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Marie

Marie (24) studiert Agrarwissenschaften. Sie liebt es, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und Wildkräuter zu sammeln. Gemeinsam mit Freunden bewirtschaftet sie einen Garten und verbringt viel Zeit in der Natur.

Radieschen sind aufgrund ihrer kurzen Kulturdauer sehr beliebt und vielfältig einsetzbar. Sie werden gerne als Zwischenkultur oder Lückenfüller angebaut. Außerdem eignet sich diese anspruchslose Kultur auch hervorragend zum Anbau auf dem Balkon. Bei einer regelmäßigen Aussaat ab März kannst du bis in den Herbst hinein frische Radieschen ernten. Die gesunden Knollen enthalten wertvolle Vitamine, Senföle und Mineralstoffe, die die Küche eines jeden Selbstversorgers bereichern.

Auf einen Blick:

  • Lichtbedarf: mittel
  • Nährstoffbedarf: niedrig
  • Wasserbedarf: feucht
  • Boden: lockerer, humoser Boden
  • Keimtemperatur: 6 - 15 °C
  • Aussaat: Direktsaat ab Anfang März bis Anfang September
  • Pflanztiefe: 1 cm
  • Pflanzabstand: 3-4 cm
  • Reihenabstand: 10-15 cm

Gute Nachbarn: Salat, Spinat, Mangold, Feldsalat, Möhren, Pastinake, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Erdbeere, Stabtomate, Erbse, Buschbohne, Stangenbohne, Ringelblume, Kresse, Oregano, Strauchtomate, Kopfkohl, Grünkohl, Schwarzwurzel, Wirsing, Rosenkohl, Pak Choi, Chinakohl, Sojabohne, Palmkohl, Postelein, Minzuna

Schlechte Nachbarn: Zwiebeln, Zucchini, Gurke, Kerbel, Liebstöckel, Frühlingszwiebel, Rucola, Mairübe, Raddicchio, Topinambur, Steckrübe, Meerrettich

Allgemeines über das Radieschen

Das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) ist Teil der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie sind eng mit den Rettichen (Raphanus) verwandt und ähneln ihnen stark im Geschmack. Die Heimat der Radieschen oder Radies liegt vermutlich in Asien. Erst im 16. Jahrhundert fand die leicht scharfe Knolle ihren Weg nach Europa. Die Schärfe wird durch die Senfölglykoside in der Pflanze verursacht. Bei Verletzungen der Pflanze, wie durch das Anbeißen, entsteht aus ihnen Senföl, welches für den scharfen Geschmack verantwortlich ist. Es gibt eine Vielzahl an Sorten mit unterschiedlichsten Formen. Die Speicherknolle von runden Sorten entwickelt sich aus dem Hypokotyl, das ist der Wurzelhals. Dagegen wird sie bei länglichen Sorten neben dem Wurzelhals auch mit den Wurzeln gebildet. Dadurch wird das Radieschen länglicher.

Standort

Radieschen sind eine unkomplizierte Kultur, die auf nahezu allen Gartenböden gedeiht. Allerdings kann sich die Knolle auf lockerem, humosem Boden am besten entwickeln. Beete mit schweren Böden werden vor der Aussaat aufgelockert, damit die Knollen ungehindert wachsen können. Leichte Böden werden mit reifem Kompost vorbereitet, damit das Wasser nicht zu schnell versickert. Radieschen mögen gleichmäßig feuchten Boden am liebsten. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Besonders im Hochsommer ist es besser, einen halbschattigen Standort zu wählen, da die Pflanzen ansonsten zu Schossen beginnen. Vom Schossen spricht man, wenn ein Radies in die Höhe wächst und Blüten bildet. In diesem Fall wird die Knolle ungenießbar.

Radieschensorten

Mittlerweile reicht die Vielfalt von kugelrunden bis plattrunden über längliche Formen in rot, weiß, lila oder gelb. Je nach Sorte unterscheiden sich die Radieschen in ihrem Aussehen und ihrem Geschmack, aber auch in dem optimalen Anbauzeitpunkt. Radieschen sind rund ums Jahr ein Renner, dabei solltest du immer auf die richtige Sortenwahl achten. Viele Sorten beginnen bei zu hohen Temperaturen mit dem Schossen und anschließend mit der Blütenbildung. Das ist nur wünschenswert, wenn du dir dein eigenes Saatgut produzieren möchtest. Mittlerweile sind die meisten Sorten so gezüchtet, dass sie schossfest sind. Das bedeutet, dass die Pflanzen verspätet oder gar nicht blühen. Das ist besonders für den Sommeranbau ab Mai von Vorteil.

