juni/Juli. Nach einer Ruhephase, in der neue Blüten angesetzt werden, kann im August/September nochmal geerntet werden. Zu den mehrmalstragenden (remontierenden) Arten gehören die Walderdbeeren (Fragaria vesca). Hier sind Sorten wie die Waldkönigin oder der Baron von Solemacher beliebt unter Gärtner:innen. Monatserdbeeren (Fragaria vesca var. semperflorens) sind ebenfalls remontierend. Hier haben sich Sorten wie Mara des Bois, Ostara und Rügen oder die Klettererdbeere Kletter Toni bewährt.
  • Es gibt einige Sorten, die sich von den andern Sorten abheben: Wer gerne alte Sorten anpflanzt, kann auf Sorten wie Königin Luise (frühe Sorte) oder Mieze Schindler (späte Sorte) zurückgreifen. Außerdem gibt es noch eine besondere Variation in der Züchtung: Erdbeerpflanzen, die weiße Früchte hervorbringen. Hier sind Sorten wie Snow White oder Natural White beliebt. Eine weitere Besonderheit unter den Sorten ist Florika (Fragaria vecana), die auch als Erdbeer-Wiese bekannt ist. Ihre Ausläufer bilden eine geschlossene Bodendecke, die sich jährlich um etwa 50 cm vergößert.

Erdbeersorten für den Balkon

Viele Erdbeersorten nehmen mit ihren Ausläufern viel Raum ein. Daher eignen sich Monatserdbeeren zum Anbau auf dem Balkon am besten. Sie bilden kaum Ausläufer und werden normalerweise über eine Direktsaat vermehrt. Diese Pflanzen können kompakt in einem Topf kultiviert werden. Monatserdbeeren stammen von den hier heimischen Walderdbeeren ab. Aus diesem Grund sind diese Kreuzungen sehr robust und können auch im Halbschatten stehen. Je nach Sorte kannst du von Juni bis November leckere Erdbeeren von deinem Balkon ernten.

Die leckeren Erdbeeren locken auch Vögel an. Falls du besonders hungrige Vögel in deiner Nachbarschaft hast, hilft ein Netz über den Pflanzen als Schutz. Bild von Buntysmum auf Pixabay.

Der richtige Standort für Erdbeerpflanzen

Die Früchte der Erdbeerpflanze gewinnen bei hoher Sonneneinstrahlung an Süße und Aroma. Daher ist für die meisten Erdbeersorten definitiv ein vollsonniger Platz das Richtige. Das gilt jedoch nicht für alle Arten und die kleinen Walderdbeeren gedeihen auch im Schatten. Der Platz sollte für alle Erdbeerpflanzen windgeschützt sein. Ein kleiner Luftzug ist allerdings immer von Vorteil, damit die Blätter nach einem Regenschauer schneller abtrocknen. Der Boden sollte locker und nicht zu schwer sein, denn auf verdichteten Böden neigen Erdbeerpflanzen zu Wurzelkrankheiten. Gegenüber Salz und Kalk reagiert die Pflanze empfindlich und mag Böden mit einem etwas sauren pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 lieber. Besonders Walderdbeeren können eher auf sauren Böden stehen, diese Vorliebe lässt sich auf ihre Herkunft zurückführen. Wilde Walderdbeeren wachsen natürlicherweise im Wald, wo der Boden durch eine Mulch-Schicht aus Laub leicht versauert. Andere Arten, wie die Gartenerdbeeren, bevorzugen einen pH-Wert zwischen 6 und 7.

Das Erdbeerbeet muss gut vorbeitet werden…

Erdbeeren reagieren empfindlich auf Beikräuter in ihrer Nähe. Diese konkurrieren mit ihnen um Nährstoffe und Wasser, sowie später um Sonnenlicht. Daher sollte der Boden gründlich gejätet und tiefgründig aufgelockert werden. Nutze hierfür am besten eine Grabgabel. Mit ihr kannst du den Boden tiefgründig lockern, ohne die Bodenschichten durcheinanderzubringen und das Bodenleben zu stören. Für einen besseren Start und ausreichend Nährstoffe kannst du den Boden zusätzlich düngen. Hierfür ist normaler Gartenkompost aufgrund hoher Salz- und Stickstoffgehalte nicht gut geeignet. Besser eignen sich Pferde- und Kuhmist oder, wer das nicht zur Hand hat, kann auf den biologischen Dünger von KleePura zurückgreifen (den gibt's übrigens auch in unserem alphabeet-Shop). Bei Erdbeeren ist besonders eine optimale Versorgung mit Kalium wichtig, wohingegen zu viel Stickstoff im Boden Krankheiten fördern kann. Falls dein Gartenboden einen zu hohen pH-Wert aufweist, kannst du ihn mit Laubkompost aufbereiten und so ein wenig versauern.

