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Basilikum pflegen leicht gemacht - von der Pflanzung bis zur Ernte

12.06.2020 . Lesezeit: 14 Minuten

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Isabell

Isabell (23) studiert Agrarbiologie und liebt es von der Natur und ihrer Komplexität immer wieder auf's Neue überrascht zu werden. Kräuter - egal ob wild gesammelt oder im Garten - sind ihre Leidenschaft.

Basilikum ist nicht nur lecker in vielen Gerichten, sondern enthält auch viele gesunde Inhaltsstoffe. Zudem bringt es tolle Eigenschaften für Mischkulturanbau mit sich. Wie du Basilikum am besten in deinem Garten kultivierst, erfährst du hier.

Auf einen Blick:

  • Licht: Basilikum liebt es, an einem sonnigen Ort zu stehen. An sehr schattigen Plätzen gedeiht er nicht gut.
  • Wasser: Das Kraut hat einen hohen Wasserbedarf, da es die Sonne zwar liebt, jedoch viele Blätter zu versorgen hat.
  • Temperatur: Basilikum gilt als eines der kälteempfindlichsten Kräuter und sollte daher nicht vor den Eisheiligen (Mitte Mai) ausgepflanzt werden.
  • Nährstoffe: Viel Düngung braucht das Kraut nicht, jedoch gedeiht es besser, wenn du etwas Kompost bei der Pflanzung dazu gibst.
  • Boden: Für optimales Wachstum sollte der Boden locker sein.
  • Pflanzabstand: 15 cm
  • Pflanztiefe: Die Samen des Lichtkeimers dürfen nicht zu tief eingepflanzt werden (höchsten 0.5 cm). Gebe die Samen am besten auf die Erde und drücke sie nur an.
  • Ernte: Basilikum kannst du durchgehend ernten (wenn du immer genügend Triebe übrig lässt). Damit es erfolgreich nachwachsen kann, schneide die Triebspitzen und nicht einzelne Blätter ab.

Allgemeines

Das Basilikum (Ocimum basilicum) gehört zur der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und stammt urprünglich aus den asiatischen Tropen. Deshalb überlebt es in unseren Breiten den Winter draußen meist nicht und gilt daher als einjährige Pflanze. Durch das in den Blättern enthaltene ätherische Öl, wurde das Basilikum zu einer der beliebtesten Gewürzpflanzen der Welt. Ob in Pesto, Salaten oder Soßen, das Kraut ist aus vielen mediterranen Gerichten gar nicht mehr wegzudenken. Seine Inhaltsstoffe können aber auch im Garten von Vorteil sein. So vertreibt es die weiße Fliege und kann Mehltau vorbeugen. Von dem "Kraut der Könige" gibt es die unterschiedlichsten Sorten. Am bekanntesten ist die grüne, großblättrige Sorte "Genovese", doch es gibt auch rote oder kleinblättrige Sorten. Wer besondere Duftnoten mag, greift auf Zitronen- oder Zimtbasilikum zu. Diese Sorten, wie auch das indische Tulsi-Basilikum lassen sich getrocknet bestens in eigene Tee-Kreationen integrieren.

Basilikum (z.B. Tulsi-Basilikum) lässt sich einfach trocknen und bringt einen besonderen Geschmack in selbstgemachte Tees.

Basilikum pflanzen: Standort

Am besten wächst das Gewürzkraut an einem geschützten, sonnigen Platz mit lockerem, humusreichen Boden. Wenn du keinen Garten besitzt, ist das überhaupt nicht schlimm, denn auch in einem Topf auf dem Balkon fühlt sich das Kraut wohl. Basilikum ist eines der kälteempfindlichsten Gewächse: Temperaturen unter 12 Grad kann das wärmeliebende Basilikum nicht ab, denn dann stoppt es das Wachstum. Längere Kälteperioden führen zu erhöhter Anfälligkeit für Schädlinge sowie Pilzerkrankungen und wenn die Temperaturen unter 7 Grad fallen, kann es für die Pflanze den Tod bedeuten.

Basilikum passt sehr gut zu Tomaten. Zum einen, da das Basilikum unter den etwas höheren Pflanzen den Boden gut bedeckt und sich beide Kulturen platz-technisch nicht in die Quere kommen. Zum anderen hält das duftende Kraut auch Schädlinge, wie die weiße Fliege oder Mehltau von den Tomaten fern. Zudem stärkt Basilkum die Gesundheit von Gurken. Falls du mehr über Mischkulturen erfahren möchtest klicke einfach hier. Außerdem haben wir dir einen kleinen Überblick zu guten und schlechten Nachbarn von Basilikum zusammengetragen.

