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Annabell

Annabell (23) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Im Gemüsegarten ist die Erbse mit ihren filigranen Ranken und Schmetterlingsblüten ein echter Hingucker. Doch nicht nur das: Die Hülsenfrüchte enthalten viele Ballaststoffe, Proteine und Mineralstoffe und sind deshalb super gesund. Außerdem schmecken junge Erbsen direkt aus dem Garten besonders zart und süß. Im Gegensatz zu Bohnen können Erbsen roh verzehrt werden, sodass sich auch Kinder beim Gärtnern über einen süßen Snack freuen dürfen. Von der Aussaat bis zur Ernte, hier erfährst du alles zum Thema Erbsen pflanzen.

Auf einen Blick:

  • Licht: sonnig
  • Nährstoffe: keine zusätzliche (Stickstoff-) Düngung
  • Wasser: gleichmäßige Bodenfeuchte
  • Boden: locker, humos
  • Keimtemperatur: sortenabhängig, meist ab 8 °C
  • Pflanztiefe: 5 cm
  • Pflanzabstand: 3 - 5 cm
  • Reihenabstand: 40 cm

Allgemeines

Die Erbse (Pisum sativum) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ist gleichzeitig eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Vermutlich stammt sie aus dem Vorderen Orient, wo sie bereits 7.000 vor Christus kultiviert wurde. Mit der Zeit fand sie über den östlichen Mittelmeerraum ihren Weg nach Europa und ist heute kaum noch von unseren Tellern wegzudenken. Die Erbse ist eine einjährige, krautige Pflanze, die je nach Sorte 25 bis 200 cm hoch wird. Die oval gefiederten Blätter bilden an der Spitze eine Ranke aus, mit der sie sich an Zäunen oder anderen Rankhilfen festhalten kann. An ihren Wurzeln gehen Erbsenpflanzen eine Symbiose mit stickstofffixierenden Knöllchenbakterien ein und werden so von den Bakterien mit dem wichtigen Nährstoff versorgt. Ab Mai bilden sich in den Blattachseln der oberen und mittleren Blätter die charakteristischen Schmetterlingsblüten aus. Aus diesen entwickeln sich wiederum die grünen Hülsen, die die kugelförmigen Erbsen enthalten. Die Keimlinge junger Erbsen sind übrigens auch essbar und lassen sich als Microgreens auf der Fensterbank ziehen.

Die prunkvollen Schmetterlingsblüten machen Erbsen zu wahren Schmuckstücken im Gemüsebeet. (Bild von Thomas B. auf Pixabay)

Erbsensorten

Bei den Erbsen unterscheidet man zwischen drei Gruppen:

Zuckererbsen

Bei Zuckererbsen bleibt das mühsame Palen der Körner aus. Sie sind besonders süß und können mitsamt der Hülse roh oder gekocht verzehrt werden. Zuckererbsen müssen sehr früh geerntet werden, damit die Hülse noch flach und zart ist. Die Erbsen reifen somit im Gegensatz zu den anderen Sorten nicht aus. Sobald sich dickere Früchte im Inneren bilden, wird die Schale nämlich fest und faserig. Umgangssprachlich werden Zuckererbsen auch oft als "Zuckerschoten" bezeichnet. In der Botanik unterscheidet man jedoch zwischen Schote und Hülse. Die Hülse hat im Gegensatz zur Schote keine Trennwand im Inneren.

z.B. "Ambrosia", "Früher Heinrich"

Markerbsen

Markerbsen bezeichnen die klassische Erbsen, die auch tiefgekühlt oder als Konserve im Supermarkt erhältlich sind. Sie werden geerntet, sobald sich die dicken Erbsen unter der Hülse abzeichnen. Auch bei Markerbsen sollte man mit der Ernte nicht zu lange warten, da die Erbse im Inneren noch zart und süß sein sollten. Die Hülsen werden an der Naht aufgebrochen und die Erbsen gepalt, sie sind dann ebenfalls roh oder gekocht genießbar. Getrocknet werden sie nur zur Saatgutgewinnung für die nächste Saison.

z.B. "Ambassador", "Wunder von Kelvedon"