Mit einer Grabgabel kannst du den Boden schonend lockern. Bild von congerdesign auf Pixabay.

Da Erdbeeren nicht gerne in frisch gelockerten Boden eingepflanzt werden, sollte der Boden noch Zeit bekommen, um zu sacken. Beginne daher schon zwei Wochen vor dem geplanten Auspflanztermin mit den Vorbereitungen der Beete. Wer etwas mehr Zeit hat, kann auch eine Gründüngung vor den Erdbeeren etablieren. Diese lockern den Boden ebenfalls und reichern ihn später mit ihren Überresten mit Nährstoffen an. Hierfür eignet sich besonders die Tagetes. Auf Lupinen und Wicken als Gründüngung solltest du verzichten, da sie vorallem Stickstoff im Boden anreichern.

Erdbeeren pflanzen: Der richtige Zeitpunkt

Jungpflanzen auspflanzen

Achte hierbei unbedingt auf ihre Qualität. Falls du dir keine eigenen Ableger aus den Kindeln der Erdbeerpflanze gezogen hast, besorge dir Jungpflanzen in Bio-Qualität auf dem Markt oder in einer Gärtnerei. Um eine gute Ernte zu bekommen, ist der richtige Pflanzzeitpunkt sehr wichtig. Die beste Zeit ist zwischen Juni und August. Wenn du das verpasst hast, ist eine Frühjahrs-Pflanzung aber auch möglich. In diesem Fall solltest du auf Frigopflanzen zurückgreifen, da diese schon direkt im ersten Jahr der Pflanzung eine Ernte liefern. Beim Auspflanzen der kleinen Jungpflanzen solltest du ihnen bereits von Anfang an viel Platz geben. Der Abstanz zwischen den Reihen sollte 60 cm betragen bzw. soviel, dass du die Früchte bequem ernten kannst. Der Abstanz zwischen den Pflanzen sollte zwischen 20 und 30 cm sein. Setze die Jungpflanzen so in die Erde, dass das Herz leicht höher sitzt, als die Erdoberfläche.

Die optimale Pflanzzeit - das gibt es zu beachten:

  • Einmaltragende, großfrüchtige Gartenerdbeeren werden am besten im Sommer gepflanzt. Dann können sie über die warmen Monate ein starkes, tiefes Wurzelsystem entwicklen. Hier gilt: je früher, desto besser. So bekommst du starke Jungpflanzen, die garantiert viele Früchte im nächsten Jahr tragen. Je nach Größe der Jungpflanze kannst du sogar schon im ersten Jahr mit ein wenig Ertrag rechnen. Hier kannst du in den Sorten varriieren, um eine längere Ernteperiode abzudecken.
  • Mehrmalstragende Wald- und Monatserdbeeren bevorzugen eine Pflanzung im Frühjahr bis Anfang Mai oder im Spätsommer von Mitte August bis Ende September. Normalerweise können Erdbeeren nur 3 Jahre an demselben Standort stehen, diese Art ist allerdings selbstverträglich und kommt jedes Jahr wieder zurück. Daher ist es eher unüblich diese Erdbeerpflanzen in ein Beet in Reihen zu setzen. Einmal etabliert, ist die Arbeit getan und die Walderdbeeren verbreiten sich in deinem Garten.
  • Frigoerdbeeren können zwischen März und September ausgepflanzt werden. Dadurch kannst du unterschiedliche Erntezeiten staffeln und über lange Zeit eigene Erdbeeren ernten. Üblicherweise werden diese Pflanzen eher im Erwerbsbau eingesetzt, sie gewinnen aber auch unter Hobbygärtner:innen an Beliebtheit. Diese Jungpflanzen werden bei -2°C gelagert, dadurch wird die Winterstarre verlängert. Beim Transport tauen sie langsam auf und beim Einpflanzen beginnt für diese Pflanzen direkt der Frühling und sie blühen auf. Nach 8 bis 10 Wochen kannst du bereits erste Früchte ernten.
Gesunde Jungpflanzen guter Qualität sind die Grundlage einer reichen Ernte. Bild von ivabalk auf Pixabay.