Nicht nur geschmacklich passen die beiden zusammen - auch im Garten sind Tomaten und Basilikum ein super Team.

Gute Nachbarn

Gurken, Tomaten, Fenchel, Zucchini

Oregano, Petersilie, Rosmarin

Schlechte Nachbarn

Pfefferminze, Zitronenmelisse

Der richtige Zeitpunkt

Da Basilikum so kälteempfindlich ist, bietet es sich an, das Kraut auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorzuziehen. Dann ist es zudem auch gleich für eine Mischkultur mit Gurken oder Tomaten einsatzbereit. Hier findest du alle wichtigen Termine.

Anzucht

Mit dem Aussäen auf der Fensterbank kannst du Anfang April beginnen. Um die Keimfähigkeit der Samen zu erhöhen, lasse sie einige Stunden in kaltem Kamillentee quellen. Zudem reduziert die Kamille spätere Schimmelbildung um die Samen. Diesen Einweichschritt kannst du aber auch überspringen. Die Samen gibst du dann in kleine Anzuchttöpfe mit nährstoffarmer Anzucht- oder Kräutererde. Beprühe diese mit etwas Wasser und achte darauf, dass die Erde zwar feucht, jedoch nicht durchnässt ist. Da Basilikum ein Lichtkeimer ist, gebe die Samen nur auf die Oberfläche des Substrats und drücke sie an. Sie sollten auf keinen Fall mehr als einen halben Zentimeter mit Erde bedeckt sein. Am besten bedeckst du deine Töpfe mit Glassichtsfolie oder stellst sie in ein Zimmergewächshaus, denn ein feucht-warmes Klima bietet die besten Keimungsbedingungen für die tropische Pflanze. Daher immer leicht feucht (aber nicht durchnässt) halten und an einen warmen, hellen Ort stellen (Fensterbank). Nach spätestens 2 Wochen solltest du schon die ersten Keimblättchen sehen können.

Tipp: Bewässere deinen Topf am besten von unten, damit die kleinen Samen nicht weggeschwemmt werden. Gebe dafür das Wasser in einen Untertopf oder eine Schale, in die du die Anzuchttöpfe stellst.

Mitte Mai sind die Temperaturen einigermaßen stabil und der Boden aufgewärmt: Das wärmeliebende Basilikum kann nun ausgepflanzt werden.

Auspflanzen

Deine vorgezogenen Pflänzchen kannst du nach den Eisheiligen (Mitte Mai) nach draußen setzen. Am besten stellst du davor die Töpfe für einige Tage tagsüber auf Balkon oder Terrasse, damit sich die Pflanzen akklimatisieren können. Basilikum fühlt sich allerdings auch auf einer hellen Fensterbank sehr wohl und muss daher nicht zwingend ausgepflanzt werden.

Die richtige Pflege: Gießen und Düngen von Basilikum

Da das tropische Kraut Sonne liebt, jedoch viele Blätter mit Feuchtigkeit zu versorgen hat, benötigt es viel Feuchtigkeit. Vergesse an sonnigen Tagen also nicht deinen Basilikum zu gießen. Das sollte möglichst nicht in der Mittagshitze geschehen, da deine Pflanzen sonst einen "Schock" bekommen, von dem sie sich im schlimmsten Fall nicht mehr erholen können. Gieße daher am besten Abends, dann kann das Wasser über Nacht aufgenommen werden, ohne dass es zu schnell verdunstet. Aber Achtung: Gieße deinen Basilikum nicht zu viel, da es sonst zu Schimmelbildung kommt. Vor allem, wenn du dein Kraut auf der Fensterbank hältst kann das schnell passieren. Halte dich daher an die Faustregel für Kräutertöpfe: Die tägliche Wasserzufuhr sollte nicht dauerhaft die maximale Menge von 10 % des Topfvolumens überschreiten. Das wären bei einem handelsüblichen Kräutertopf mit einem Liter Fassungsvermögen ca. 100 Milliliter Wasser. Düngung ist für den Basilikum kein Muss, da es sich um einen Schwachzehrer handelt. Am besten gedeiht Basilikum aber, wenn der Boden schön locker und humusreich ist. Verwende dafür einfach Kompost, welchen du selber herstellen kannst.

Basilikum aus dem Supermarkt pflegen und vermehren

Damit dein Basilikum aus dem Supermarkt nicht eingeht, teile den Wurzelballen auf und gebe den Pflänzchen frische Erde und mehr Platz zum Wachsen.