Mittlerweile ist die Vielfalt an Sorten mit unterschiedlichsten Formen, Farben und Geschmäckern groß. Bild von mattymcmatt auf Pixabay.

Hier sind einige Sorten aufgelistet, die für den Anbau rund ums Jahr geeignet sind:

  • ,,Sora": Diese alte Sorte bringt runde, kaminrote Knollen. Sie ist ein Allrounder und kann vom Frühjahr bis in den Herbst hinein angebaut werden.
  • ,,Topsi": Durch die Widerstandsfähigkeit gegen das Pelzig- und Holzigwerden sind diese Radieschen besonders gut für einen Anbau im Frühjahr und im Sommer (April - August) geeignet.
  • ,,French Breakfast": Diese schnellwüchsige Sorte entwickelt rote, längliche Radieschen mit weißer Spitze. Sie kann von Frühling bis Herbst ausgesät werden, sollte im Sommer allerdings im Schatten gepflanzt werden.
  • ,,Eiszapfen": Auch diese Sorte eignet sich für den ganzjährigen Anbau (März-August). Die Knollen sind schneeweiß und länglich, ähnlich einem Mini-Rettich. Im Frühjahr kann sie in der Sonne angebaut werden, im Sommer allerdings im Schatten, um das Schossen zu vermeiden.

Radieschen pflanzen

Direktsaat

Radieschen gehören zu den ersten Kulturen, die die Gartensaison eröffnen. Sie können ab März direkt ins Freiland gesät werden, wenn du ein Gewächshaus hast sogar schon ab Februar. Lege die Samen etwa 1 cm tief in die Erde mit einem Abstand von 3 bis 4 cm zueinander. Zwischen den Reihen wählst du einen Abstand von 10 bis 15 cm. Die Samen sollten nicht tiefer abgelegt werden, ansonsten bildet sich eine längliche, holzige Knolle. Von März/Februar bis Anfang September ist eine Direktsaat ins Freiland oder in einen Balkonkasten möglich. Bei einer regelmäßigen Aussaat kannst du bis in den Herbst hinein eigene, frische Radieschen ernten. In Regionen mit Spätfrösten lohnt es sich, die Radieschen mit einem Vlies zu schützen. Zusätzlich ist es ratsam, das Saatgut bis zur Keimung vor Vögeln zu schützen. Besonders im frühen Frühjahr ist das Futterangebot knapp und die heimischen Vögel bedienen sich gerne. Die Samen sollten nun mit ausreichend Wasser binnen weniger Tage bis zu einer Woche keimen. Je nach Sorte liegen die Keimtemperaturen zwischen 6 - 15 °C. Da Radieschen Kaltkeimer sind, wird die Keimung bei wärmeren Bodentemperaturen verzögert. Im Hochsommer kann es daher hilfreich sein, das Saatgut für etwa eine Woche in den Kühlschrank zu legen, bevor du es aussäst.

Radieschen werden in der Regel ab März bis September direkt ins Freiland gesät. Bild von Pezibear auf Pixabay.

Mischkultur

Radieschen haben eine besonders kurze Kulturdauer. Je nach Sorte und Jahreszeit dauert es 4 bis 8 Wochen von der Aussaat bis zur Ernte. Aus diesem Grund sind sie vielfältig einsetzbar. Sie eignen sich gut als Vor- oder Nachkultur sowie als Zwischenfrucht, aber auch einzeln im Topf können sie gut kultiviert werden. Sie werden auch gerne als Markiersaat verwendet. Ihre Samen keimen sehr schnell. Diese Eigenschaft kannst du nutzen, um die Reihen langsam keimender Pflanzen, wie Karotten, zu markieren. Um Kulturen nicht zu übersäen, streue links und rechts von ihr die zügig wachsenden Radieschen. Das erinnert dich an die andere Kultur und zeigt dir, wo du sie eingesät hast. Gleichzeitig wird der Platz in deinen Beeten effizient ausgenutzt, bis die andere Kultur anfängt zu keimen. Die Radieschen wachsen außerdem so schnell, dass du sie ernten kannst bevor die Karotten oder andere langsam wachsenden Kulturen beginnen, sich auszubreiten.

