Hinter diesem Artikel

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Annabell

Annabell (22) studiert Agrarbiologie an der Uni Hohenheim. Auch privat gärtnert sie gerne, verbringt viel Zeit in der Natur und liebt es kreativ zu sein.

Auberginen gehören zu den etwas anspruchsvolleren Gemüsearten: Sie brauchen viel Wärme und Licht. In diesem Artikel erfährst du alles zum Thema Aussaat, Pflanzung, Pflege und Ernte, sodass der Anbau auch bei uns gelingt.

Auf einen Blick:

Vorkultur

Schon ab Ende Januar oder Februar, optimale Keimtemperatur: 22 - 24 °C.

Pflanzung

  • Im Gewächshaus ab Anfang Mai, im Freiland ab Mitte Mai.
  • Anbau im Gewächshaus empfohlen, im Freiland nur bei günstigem Klima und an sonnigen, geschützten Plätzen (z.B. südliche Hauswand).
  • Pflanzabstand 60 x 60 cm
  • Gute Nachbarn: Bohnen, Radieschen, verschiedene Kohlarten, Spinat und Salate.
  • Schlechte Nachbarn: Andere Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln, Paprika, sowie Erbsen und Rote Bete.

Ernte

Unter günstigen Bedingungen ab Ende Juli oder Anfang August.

Pflanzenkunde

Wie viele beliebte Gemüsearten gehört die Aubergine (Solanum melongena) zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist somit nah mit Tomaten, Paprika und Kartoffeln verwandt. Ursprünglich stammt das wärmeliebende Gemüse aus Asien, wo es bereits vor über 3000 Jahren angebaut wurde. Die zart behaarten, ovalen Blätter und die violetten Blüten mit den gelben Staubbeuteln, die zu glänzenden Früchten heranwachsen, machen die Aubergine außerdem zu einer schönen Zierpflanze im Gemüsegarten. Sie wächst einjährig und wird in der Regel 60 bis 120 cm groß. Die Aubergine ist auch unter den Namen Eierfrucht oder Eierbaum (engl. eggplant) bekannt, da manche Sorten weiß und eiförmig sind und somit eine gewisse Ähnlichkeit mit Eiern haben. Abgesehen von den weißen "Eierfrüchten" gibt es Auberginen ganz klassisch in dunkelviolett, marmoriert oder sogar in rot.

Auberginen-Sorten

'Early Long Purple': Dunkelviolette Aubergine mit bis zu 25 cm langen Früchten, die auch bei Vollreife nicht bitter werden. Sorte auch für Topfkultur geeignet.

'Diamond': Dunkelviolette, robuste Sorte - für Freiland- und Topfkultur geeignet.

'Kaberi': Diese dunkelviolette Sorte bildet viele Mini-Auberginen aus und eignet sich auch für den Anbau auf dem Balkon.

'Blaukönigin': Sorte mit dunkelvioletten Früchten, die mit zunehmender Reife heller werden.

'Little Spooky': Längliche, weiße Auberginen, die im Dunkeln wie kleine Gespenster aussehen.

'White Egg': Weiße Sorte mit runden bis eiförmigen Früchten.

'Ivory': Cremeweiße, dünnschalige Aubergine - eignet sich gut zur Topfkultur.

'Antigua': Eine violett-weiß gestreifte Sorte mit länglichen Früchten.

'Applegreen': Sie ähnelt der weißen Aubergine, trägt jedoch hellgrün gefärbte Früchte. Diese spezielle Züchtung setzt auch unter kühleren Bedingungen Früchte an. Ernte die Früchte solange sie noch hell sind, bei Vollreife werden die goldgelb und bitter.

'Gilo Brazil': Diese besondere Sorte ist zunächst grün und verfärbt sich bei der Reife orange-rot. Essbar ist sie in beiden Stadien.

'African Egg': Diese Sorte bildet weiße, eiförmige Früchte, die sich bei der Reife rot verfärben.