Wir alle kennen das Problem: Man kauft eine Gewürzpflanze aus dem Supermarkt und will das Kraut über längere Zeit nutzen, doch schon nach wenigen Wochen geht es ein. Und das obwohl man nur wenige Blätter für seine Gerichte nutzt. Eigentlich müsste der Basilikum sich davon doch erholen? Doch die Pflanzen sind in Gewächshäusern sehr schnell unter optimalen Bedingungen großgezogen worden und daher nicht sonderlich robust. Hier zeigen wir dir, wie du am deinen Supermarktbasilikum trotzdem am besten pflegst und vermehrst. Gehe dabei so vor:

  • Teile die Wurzelballen deiner Pflanze direkt nach Kauf in 4 Teile. Gehe dabei vorsichtig vor, um die Wurzeln nicht zu sehr zu verletzen.
  • Topfe die einzelnen Teile mit frischer Erde jeweils in einen Topf. Verwende am besten keine nährstoffarme Kräutererde, da die Pflänzchen für weiteres Wachstum eine etwas nährstoffreichere Umgebung benötigen. Bio-Blumenerde eignet sich daher sehr gut für Basilikum. Die Größe des des neuen Topfes kann der des Ausgangstopfes entsprechen.
  • Wenn es schon Mitte Mai ist, kann du den Basilikum auch an einen geschützten Ort draußen pflanzen. Aber Achtung: Pflanze den Basilikum erst einmal an einen halbschattigen Ort, da die Gewächshauspflanze pralle Sonne nicht gewohnt ist. Gerne kannst du noch etwas Kompost ins Pflanzloch geben.
  • Gieße deinen umgetopften/ausgepflanzten Basilikum zu Beginn an. Vergesse nicht, die durstige Pflanze regelmäßig zu gießen.

Nun haben die Basilikumpflanzen mehr Licht, Platz und Nährstoffe zur Verfügung. Zusätzlich werden sie viel besser durchlüftet, wodurch vielen Krankheiten, wie Schimmelbildung, vorgebeugt wird. Gönne deiner Pflanze nun etwas Angewöhnungszeit, bevor du von ihr Blätter erntest. Auch dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten. Weiter unten beim Punkt: Ernten, Lagern und Verarbeiten findest du weitere Infos dazu.

Wenn du deine Pflanze irgendwann größere Triebe entwickelt hat, kannst du du 10-15 cm große Triebspitzen abschneiden und die Blätter an der unteren Hälfte entfernen. Stelle die Stecklinge nun ins Wasser. Wenn dieses frisch hältst, bilden sich an den Pflanzenteilen nach 1-2 Wochen kleine Wurzeltriebe. Die Stecklinge kannst du einpflanzen, wenn die Wurzeltriebe 3-4 cm lang sind.

Größere Triebspitzen lassen sich gut in einem Wasserglas zu Stecklingen ziehen.

Krankheiten

Schnecken: Die saftigen Blätter können die gefräßigen Tierchen anlocken. Besonders bei halbschattigen Standorten passiert so etwas schnell. Wähle daher möglichst einen sonnigen Platz, der nicht zu nah an Hecken oder Büschen grenzt. Vorbeugend kann auch Kaffeesatz ausgestreut werden, da Koffein giftig auf Nacktschnecken wirkt. Auch Schneckenzäune halten die Tiere von den Pflanzen fern. Wenn du so etwas nicht besitzt, kannst du auch einfach selbst eine Barriere herstellen, indem du einen Ring aus Sägemehl oder Kalk um dein Beet streust. Kalk wirkt ätzend auf den Schleim der Schädlinge und Sägemehl hat eine zu raue und daher unangenehme Oberfläche. Zusätzlich wirkt eine Mischkultur mit stark duftenden Käutern wie Thymian, Lavendel oder Rosmarin abstoßend auf Schnecken.

Stechend-saugende Schädlinge: Weist deine Pflanze kleinste Sprenkelungen und Löcher auf, so ist sie vermutlich von Blättläusen, Wanzen oder Fliegen befallen. Diese befinden sich meist auf der Blattunterseite. Am besten bekämpfst du die Schädlinge, indem du alle befallenen Pflanzenteile herausschneidest und diese verbrennst. Normalerweise kannst du auch mit Brennesseljauche oder verdünntem Niemöl die pflanzen besprühen, doch Basilikumblätter sind sehr empfindlich, weshalb diese Methoden den Pflanzen oft schaden können. Bestäube das Kraut daher lieber wiederholt mit (Ur-)Gesteinsmehl (auch die Blattunterseiten). Diese mechanische Art der Bekämpfung ist so fein gemahlen, dass sich die kleinen Tiere daran verletzen und schließlich sterben. Händisch kannst du zusätzlich die Blattläuse oder Wanzen von den Blättern entfernen. Mit Klebetafeln kannst du gegen die weiße Fliege und andere fliegenden Insekten vorgehen.