Schal- oder Palerbsen

Die dritte Gruppe unter den Erbsen ist die der Schal- oder Palerbsen, sie sind besonders robust und können schon im März gesät werden. Palerbsen enthalten verhältnismäßig mehr Stärke und werden deshalb schneller mehlig. Verwendung finden sie vor allem in deftigen Eintöpfen, Suppen oder Püree. Im Vergleich zu den anderen Erbsen lassen sie sich leichter trocknen und sind anschließend sehr lange haltbar. Die getrockneten Palerbsen vor der Zubereitung über Nacht einweichen lassen. Für die ganzjährige Verwendung in der Küche können die verschiedenen Erbsen im Garten kombiniert werden.

z.B. "Kleine Rheinländerin", "Rheinperle"

Mark- und Palerbsen müssen vor dem Essen von der Hülse befreit werden. (Bild von Ksenia Makagonova auf Unsplash)

Standortansprüche

Idealerweise wachsen Erbsen auf einem sonnigen, luftigen Platz mit lockerem Boden. Schwere Lehm- und Tonböden, sowie besonders nasse Böden sind für Erbsen weniger gut geeignet. Am liebsten haben sie eine humose, feinkrümelige Bodenstruktur mit guter Wasserspeicherung. Du weißt nicht was für einen Boden du im Garten hast? Dann mache doch unseren einfachen Bodentest und finde es heraus! Das Einbringen von Kompost ins Gemüsebeet kann helfen sowohl schwere, als auch leichte Böden zu verbessern. Dabei erhöht er die Wasserspeicherung und hilft dabei die Bodenstruktur aufzulockern. Hier findest du weitere wichtige Informationen zum Thema Bodenverbesserung.

Fruchtfolge, Fruchtwechsel & Mischkultur

Da Erbsen schon früh geerntet werden, lassen sie sich gut als Vorkultur in die Fruchtfolge einplanen. Gute Nachfolger sind z.B. Gurken oder Kohl. Im Gemüsebeet vertragen sich Erbsen nicht mit allen Nachbarn gut. Für eine gesunde Mischkultur und gutes Pflanzenwachstum solltest du Erbsen nicht neben andere Hülsenfrüchte, Zwiebeln oder Nachtschattengewächse (z.B. Tomaten) pflanzen. Gute Nachbarn sind hingegen Möhren, Salat, Kohl, Rettich, Spargel, Fenchel, Zucchini und Gurken. Achte außerdem darauf eine Anbaupause von mindestens drei, idealerweise fünf Jahren zu den nächsten Hülsenfrüchten auf dem selben Beet einzuhalten.

Erbsen säen & vorziehen

Die Aussaat von Erbsen ist ganz einfach, denn die großen Samen lassen sich leicht dosieren. Die Samen am Abend vor dem Aussäen in Wasser legen, so gehen die Pflanzen zuverlässiger auf. Je nach Sorte werden Erbsen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgesät. Palerbsen sind robuster und können schon im März bei Temperaturen unter 5 °C gesät werden. Mark- und Zuckererbsen sind etwas empfindlicher und kommen deshalb erst ab Anfang April ins Beet, wenn die Bodentemperatur über 8 °C liegt. Ziehe Reihen mit 40 cm Abstand, die Saatrillen sollten 5 cm tief sein. Lege die Erbsensamen anschließend mit 3 - 5 cm Abstand in die Saatrille und drücke die Erde etwas an. Nach der Aussaat solltest du die Saatfurchen zusätzlich mit Maschendraht, Vlies oder Netzen vor Vögeln schützen.

Durch Vorziehen kannst du deinen Pflanzen einen kleinen Vorsprung verschaffen. Generell solltest du Erbsen eher direkt säen, da sie dann robuster wachsen. Nur in rauen Lagen, wo erst spät mit der ersten Aussaat begonnen werden kann, lohnt es sich die Pflanzen zwei Wochen zuvor vorzuziehen. Zur Vorkultur eignen sich Multitopfplatten gefüllt mit Anzuchterde. Die Erde sollte während der Keimung feucht, jedoch nicht zu nass gehalten werden. Sobald die Setzlinge einen ordentlichen Wurzelballen entwickelt haben, kannst du sie mit einem Abstand von mindestens 5 cm in Reihen pflanzen. Je nach Größe der Töpfe können auch zwei Samen pro Topf ausgesät werden. Der Abstand beim Auspflanzen der Setzlinge sollte dann auf ca. 10 cm vergrößert werden. Da vorgezogene Pflanzen generell etwas anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sind, solltest du sie auf keinen Fall zu eng pflanzen.