Violett-weiß gestreifte Auberginensorten sind wahre Schmuckstücke im Garten. Photo by Jason Leung on Unsplash

Der richtige Standort

Auberginen sind sehr wärmebedürftig und im Anbau ähnlich anspruchsvoll wie Paprika. In unseren Breiten können sie nur unter sehr günstigen Bedingungen im Freiland angebaut werden. In milden Weinbaugebieten kann sich der Anbau im Freiland lohnen, allerdings sollte auch hier auf einen möglichst geschützten Standort geachtet werden. Geeignet wäre beispielsweise ein windgeschützter Platz an einer südlichen Hauswand. Um Enttäuschungen vorzubeugen, empfiehlt sich jedoch der Anbau im Gewächshaus oder Folientunnel. Idealerweise wachsen Auberginen bei 25 °C, sinken die Temperaturen unter 15 °C, ist mit Wachstumsproblemen zu rechnen. Achte beim Anbau im Gewächshaus auf regelmäßiges Lüften, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch wird und das Gewächshaus nicht überhitzt. Der Boden sollte möglichst locker und humusreich sein, bereite ihn also mit reichlich Kompost vor.

Mischkultur, Fruchtfolge & Fruchtwechsel

Gute Nachbarn sind Bohnen, Radieschen, Spinat, Salate und verschiedene Kohlarten (Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Grünkohl, ...). Schlechte Nachbarn sind vor allem andere Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln und Paprika. Vermeide außerdem Erbsen und Rote Bete als direkte Pflanzpartner.

Fruchtfolge: Als Vorkultur eignen sich schnellwachsende Kulturen, die ein wenig Kälte aushalten (z.B. Salate und Radieschen). Im Herbst, wenn es deinen Auberginenpflanzen zu kalt wird, kannst du Spinat oder Gründüngung (z.B. Senf und Kleegras) als Nachkultur säen.

Fruchtwechsel: Halte eine Anbaupause von 4 Jahren zwischen Auberginen und anderen Nachtschattengewächsen ein. Zur Stickstoffanreicherung im Boden bieten sich Bohnen oder andere Hülsenfrüchte im Vorjahr an.

Bohnen und Kohl sind gute Pflanznachbarn für Auberginen.

Auberginen säen

Da Auberginen sehr langsam wachsen, gehören sie mit zu den ersten Gemüsearten, die im Haus vorgezogen werden. Beginne mit der Aussaat wenn möglich schon im Februar. Die Anzucht erfolgt in Anzuchtplatten mit kleinen, einzelnen Vertiefungen. Lege hierbei jeweils nur einen Samen pro Vertiefung ab, bedecke diesen dünn mit Anzuchterde und gieße die Töpfchen gut mit Wasser an. Bedecke die Erde anschließend mit einer transparenten Abdeckung (z.B. Frischhaltefolie), damit die Erde nicht so schnell austrocknet. Denke jedoch daran, die Folie regelmäßig anzuheben und auszulüften, damit sich kein Schimmel bildet. Stelle das Ganze anschließend auf eine helle, warme Fensterbank, jedoch möglichst nicht über einer Heizung. Die Keimung kann auch bei optimaler Keimtemperatur (22 - 24 °C) zwei bis vier Wochen dauern. Lass dich also nicht verunsichern, wenn nach zwei Wochen noch keine Keimlinge zu sehen sind.

Auberginen pflanzen

Im Gewächshaus oder Folientunnel können die ersten Setzlinge ab Anfang Mai bis Mitte Juni gepflanzt werden. Achte auf einen Pflanzabstand von 60 x 60 cm, damit die ausladenden Triebe sich ungestört entwickeln können. Fixiere den Spross bereits bei der Pflanzung mit einem Bambusstab oder Ähnlichem, sonst knicken die Pflanzen später unter dem Gewicht der Eierfrüchte ab oder sinken zu Boden. Im Freiland erfolgt die Pflanzung erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Um den Wärmebedürfnissen den Auberginen gerecht zu werden, kann anfangs eine Vliesabdeckung hilfreich sein. Wenn du den Boden nicht bereits mit Kompost vorbereitet hast, kannst du diesen mit in das Pflanzloch geben. Wähle für die Pflanzung im Freiland ein möglichst sonniges, windgeschütztes Plätzchen.