Blattläuse und andere Schädlinge lassen sich gut mit Brennesseljauche oder Niemöl vertreiben. Auch Urgesteinsmehl hilft gegen den Befall.

Ernten, Lagern und Verarbeiten

Basilikum erntest du wie bereits erwähnt, indem du ganze Triebspitzen abschneidest. Wenn du einen kompletten Trieb abgeerntet haben solltest und nur noch der kahle Stängel übrig ist, kann dieser kaum noch Photosynthese betreiben und stirbt ab. Komplette Triebe zu ernten (also nicht nur die Triebspitzen), sorgt für langsamere Regeneration, macht die Pflanze krankheitsanfälliger und erschwert ihr das Nachwachsen. Falls du dich fragst, was genau wir mit Triebspitze meinen: Sie umfasst das obere "Krönchen" von ca. 4 Blättern (manchmal sind auch schon mehrere kleine Blättchen in der Mitte zu sehen zu sehen), sowie bei Bedarf die beiden Blätter darunter. Schneide immer über der Blattachsel ab, denn dort wird die Pflanze erneut austreiben. Damit die dadurch entstandenen "Verletzungen" besser abheilen können, verwendest du am besten immer eine Schere oder ein scharfes Messer. Durch die Ernte wird das Wachstum der Pflanze angeregt, wodurch du eine buschigere und blattreichere Form erhältst. Achte allerdings darauf, dass dein Basilikum nicht zu blühen beginnt. Dann hat er nämlich seinen Lebenszyklus abgeschlossen und verlangsamt sein Blattwachstum: Deine Ernte fällt mager aus. An einem sonnigen Standort mit regelmäßigem Bewässern und schneiden, kannst du jedoch eine reiche Ernte erwarten.

Ernte immer die Triebspitzen. So kann sich die Staude am besten erholen und nachwachsen.

"Doch was mache ich jetzt mit dem ganzen Kraut?", fragst du dich vielleicht? Keine Sorge, dafür bieten sich dir viele Möglichkeiten. Von dem grünen Kraut kann man nämlich eigentlich kaum genug haben. Frisch dient es als Gewürz oder Garnitur auf vielen mediterranen Gerichten, ganz vorn mit dabei der Tomaten-Mozarella-Salat. Allerdings kannst du dein Basilikum auch trockenen und später zum würzen oder in eigenen Teemischungen verwenden. Das geht ganz einfach: Die Blätter abstreifen und auf einem sauberen Küchentuch verteilen. Dann auf dem Tuch an einem dunklen und warmen Ort trocknen lassen. Falls du viele Blätter auf einem Tuch verteilt hast, solltest du diese alle paar Tage wenden, um Schimmel zu vermeiden. Je nach Temperatur ist das Basilikum nach 5-10 Tagen getrocknet und du kannst es in dunklen Gläsern oder Tüten für die kalte Winterzeit aufbewahren. Pass aber auf, dass die Blätter wirklich getrocknet sind, da sie sonst im Glas zu faulen beginnen. Für Teekreationen eignen sich Tulsi-, Zimt- oder Zitronenbasilikum besonders gut. Aber auch in Form diverser Pestos lässt sich das grüne Kraut haltbar machen. Ob in Blätterteigrollen oder unter Pasta gemischt - die cremige Paste lässt sich vielseitig einsetzen. Dafür haben wir dir ein Pestorezept rausgesucht:

  • 1 Bund Basilikum (oder 2 gute handvoll abgeernteter Triebspitzen)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 120 ml Olivenöl
  • 60 g Parmesan
  • 30-50 g Pinienkerne/Sonneblumenkerne/Mandeln
  • Salz (je nach Geschmack)
Basilikum-Pesto ist ein echter Klassiker wenn es um das Haltbarmachen der Blätter geht.

Alle Zutaten miteinander mixen (Stab- oder Standmixer) und mit Salz oder Parmesan abschmecken. Der Parmesan ist kein muss und kann auch durch mehr Salz und Kerne/Nüsse ersetzt werden.

Wir hoffen dieser Artikel hat dich mit allen wichtigen Infos zum Thema Basilikumanbau versorgen können. Bei Fragen, wende dich dich doch einfach an magazin@alphabeet.org. Um keinen Artikel mehr zu verpassen, folge uns auf Instagram und Facebook oder melde dich direkt zu unserem Newsletter an.

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