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Kohlrabi und Erbsen sind gute Pflanznachbarn im Gemüsebeet. (Bild von Annabell)

Erbsen pflegen

Nach dem Aufgehen der Samen solltest du den Boden regelmäßig mit einer Hacke auflockern. Sobald die jungen Erbsenpflanzen handhoch gewachsen sind, solltest du sie anhäufeln, das erhöht die Standfestigkeit. Niedrige Sorten brauchen keine Kletterhilfe, sie stützen sich selbst (z.B. "Kleine Rheinländerin"). Ab einer Größe von ungefähr 50 cm benötigen die Pflanze jedoch eine Stütze, da sie sonst umknicken. Höhere Sorten können beispielsweise durch Maschendrahtzäune gestützt werden. Eine Kletterhilfe lässt sich aber auch ganz einfach selbst machen. Stecke dafür an beiden Enden der Reihe je einen dickeren Zweig in die Erde und spanne Schnüre dazwischen. Die Zweige sollten je nach Sorte etwa einen Meter lang sein. Für den Anbau in Doppelreihen einfach zwei Zweige über Kreuz in den Boden stecken und zwischen den Kreuzen gerade Schnüre spannen. Alternativ zu den Schnüren kannst du auch Kaninchendraht oder ein Scherengitter im Gartencenter erwerben und diese an den Zweigen befestigen.

Achte während der Wachstumszeit auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte, besonders bei der Blüten- und Hülsenbildung. Eine Mulchschicht kann dabei helfen den Boden vor Austrocknung zu schützen und die luftige Bodenstruktur beizubehalten. Abgesehen davon sind Erbsen relativ einfach zu pflegen. Sie brauchen kein besonders gedüngtes Beet, im Gegenteil! Erbsen benötigen keine zusätzliche Düngung während der Vegetationszeit, da sie ihren Stickstoff von den symbiontischen Bakterien im Boden bekommen. Starke Stickstoffdüngung macht sie sogar anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Bei Gelegenheit kannst du das Beet im Herbst mit etwas Kompost und Mulchabdeckung vorbereiten, das sorgt für eine luftige Bodenstruktur. Wer will, kann noch etwas Gesteinsmehl streuen. Es enthält mineralische Spurenelemente und macht die Erbsenpflanzen dadurch widerstandsfähiger, gleichzeitig wirkt es sich positiv auf die Bodenqualität aus.

Krankheiten & Schädlinge

Ein freier, sonniger Stand beugt Krankheiten vor. Pflanze deine Erbsen also immer schön luftig und halte eine Anbaupause von 3 - 5 Jahren ein.

Vögel scharren Erbsen nach der ersten Aussaat gerne aus dem Boden. In der frühen Jahreszeit ist das Nahrungsangebot für sie noch sehr begrenzt, da kommen die schmackhaften Samen wie gerufen. Die kleinen Diebe lassen sich jedoch durch eine Abdeckung mit Maschendraht, Vlies oder Netzen relativ leicht von den Erbsen im Boden fernhalten.

Der Erbsenwickler ist ein etwa acht Millimeter großer Falter, der seine Eier im Mai und Juni an den Blüten ablegt. Sobald die Larven schlüpfen, fressen sie sich durch die Hülsen und können so einen enormen Schaden anrichten. Vorbeugen kannst du durch frühe Aussaaten Ende März/Anfang April oder spätere Aussaaten im Mai. So bilden sich die Blüten und Hülsen nicht während der Flugzeit des Falters aus. Alternativ kannst du die Pflanzen im Mai und Juni mit einem einmaschigen Kulturschutznetz abdecken.

Der echte Mehltau ist ein Pilz, der im Frühsommer bei trockener und warmer Witterung auftritt. Auf der Blattoberseite bildet sich ein mehliger Belag, der sich leicht abwischen lässt. Die Blätter können sich daraufhin grau-braun verfärben und welken. Späte Aussaaten und Stickstoffdüngung erhöhen das Infektionsrisiko. Bei starkem Befall mit Schachtelhalmjauche spritzen. Eine robuste Sorte ist die "Delika".