Gute Nachbarn

  • Salat, Spinat, Mangold, Feldsalat, Möhren, Pastinake, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Erdbeere, Stabtomate, Erbse, Buschbohne, Stangenbohne, Ringelblume, Kresse, Oregano, Strauchtomate, Kopfkohl, Grünkohl, Schwarzwurzel, Wirsing, Rosenkohl, Pak Choi, Chinakohl, Sojabohne, Palmkohl, Postelein, Minzuna

Schlechte Nachbarn

  • Zwiebeln, Zucchini, Gurke, Kerbel, Liebstöckel, Frühlingszwiebel, Rucola, Mairübe, Raddicchio, Topinambur, Steckrübe, Meerrettich

Fruchtfolge

Pflanzen der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), dazu gehören Radieschen, Rettiche, Meerrettich und verschiedene Kohlarten, sollten aufgrund der Fruchtfolge nicht mehrmals hintereinander im gleichen Beet angebaut werden. Gönne deinem Beet eine Pause von 3 Jahren, ansonsten riskierst du Krankheiten. Besser wäre hier eine Fruchtfolge mit Erbsen, Bohnen, Salat oder Spinat.

Radieschen gehören zur gleichen Familie wie diverse Kohlarten. Das muss in der Fruchtfolge berücksichtigt werden. Bild von ramszei auf Pixabay.

Radieschen auf dem Balkon anpflanzen

Radieschen eignen sich prima zur Kultivierung in einem Topf oder Blumenkasten. Achte auf den nötigen Abstand zwischen den Reihen und Pflanzen, damit die Knollen wachsen und gedeihen können. Außerdem muss das Wasser gut ablaufen können, da Radieschen Staunässe gar nicht mögen. Nach 4 bis 8 Wochen und täglichem gießen kannst du dann deine ersten Radieschen ernten.

Radieschen richtig pflegen

  • Insbesondere zu Beginn solltest du auf eine ausreichende und gleichmäßige Wasserversorgung achten. Bei Wassermangel oder starken Schwankungen werden die Knollen pelzig oder können aufplatzen. Außerdem wirkt sich Trockenheit negativ auf den Geschmack aus.
  • Radieschen gehören zu den Schwachzehrern und müssen daher nicht gedüngt werden. Bei einem Nährstoffüberschuss wird die Pflanze nur anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Zudem reagiert sie mit übermäßigem Blatt- und zu geringem Knollenwachstum.

Unerwünschte Gäste

Durch ihr schnelles Wachstum werden Radieschen von vielen Schädlingen und Krankheiten verschont bzw. vor der Entwicklung von Larven, Viren oder Keimen geerntet. Als Teil der Familie der Brassicaceae stehen die Radieschen aber auf dem Speiseplan der Kohlfliege und dem Kohlweisling. Aber auch Schnecken mögen die zarten Keimblätter des Radieschens. Um die Pflanzen zu schützen hilft ein Netz. Auch Erdflöhe werden durch die Keimlinge angelockt, können aber durch gleichmäßige Bewässerung oder eine Mulchschicht abgehalten werden.

Radieschen ernten

Radieschen benötigen wie bereits erwähnt nur 4 bis 8 Wochen bis zur Reife. Das gilt aber nur für Langtagbedingungen, also von März bis September. Mit dem Herbst werden die Tage wieder kürzer. Dann kann es bis zu zehn Wochen dauern, bis die Radieschen erntereif sind. Warte nicht zulange mit der Ernte, da einige Sorten dann pelzig oder holzig werden.

Warte nicht zulange mit der Ernte, da einige Sorten dann pelzig oder holzig werden. Bild von Skitterphoto auf Pexels.

Generell werden Radieschen frisch verzehrt, können aber auch einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie bleiben am längsten frisch, wenn sie ohne die Blätter gelagert werden. Aber auch diese sind beim Radieschen essbar und können verwertet werden. Du kannst sie frisch in einen Salat machen oder zu einem Pesto verarbeiten. Damit die Radieschen im Kühlschrank in Form bleiben, kannst du sie in eine Schüssel mit ein wenig Wasser legen oder in ein feuchtes Tuch einschlagen.

Radieschen vermehren

Wer gerne eigenes Saatgut herstellt, kann das bei dem Radieschen auch ganz einfach tun. Lasse deine Radieschenpflanze einfach im Beet stehen und weiterwachsen. Sie fängt dann an zu Schossen und die Knolle verholzt. Es bilden sich eine Vielzahl an weißen bis lilafarbenen Blüten. Aus ihnen wachsen schließlich kleine Schoten. Diese sind im frischen Zustand essbar und enthalten wertvolle Proteine und Nährstoffe. Lasse sie an der Pflanze abtrocknen, so entstehen im Inneren reife Samen für die Aussaat im nächsten Jahr. Alternativ kann man die Samen auch keimen lassen und über den Winter von den wertvollen Inhaltsstoffen zehren.

Keimlinge des Radieschens enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Bild von _Alicja_ auf Pixabay.

Ich hoffe, dass ich deine Lust am Radieschen anbauen geweckt habe. Bei Fragen und Anmerkungen schreibe uns gerne an magazin@alphabeet.org.

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Titelbild von Michaela Wenzler auf Pixabay

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