Direktsaat

Nicht alle Erdbeersorten werden über Ableger vermehrt. Einige Sorten der Monats-Erdbeeren sind hier die Ausnahme und bilden keine Ausläufer. Besorge dir Saatgut in Bio-Qualität und schon kann es losgehen:

Bei einer Aussaat zwischen Januar und März, kannst du bereits im ersten Anbaujahr Früchte ernten. Die kleinen Samen sind Lichtkeimer und werden daher direkt auf die Anzuchterde gestreut, ohne sie nochmals mit Erde zu bedecken. Drücke die Samen gut an und befeuchte sie vorsichtig mit einer Sprühflasche, sodass sie nicht weggeschwämmt werden. Die Samen brauchen nun Temperaturen um die 20 °C, um zu keimen. Stelle sie hierfür an einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Je nach Sorte zeigen sich nach zwei bis sechs Wochen die ersten Keimlinge. Mit zunehmender Größe der Pflänzchen (bei etwa 4-5 Blättern) geht es dann ans Pikieren. Jede Pflanze bekommt ihren eigenen Topf mit nährstoffreicher Erde. Halte die Erde nun gleichmäßig feucht, sodass die Keimlinge zu stabilen Jungpflanzen heranwachsen können. Im Mai ist es soweit und du kannst sie auspflanzen.

Wenn alles gut gegangen ist und deine Erdbeerpflanzen gut angewachsen sind, erscheinen drei bis vier Monate nach der Aussaat die ersten Blüten. Im folgenden Jahr beginnt die Ernte schon viel früher und du kannst von Juni bis Oktober frische Erdbeeren ernten.

Erdbeer-Saatgut selbst gewinnen

Um Samen von deinen eigenen Erdbeeren zu gewinnen, zerkleinerst du eine reife Erdbeere und legst sie auf ein Küchentuch. Hier lässt du sie trocknen, bis sich die Samen aus dem Fruchtfleisch lösen lassen. Diese Samen kannst du nun für deine eigene Anzucht verwenden. Achte auch hier unbedingt auf die Qualität der Erdbeeren!

Die kleinen Samen der Erdbeeren sind außen an der Frucht. Kleine Samen sind meist Lichtkeimer, so auch die Erdbeere. Bild von pasja1000 auf Pixabay.

Erdbeeren in einer Mischkultur

In einer Mischkultur kann die Erdbeere von ihren Nachbarn profitieren. Stark riechende Pflanzen wie Knoblauch, Dill oder Zwiebeln wirken abschreckend auf unerwünschte, hungrige Gäste wie beispielsweise Schnecken oder Blattläuse. Ringelblumen dagegen schützen Erdbeeren vor Bodenlebewesen wie Nematoden und Drahtwürmern. Bei Problemen mit Pilzen und anderen Krankheiten können Schnittlauch und Schalotten helfen, diese zu unterdrücken. Je nachdem, welche Gartenbewohner dir Probleme bereiten, kannst du deine Erdbeerpflanzen mit den richtigen Pflanznachbarschaften unterstützen.

  • Gute Nachbarn: Knoblauch, Zwiebeln, Borretsch, Buschbohne, Feldsalat, Frühlingszwiebel, Kohlrabi, Kresse, Lauch, Melisse, Minze, Oregano, Physalis, Postelein, Radieschen, Rettich, Ringelblume, Rucola, Salat, Schnittlauch, Spinat
  • Schlechte Nachbarn: Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Grünkohl, Kopfkohl, Liebstöckel, Pak Choi, Palmkohl, Rosenkohl, Topinambur, Wirsing

Fruchtfolge

Erdbeeren sind nicht selbstverträglich (Ausnahme: Walderdbeeren). Eine Anbaupause von 3 bis 4 Jahren solltest du auf jeden Fall einhalten, um Krankheiten, Schädlingen und Bodenmüdigkeit vorzubeugen. Gute Vor- und Nachfrüchte sind Gemüsearten mit nicht allzu langer Kulturdauer wie das Radieschen oder Salate.