Auberginen brauchen reichlich Sonne, um ordentliche Erträge zu bringen. Photo by Dan-Cristian Pădureț on Unsplash

Auberginen düngen & pflegen

Ähnlich wie Tomaten werden Auberginen im Laufe des Sommers mehrmals organisch gedüngt. Ihnen genügen jedoch geringere Düngegaben als den hungrigen Tomaten. Zusätzlich zur Grunddüngung des Bodens mit Kompost und Hornmehl, kann alle paar Wochen mit etwas verdünnter Brennnesseljauche nachgedüngt werden. Alternativ zum Hornmehl eignet sich eine Mischung aus Algenkalk und Gesteinsmehl als Vorbereitung und eine Flüssigdüngung mit Beinwelljauche. Die flüssige Düngung beginnt, sobald die Pflanzen vier ordentlich entwickelte Blätter haben und wird Ende August eingestellt. Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen gehört zudem eine regelmäßige Wasserversorgung, da die Pflanzen über ihre großen Blätter große Wassermengen verdunsten. Unter Trockenstress können die Pflanzen sonst ihre Blüten abwerfen und bilden nur sehr kleine Früchte aus. Um den Boden rund um deine Pflanzen gleichmäßig feucht zu halten, kannst du dünn mit Rasenschnitt mulchen. Lasse deinen Auberginenpflanzen maximal drei Triebe mit jeweils zwei Fruchtansätzen, so entwickeln sich die Früchte am gleichmäßigsten. Entferne überschüssige Fruchtansätze und ernte die Früchte rechtzeitig, um das Wachstum der anderen Fruchtansätze zu begünstigen. Lange Seitentrieben kannst du an zusätzlichen Stäben emporleiten oder sie direkt nach einem Blatt einkürzen.

Krankheiten & Schädlinge

Auberginen sind relativ widerstandsfähig gegen Krankheiten und bereiten diesbezüglich nur selten Probleme. Manchmal können sich Blattläuse an den Pflanzen zu schaffen machen, diese können jedoch relativ leicht durch das Abspritzen mit Wasser oder das Besprühen mit Neem-Öl kontrolliert werden. Im Gewächshaus kann außerdem die Weiße Fliege auftreten, auch hier ist die Behandlung mit Neem-Öl sinnvoll. Zudem können Gelbtafeln sowie der Einsatz von Nützlingen (z.B. Schlupfwespen) helfen, den Befall zu reduzieren. Besonders im Gewächshaus kann es außerdem zu Grauschimmel kommen. Hier sollte vor allem vorbeugend gehandelt werden: Achte darauf, die Blätter möglichst trocken zu halten und lüfte das Gewächshaus regelmäßig, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu sehr ansteigt.

Geröstete Auberginenscheiben lassen sich je nach Geschmack mit Kräutern und Knoblauch in Olivenöl einlegen, lecker! Photo by Lucian Alexe on Unsplash

Auberginen ernten, lagern & verarbeiten

Der Erntezeitpunkt variiert je nach Auberginen-Sorte und Standort. In der Regel können die Eierfrüchte erst geerntet werden, sobald die Schale vollständig ausgefärbt ist. Manche Sorten (z.B. 'Applegreen') werden jedoch bitter, wenn sie vollständig ausgereift sind und sollten deshalb früher geerntet werden. Generell sollte mit der Ernte einzelner Früchte nicht zu lange gewartet werden, da sie sonst schwammig werden. Außerdem fördert frühes Ernten die Entwicklung neuer Früchte. Die Kelchblätter sollten bei der Ernte stets grün und nicht braun sein. Bis die ersten Eierfrüchte ausgereift sind, sind viele lange Sommertage nötig, sodass vor Ende Juli oder Anfang August nicht mit einer Ernte zu rechnen ist.

Nach der Ernte sind Auberginen bei kühler und feuchter Lagerung ca. eine Woche lagerbar. Vorgegarte Auberginenscheiben oder -stücke lassen sich auch einfrieren. In der Küche entfalten Auberginen dann ihren einzigartigen Geschmack, egal ob gebacken, gebraten oder gegrillt. Auberginen lassen sich vielseitig zubereiten und bereichern viele (mediterrane) Gerichte wie Ratatouille, Melanzane alla Parmigiana oder Moussaka. Auberginen können nicht roh verzehrt werden und sind erst nach ausreichender Kochzeit zart und schmackhaft.

Erst gegart entwickeln Auberginen ihre einzigartige Konsistenz und ihr feines Aroma. Photo by Aneta Pawlik on Unsplash

Am richtigen Standort können Auberginen auch bei uns ertragreich wachsen. Ich hoffe, dass du nun alles hast, um erfolgreich deine eigenen Auberginen anzupflanzen. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org. Du willst das ganze Jahr über hilfreiche Gartentipps bekommen und deine eigenen Beete optimal planen? Dann registriere dich hier oder lade dir die alphabeet-App für Android oder iOS herunter.

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Titelbild von Photo by Nina Luong auf Unsplash

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