Der falsche Mehltau kommt vor allem in nassen Jahren vor. Hier bildet sich der mehlige Staub auf der Unterseite der Blätter und lässt sich nicht einfach abwischen. Auch hier hilft das Spritzen mit Schachtelhalmjauche. Die Erbsen am besten nur in Wurzelnähe gießen, dadurch können sich Pilzkrankheiten auf den Blättern schlechter ausbreiten.

Die gefräßigen Larven des Erbsenwicklers können eine ganze Ernte ruinieren (Foto: Rasbak, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Erbsen ernten & verarbeiten

Die Ernte beginnt meist im Juni, je nach Sorte etwa 12-14 Wochen nach der Aussaat. Markerbsen werden geerntet, wenn die Körner rund und leuchtend grün sind. Wartet man mit der Ernte zu lange, wandelt sich der Zucker in Stärke um und die Erbsen verlieren an Aroma. Damit sie nicht mehr nachreifen und an Geschmack verlieren, solltest du Markerbsen direkt nach der Ernte aus den Hülsen pulen und verarbeiten. Sie eignen sich sehr gut als Gemüsebeilage und lassen sich vielfältig in verschiedene Gerichte integrieren. Im Kühlschrank sind sie frisch nur wenige Tage haltbar. Zum Konservieren kannst du die Erbsen einfach kurz blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken und dann einfrieren. Bei Zuckererbsen lässt man die Samen in der Hülse nicht ausreifen, sondern erntet sie, solange sie noch flach sind. Auch Zuckererbsen lassen sich leicht einfrieren. Die beiden süßen Vertreter werden fortlaufend geerntet, sobald die Früchte reif sind. Zucker- und Markerbsen am besten ein- bis zweimal pro Wochen durchpflücken, damit sie noch ganz zart und süß sind. Dabei immer wieder die Hülsen abknipsen, die schon groß genug sind und den Rest weiter wachsen lassen. Das häufige Ernten beschleunigt das Nachwachsen der neuen Hülsen. Palerbsen werden hingegen meist getrocknet. Ernte sie erst, sobald die Hülsen braun und trocken sind. Für eine besonders leichte Ernte lässt du die Hülsen im Haus nachtrocknen und kannst sie dann ausdreschen. Die Hülsen platzen dabei auf und du sparst dir das mühsame Palen der Erbsen.

Kleiner Tipp: Die jungen Triebspitzen von Erbsen sind auch essbar und lassen sich in Salaten und Gemüsepfannen verwenden.

Damit die Nachkulturen noch von dem nährstoffreichen Milieu profitieren, sollten die Wurzeln mit den Knöllchenbakterien im Boden bleiben. Reiße die Pflanzen nach der Ernte also nicht mit der Wurzel aus dem Boden, sondern schneide sie oberflächlich ab. Sofern das übrige Grün nicht von Schädlingen befallen ist, kann es als Mulchmaterial verwendet oder kompostiert werden.

Markerbsen solltest du ernten, sobald sich die Erbsen im Inneren deutlich abzeichnen. (Bild von Daiga Ellaby auf Unsplash)

Erbsenpflanze vermehren

Da die Erbse eine einjährige Pflanze ist, muss sie jedes Jahr aufs Neue ausgesät werden. Die Samen lassen sich ganz einfach aus den Hülsen gewinnen. Lasse dafür einfach einige Hülsen von samenfesten Sorten ausreifen bis sie braun und trocken sind. Hier kommt es nicht darauf an die Hülsen besonders früh zu ernten. Die Samen im Inneren sollten vollständig ausgereift sein, dabei spielt es keine Rolle ob sie mehlig werden und nicht mehr so lecker schmecken. Die ausgereiften Samen anschließend schonend (nicht in der Sonne oder im Ofen) trocknen lassen und im Folgejahr wie oben beschreiben aussäen.

Erbsen lassen sich sehr einfach selbst anbauen und sind dabei noch richtige Schmuckstücke im Gemüsegarten. Ich hoffe du hast nun alles was du brauchst, um es selbst einmal auszuprobieren. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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