Fruchtwechsel

Erdbeeren brauchen ihre Zeit, bis sie richtig angekommen sind und bringen erst im zweiten und dritten Jahr nach der Pflanzung den größten Ertrag. Nach dem dritten Jahr muss der Standort gewechselt werden.

Erdbeeren sind in der Regel nicht selbstveträglich. Daher muss alle drei Jahre der Standort gewechselt werden und eine Anbaupause von mindestens drei Jahren danach eingehalten werden. Bild von Pezibear auf Pixabay.

Die richtige Pflege von Erdbeerpflanzen

  • Regelmäßiges Gießen ist sehr wichtig. Besonders während dem Anwachsen brauchen Erdbeerpflanzen viel und regelmäßig Wasser. Unter Trockenstress leidet die Nährstoffversorgung der Pflanzen. Daher ist vorallem zu Beginn und nach Düngergaben eine ausreichende Bewässerung wichtig. Neben einer ausreichenden Bewässerung ist bei Erdbeeren eher ein Tropfschlauch zu empfehlen, denn Erdbeeren neigen bei nassen Blättern leicht zu Pilzkrankheiten.
  • Befreie den Boden regelmäßig von unerwünschten Beikräutern, die deinen Erdbeeren Konkurrenz machen könnten. Um diesen vorzubeugen, hilft eine Mulch-Schicht aus Stroh. Diese sollte bei Erdbeeren sowieso stets ausgebracht und erneuert werden. So bleibt der Boden länger feucht und die Früchte liegen auf der trockenen Mulch-Schicht auf, statt direkt auf dem Boden zu liegen. So werden sie vor Nässe und Pilzkrankheiten (besonders vor dem Grauschimmel) geschützt.
  • Erdbeeren verbreiten sich schnell über Ausläufer und sind daher ein effizienter Bodenbedecker. Um die Pflanzen in Schach zu halten, schneidest du regelmäßig nicht benötigte Ausläufer ab. Diese kannst du wurzeln lassen und als Ableger für das kommende Jahr großziehen. Unser Tipp: Schneide die Ableger erst von der Mutterpflanze ab, wenn sie bereits eigene Wurzeln gebildet haben und in der Lage sind, sich weitestgehend selbst mit Nährstoffen zu versorgen. Ansonsten bekommen die kleinen Ableger einen Schock bei der Trennung von ihrer Mutter und gehen womöglich ein.
  • Erdbeeren werden erst nach der Ernte reichlich gedüngt, denn dann werden direkt neue Blütenknospen für die kommende Saison angelegt. Dafür braucht die Erdbeerpflanze viele Nährstoffe, vor allem Kalium. Stickstoff-basierte Düngemittel wie Hornspäne oder Kompost sind hier eher ungeeignet. Krankheiten wie die Rot- oder Weißfleckenkrankheit werden so gefördert. Um die Nährstoffansprüche optimal zu decken, wählst du am besten einen organischen Beeren- oder Tomatendünger. Ausnahme: Mehrmalstragende Erdbeeren brauchen mehr Nährstoffe und freuen sich über eine regelmäßige Düngergabe alle 2 Wochen.
Um die Früchte vor Nässe, Pilzkrankheiten und konkurrenzstarken Beikräutern zu schützen, freuen sich Erdbeerpflanzen über eine Mulch-Schicht aus Stroh. Bild von Dyadya_Lyosha auf Pixabay.

Krankheiten & Schädlinge

Erdbeeren sind eine anfängerfreundliche Kultur. Wenn du die wichtigsten Eckpunkte beachtest, wirst du nicht viele Probleme haben. Hierzu zählen eine robuste Sorte, sowie regelmäßig Pflegemaßnahmen. Allerdings gibt es einige Krankheiten, die bei Erdbeerpflanzen öfters beobachtet werden:

  • Die wohl häufigste Krankheit ist der Grauschimmel (Botrytis cinerea): Es entwickeln sich braune Stellen an den unreifen Früchten, die später von dem typischen Schimmelbelag überzogen werden. Alle befallenen Früchte müssen entfernt werden und die Pflanze mit einem Knoblauchsud oder Brennnesseljauche behandelt werden.
  • Weiß- und Rotflecken (Diplocarpon earliana, Mycosphaerella fragariae): Auch das ist eine Pilzkrankheit, die auf dem Blatt braunrote Flecken mit und ohne weißem Zentrum verursachen. Auch hier werden befallene Pflanzenteile entfernt und die übrige Pflanze mit Brennnesseljauche behandelt.
  • Echter Mehltau (Oidium): Normalerweise bildet dieser Pilz auf den Blattoberflächen einen weißen Belag aus und die Früchte beginnen zu faulen. Dieser Belag gilt normalerweise als charakteristisches Symptom, kann unter Umständen bei Erdbeeren jedoch fehlen. Stattdessen erscheinen rote Verfärbungen an den Blattunterseiten und Blätter rollen sich ein. Ursache ist oft eine unzureichende Durchlüftung kombiniert mit hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen ab 24 °C. Entferne befallene Pflanzenteile sofort. Ein bewährtes Hausmittel gegen Mehltau ist Natron vermischt mit Wasser, denn Pilze mögen ein alkalisches Milieu gar nicht.
  • Erdbeerwelke (Verticillium dahliae): Dieser bodenbürtige Pilz verursacht Vergilbungen bis hin zum vollständigen Verwelken aller Pflanzenteile. Entsorge die befallenen Pflanzen direkt. Um den Boden zu verbessern, kannst du nun Kreuzblütler an den betroffenen Stellen aussäen und später ihre Überreste in den Boden einarbeiten.
  • Blattläuse (Aphidoidea): Diese kleinen Insekten saugen Assimilate aus der Pflanze, um an Energie in Form von Zuckern zu kommen. Hierbei können sie zahlreiche Krankheiten übertragen, die die Pflanze zusätzlich schwächen. Das hilft gegen die ungebetenen Gäste: Absammeln oder Abduschen, Neem-Öl, Rapsöl-Wasser-Mischung oder eine Wasser-Spüli-Mischung auf die Blätter sprühen (letzteres ist nur zu empfehlen, wenn die Pflanze noch keine Blüten oder Früchte trägt)
  • Schnecken: Diese kriechenden Gourmets haben es besonders auf die leckeren Früchte abgesehen. Wenn du große Fraßlöcher und einen schleimigen Film auf den Blättern beobachten kannst, sind da eindeutig Schnecken am Werk. Diese verstecken sich häufig in der Mulch-Schicht aus Stroh. Hier hilft ein Schneckenkragen und das Absammeln einzelner Tiere.
Marienkäfer sind gern gesehen Gäste, denn auf ihrem Speiseplan stehen unerwünschte Gäste wie Spinnmilben, Schildläuse und Blattläuse. Bild von artellliii72 auf Pixabay.

Ernte

Nach der Ernte entfernst du alle Blätter deiner Erdbeerpflanzen bis auf das Herz. Alte Blätter und Ausläufer sind oft schon mit Pilzkrankheiten infiziert und müssen daher aus dem Beet entfernt werden. Über den Winter entziehen die Blätter der Pflanze Ballast- und Mineralstoffe und die Blütenbildung im Folgejahr wird hemmt. Lockere den Boden um die Pflanzen leicht auf und dünge ihn. Bringe abschließend eine Mulch-Schicht aus Laubkompost aus. Diese solltest du auch über die abgeschnittenen Pflanzen legen, bis nur noch die Spitzen herausschauen. Das schützt den Wurzelballen vor der Kälte.

Da Erdbeeren nicht nachreifen, werden sie nur vollständig reif geerntet. Sie sind dann sehr druckempfindlich und können im Gegensatz zu Kernobst wie Äpfeln und Birnen nur über eine sehr begrenzte Zeit gelagert werden. Verwende sie daher frisch oder verarbeite sie weiter zu leckerer Marmelade, einem fruchtigen Chutney, Erdbeer-Eis oder Sirup. Hier gibt es viele Möglichkeiten, die leckeren Früchte haltbar zu machen, um auch im Winter noch etwas von der Ernte zu haben.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Anpflanzen deiner eigenen Erdbeeren! Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die alphabeet-App für Android oder iOS herunter.

alphabeet - Dein digitaler Beetplaner

Titelbild von Pat_Scrap auf Pixabay.

Verpasse keine Updates!

Mit dem alphabeet Newsletter bekommst du alle wichtigen Updates und Magazin-Artikel direkt in dein Postfach.